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// #racialprofiling (Teil 2)

Nachts um kurz vor drei im Proberaum… ich habe meine Gitarre mal eben weggestellt, um ein Bier aufzumachen. Lecker. Leider wurde der Biergenuß durch eine merkwürdige Geräuschkulisse unterbrochen. Ein Blick aus dem Fenster schaffte Klarheit:
• Ein Nachbar (ebenfalls Musiker, weiß, männlich, ca. 30 – 35 Jahre alt) wollte das Rolltor öffnen. Genau in diesem Moment hielt eine Polizeistreife.
• Dieses Zusammentreffen zufälliger Art führte zu einer Personenkontrolle
• außer weiß und männlich ist der betreffende Nachbar auch noch eine Koksnase.

Koksnasen und andere Nasen gibt es hier viele. Eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (und dort gibt es viele Flüchtlinge aus den Maghreb-Staaten) ist fünf bis zehn Gehminunten entfernt. Flüchtlinge gibt es hier in der Gegend also ebenfalls mehr als genug.

Übrigens: well done, ich wäre reingekommen, nachdem ich den Ausweis vorgezeigt hätte. Mein Nachbar wurde in Handschellen abgeführt. Der hatte wohl was dabei, was er besser nicht hätte dabei haben sollen. Drogendealer (i.d.R. schwarz, männlich) haben wir hier übrigens auch mehr als ausreichend. Da gibt es eine einschlägige Kneipe 200 Meter die Straße runter.

Die Preisfrage: Warum wird jetzt also ausgerechnet mein Nachbar (männlich, weiß, heterosexuell) anlaßlos kontrolliert und nicht die Drogendealer (männlich, schwarz, heterosexuell)? Letztere rennen hier nämlich auch die ganze Nacht über rum…. allerdings nicht unmittelbar vor dem Rolltor, jedoch in der gleichen Straße. Deshalb ist es mir derzeit leider nicht möglich, abzuschätzen, wie das Verhältnis schwarz/weiß aussieht. Eine Feldstudie wäre aber sicher interessant – trotzdem denke ich, daß diese „Momentaufnahme“ in Bezug auf die aktuelle Diskussion nicht ganz uninteressant ist.

Nichtsdestotrotz: mein Nachbar (weiß, männlich, heterosexuell und der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Drogen dabei hatte) wurde erwischt: Langjährige Blogleser kennen meine Meinung zu Drogen (insbesondere den „harten Drogen“) und können sich meine Gedanken zu dieser Festnahme wahrscheinlich gut vorstellen – darum geht es mir gerade jedoch ausdrücklich nicht!

Entscheidender finde ich folgendes:
Ich kann mit diesem örtlichen Hintergrundwissen/ Kenntnis des örtlichen Umfelds eine anlaßlose, rassistische Personenkontrolle absolut nicht entdecken!

Ich persönlich habe da ja eine andere These (die nichts mit Rassismus zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Ort ):

In diesem Zeitungsartikel wird beschrieben, daß eine dunkelhäutige US-Amerikanerin in neun Monaten 23 mal von der Polizei kontrolliert wurde.

Im Mittel macht das 4,7mal 2,6mal / Monat (einfacher Dreisatz: 9/23*12 23/9 – Korrektur: so einfach ab einer gewissen Uhrzeit dann wohl doch nicht :rolleyes: )
Kommt für mich hin, eine ähnliche Anzahl an Personenkontrollen würde ich plus/minus auch angeben. (Korrektur: sogar eindeutig Plus mache ich da). Im vergangenen Dezember hatte ich diesen Spaß vier mal…
Wie gesagt: Hauptbahnhof einer größeren Stadt + Proberaum in einer miesen Gegend. Die Nachbarn tragen da nicht unbedingt zu einer Verbesserung bei…

Via Horst bin ich auf folgendes Video gestoßen (das Video ist schon etwas älter – vom 20-Feb-2014, also eindeutig VOR dem Silvester-Desaster in Köln).

Bemerkenswert finde ich, daß der Schwarze am Bahnhof gefilmt wird, die Weißen hingegen in einem Park (?). Desweiteren stößt es mir bitter auf, daß ich (mit Ausnahme des ersten „Interviews“) die Frage nicht höre.
Es gibt eine völlig konträre Antwort, wenn ich frage, ob jemand „schon mal von der Polizei kontrolliert wurde“ oder ob jemand „schon mal von der Polizei hier kontrolliert wurde“. Bezüglich meiner These, daß Kontrollen durchaus auch ortsabhängig sein könnten, ist dieser kleine aber feine Unterschied nicht ganz unwesentlich.

Meine persönliche Beobachtung ist: ich bin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und der Proberaum befindet sich in einer „problematischen“ Gegend. Ich werde regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Allerdings bevorzugt an eben diesen beiden Orten. Die durchschnittliche Anzahl deckt sich in etwa ist sogar höher mit Anzahl der Kontrollen, die Schwarze laut (mehr oder weniger) aktuellen Medienberichten erfahren (dürfen).

Racial Profiling? Kann ich beim besten Willen nicht bestätigen….

// Divide et impera

Ich bin auf einen etwas älteren Webmaster-Friday aufmerksam geworden. Ich verfolge das ja nicht direkt (solche Blogger-vernetzen-sich-Aktionen finde ich eher doof)- aber dieses Thema fand ich doch interessant genug, um mal (verspätet) meine 5 Cent loszuwerden:

Spaltet das Internet die Gesellschaft?

Kurz und knapp: Ja.
Es wird in dem einleitenden Text des Webmaster-Friday auf Donald Trump verwiesen, dessen Wahl angeblich völlig überraschend war. Dieser Aussage stimme ich schon mal nicht zu. Dieses Wahlergebnis war nicht überraschend, es war logisch.

Begründung

Zunächst möchte ich vorausschicken, daß ich G.W. Bush schon für eine Katastrophe gehalten habe. Wir (also die Menschheit) haben den irgendwie überlebt und D. Trump ist nun wohl sowas wie der „God-Mode“. Der Schwierigkeitsgrad steigt.
Das Wahlergebnis war m.E. nicht überraschend: Als Hauptursache sehe ich die „political correctness“. Diese verbietet es mittlerweile, die Meinung zu sagen. Besser: wenn man die eigene Meinung sagt, muß man eben auch mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen.
Dank der sogenannten „Social Justice Warrior“ können diese Konsequenzen sich durchaus auch im Privatleben bemerkbar machen. Im Extremfall kann dies zu einer Selbstzensur führen. Man sagt also beispielsweise etwas anderes, als man tatsächlich denkt. Das Wahlergebnis in den USA ist somit eigentlich keine Überraschung: Es hat sich schlichtweg keiner getraut, zu verraten, wo das Kreuzchen nun gemacht wird (das muß man in einer funktionierenden Demokratie auch nicht!). Ursache dürfte ziemlich eindeutig die Moralkeule sein, die im Internet schnell ausgepackt wird.

Mittlerweile nicht nur: die Filterbubble soll sich ja mittlerweile auch auf das Privatleben auswirken. Frei nach dem Motto: Falsche Meinung im Internet? Wir kennen uns auch im RL? – Tschüß! Mit Dir will ich nix zu tun haben (weder im Internet noch im RL).

Die Blockierfunktion auf Facebook/Twitter und Co. sowie die Rufnummernsperre des heimischen Telefons erledigen dann den Rest.

Damals ™ war das anders

In meiner Jugend (also „damals“) haben wir Meinungsverschiedenheiten noch gemütlich bei einem Bier/Kaffee o.ä. ausdiskutiert. Das „Damals“ ist aus heutiger Sicht eher so „1990“ (ich erwähne das für die zeitliche Einordnung).
Ich sehe da schon einen signifikanten Unterschied zu den Diskussionen, die es zu politisch mehr oder weniger relevanten Themen gibt. (Zur Verdeutlichung: der #Aufschrei gehört nicht zu den relevanten Themen – das ist ein Beispiel für den Furunkel am Arsch von irgendwelchen Barbie-Püppchen.). Es war anders – ohne Wertung. Wir konnten uns bei solchen Diskussionen zuhören, widersprechen – es blieb trotzdem immer halbwegs sachlich. Irgendwelche *ism-Vorwürfe gab es nicht. Diese ganzen „ism“ waren noch nicht mal erfunden. Wenn irgendwas nicht korrekt verstanden wurde, wurde nachgehakt. So einfach war das. Da hat es keinen #Aufkreisch gebraucht. In der Regel waren die potentiellen Mißverständnisse schnell geklärt. Ganz ohne Shitstorm und Hate Speech.

Hate Speech ist ein schönes Stichwort: Das ist m.E. Definitionssache. Es gibt da eine „wundervolle“ Seite, auf der dieses sogenannte Hate Speech gesammelt wird (hatespeech.org – ich verlinke den Mimosendreck nicht: Copy&Paste hilft). Ich finde: Jeder Blogger hat schon mal Kommentare gelesen, in denen

a) Der Tod des Bloggers/ dessen Angehörigen/ dessen Haustier / etc. gewünscht wird
b) Die Kernaussage aus dem Wort „PIIIIIIMMMMMMMMEEEELLLLLLLLLLL!“ bestand
c) $Kritik

Das Beispiel b) kann ich ignorieren. Sowas auf einer Webseite zu sammeln – nun, das fällt für mich in die gleiche Kategorie wie der Kommentar selbst: Kleinkinder.

Das Beispiel a) – nun ja…. Da steht man drüber. „Erwachsenwerden“ ist das Zauberwort (das gilt sowohl für den Sender als auch Empfänger;-) )

Das Beispiel c) ist interessant: das war nämlich auch (aber nicht nur) durchaus sachlich vorgetragene Kritik – keine Beschimpfungen, keine Beleidigungen sondern einfach (mehr oder weniger) valide Argumente. Ich sage bewusst nichts über die Qualität der Argumente. Das ist in einem Land, das Meinungsfreiheit im Grundgesetz verankert hat, nämlich völlig wurscht: Jeder darf seine Meinung entsprechend seiner geistigen Fähigkeiten frei formulieren! Es gibt hier in Deutschland das Recht, seine Meinung in Wort und Text zu äußern – es gibt jedoch keine Pflicht, eine intelligente Meinung zu haben.

Und genau da spaltet das Internet die Gesellschaft.

Die Social Justice Warrior tragen dazu m.E. maßgeblich bei und fördern diese Spaltung. Diese SJW-Gruppierung ist (noch?) eine kleine, lautstarke Minderheit (die durchaus auch mal in der Lage ist, den GRIMME-Preis abzustauben. Und Einfluß auf die Gesetzgebung hat. Und…. Und… und…. ).

Es geht hier nicht mehr um WAHR oder FALSCH – es geht um eine (politisch korrekte) Einheitsmeinung. Was WAHR ist, entscheidet – ja genau wer? „Das Internet?“ Wer ist das?

Das Internet könnte ein besserer Ort sein: Ohne Rassismus/Homophobie/Misogynie und andere *ism-Vorfürfe. Und wann wer warum beleidigt sein könnte, könnte auch mal ohne pawlow’schen Beißreflex durchdacht werden.

// #racialprofiling

Es war im Sommer 2012. Ich wollte den Kölner Dom bei Nacht fotografieren.
Diese Fotos kamen nie zustande.

Grund hierfür waren nicht schlechtes Wetter oder Speicherkarte voll, Batterien leer oder andere ähnlich gelagerte Fotografenprobleme.

Der Grund waren Nordafrikaner.

Wie gesagt: 2012. Damals gab es noch keine Flüchtlingskrise. Kein „Refugees welcome“ und ähnliches.

Meine Fotoausrüstung habe ich nur noch wegen meiner Geistesgegenwärtigkeit und weil die Nordafrikaner zu schnell waren (ich hatte keine Zeit, mein Stativ ordentlich zu verstauen. Dies war im Nachhinein ein Glücksfall, denn so wurde aus dem 3-kg-Stativ notgedrungen eine Schlagwaffe. Ich bin da nicht stolz drauf, aber eine Platzwunde und ein Paar zertrümmerte Eier… nun, ich habe meine Fotoausrüstung noch. Nur das zählt aus meiner Sicht.).

Ich weiß also seit 2012, daß die Kölnerdomplatte ein gefährliches Pflaster ist. Für mich Grund genug, mich dort nicht mehr aufzuhalten und schon gar nicht nachts.

Ich weiß nicht mehr, ob es meine Mutter oder meine Oma war, die mir den Spruch „einhämmerte“:

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“

Wie wahr…

Dreieinhalb Jahre später

Köln, Domplatte, Silvester 2015/2016.

Die Ereignisse brauche ich hier nicht beschreiben. In den Medien wird das ja gerade wieder thematisiert.

Was mir persönlich in der Aufbereitung in Erinnerung geblieben ist: der weiße heterosexuelle Mann sei schuld gewesen (dies war zwar eine „Einzelmeinung“ aus der Feministen-Ecke, aber sie blieb halt hängen. Es gibt dazu auch einen Link, leider finde ich den nicht mehr. Die TAZ war es, wenn ich mich recht entsinne). Diese Spezie WHM sei da nicht hingegangen. Dadurch habe sich ein Ungleichgewicht entwickelt: viele weiße Frauen, viele Nordafrikaner und keine weißen Männner.
Erst durch diese Konstellation sei es zu diesem Desaster gekommen.

Ich wußte, warum ich da nicht hingehe – auch wenn mich Silvester und Kölner Dom fotografisch gereizt hätte und ich mir das ernsthaft überlegt hatte. Aber da war ja der Sommer 2012….

Noch ein Jahr später

Köln, Domplatte, Silvester 2016/2017.

„1000 Nafris werden polizeilich erfaßt/ kontrolliert“ – so ähnlich lauten die Schlagzeilen heute. Und: dies sei rassistisch. Racial profiling gehe gar nicht.

Ich habe da spontan zwei Fragen:
1) Wenn es bekannt ist, daß eine bestimmte Bevölkerungsgruppe Probleme verursacht: Wie soll denn die Polizei angemessen darauf reagieren?
2) Wie soll eine Vermeidung solcher Vorfälle logistisch (also rein auf die praktische Umsetzung bezogen) vermieden/ verhindert werden?

Meine ebenso spontanen Antworten beziehen sich auf mein persönliches, örtliches Umfeld – also den Proberaum. Der befindet sich ja – wie ich hier schon mehrfach erwähnt habe – ebenfalls in einer problematischen Gegend.

Zu 1)
„Racial Profiling“ findet man öfter, als man denkt. Ich wollte schon mehrfach einfach mal nachts an der nahegelegenen Tanke ein Bier holen. Blöderweise passierte irgendwas hier in der näheren Umgebung (Auto aufgebrochen/ Schlägerei, sexuelle Belästigung o.ä.). Täterbeschreibung laut Zeugen: weiß, 1,60-1,80m groß, lange Haare, schwarzes T-Shirt. Da falle ich absolut rein. Konsequenz: ich wurde angehalten, Personalien abgefragt – das volle Programm eben.
Und? Das war zugegebenermaßen lästig aber: Ich laufe immer noch frei rum.

Zu 2)
Ich kann verstehen, daß es unangehme Assoziationen weckt, wenn nach Hautfarbe die Ausgangstür zugewiesen wird. Wir hatten in Deutschland schon mal solche Selektionen.
Aber: bei diesen Menschenmassen fällt mir ehrlich gesagt auch keine bessere Lösung ein.
Laut Medien soll die Kölner Neujahrsnacht sicher gewesen sein. Dann hat doch eigentlich alles genau so funktioniert, wie es sollte…?

Und ganz allgemein – da springe ich wieder ein Jahr zurück: Katrin Göring Eckardt (Grüne) erklärte vor einem Jahr:

„Jede Frau muss sich frei und ohne Angst bewegen können in der Öffentlichkeit. Das zu garantieren ist Aufgabe des Staates. Und wenn der Staat hier versagt, dann macht das Angst.”

Warum nur „jede Frau“?
Aus meinem Mikrokosmos „Proberaum“ (der sich wie bereits erwähnt in einer miesen Ecke befindet): Ich als Mann kann das nicht. Meine (überwiegend männlichen) Nachbarn auch nicht – einer wurde mal wegen eines Feuerzeugs (sic!) zusammengeschlagen.

Hier vor meiner „Haustür“ kam es zu Überfällen mit Messereinsatz – die Opfer waren Männner.

Auch wenn es polemisch klingen mag: Eine Vergewaltigung wäre mir lieber als ein Messer zwischen den Rippen. Ersteres könnte ich leichter „verdauen“ (im Sinne von „überleben“- ja, ich höre die ganzen Feministen aufkreischen. Von mir aus.)

Ich habe nicht umsonst meinen Schlafsack im Proberaum – wenn es mal länger dauert, penne ich doch lieber hier als in einer Holzkiste.

„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ – aber das ist ja (neudeutsch) „Victim Blaming“.

// Die Klopapierlieferung

Ich habe hier ja seltsame Nachbarn…
Der Puff ist mittlerweile Geschichte, nachdem der Vermieter ordnungsgemäß und fristgerecht gekündigt hat. Ging nicht so ganz reibungslos, die Puffmutti wollte nicht so einfach gehen. Aber der Vermieter hatte zwei schlagende Argumente: Strom und Wasser.

Nachdem Strom und Wasser in dem Puff nicht länger zur Verfügung standen, war die Puffmutti innerhalb einer Woche weg.

Merke:

Die Waffen einer Frau sind gut, die Waffen eines Mannes sind besser 😛

Bleibt noch die Zeitarbeitsfirma, die hier untergekommen ist. Das ist so eine Klitsche, wie sie in den Medien immer als besonders schlimm dargestellt wird: Arbeitsplatz mit Unterkunft (über mindestens einem Proberaum) in einem miesen Industriegebiet. Die Räume sind ja in Ordnung – also trocken und warm. Die gleiche Qualität wie mein Proberaum also.
Hat aber trotzdem eher Jugendherbergsqualität – fünf bis sechs Betten in einem Zimmer, keine Privatsphäre und alles was dazugehört (und nicht da ist).

Die Ausgebeuteten sind Rumänen, Polen und andere „Rückwärtsdeutsche“. Der Scheff von denen fährt einen dicken Sportwagen (Maserati) und protzt damit auch immer schön lautstark rum.
Wenn der seine doofe Schnalle mit auf eines der angemieteten Zimmer nimmt, dann müssen seine Leute auf den Hof. Dort oxidieren diese dann ein paar Minuten rum und dürfen dann wieder auf ihre Zimmer.

(So ein Sportwagen ist also tatsächlich eine Schwanzverlängerung: Ich will ja nicht angeben, aber bei mir ollen Radfahrer hätten die Rumänen/ Polen/ was-auch-immer länger als 20 Minuten auf dem Hof bleiben müssen. Egal – meine Kontakte zu dem anderen Geschlecht gehen Euch nix an. Sorry! :mrgreen: )

Wie dem auch sei, heute hat der Scheff der Zeitarbeitsklitsche mal wieder eine Tussnelda abgeschleppt (mich erstaunt ja immer wieder, wie Frauen auf so einen Typen reinfallen können).

Zufällig stand ich gerade auf dem Hof rum.

Nachdem ich mit dem Fuzzi vor ein paar Wochen schon mal aneinandergerasselt bin, suchte der heute das Gespräch mit mir:

Erster Akt:

Zeitarbeitsgeschäftsführerfuzzi (ZAGFF) Hast Du mal zwei Minuten?
Ich (I) Nee.

ZAGFF: Ich will mit Dir mal kurz reden…. Ich weiß ja nicht, wie Du zum Vermieter stehst…?
I: …?

ZAGFF: Naja, mein Geschäftsmodell paßt nicht hierher und ich hab mir was anderes gesucht…
I: Ich hab vom Vermieter auch schon gehört, daß der Mietvertrag gekündigt wurde. ….

ZAGFF: Ja, und man sollte sich doch noch in die Augen gucken können. Hier lief viel daneben, die neuen Angestellten sind nur noch Deutsche.. und wenn die Dusche überläuft, dann machen die das auch weg.
I: Gutes Stichwort: Dreck wegmachen Was ist denn mit der Kellertreppe?

Zur Erläuterung: die sieht aus, wie Sau. In den letzten Wochen wurde der Dreck von den anderen Stockwerken einfach auf die Kellertreppe gekehrt. Ist politisch unkorrekt, aber leider trotzdem wahr: die Polen/ Rumänen haben sich hier schlimmer als die letzten Ferkel benommen.

ZAGFF: Ich schicke einen von meinen Leuten vorbei, der da saubermacht.
I: Hmm.

ZAGFF: Kannst Du zwei Stunden das Rolltor offen lassen?
I: Nö. Jetzt ist Feierabend, miese Gegend. Einbrüche, Vandalismus und mehr. Nachts ist das Rolltor zu.

Zweiter Akt:

ZAGFF: Ja, wie komme ich den raus? Ich lasse mein Auto draußen und ich bin zwei Stunden beschäftigt.
I: Dein Problem. Es ist nachts, ich mach das Rolltor jetzt zu. Das ist ausdrücklicher Wunsch vom Vermieter, daß ich darauf achte. Der ist mein Scheff.

ZAGFF: Oh…
I: Ja.

ZAGFF: Kannst Du das Tor zwei Stunden offen lassen?
I: Nö. Kletter halt über den Zaun, wenn Du raus willst.

ZAGFF: Geht nicht, ich hab noch jemanden dabei. Nickt wissend von Mann zu Mann
I: Ah, naja, ich bin noch 45 Minuten da, aber dann ist Schluß. Ich bin ja keine Spaßbremse… Der ZAGFF holt seine Tussnelda aus dem Sportwagen ab (Gott, war die potthässlich…. Für die jugendlichen Leser hier: ne E-Gitarre zieht die schöneren Frauen an. Ein Maserati ist da eher die …öhm… schlechtere Wahl. 😉 )

Wie gewohnt sitzen kurz darauf jede Menge Polen/ Rumänen und andere Rückwärtsdeutsche auf dem Hof und trinken Bier. Aus dem oberen Stockwerk höre ich klatschende Geräusche. Diese hatte ich bislang der Abteilung „SM“ des Puffs zugeordnet. War wohl eine Fehleinschätzung.

Zehn Minuten später ist das Spektakel vorbei und die Polen/ Rumänen und andere Rückwärtsdeutsche entspannen sich auf dem Hof. Ich höre noch einen „PS-Starken Motor“, der auf unerwarteterweise ziemlich leise ist. Die Polen/ Rumänen und anderen Rückwärtsdeutschen gehen zurück ins Haus. Ich mach dann mal das Tor zu.

Dritter Akt

15 Minuten später: ich höre durch das gekippte Fenster platschende Geräusche. Mal kurz gucken: ein Radfahrer wirft Plastiksäcke über das Rolltor. Als der Radfahrer anstalten macht, über das Tor zu klettern, verlasse ich den Proberaum und gehe auf den Hof. Die dubiose Gestalt (DG) erschrickt und beginnt, in einer mir unverständlichen Sprache zu reden.

DG: Machmahallgibbmalgaffagüllehülle!
I:Hä…?!

DG: (eindringlicher) Machmallgibbmalgaffagüllehülle! gestikuliert oder verjagt Mücken – so ganz wird mir das nicht klar
I: Öh…?! Do you seak english?

DG: Machmahallgibbmalgaffagüllehülle!!!!
DG: MACHMAHALLGIBBMAGAFFAGÜLLEHÜLLEE!!!!
I: …. *kopfkratz*
DG: MACHMAHALL…!GIBBMAGAFFA…!GÜLLEHÜLLEE!!!!

Mir wird das zu doof und ich deute an, daß sich der Kerl von dannen trollen soll. Der Typ zeigt wild gestikulierend auf den Müllberg, den er kurz zuvor über das Tor geworfen hat. Kein Problem, der fliegt jetzt direkt zurück. Nach einem Treffer am Kopf fängt der Kerl hektisch an, zu telefonieren.

Nach einer Weile reicht er mir das Telefon. Hm, ein Smartphone neueren Modells. Der ZAGFF ist dran!

ZAGFF: Kannste den rein lassen? Der liefert dringend benötigtes Klopapier.
I: WTF?! Mitten in der Nacht?

ZAGFF: Ja, das ist dringend.

Ein Scheff der sich von seiner Schnalle den Hintern versohlen läßt, damit außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Tor offen ist damit seine Angestellten „dringend benötigtes“ Klopapier bekommen? Ich weiß ja gerade nicht, was ich davon halten soll:

Schnalle: Warst Du ein braver Junge? *klatsch*
ZAGFF: Nein, meine Angestellten hatten kein Klopapier….

Schnalle: Was macht man mit bösen Jungen? *klatsch*
ZAGFF: *wimmer*…. *stöhn*

*klatsch* *klatsch* *klatsch* *klatsch* *klatsch*

Immerhin: Scheffe hat mit ganzem Körpereinsatz Klopapier besorgt (auch wenn der ZAGFF zu früh kam. Oder der Klopapierlieferant zu spät)….
Ouh wei :mrgreen:

// Was eine aussagekräftige Info

Ach, nee. Diese Info habe ich gebraucht:

Als ob ich das nicht selber wüßte – ich habe den Stecker schließlich selber gezogen.

Ok, es mag so Anwender geben, die nicht wissen, was sie tun.

Kenne ich ja, habe ich unter anderem hier, hier, hier und hier schon beschrieben.

Ok, doch… wenn ich mir meine alten Blogeinträge durchlese, dann hat sogar dieser Balloon-Tip seine Daseinsberechtigung :-/

// Wenn es die Richtigen trifft….

Seit diese komische Projektagentur hier ist, ist es beträchtlich weniger friedlich geworden. Eine ungeschickte Kombination aus Besoffenen aus den naheliegenden Discos, offenen Toren („den Mädchen“ ist es offenbar nicht zuzumuten, deren Kunden das Tor aufzumachen und diese dann reinzulassen und für einen Türsteher ist wohl kein Geld da).

Das Gelände ist zudem noch recht unübersichtlich. Und so gibt es im Wochentakt einiges an Gesocks, das sich hier rumtreibt: In den vergangenen Wochen kam es wiederholt vor, daß hier fremde Leute rumgeschlichen sind und geguckt haben, welche Türen offen sind.

Auch zu Zeiten vor der Projektagentur kam es hin und wieder mal vor, daß jemand über den Zaun geklettert ist… aber seit dem dieser Laden hier ist, haben sich derartige Vorfälle spürbar gehäuft.

Heute morgen kam ich dann hier an und es gab großes Polizeiaufgebot und der Vermieter wurde ebenfalls herbeizitiert. Es kam nun, wie es kommen mußte: ein Einbruch.

Geschädigter Nachbar ist die Projektagentur – die haben zwar die miese Umgebung nicht direkt verursacht, da aber das Rolltor seit derem Einzug immer die ganze Nacht offen sein muß, den Einbrechern buchstäblich Tür und Tor geöffnet.

Das ist äußerst unschön, aber in diesem konkreten Fall hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Oder anders formuliert: eine gewisse Schadenfreude kann ich mir gerade nicht verkneifen. Mea culpa.

// Projektagentur

Ich habe mir ja etwas Auszeit (vulgo: Urlaub) genommen und als ich zurückkam hat sich hier in der Nachbarschaft einiges geändert.

Einerseits traurig: der Esoteriker ging mit seiner Firma pleite. Schade, mit dem bin ich trotz anfänglicher Befürchtungen sehr gut klargekommen. War ein netter Kerl und wir hatten einige (sehr weltliche) fruchtbare Diskussionen. Oder andere Gespräche über Fotografie, Musik und mehr.

Die Räume standen also leer, als ich im Urlaub war und bei meiner Rückkehr waren sie wieder vermietet. Eine „Projektagentur“ war da drin. Als Firmenlogo ein Smiley.

„Projektagentur“ klingt herrlich nichtssagend. Etwas neugierig war ich schon. (Man will ja wissen, wer hier rumrennt: evtl. ein Start-Up, das bzgl. Musik/ Fotografie nützlich sein kann? Netzwerken und so. Sie wissen schon…)

Meine Nachfragen ergaben genau nichts. Weder bei anderen Nachbarn, noch beim Vermieter.

Das erste mal wurde ich stutzig, als mitten im Hochsommer eine der Projektagenturbetreiberinnen im Wintermantel rumrannte.

Merkwürdig. Fotoprojekt für die Wintermode? Ein paar Häuser weiter ist so eine Mode-Klitsche, die überteuerte Stoffetzen verkauft. Models? Werbeagentur? Alles möglich.

Das zweite mal wurde ich stutzig, als ich sah, daß die Damen unter dem Wintermantel sehr wenig bis gar nichts anhaben.

Heute kam die Auflösung. Der Vermieter ist ersten Gerüchten zufolge nicht begeistert und es gibt wieder neue Nachbarn:

Projektagentur = Puff.