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// Das war klar

Durch die neuen Türschlösser läßt sich für den Vermieter prima feststellen, wer wann wo reingegangen ist und wann wieder rausgekommen ist. In Anbetracht der Tatsache, daß der Proberaum in einer (milde ausgedrückt) etwas fragwürdigen Gegend ist, finde ich persönlich das gar nicht so schlecht, wenn derjenige der die Türen offenlässt, zukünftig eine geringe “Bearbeitungsgebühr” zahlen muß.

Umterm Strich gesehen durfte ich mich ja in der Vergangenheit recht häufig mit einigen Besoffenen aus der nahegelegenen Disco herumärgern, da diese ja der Meinung waren, mein Proberaum sei eine Kneipe, in der man weiterfeiern könne. Da erhoffe ich mir schon eine Verbesserung, wenn jetzt die Nachbarn quasi “gezwungen” werden, darauf zu achten, daß hier das Rolltor auch wirklich abgeschlossen ist.

Und nun die Preisfrage: Wer regt sich am meisten darüber auf, daß der Vermieter feststellen kann, wer wann wo reingegangen ist?

A) Verfechter der Privatsphäre und Überwachungsgegner
B) alle
C) keiner
D) Die Leute, die die Türen immer offenlassen
E) Der Esoteriker wegen dem zunehmenden Elektrosmog
F) Supermario, weil er schon mal in einem LKW-Reifen übernachten mußte
G) Die Autobastler, weil sie jetzt nicht mehr mit quietschenden Reifen vom Hof brettern können

Wer richtig rät, gewinnt so viele Waschmaschinen, wie er tragen kann ;-)

// Eindeutig nicht zu Ende gedacht

In den Räumlichkeiten hier gibt es neue Türschlösser. Genauer gesagt: Transponder. Also diese Dinger, die sich mit einem Chip öffnen lassen.

Mit diesen Schlössern soll herausgefunden werden, wer hier immer die Türen offenlässt verhindert werden, daß die Türen offen gelassen werden. Diesen Punkt finde ich ja prinzipiell sehr begrüßenswert.

Gleichzeitig werden mit diesen neuen Schlössern auch neue Regeln für das Tor an der Halle eingeführt. In der Halle herrscht ein reges Kommen und Gehen, dort sind nicht nur die Auobastler und die Putzfirma u.v.m. untergebracht, sondern dort befinden sich auch die Toiletten.

Eine dieser Regeln lautet wie folgt:

Wenn der Mieter, der das Vorhängeschloß geöffnet hat, die Halle verlassen möchte, hat er das Tor zu schließen und derjenige, der noch in der Halle ist, öffnet es mit seinem Chip. Damit ist dieser jetzt der Verantwortliche, der dafür zu sorgen hat, daß das Tor bei Verlassen geschlossen ist.

Wer findet den Fehler? So sieht das Tor aus:

Vorhängeschloß

// Beim Aufräumen gefunden

Da wartet man darauf, daß es endlich Mitternacht wird, die Fotoausrüstung für die diesjährige Feuerwerkssession steht schon bereit und es sind immer noch ein paar Stunden Zeit.

Eine gute Gelegenheit, mal etwas auf dem Server aufzuräumen. In irgendeinem Unter-Unter-Unterordner fiel mir eine Datei auf mit dem klangvollen Namen “rjvnvwwelpdnsklcsöödsw_hp”.

Nun wundert mich sowas nicht – so eine Namensgebung ist durchaus typisch für mich, wenn ich mal schnell was ablegen will. Immerhin ließ die Endung “_hp” darauf schließen, daß sich darin eine uralte Theme-Version des Blogs befinden könnte.

Fast richtig.

Es war aus den Zeiten vor dem Blog. Lange Zeit vorher – Blogs wurden zu dieser Zeit gerade erst erfunden. (Tatsächlich ist laut Wikipedia die erste Version von WordPress ein paar Tage jünger als diese Fotos.)

Diese Version meiner Homepage nannte sich damals noch hochtrabend “täglich aktualisierte Webseite” – in der Theorie hat das sogar gestimmt, in der Praxis… naja, monatlich oder vierteljährlich aktualisiert wäre richtiger gewesen.

Der Quelltext ließ mich auch schmunzeln: damals konnte man noch das Google-Ranking verbessern, indem man mit weißer Schrift auf weißem Hintergrund die Keywords schrieb. Das hatte ich auch ausgiebig getan :mrgreen:

Viel interessanter waren jedoch die Uralt-Fotos aus meinem Proberaum:

Alter Proberaum

Von der ersten Version meines Schlagzeuges habe ich auch noch ein paar Fotos gefunden:

Alter Proberaum

Lange hat das Mischpult nicht überlebt – meine Fähigkeiten als Schlagzeuger waren damals noch etwas “unkoordinierter” ;-)

Alter Proberaum

Tja, so war das…. da werden Erinnerungen wach :-P

In diesem Sinne: Guten Rutsch!

// Das gefällt mir ja gar nicht….

Diese Mail kam eben von meinem Proberaum-Vermieter:

danke nochmal für den „Nachteinsatz“, wahrscheinlich wurde so ein Diebstahl verhindert.

Am letzten Wochenende stand hier plötzlich mitten in der Nacht eine Tür sperrangelweit offen, ich werde da wohl jemanden verscheucht haben, als ich über den Hof zum Klo geschlurft bin….

// 5. Blog-Geburtstag

Am 24. Oktober gab es Grund zum Feiern: seit fünf Jahren gibt es dieses Blog – im Vergleich zu der Zeit, in der ich mit dem Namen Broken Spirits unterwegs bin (seit 1999) eine vergleichsweise kurze Zeit, aber dennoch ist diese ungerade Zahl schon ein “runder” Geburtstag.

Deshalb habe ich mir hierfür etwas Besonderes überlegt. Es gibt wieder einen Kuchen aus dem Baumarkt. Nachdem nach 14 Jahren im Proberaum der Pizzalieferdienst aufgrund chronisch unterschrittener Mindestbestellmenge die Geschäftsbeziehungen beendet hat, war sowieso ein kleiner Backofen im Proberaum fällig und den habe am Samstag besorgt. Eingeweiht wird dieser mit einer Mandeltorte:

Benötigt werden:

  • 150 g gemahlene Mandeln
  • insgesamt 180 g Zucker
  • 5 Eier
  • 100 ml Milch
  • 175 g Butter
  • Mandelblättchen

Diese Mengenangaben sind für eine Kuchenform mit 25 cm Durchmesser. Nun ist der neuerworbene Backofen nicht rund, sondern quadratisch. Mit anderen Worten: um möglichst energieeffizient zu arbeiten und die maximale Kapazität des Backofens voll auszunutzen, habe ich erst einmal die Grundfläche des Backofens vermessen und mir danach eine Exceltabelle gebastelt, die mir diese Mengenangaben umrechnet auf die maximal mögliche Größe, die mein Kuchen haben kann.

Mandeltorte

An Werkzeugen, die mir hier im Proberaum zur Verfügung stehen, gibt es

  • einen Akkuschrauber
  • einen Tacker
  • ein Teppichmesser
  • Gaffatape
  • diverse Bohrer in verschiedenen Längen
  • drei noch zu spülende Kaffeetassen
  • fünf Gabeln
  • einen Wasserkocher
  • einen Kühlschrank
  • einige leere Plastikflaschen
  • einen Backofen
  • Alufolie
  • den Windoof-Taschenrechner
  • Drumsticks
  • einen Zollstock
  • einen Handfeger nebst Kehrschaufel

Backpapier habe ich mir von zu Hause mitgebracht. Dieses Equipment sollte reichen, um die Mandeltorte zu basteln.

Zuerst wird das Backpapier mit dem Teppichmesser zurechtgeschnitten. Ich habe zu der Kantenlänge des Garraumes des Backofens noch 5 cm dazuaddiert, damit der Teig für den Boden nicht herausläuft. An jeder Seite werden 2,5 cm nach oben geknickt und zusammengetackert. Die Ecken habe ich noch mit etwas zusammengerollter Alufolie verstärkt und diese ebenfalls festgetackert. Fertig ist die Kuchenform.

Mandeltorte

Mandeltorte

In der Zwischenzeit heizt der Backofen auf 175 °C vor.

Zuerst müssen für die Böden die Eier geteilt werden. Ich hasse das – Eiweiß von Eigelb zu trennen ist ein undankbarer Job, der nie 100%ig funktioniert und meistens mit einer Sauerei verbunden ist, die das eigentliche Problem schon fast verblassen lässt: man (oder besser gesagt: ich) brauche statt 5 Eiern meist 10 Eier. Zum Glück gibt es findige Leute, die Eiertrenntutorials auf Youtube veröffentlicht haben.

Mandeltorte

Diesen Trick mit der Colaflasche probiere ich heute auch. Klappt aber auch nicht besser. Ich habe hier zwei Eivorräte, die in zumindest hauptsächlich entweder aus Eiweiß oder Eigelb bestehen.

Beide enthalten aber geringe Spuren von dem Ei-Teil, das ich eigentlich nicht drin haben wollte.

Mandeltorte

Immerhin: bei dem letzten Ei hat es hervorragend geklappt (siehe hierzu auf nachfolgenden Foto das perfekt geformte Eigelb im Wasserkocher auf 11 Uhr) – blöderweise war es das letzte Ei in der Packung, und es ist Sonntag. Nunja, ich versuche, zu retten, was zu retten ist und fische aus der Tasse mit einem Löffel das Eigelb und Eierschalenfragmente und aus dem Wasserkocher das Eiweiß und Eierschalenfragmente… Irgendwie wird es schon passen…. Ganz nebenbei hat sich auch das Problem der mit Excel errechneten 5,48 Eiern gelöst: Schätzungsweise 0,52 Eier sind nach dieser Planscherei großflächig auf der Arbeitsplatte verteilt.

Mandeltorte

Mandeltorte

Das Eiweiß mit den Eigelbspuren und einigen wenigen Eierschalenfragmenten soll nun steif geschlagen werden. Mit einer Gabel in dem Eiweiß rumzustochern erscheint mir ein unwürdiges Geplansche und außerdem lehne ich rohe Gewalt gegen Eiweiß ab. Deshalb befestige ich eine Gabel mit Gaffatape an einem Bohrer, der in den Akkuschauber paßt. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß die bei dieser Gelegenheit Eierschalenfragmente zu Staub pulverisiert werden.
Pro-Tip: Den Akkuschrauber ausschalten, bevor er aus der Tasse herausgehoben wird – Nichtbeachtung führt zu Eiweißstreifen auf dem Pullover.

Mandeltorte

Mandeltorte

Mit dem Eiweiß werden 120 g Zucker und die gemahlenen Mandeln vermischt.
Die 120 g Zucker sind ein Problem: ich habe keine Waage. Also geht das nur über das Volumen. Hierzu brauche ich die Schüttdichte von Zucker. Eine simple Googlerecherche ergab: Die Schüttdichte von DIN-Zucker beträgt 0,75 t/m³. (ich wußte gar nicht, daß es DIN-Zucker gibt….)

Also schnell über das Volumen berechnet und das ergab in etwa eine halbe 0,33 mL-Bierflasche voll (ca. 160 mL). Damit kann ich gut arbeiten, denn sowas ist hier wie in jedem anständigen Proberaum vorhanden. Schnell eine Bierflasche gespült, aus Papier einen Trichter gebastelt und den Zucker erst in die Bierflasche umgefüllt, dann zu dem Eiweiß gekippt.

Mandeltorte

Der Rest dieses Arbeitsschrittes ist ein Kinderspiel: Auch hierfür darf wieder der Akkuschrauber herhalten:

Mandeltorte

Die Teigmasse wird halbiert und auf mittlerer Schiene 20 min gebacken. Mit der zweiten Hälfte des Teiges wird ebenso verfahren.

Mandeltorte

Die Eigelbe werden zusammen mit der Milch und den restlichen 60 g Zucker in den Wasserkocher geschüttet/ gegossen/ reingeklatscht.

Wie auch immer, der ganze Krempel soll jetzt unter Rühren erhitzt werden und vor sich hinköcheln, bis die Pampe schön dick ist. Dabei soll “ständig” gerührt werden. Hierzu bin ich zu faul. Ich mache mir lieber ein Bier auf, lehne mich zurück und überlasse das ständige Rühren der Gabel-Gaffatape-Akkuschrauberkombination. Diese habe ich in Anlehnung eines KPG-Rührers mittels Gaffatape an einem Schlagzeugstick, auf dem ein Tonbandgerät als Gegengewicht steht, befestigt.

Mandeltorte

Etwas muß ich die Zucker- und Buttermenge erhöhen, denn so richtig dick wird die Brühe nicht. Nach einiger Zeit ändert sich die Tonhöhe des Akkuschraubermotors und ich ahne: der Mich/Eigelb/Zucker-Brei ist jetzt schön dick. Na also, das geht also auch ohne sonntägliche Kraftanstrengung.

In der Zwischenzeit wurden auch die Tortenböden fertig:

Mandeltorte

Mit einem Teppichmesser schneide ich die beiden Böden etwa auf die gleiche Größe zu – die Ränder kann ich bei dieser Gelegenheit gleich probieren und – ja, doch: der Boden ist schon mal gelungen.

Mandeltorte

Die Creme lasse ich etwas abkühlen. Danach kommt die Butter stückchenweise dazu. Der ganze Pamps wird homogenisiert und anschließend im Kühlschrank kaltgestellt.

Nachdem die Creme abgekühlt ist, wird sie auf dem Boden verteilt (Teigboden, nicht Fußboden obwohl: da auch!) und einigermaßen gleichmäßig glattgestrichen. Der zweite Boden kommt dann darüber und nochmals darüber wird noch etwas Creme drübergekleistert, damit die Mandeln auf dem Kuchen haften bleiben. Was nebendran fällt, wird entweder zusammengekehrt und nochmal drübergestreut oder bleibt als Deko nebendran liegen. Fertig.

So sieht das eßfertige Konstrukt aus:

Mandeltorte

Anmerkung: In einigen Foodblogs habe ich gesehen, daß für das Abschlußfoto das fertige Produkt mit Petersilie dekoriert wird. Petersilie habe ich leider nicht da, deshalb habe ich ein paar bunte Blätter genommen….

Eine Geburtstagskerze habe ich ebenfalls käuflich erworben, die Duploblume ist schnell gefaltet, die Papierserviette habe ich bei der nahegelegenen Tankstelle erschnorrt, Musikinstrumente für das Geburtstagsständchen sind im Proberaum sowieso ausreichend vorhanden und nun kann ich den fünften Bloggeburtstag standesgemäß feiern, oder?

PS: das Originalrezept gibt es hier.

PPS: das andere proberaumtaugliche Kuchenrezept gibt es nach dem Klick

// Schock: Das Internet ist für die Deutschen wirklich Neuland!

Anders kann ich mir ein Erlebnis im Büro nicht erklären: Da hat irgendein armer Teufel eine E-Mail geschrieben und bei der Auswahl der Absender versehentlich daneben geklickt. So kam ein riesiger Verteiler zustande. Auf dem unter anderem die Geschäftsführung steht.

Nun habe ich in der Vergangenheit schon mehrfach erlebt, daß in dieser Firma auch einige Leute beschäftigt sind, die in Kombjuhda-Themen eher etwas unbedarft sind. Ich berichtete hier im Blog schon ein paar mal darüber: Klick, klick, klack, klick und klick. Nun ist es so, daß erstaunlich (nein, eigentlich erstaunt es mich nicht mehr) viele Leute den Unterschied zwischen diesen beiden Outlook-Buttons nicht kennen:

Outlook: der Unterschied zwischen Antworten und Allen antworten

Es ist faszinierend zu sehen, wie wohl jeder, aber auch wirklich jeder, meint, allen Leuten auf dem Verteiler mitteilen zu müssen, daß die E-Mail vermutlich nicht für die betreffende Person bestimmt war. Das war die erste Welle.

In der zweiten Welle wurde allen auf dem Verteiler mitgeteilt, daß man die betreffende Person doch bitte von dem Verteiler entfernen möge. Was einige dazu veranlasst hat, dieses Anliegen mit einem “Mich auch!” zu unterstützen – natürlich wieder an alle.

Gut gemeint hatte es dann einer, der ein Tutorial schrieb, wie man a) eine Regel in Outlook erstellt, die solche Mails endgültig löscht und b) den Unterschied zwischen Antworten und Allen antworten erklärt hat. (in dem Fall verstehe ich es, daß dieses Tutorial an alle im Verteiler ging). Womit der arme Kerl nicht gerechnet hat: die Kollegen haben ihm postwendend geantwortet, er möge sie doch bitte aus dem Verteiler entfernen. Natürlich haben die Knallköppe hierzu auf “Allen antworten” geklickt…

Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß ich unserer Bundesrabenmutti ein einziges Mal recht geben würde: aber als sie sagte, daß das Internet ein neues Medium sei und für uns alle Neuland – DA HATTE SIE RECHT!!

Einen schwachen Trost gibt es aber: es gibt nicht nur inhaltliche Wellen, sondern auch zeitliche. Jedesmal, wenn in einer beliebigen Zeitzone der Arbeitstag beginnt, steigt die Anzahl der Mails im Posteingang. Selbstverständlich wurde das Tutorial mittlerweile in unzählige Sprachen übersetzt. In anderen Ländern ist das Internet (oder sollte ich besser sagen: Computer im Allgemeinen?) also auch Neuland.

Es wird auch noch einige Zeit dauern, bis die Menschheit dieses Neuland besiedelt hat: nach fast 1,5 Wochen hat sich immer noch nicht herumgesprochen, daß es einen eklatanten Unterschied zwischen “Antworten” und “Allen antworten” gibt.

Wenn Euch also mal langweilig ist, wißt ihr jetzt, wie man einen Großkonzern, der Firmensitze auf dem gesamten Planeten hat, wochenlang beschäftigen kann :twisted: