(c) by Broken Spirits

// Oppa erzählt vom Krieg oder: 6 Jahre

… gibt es heute auf den Tag genau dieses Blog. Unter dem Namen “Broken Spirits” (der Name entstand übrigens so) bin ich mittlerweile 15 Jahre im Internet unterwegs – also ein echtes lebendes Fossil in diesen schnellebigen Zeiten ;-)

Angefangen hatte ich mit einem Free-Webspace, vor knapp zwölf Jahren kam broken-spirits.com als erste eigene Top-Level-Domain hinzu. Eine com-Domain mußte es sein – wenn schon Internet, dann darf es auch international klingen. So dachte ich damals. Von HTML, CSS hatte ich null Ahnung, geschweige denn von php und MySQL. WordPress gab es damals gerade (?) noch nicht. Die “täglich aktualisierten Webseiten” waren der letzte Schrei. Täglich aktualisiert war ein Wunschdenken, denn 1) hatte ich keine Ahnung von html und 2) keinen Internetanschluß. Die täglichen Updates wurden also per Telefon einem Bassisten diktiert, der 1) HTML konnte und 2) einen Internetanschluß hatte. Blöderweise waren wir zwei ziemliche Quasselstrippen und das kam den täglichen Updates nicht unbedingt zugute. Der Post (oder war es schon die Telekom?) fand diese Idee aber sicher gut.

Sukzessive verlagerte ich alle Internetaktivitäten auf eigene Domains – die com-domain wurde bald zu klein für den Austausch mit anderen Musikern und broken-spirits.de kam ein Jahr später hinzu. Beide Domains waren sozusagen meine erste “Cloud”, lange bevor es “DIE” Cloud überhaupt gab. Diesen Dienst erfüllen diese zwei Domains auch heute noch und wurden – wie sollte es anders sein – wieder zu klein.

Demnächst ziehen alle die meisten Domains, die mir gehören, auf einen eigenen Server. Mit ersten Projekten habe ich bereits meine ersten Server-Betreiber-Erfahrungen gesammelt. Mir würde es nicht im Traum einfallen, zu irgendwelchen kostenlosen Cloud-Services zu wechseln.

Ich bevorzuge es, wenn meine Daten, mein geistiges Eigentum (Songs und Fotos) mir gehören und nicht irgendwelchen Diensten wie Google & Co, die jederzeit die AGB zu meinen Ungunsten mit ellenlangen Texten (womöglich noch konsequent in GROSSBUCHSTABEN geschrieben) ändern können. If you do not pay for a product, you are the product.

Vieles hat sich geändert und vieles habe ich dazugelernt in diesen 6 Jahren als Blogger und und 15 Jahren als Kreativer, der im Internet aktiv ist – nicht nur auf technischer Seite. Auch das Internet hat sich verändert – und das nicht zum Positiven.

Soziale Netzwerke kamen und gingen – zu Zeiten meiner com-Domain war MySpace der “heiße Scheiß”: ich hatte ein Profil, bevor in den Print-Medien darüber berichtet wurde. Viele Musikerkontakte hatte ich darüber geknüpft. Ich bekam das erste Mal die Auswirkungen einer Filterbubble zu spüren: MySpace wurde für mich zu einer Selbstbeweihräucherungsplattform für Musiker (und heute ist es nichts anderes). Irgendwann ging mir das auf den Senkel und ich suchte nach einer Alternative: dieses Blog wurde geboren.

Den ersten Artikel habe ich vor exakt sechs Jahren auf myblog.de veröffentlicht – einen Blog selber zu hosten sei zu teuer. Dachte ich. Den geeigneten Webspace hatte ich jedoch bereits – ohne es zu wissen.
Immerhin: Dies war der Zeitpunkt, zu lernen wie kostenlose Angebote funktionieren: ich schrub einen Artikel und myblog.de schaltete vermeintlich passende Werbung dazu. Ich habe es nicht einmal ein Vierteljahr ausgehalten mit dieser aus Programmierersicht passenden Werbung (dabei waren das nur die Anfänge) und wechselte genervt zu WordPress.com. Dort war es allerdings auch nicht wesentlich besser (wenn auch in anderer Hinsicht) und der eigene Webspace (der eh schon da war) wurde kurzerhand zu dem umfunktioniert, was ihr hier heute seht. ;-)

Der Erfolg diverser sozialer Netzwerke veränderte auch die Umgangsformen im Internet maßgeblich. Was auf MySpace oder den VZs noch Selbstbeweihräucherung war, verkam mehr und mehr zur Respektlosigkeit, während gleichzeitig Twitter, Facebook und Google+ wuchsen.
Zu schnell werden heute einfach Kommentare, Gedanken in die Weltgeschichte hinausgerotzt (anders kann man es nicht nennen). Es wird gedankenlos geteilt – ohne Rücksicht darauf, was ursprünglich gedacht wurde, wozu zum Denken angeregt werden sollte. Einzig der schnelle Like aus der sabbernden Followerschaft zählt.

Gefördert wurde dies alles durchaus maßgeblich durch Algorithmen: die (a)sozialen Netzwerke befeuern durch EdgeRank (FB), Aktualität (Google) genau dieses Verhalten. Es braucht Zeit, echte eigene Inhalte zu erstellen – und diese Zeit wird einem Kreativen nicht zugestanden:

Zeit, in der man in (a)sozialen Netzwerken inaktiv ist – und damit gleichzeitig an Relevanz verliert.

Schaut Euch einmal die “Influencer” an – die haben keine echten eigene Inhalte (und wenn doch, dann im Promillebereich). Das ist alles nur wiedergekäutes Zeugs. Zusammengeklau(b)t von Kreativen (Erst-Diebstahl), die wesentlich mehr Zeit und Geld in diverse Projekte reingesteckt haben, als der “Influnecer” jemals bereit sein würde. Der Rest schreibt ab. Kennst Du heute einen Blog, dann kennst Du sie alle. Das zugehörige Blogger-Mantra stammt von 2008 – zum Stehlen erzogen und das als heiligen Gral vor sich hertragen. Toll, nech?

Mittlerweile habe ich den Eindruck, daß in der Netzwelt eine – wie soll ich es nennen? Gehirnwäsche? stattgefunden hat.

Rückblickend betrachtet war die täglich aktualisierte Webseite noch eine recht sportliche Angelegenheit. Schließlich mußte alles in HTML umgesetzt werden – ein CMS gab es damals noch nicht (zumindest ist mir keines bekannt, was für Privatpersonen erschwinglich gewesen wäre). WordPress steckte in den Kinderschuhen. Aber: die tägliche Aktualität würde ich heute schon als “den Anfang vom Ende” bezeichnen. Vielleicht ticke ich da auch anders – mein Ziel war nie, irgendwelche Fundstücke zu sammeln (das machen genug andere), sondern eher die eigenen Dinge in die Weltgeschichte rauszublasen. Was mir in Bezug auf die Fotografie sogar hervorragend gelungen ist – das habe ich aber erst gemerkt, als ich meine eigenen Fotos aktiv gesucht habe und geschändet auf anderen Webseiten gefunden habe.

Selber eigene Inhalte erstellen kann eine Weile dauern, und so dauert es eben auch, bis das Material für einen Blogeintrag da ist (Deswegen macht es ja auch noch kaum jemand zu 100%. Zeig mir einen Blog mit zu 100% selbst erstellten Inhalten, laß mich zwei Minuten Googeln und ich zeige Dir einen Lügner).
Die echten eigenen Inhlate müssen ja erst gebaut werden – und das braucht Zeit. Insofern halte ich mittlerweile den Spruch “jeder Kreative kann sich bekannt machen über das Internet” für gequirrlte Scheiße: um bekannt zu werden, muß ich heute so viel Zeit investieren in mindestens zwei Blogupdates/ Woche (es soll ja auch noch hochwertig sein und SuMa-maßstäben gerecht werden), die mir dann für die eigentliche kreative Arbeit fehlt. Im Nachhinein betrachtet ist das die “Lüge 1 des Internets”.

Hinzu kommt noch der Linkgeiz: keiner verlinkt mehr ordentlich auf die Fundstellen (nur dann kann man es halbwegs guten Gewissens “Werbung” nennen). Irgendwann hat wer auch immer (so eine Firma mit einem großen G und vielen bunten Buchstaben) der Netzgemeinde eingeredet, daß externe Verlinkung böse sei. Stattdessen ist OnPage-Optimierung “gut” – was dazu führte, daß “wohlmeinende” Webmaster nur noch über zwei Links (nämlich eine eigene Zwischenseite) auf externe Inhalte verlinken. Dort darf man auf einem uralten Blogeintrag dann den Link der Begierde suchen. Wenn man Glück hat, geht der dann dahin, wo man hin will. Offenbar herrscht die unterschwellige Angst, daß das eigene Blog darunter leiden könnte (und damit die Werbeeinnahmen), wenn die Besucher auf die Webseite eines Kreativen abhauen.
Joah, passiert auch so – diese Webseiten, die diesen Mist machen, fliegen bei mir gnadenlos aus dem Feedreader. Service sieht anders aus. Mehrwert auch.

Versteht es nicht falsch: es geht mir nicht um meine Inhalte – ich finde es jedoch mittlerweile ausgesprochen nervig, wenn ich selber suchen muß, wenn mir Fotos/ Musik/ whatever gefallen. Und das nur, weil der entsprechende Blogger sich zu fein ist, ordentlich zu verlinken. Niedere Beweggründe (vulgo: Egoismus, in der Internetsprache auch “+”, “like”, “retweet”, etc. genannt) sind die weniger schmeichelhafte Alternative. Das ist also “Werbung” für den Kreativen. Ich nenne es “Internetlüge Nummero 2″. Mal ganz abgesehen davon, daß der “Mehrwert” von solchen Blogs einfach lachhaft ist. Über Begriffe wie “Zielgruppe” darf sich der geneigte Leser selber Gedanken machen…

Diese zwei Lügen sowie einiges an widerlichen Diebesgesindel hat mir im Laufe der Zeit die Lust am Internet reichlich versaut. Technisch durchaus faszinierend und spannend (und nur deswegen knüppel ich weiter), aber der ganze Rest…?

Der Digital Native ist heute ein virtueller Brummkreisel: dreht sich um sich selbst und sondert dabei monotone Geräusche ab.

… wiedergekäutes …
… … wiederholtes … …
… … … bereits dagewesenes … … …
… … … … Redundanzen … … … … …
… … … … … brummmmmmmm!… … … … …
… … … … ommmmmmmmmm!… … … … …

Schade. Das Internet hätte ein Ort für viel neues sein können. Das Internet verstehen kostet (technisch gesehen) etwas Zeit. Auf menschlicher Ebene – nun, mir fällt da als erstes die Ellenbogengesellschaft ein. Und Faustrecht. Kurz: Anarchie. Ebenfalls nicht schwer zu verstehen. Die Grundzüge hierzu lernt man ja in abgeschwächter Form im Real Live (sofern man eines hat).

Ich weiß nicht, wie es mit diesem Blog hier weitergeht. Ich kann nicht mal die Frage nach dem “ob” beantworten. Ich weiß jedoch, daß mir mein Fotoblog mehr Spaß macht. Dies liegt nicht zuletzt an der “Gesichtskontrolle”.

In diesem Sinne: auf weitere 15 Jahre “Broken Spirits” – dieses Blog ist nur ein 6 (+X?) Jahre währender Augenblick im Internet. Ich habe meine Zeit gehabt, ich hatte meinen Spaß und ich habe viel gelernt, sowohl aus technischer Sicht und wie Anarchie bzw. Egomanie, Narzissmus und Egoismus, aussieht – nun, ein Blick ins Internet reicht. Also durchaus auch aus psychologischer Sicht ein interessanter Feldversuch. Wer sich für Massenhysterie interessiert, sollte sich einen Twitter-Account zulegen und nach #xy-gates suchen. Die gibt es im Wochentakt. (Hier hat das mal jemand gesammelt – Links folgen.)

Alles in allem kann ich trotz (oder besser: wegen, da ich mittlerweile auch gelernt habe, wie strafbewehrte Unterlassungserklärungen funktionieren :mrgreen: ) einiger Ärgernisse ganz gut mit diesem Internet leben. Diesen Spaß werde ich auch weiterhin haben – dafür brauche ich keine Digital Natives, die zu den Zeiten, in denen ich die ersten HTML-Tags gelernt habe, mit vollgeschissener Windel und Rassel in der Hand um den Weihnachtsbaum gekrabbelt sind…

(Wobei: einen gewissen Unterhaltungswert haben diese selbsternannten Digital Natives dann doch – wie alle Kleinkinder :mrgreen: )

// Ello – ein weiterer Seelenverkäufer?

Wenn man auf die About-Seite anklickt, kann man lesen, daß sieben “well-known artists and programmers” Ello als ein privates soziales Netzwerk gegründet haben. Und richtig: auf einem jungfräulichen Ello-Account hat man erstmal zwei “Freunde”, die aus dem künstlerischen Bereich kommen. Die Timeline wird geflutet (geht ja auch bei fehlenden anderen “Freunden” nicht anders) mit allerlei Grafiken, geteilten Fotos usw.
Es entsteht schnell der Eindruck, daß sich hier jede Menge Kreative “herumtreiben” – was bei dieser Entstehungsgeschichte nicht verwunderlich ist.

Mittlerweile bin ich ebenfalls auf Ello – weniger, weil ich einen weiteren Kanal brauche, sondern vielmehr, weil sich bei den (a)sozialen Netzwerken mir mittlerweile die Zehnägel hochrollen. Vor allem in puncto Datenschutz und Urheberrecht. Darüber habe ich mich hier ja schon verschiedentlich ausgelassen.

In Bezug auf Datenschutz scheint Ello schon fast vorbildlich zu sein: Im Ello Manifesto wird zum Beispiel versprochen, daß die Daten nicht ausgeschlachtet werden.

Was ich an dieser Stelle allerdings für ausgekochten Bullshit halte, ist der Satz

We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.

Dieses Zitat beschreibt zwar den Sollzustand, der Istzustand ist davon jedoch meilenweit entfernt. Das hat die Erfahrung der letzten Jahre einfach mehrfach gezeigt: Sei es “Das ist doch Werbung für Dich” versus “Linkgeiz” oder die unsäglichen Nutzugsbedingungen in sozialen Netzwerken oder “Crowdfunding” versus “Ich finanziere doch nicht Dein Hobby”. Mag sein, daß ich das Internet nicht verstanden habe, die Leute darin aber sehr wohl. Ello wird dieses Problem bei allem Idealismus auch nicht lösen können.

Das ist die nächste Frage: will oder kann Ello dieses Problem überhaupt lösen? Datensammeln als Einnahmequelle sowie Inhalte der Nutzer fallen (so wie es sich aktuell anhört) weg. Wie finanziert sich also Ello? So altruistisch werden die Macher kaum sein, daß sie die komplette Infrastruktur für ein soziales Netzwerk kostenlos zur Verfügung stellen. Ein Server (selbst Webspace) kostet Geld – das weiß jeder Blogger, der ein CMS selber hostet.

If you do not pay for a product, you are the product.

Möglicherweise wird es Bezahl-Funktionen geben. Aber auch hier läuft es (Hand auf’ s Herz ;-) ) eher so, daß die Mehrheit im kostenlosen “Bereich” bleibt – also Kosten verursacht, aber kein Geld einbringen wird. Bleiben also nur die Daten und Inhalte, die zur Gegenfinanzierung bzw. Gewinn taugen.

Die derzeitige Beta-Phase muß ebenfalls finanziert werden – und hier hat Ello einen Geldgeber gefunden: die Risiko-Kapitalgesellschaft FreshTracks Capital. Das ist kein Geheimnis – das wird ganz offen von FreshTracks kommuniziert. Hierfür einfach den Link anklicken (oder diesen) oder sich mit nachfolgenden Screenshot begnügen:

Screenshot: Risiko Kapitalgesellschaft finanziert Ello

In dem Screenshot fiel mir das “Buy-Side” auf – danach habe ich einmal gegooglet und fand das hier:

Die von der Buy Side erstellten Marktanalysen betrachten meist den Gesamtmarkt, sind sehr langfristig angelegt und bilden die Grundlage für die Zusammensetzung von Aktienfonds.

[Quelle: Boersennews.de/lexikon]

Wer mag, kann ab diesem Punkt selber recherchieren – ich habe es versucht und mir schwirrt der Kopf. Die Hochfinanz liegt mir als armer Künstler einfach nicht. Jedoch bleibt eine Erkenntnis: Der Weg von Ello dürfte mit diesen (für mich begreifbaren und zugegebenermaßen oberflächlichen) Erkenntnissen bereits klar beschrieben sein:

Ello möchte zwar eine Alternative zu Facebook sein – aber der Börsengang von Facebook ist noch nicht allzulange her. Die damit verbundenen Veränderungen (die ausnahmslos nicht zum Besseren waren) dürften die meisten Facebook-Nutzer noch in guter Erinnerung haben. Ganz allmählich spricht sich sogar unter Bloggern rum, daß Facebook nicht hält, was es verspochen hat (auch wenn ich die Schlüsse für falsch halte: Facebook entscheidet, was für den Nutzer interessant ist – was nicht zwingend den tatsächlichen Interessen der Facebook-Nutzer entspricht).

Ello wird wohl oder übel den gleichen Weg gehen (müssen). Es wird darauf hinauslaufen, daß das unternehmerische Risiko auf die “Arbeitnehmer” ( = User) abegwälzt wird. Wenn mir z.B. der Fotoapparat oder die Gitarre kaputtgeht, interessiert das die (a)sozialen Netzwerke genau gar nicht. Es gibt ja genug andere. Gleiches gilt auch für Blogartikel und alle anderen echten eigenen Inhalte.

Ello – ein weiterer Seelenverkäufer? Eindeutig ja.

Aber wahrscheinlich ist das alles nur halb so wild, denn: ich habe das Internet schließlich nicht verstanden ;-)

PS: dieser Blogartikel basiert auf dem Artikel eines Designers, der sich von Ello losgesagt hat. Dort wird noch etwas ausführlicher auf die finanzielle Unterstützung eingegangen und der Artikel schließt mit den Worten:

So here’s what I’m doing: I’m leaving Ello. Before it can grow. Before it can exit. And I suggest that you do the same. Or, even better, do not join it in the first place.

//Edit: dazu paßt: Aral Balkan über die digitale Freiheitslüge.

// Stockdingens

Von Alex “kam ein Blogstöckchen um die Ecke” – und da ich gerade etwas Zeit hatte, habe ich hierzu mal etwas geschrieben…

Wann hast du das letzte Mal bei einem Blogstöckchen mitgemacht, kannst du dich noch daran erinnern? Und was war das Thema?

Das ist schon eine Weile her, und zugeworfen hatte es mir damals Sylvi. Hier ist es. Erinnern konnte ich mich übrigens deshalb, weil der Pingback von Marcus, der mich in seinen Antworten erwähnte, erst vor kurzem hier aufschlug – nach über 2,5 Jahren. Das ist wohl Rekord :-P

Wovon lässt du dich inspirieren im Internet?

Ich glaube nicht mehr, daß das Internet als Inspirationsquelle taugt. Die Bloggerlandschaft ist zu flach geworden, Produkttests, Gewinnspiele, heftig.co, Pseudo-Psychotests, irgendwelche #Gates usw… das ist mittlerweile alles die gleiche gequirrlte Scheiße. Der gewöhnliche Digital Native ist ein perfekter Brummkreisel geworden: er dreht sich um sich selbst und sondert dabei belanglose und monotone Geräusche in Form von Tweets, Status-Updates und wiedergekäuten “eigenen” Inhalten ab (Wobei diese “eigenen” Inhalte in den seltensten Fällen was eigenes sind. Neues gibt es kaum noch – Copy&Paste für den schnellen Klick ist ja auch viel einfacher.)

Oder, die schlimmere Variante ist hier beschrieben, wohin es führt, wenn die Inspiration aus dem Internet kommt: Einer beginnt irgendeinen Scheiß, nennt es Kunst und alle machen es nach oder schreiben darüber. Das ganze nennt sich dann auch noch “Schwarmintelligenz”. (Lesebefehl!)

Welche Zeitschriften liest du regelmässig?

Einige. Sofern sie nicht aus dem Axel-Springer-Verlag kommen. Wobei “regelmäßig” jetzt ein dehnbarer Begriff ist. Wenn ich eine längere Zugfahrt aufgrund meiner Fototouren habe, kann es sein, daß ich mir auch mal das kaufe, was gerade da ist. Nicht unbedingt die bevorzugte Zugfahrtslektüre… aber wenn es gerade nichts besseres gibt, dann eben auch das. Regelmäßig heißt hier: alle paar Monate. Zählt das?
Ansonsten gibt es einige Zeitschriften, die sich mit Fotografie oder Musik beschäftigen. Da habe ich meine Favoriten und es gibt eine reelle Chance, mich in diese Lektüre vertieft anzutreffen ;-)

Schaust du ShoppingQueen im TV an?

Ich habe keinen Fernseher. Diese Volksverblödungskiste lehne ich ab. Wenn ich den Titel nur schon höre: “ShoppingQueen”… ist das sowas wie diese überflüssigen und selten dämlichen Hauls auf Youtube nur mit Werbeunterbrechungen? Also sowas, wo sich unterbelichtete Menschen zu Marketingzwecken einspannen lassen? Quasi ein Werbeblock, der von Werbeblöcken unterbrochen wird?

Ich habe da mal einen interessanten Satz gelesen, in dem es sinngemäß hieß: “Das ist die Perfektion des Kapitalismus: Firmen brauchen keine Werbung mehr machen, weil die Konsumenten freiwillig diesen Job übernehmen.”
Daran denke ich als erstes, wenn ich ShoppingQueen höre. Fakt ist jedoch: ich kenne Shopping Queen nicht. Ich habe jedoch die ein oder andere “ShoppingQueen” in meinem weiteren Bekanntenkreis. Der weitere Bekanntenkreis ist leider nicht weit genug: die ein oder andere strunzdumme Tussy, die selbst zum Scheißen zu blöd ist (warum sonst kauft sie sich jedes Wochenende neue Klamotten??!) begegnet mir manchmal leider doch.
Ich weiß nicht mal, was diese Schabracken eigentlich arbeiten – aber wenn ich deren Vorgesetzter wäre, würde sie die Gehaltsabrechnung von mir mit roter Schleife bekommen- verdient hätten sie das Gehalt nämlich nicht. Oder ich würde sie ausschließlich dafür bezahlen, weil sie so dekorativ sind.
Falls ShoppingQueen so eine bekackte Sitcom oder ähnliches sein sollte: auch das brauche ich nicht. Weil: ich kenne solche strunzdoofen Kackprimeln. Im übrigen macht man keine Witze über solche Leute – man wartet, bis diese das selber tun. Wenigstens DAS können sie besser als jeder ScriptedReality- DokuSoap- Sitcom- GagSchreiberling.
Wie gesagt: ich kenne ShoppingQueen nicht – und ich will es eigentlich auch gar nicht wissen.

Verfolgst du Politik und das Weltgeschehen?

Ja klar, mal mehr oder weniger intensiv. Zur Zeit etwas weniger. Ich finde das Weltgeschehen zur Zeit etwas frustrierend. Manche Feeds klicke ich derzeit einfach ungelesen weg und manche Printmedien werden nur überflogen. Das wird aber auch wieder anders.

Wie lang war dein längster Blogartikel und was war das Thema, womit du dich dabei befasst hattest?

Ich schätze, mit 2368 Worten dürfte das eines meiner Tutorials sein. In diesem Tutorial geht es darum, wie man das Vorschaubild in den (a)sozialen Netzwerken verhindert. Dies ist aufgrund des sehr einnehmenden Wesens der “Internetgiganten” wie Facebook, Google & Co. sowohl für Fotografen, die sich nicht ausbeuten lassen wollen als auch für Blogger, die ihre Leser vor Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen schützen wollen, von Interesse.

Die Kurzfassung: Jedes Teilen mit Vorschaubild ist selbst bei einer Creative Commons ein Verstoß gegen die Lizensierung. Anders formuliert: mit Einrichten eine Accounts wie z.B. Twitter räumt man Twitter Nutzungsrechte ein, die der Teilende nicht erteilen darf. Im Falle von Twitter z.B. eine Bearbeitung. Dieses Recht ist jedoch nicht in einer CC: by-nd enthalten. Also ist auch ein Teilen eines Artikels abmahnfähig, wenn das Vorschaubild z.B. über die TwitterCards angezeigt wird. Die höchste mir bekannte gerichtlich (zurecht!) “verdonnerte” Strafzahlung wegen einer falsch umgesetzten CC liegt übrigens bei 14.000 Euro. Ursache war das im großen Stil “vergessene” (HAHA!) by – also die Namensnennung.

Dies nur als “Teaser” – die geballte Ladung gibt es hier: Fotos in sozialen Netzwerken einbinden verhindern.

Mich freut es übrigens, das mittlerweile und ganz allmählich einige Blogger gezielt nachfragen oder den Link nach einem Theme-Wechsel nochmals haben möchten. Also, hier war er nochmal ;-)

Liest du eBooks?

Nö. Bücher sind nicht nur zum Lesen da, sondern auch geeignet, um Fliegen totzuschlagen. Ganz klarer Nachteil der eBooks. Zum anderen fand ich es abschreckend, daß mein virtuelles Bücherregal auch ohne mein Zutun geschweige denn mein Wissen ausgeräumt werden kann. Da ich Filesharing aus Prinzip ablehne, bleibt dann eben nur noch das klassische Buch – ganz getreu dem Motto: nur was man nach Hause tragen kann, gehört einem auch.

In welchem Onlineshop kaufst du regelmäßig ein?

Habe ich noch nie gemacht, werde ich auch so lange wie nur irgendwie möglich vermeiden.
Gründe hierfür sind die Arbeitsbedingungen in den großen Onlineshops, die an Ausbeuterei grenzen und das will ich nicht unterstützen. Der Einzelhandel ist mir persönlich wichtiger aufgrund der fachkundigen Beratung. Damit meine ich nicht die großen Ketten, sondern wirklich “Familienbetriebe”.
Bonus: außer mir kennt niemand mein komplettes Konsumverhalten. Selbst die NSA nicht – dank konsequenten Verzichts von Payback-Karten, EC-Kartenzahlung usw.

Fastfood oder gutbürgerlich, bezogen auf die Küche?

Satt muß es machen. Fastfood kann das nicht. Selbst eine selbergebasteltete Wurststulle hat mehr Kalorien als dieser McWürg-Rotz. Einzige Ausnahme: Döner. Wenn der richtig gemacht ist, ist der zwar genaugenommen Fastfood, aber eben doch eine sättigende Mahlzeit. Allerdings eben nicht von jeder Dönerbude. Im Übrigen ist meine Ernährung eher soso lala. Leider. Das ist aber situationsbedingt: im Proberaum habe ich nicht die Möglichkeiten, was “gutbürgerliches” zu kredenzen, aber ich versuche schon, was möglich ist, selber zu machen. Was durchaus auch mal unorthodox werden kann

Welches CMS wählst du wenn du die Wahl zwischen WordPress, Drupal und Joomla hättest und begründe deine Antwort?

WordPress. Ich mag es. Das reicht wohl als Grund…?

Lieber Winter oder Sommer, Frühling oder Herbst?

Herbst und Winter. Den Herbst, weil er so schön melancholisch ist und den Winter, weil er so schön kalt ist.

Fotografierst du gerne?

Ja. Sogar ziemlich erfolgreich. Wenn man als Maßstab nimmt, daß gestohlene Inhalte eine Ehre sind. So ziemlich jedes Foto in diesem Blog wurde bereits gestohlen und kommerziell verwendet. Genutzt hat mir das allerdings nichts – selbst der Werbeeffekt war bzw. ist gleich Null. Zielgruppe paßt nicht und sekbst wenn die gepaßt hätte, dann wäre da der Linkgeiz. “Werbetechnisch” also eine absolute Nullnummer. Da kann auch noch so oft gesagt werden “Das ist doch Werbung für Dich” – diese Aussage ist und bleibt Bullshit.

Insofern war jeder Diebstahl eine klare Bereicherung aus niederen Beweggründen des widerwärtigen Diebesgesindels. Im übrigen habe ich keinen Bock mehr auf irgendwelche sinnlosen Grundsatzdiskussionen und Beleidigungen nach einem höflichen Hinweis meinerseits. Das überlasse ich mittlerweile geschulten Personal mit abgeschlossenem Jurastudium. Dieses Personal hat die nötige Distanz und begeht keine Formfehler. Das vereinfacht vieles und ist auch besser für meinen Blutdruck ;-)

Den Urlaub zuhause verbringen oder lieber verreisen?

Im Urlaub ist mir der Blick über den Tellerrand hinaus besonders wichtig. Bevor ich von zuhause aus tagelang im Internet rumsurfe und mir die ewig gleichen Witzbildchen anschaue (s.o), verreise ich lieber. Ganz ohne Internet.

Kommentierst du jeden Artikel, den du liest?

Nö. Aber ich denke mir zu jedem Artikel meinen Teil. Was mittlerweile… ach, lassen wir das. Kann sich eh jeder denken, der bis hierher gelesen hat.

Welches Smartphone ist bei dir im Besitz und was schätzt du daran?

Achjeh, diese Trendsetter mit ihren Smartphones immer. Stundenlang anstehen für ein überteuertes Stück Technik, das alle haben wollen und alle wollen sich danach Trendsetter nennen. Diese Frage ist sowas von irrelevant, das geht auf keine Kuhhaut.

Was möchtest du uns noch sagen?

Danke für’s Zu-Ende-Lesen. Wurde stellenweise doch eher ein Rant. Das war ursprünglich gar nicht beabsichtigt ;-)

// Digitale Epidemie

Ich weiß ja nicht, wie es Euch so geht. Aber mir fallen im Internet vermehrt Widersprüche auf. Ich habe es lange Zeit “Doppelmoral” genannt – aber das trifft es nicht ganz. Mittlerweile gehe ich soweit, Schizophrenie als die erste digitale Epidimie zu bezeichnen. Eine neue Volkskrankheit quasi.

Beispiele gefällig? Gerne, denn die gibt es zuhauf und ich brauche nicht mal Google zu bemühen.

Das Internet soll frei sein

Das klingt zunächst einmal gut – das gebe ich zu. Schön wäre es, wenn das auch konsequent gelebt werden würde. Das ist aber nicht mehr der Fall: das Internet soll frei sein – aber nur für die Richtigen.

Zu oft habe ich den Satz gehört, daß ich echte “eigene Inhalte nicht ins Netz stellen soll, wenn ich nicht will, daß diese nicht gestohlen werden”.

Wenn es hingegen um eigene Blogeinträge geht, ist das natürlich etwas ganz anderes.
Schizophren- ja oder nein?

Dazu paßt:

Alle Inhalte im Internet sollen kostenlos sein

Das kann man fordern – aber dann darf man eben auch nicht meckern, wenn genau das passiert: aktuelles Beispiel ist gerade U2, die ihr Album allen iTunes-Nutzern kostenlos zur Verfügung stellen.

Meine Omma sagte bei solchen Gelegenheiten gerne:

“Bedenke, was Du Dir wünschst, es könnte erfüllt werden.”

Genau das ist passiert: es gibt etwas umsonst und es ist wieder nicht recht. Ja, wat denn nu?

Neue Geschäftsmodelle

Die alten Geschäftsmodelle sind veraltet, die Zeiten haben sich geändert und Kreative sollen neue Geschäftsmodelle “entdecken”.
Auch hier darf U2 als Beispiel herhalten: es werden neue Geschäftsmodelle gefunden, diese werden umgesetzt, und ihr habt Dateien in Eurer Playlist, die Ihr nicht haben wollt. Ihr habt es aber genau so gewollt. Trotzdem ist es “verkehrt”.
Mag sein, daß ich das Internet nicht verstehe – ich würde es trotzdem anders nennen: ich verstehe die Geistesgestörten (vulgo: Digiatle Natives) nicht.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter: ich kenne das Einwählgeräusch eines Modems nicht aus einem Youtube-Videos. Ganz ehrlich? Ich habe schon eigene Inhalte “in das Internet geschrieben”, als die meisten Digital Natives (die bisher nichts weiter zustande gebracht haben, als ein Facebook und/oder Twitterprofil zu erstellen) noch mit vollgeschissenen Windeln und einer Rassel in der Hand um den Weihnachtsbaum gekrabbelt sind.

Perfekter Übergang zum Thema

Das ist Werbung für Dich!

Ich hatte da mal einen Blogger im Feedreader (nennen wir ihn Hans Wurst), der im Laufe des letzten Jahres eine “klare Absage” an alle Konsumenten seiner (HAHA!) Bilderserie “erteilt hat”. Keines dieser Fotos war selber gemacht – aber man kann sich hier latürnich “Multiplikator” nennen. Eventuell sogar zurecht – nur: “Quelle: Internetfundstück” im ALT-Tag ist natürlich eher so *rofl*…

Immerhin: sämtliche Blogartikel standen unter einer CC – das fällt auch leicht, wenn man die “eigenen” Inhalte zusammenklau(b)t…

Die Zeit, die ich damit zubringen durfte, die Quelle des Fotos über Google selber zu suchen, habe ich natürlich eingespart (Effizienz und so, Sie wissen schon): wenn ich selber suchen darf, gibt es auch kein “danke für den tollen Link” – Kommentar. Nope, stattdessen heißt es aus Prinzip: Du kannst mir mal die Pupe schmatzen!. Die genialen Fotografen habe ich alle selber gefunden (und noch einige mehr) – dieser selbsternannte Multiplikator bot also aufgrund der frühen Eigendynamik sehr schnell keinen Mehrwert mehr und dieses Blog war somit ebenso schnell nutz- und wertlos.

Kurz: Aufmerksamkeit fordern (bzw. sich über fehlende Aufmerksamkeit beklagen), während man gleichzeitig das Niveau der BILD-Zeitung bzgl. der Quellenangabe weiter absenkt, ist eine Lachplatte.

Content-Klau

Das Thema “Content-Klau” habe ich bereits hier und hier ausführlich dargelegt: Wenn man keine Fotos/ Musik/ Texte stehlen kann, weil diese “nur” kopiert werden, dann trifft dies im gleichen Maße auch auf Nutzerdaten und Bloginhalte zu.

Bezeichnend ist an dieser Stelle auch, daß von betroffenen Bloggern geraten wurde, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Da bin ich mit meinen Abmahnungen wegen Fotodiebstahl noch direkt human.
Witzig auch: sämtliche technischen Lösungen, wie der Content-Diebstahl verhindert werden kann, ist nichts anderes als ein DRM (wogegen ja die meisten Digital Natives aus Prinzip sind).

GEMA vs. VG Wort

Ein sehr schönes Beispiel: Die GEMA ist laut Digital Native-Meinung grundsätzlich böse, die VG Wort gut. Kein Wunder: von der VG-Wort profitiert schließlich jeder Blogger, der die Zählmarke einbaut. Wenn ein Musiker die Zählmarke einbaut, ist das natürlich ganz böse. Content-Mafia und so. Aber: die Aufgabe der VG Wort ist exakt die gleiche wie die Aufgabe der GEMA. Lediglich die Art der schützenswerten Werke ist geringfügig anders.

Fazit:

Anhand dieser Beispiele bleibt mir leider nur ein Schluß: die Mehrheit der Digital Natives ist psychisch krank. Sämtliche aufgeführten Beispiele zeugen von einer Schizophrenie. Sowas ist mittlerweile heilbar. Das ist auch entschuldbar – Unzurechnungsfähigkeit und so…

Oder (und das ist nicht entschuldbar): Digital Natives sind egoistische, verkommene Subjekte, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Kleiner Tip: Mal über Euren Smartphone-Rand rausschauen.

Was dem Digital Native nutzt ist gut, was den Digital Native stört, ist böse. Schizophren oder egoistisch? Sucht es Euch aus ;-)

// Edit: oh, und einen habe ich noch: es gibt geistiges Eigentum:

Schaut mal hier:

Das sagt ein Google-Befürworter:

“(…) Volkswirtschaften wie Deutschland, “die offene Märkte für ihre innovativen Produkte brauchen, sollten sich Sorgen machen über solche Aufrufe zur Beschlagnahmung von geistigem Eigentum” (…)”

Also, wenn ein hohes Tier Google in Schutz nimmt und es geistiges Eigentum auf einmal doch gibt… hey, Google hat immer recht!1!!

// Busladung

Da besteht mir ja wieder was bevor…. gemütlich auf dem Hof sitzen und einen Kaffee trinken wird wohl zukünftig weniger entspannt.

Das Industriegebiet hier wurde zu einer Art “Freilichtmuseum”. Hierfür wurde an allen geschichtsträchtigen Häusern eine Tafel aufgehängt, die die Geschichte des Gebäudes kurz umreißt.

Prinzipiell finde ich das ja nicht schlecht und ich habe mir auch selbst mal vorgenommen, sporadisch diesen Rundweg abzuklappern. Bei etlichen uralten Gebäuden hier habe ich mich schon gefragt, was das mal ursprünglich war. Grundsätzlich ist es mir lieber, wenn Steuergelder für sowas ausgegeben werden anstatt für eine Bankenrettung. Die einunddreißig Tafeln hier kosteten etwa 40.000 Euro, die von der Stadt gespendet wurden. Durchaus sinnvoll, ABER:

Es gibt mittlerweile auch Bustouren, damit die Leute den Weg von ca. 20-100 Metern zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten nicht laufen müssen.
Ich frage mich ja wozu der Mensch mit zwei Kackstelzen ausgestattet wurde, wenn er 2 km nicht laufen kann. Hier gibt es also etwa alle 20 Minuten einen Schlag: der Bus hält, eine ganze Horde Menschen stürmt das Gelände und macht ohne Sinn und Verstand Fotos, Selfies und fachsimpelt mehr oder weniger wichtigtuerisch rum. Dann stürmen alle wieder zurück in den Bus um ein paar Meter weiterzufahren und das Spiel wiederholt sich.

Eine Mumienschleuder bringt massenweise Leute zum Proberaum

Was mir bei meiner Tour allerdings nicht in den Sinn gekommen wäre, wäre das Gelände zu betreten, wenn es nicht ganz offensichtlich dem Verfall überlassen wurde oder ganz offensichtlich Werksgelände einer Firma ist. Was – soweit ich das im groben Überblick beurteilen kann – bei keinem der Gebäude der Fall ist. Andernfalls hätte es schon Fotos dieses Lost-Places gegeben. In einem Fall gibt es das sogar hier im Blog – nach Erlaubnis des Eigentümers.

So weit denken die Touris aber offenbar nicht. Mein Kaffee wurde von einer kompletten Busladung von knipswütigen Leuten unterbrochen. Danke an dieser Stelle an die Nachbarn, die ganz offensichtlich zuhause Säcke vor den Türen haben.

Nach dieser Begegnung sehe ich diese Museumssache etwas zwiespältiger… Mal schauen, wie sich das entwickelt. Aber ich fürchte, tagsüber werden hier ganze Horden knipswütiger Rentner mit Mumienschleudern angekarrt und nachts habe ich die ganzen Drogendealer, Schlägertrupps und Besoffenen aus den benachbarten Discotheken.

Langweilig wird’ s hier jedenfalls schon mal nicht….

// Lesetip für alle werdenden Blogger

Erinnert Ihr Euch noch, wie Ihr angefangen habt zu bloggen? Diese schwierigen Entscheidungen wie “WordPress.com” oder “WordPress.org”? Und was ist überhaupt der Unterschied?

Wie viele Irrwege gab es in Eurer Laufbahn? Wo hättet Ihr einen Umweg einsparen können?

Diese und viele mehr Erinnerungen waren plötzlich wieder sehr präsent, als ich in das eBook von Sylvi reingelesen habe.

Hin und wieder stehe ich Blog-Frischlingen mit Rat und Tat zur Seite, rede mir den Mund fusselig und versuche etwas mehr Klarheit in dieses anfangs verwirrende Thema “Bloggen” zu bringen.

Natürlich gibt es viele tolle Tutorials oder Blogs zu diesem Thema, auf die man im Zweifel verweisen kann. Seit gestern gibt es einen neuen Link – eben das eBook von Sylvi. Und der kommt mal gleich an erste Stelle in meiner persönlichen “Link-Tip-Liste für Blog-Frischlinge”.

Für mich mittlerweile “asbach uralten Hasen” steht zwar wenig Neues drin. Technisch mag sich auch einiges geändert haben und ist oftmals auch einfacher geworden – aber die grundlegenden Fragen, die “Blog-Frischlinge” haben, haben sich im Laufe der letzten Jahre nicht wesentlich geändert. Das merke ich immer wieder, wenn ich alle Vierteljahr die gleichen Themen wiederkäue.

Man merkt zwar, daß sich einige Kapitel in diesem eBook auf ältere WordPress-Versionen beziehen (und mittlerweile aufgrund der Entwicklung “besser” umzusetzen sind) – trotzdem ist vieles geradezu zeitlos.

Gerade das finde ich ja schon wieder witzig – ich mußte beim Lesen einige Male schmunzeln, als die Erinnerungen wieder hoch kamen, ob nun die Blogrolle vor dem aus steht, oder die (immer noch heiß umkämpfte) Frage, ob DoFollow oder NoFollow nun besser ist, ob Werbung oder nicht (da finde ich ja sogar, daß sich manche Blogger sich diese Frage mal ebenso ausführlich hätten stellen sollen).

Das alles rückblickend betrachtet, führt unweigerlich zu der Erkenntnis, daß sich im Wesentlichen nichts, aber auch rein gar nichts geändert hat ;-)

Und so ganz nebenbei werden alle Fragen, die ein Neuling hat, einfach und verständlich beantwortet. Natürlich in Sylvis Sichtweise – die ich aber nicht mal die Schlechteste finde.

Zur technischen Umsetzung gibt es die ein oder andere Pluginempfehlung oder Codeschnipsel. Einiges läßt sich heute besser oder anders umsetzen. In Anbetracht der Tatsache, daß dieses eBook aus alten Artikeln aus Sylvis Blog entstanden ist, ist dies auch wenig verwunderlich. Ich empfinde dies auch als wenig dramatisch: das eBook beschreibt eben den Werdegang einer Bloggerin und nicht die aktuelle Best Practice in Sachen WordPress-Pflege oder technischer Umsetzung.

Ich finde es auch gerade deswegen interessant: was haben wir damals (TM) für Klimmzüge gemacht, um Probleme zu lösen, die es auch heute noch gibt.

Einziges Manko: dieses eBook gibt es nur als *.epub oder *.mobi. Leute, die dieses eBook am PC lesen wollen (oder müssen, da kein Reader vorhanden) haben zunächst einmal schlechte Karten. Allerdings gibt es hierfür zahlreiche AddOns für alle gängigen Browser. Einfach googlen – und beachten, daß sich einige dieser AddOns weitrechende Rechte zugestehen. Eine halbwegs sichere Empfehlung habe ich derzeit auch nicht…)

Fazit: Dieses eBook ist sowohl für alte Hasen als auch Neulinge empfehlenswert. Wir alten Hasen können uns immer wieder mal einen Ast lachen, wie es “damals” vor vier oder fünf Jahren war und die Neulinge – nun, die lesen auf unterhaltsame Weise, auf was sie sich da überhaupt einlassen mit diesem verrücktem Projekt “Blog”.

Link zum eBook-Download

// Blogger sollten T-Shirts verkaufen

Tja, so ist das eben, wenn man Inhalte im Internet veröffentlicht. Sie werden geklaut.

So geht es derzeit auch einigen Bloggern, deren Seiten von pösen Unbekannten gespiegelt werden.

Für Kreative ist das ja nichts Neues, wir “meckern” ja schon lange deswegen. Aber wer Fotos macht oder Musik, und dies nicht kostenlos zur Verfügung stellt, ist eben ein “geldgeiler Künstler” und hat die Entwicklung verschlafen.

Schließlich taugt das Geschäftsmodell nichts. Mit Inhalten kann man eben im Internet kein Geld verdienen. Dann muß man eben T-Shirts verkaufen und öffentliche Blog-Vorlesungen halten, um bekannter zu werden.

Ist ja auch anmaßend, mit Blog-Texten Geld über Werbung verdienen zu wollen.
So Blogtexte sind schließlich Kulturgut (ok, manchmal ist das vielleicht übertrieben) und sollte kostenlos allen Menschen zur freien Verwendung zur Verfügung stehen. Schließlich bauen die Blogeinträge auf schon Vorhandenem auf. Das Alphabet hat ja nur 26 Buchstaben. Aber man muß ja zugute halten: eine chromatische Tonleiter hat nur 12 Töne – 14 Töne weniger, als es Buchstaben gibt. Das rechtfertigt natürlich völlig andere Maßstäbe. Die Chinesen lachen darüber noch. Die dürfen alles klauen, da die noch ein paar Buchstaben mehr haben. Blogtexte aus deutschen Landen fallen bei denen noch unter das Zitatrecht.

Aus der Internetgemeinde, die hinter jedem Regulierungsversuch eine Verletzung der Privarsphäre und Überwachung sieht, wird sogar im Heiseforum (DAS ist der eigentliche Witz des Tages!) der Ruf nach der Regierung geäußert:

Das beweist wieder mal das totale Versagen unserer Regierungen und
der zuständigen Behörden.

[Quelle, Danke an A.R. für diesen Link]

Und was ist mit dem viel gepriesenem Recht auf Remix? Schließlich ist das, was mit den Blogs hier passiert, auch nichts anderes: alte Inhalte werden mit neuer Werbung vermixt und im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn das man nach allen Regeln der Kunst kein Remix ist :-D

Und btw: die Inhalte der Blogs wurden nicht gestohlen, die Inhalte wurden nur kopiert. Das Original ist ja noch da. Ach neee, ich vergaß den “Duplicated Content” und die Auswirkungen auf das Ranking bei Google. Ja nee, is klar.

Update: BWAHAHAHHAHAHAHAHAHA!!! Das ist doch zu schön, um wahr zu sein! Da regen sich also die ganzen Kohlenstoffweltverweigerer in einem Heisebeitrag auf,daß Blogs geklaut werden und was passiert? Der Heisebeitrag wird von einem Blogger (!!!!!) geklaut. :-P :-P :-P

Update 2: (… oooops, jetzt ist das Blog komplett down. Welch Wunder.)

Update 3: Fun Fact: was ist schlimmer? Diebstahl von diesem pösen geistigen Eigentum oder Blog-Diebstahl?

Na, das ist doch gaaanz einfach zu beantworten:

Digitale Inzucht

Logisch, oder? Der übertrifft sogar noch den bereits zitierten Schrei nach der Regierung :mrgreen: