Als ich den letzten Blogeintrag schrub, fiel mir auf, daß ich noch gar nicht erzählt habe, wie es zu dem Hausverbot im alten Proberaum gekommen ist. Das heißt, geschrieben habe ich es schon, aber nicht veröffentlicht. Die Wirren nach dem Wasserrohrbruch ließen mich den Klick auf “Veröffentlichen” wohl vergessen…
Hier nun eine überarbeitete olle Kamelle… da das hier eine Art Proberaum-Tagebuch ist, gehört diese Story, die an Albernheit kaum zu überbieten ist, hier zwingend rein 
Zentrales Element und damit Ursache für das Hausverbot ist ein Schlüsselbund – und zwar meiner. Dieser war damals aufgrund einiger Nebenjobs ziemlich umfangreich: neben Proberaumschlüsseln (für den neuen und noch den alten), ist da natürlich der Haustürschlüssel, Wohnungsschlüssel, zwei Schlüssel für Job2.0, drei Schlüssel für Job1.0, Bierflaschenöffner, Fahrradschlüssel und noch einige Schlüssel mehr dran. Ich hätte damals mal zählen müssen, wie oft ich das Ding täglich aus der Hosentasche rausgeholt habe.
Einige dieser Schlüssel gehör(t)en zu einer Schließanlage, und als ich die Schlüssel ausgehändigt bekam, wurde ich auf die anfallenden Kosten hingewiesen, die ich bei Verlust zu tragen habe. Ab 1500,– Euro aufwärts. Und das mehrmals. Bei genauerer Überlegung eigentlich erstaunlich, was man für einen Wert da tagtäglich rumschleppt, oder? 
Die Kündigung des alten Proberaumes verlief damals ja noch recht einvernehmlich – das Gespräch lief in etwa so: “Du kannst mir nicht kündigen – ich kündige!“.
Am letzten Tag kam es zur Schlüsselübergabe und Auszahlung der Kaution (die Begehung war nach dem Wasserrohrbruch ja hinfällig – der Proberaum hatte sich damals in Wohlgefallen aufgelöst…
Diese Auflösung in Wohlgefallen und der Umstand, daß ich an meinem Schlüsselbund zwei sehr ähnliche Schlüssel hatte, die optisch nahezu identisch waren, führten dazu, daß wir erst mal die Tür in einem Lagerraum suchen mußten, um sicherzugehen, daß ich den richtigen Schlüssel zurückgebe.
Damit begann ein Drama in mehreren Akten:
1. Akt: Zielorientierte Problemlösung
Für dieses Problem gab es zwei verschiedene Lösungsansätze
Meine Variante:
Wir gehen zu zweit in den Lagerraum, suchen die blöde Tür und probieren es aus.
Die Variante des Ex-Vermieters:
Ich händige dem Ex-Vermieter den kompletten Schlüsselbund aus und er probiert aus, welcher Schlüssel der richtige ist, macht den Schlüssel ab und bringt den Schlüsselbund wieder zurück. Ich warte solange unter Aufsicht seiner Frau und seines Sohnes in seinem Büro.
Nicht verhandelbarer Alternativvorschlag meinerseits:
Ich mache den Schlüssel ab, von dem ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit glaube, daß es der richtige ist, gebe den Schlüssel dem Ex-Vermieter mit damit er die Tür alleine suchen kann und ausprobieren kann, ob der Schlüssel paßt. Ich warte solange unter Aufsicht seiner Frau und seines Sohnes in seinem Büro.
Ich leihe nämlich eher einem dahergelaufenen Penner auf der Straße 500 Euro, als daß ich meinen Schlüsselbund für 2 Minuten aus der Hand gebe. Ich komme weder in meine Wohnung, noch an meinen Arbeitsplatz noch in den Proberaum, noch kann ich mein Fahrrad aufschließen, wenn das Ding abhanden kommt. Das muß nicht mal böswillige Absicht sein – Schussligkeit reicht und ich habe erstmal ein Problem. Ich weiß nicht, wie ihr das handhabt – aber den Schlüsselbund aus der Hand geben ist für mich ein absolutes No-Go.
Also fing ich an, den besagten Schlüssel rauszupfriemeln…
2. Akt: der Vortrag
Der Ex-VErmieter fing an mir einen Vortrag über Vertrauen zu halten. Brachte mich etwas zum Schmunzeln, denn diese mehrteilige Geschichte fand kurz zuvor statt. Das ausgerechnet so jemand einen Vortrag über Vertrauen hält, ist… bemerkenswert.
Ich gebe meinem Ex-Vermieter nach diesem Erlebnis insofern recht, daß es meinerseits keine Grundlage mehr für Vertrauen gibt.
3. Akt: der zweite Vortrag
Der Ex-Vermieter trabte also mit dem einen Schlüssel in den Lagerraum und suchte die blöde Tür. Ich wartete solange unter Aufsicht seiner Frau und seines Sohnes in seinem Büro. Die beiden nutzten die Gelegenheit, um mir ihrerseits einen Vortrag über die Vorzüge ihres Mannes bzw. Vaters zu halten und das mein Verhalten ja jetzt am letzten Tag ziemlich schäbig sei. Lobpreiset den Herrn. Amen. (Anm. der Redaktion: Ihr habt den oben verlinkten Mehrteiler gelesen, ja? Nur um mal das Wort “schäbig” in das rechte Licht zu rücken
)
4. Akt: der große Auftritt des Ex-Vermieters
Regieanweisung: Zur Einstimmung auf diesen letzten Akt bitte hier klicken und die Musik beim Weiterlesen laufen lassen
Die Suche nach der Tür war wohl etwas anstrengend. (noch ‘ne Regieanweisung: stellt Euch passend zur Musik die entsprechenden asthmatisch-pfeifenden Atemgeräusche vor.)
Ich wäre ja mitgegangen und hätte beim Suchen geholfen – aber ich durfte ja nicht und mußte stattdessen unter Aufsicht seiner Frau und seines Sohnes… ach, lassen wir das.
Abermals bekam ich den Vortrag über Vertrauen zu hören und da das Vertrauen ja völlig zerrüttet sei – anders könne er sich nicht erklären, warum ich ihm nicht den Schlüsselbund ausgehändigt habe – bekäme ich jetzt lebenslanges Hausverbot.
So schnell habe ich es weder vorher noch hinterher dauerhaft bei einem meiner Mitmenschen verschissen gehabt. Shame on me… und bei Euch so?