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// Tonstudio – Umzug

Nun ist es soweit: seit gestern abend ist der neue Proberaum einzugsbereit.

Die schlimmste Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet: der Raum ist nicht kotzgrün gestrichen.

So wie es geworden ist, finde ich es ja gar nicht schlecht: zwei Wände pastellgrün und die anderen zwei Wände pastellgelb. Vielleicht nicht die Farbgebung, die ich in meiner Wohnung bevorzugt hätte, aber durchaus akzeptabel.

Der neue Proberaum ist etwas kleiner, dafür dürfte er auch etwas “gemütlicher” werden. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, die ganze Technik auf etwas weniger Raum unterzubringen.

Die “neuen” Nachbarn sind doof. Ich kenne sie zwar vom Sehen (ich bleibe ja auf dem gleichen Gelände) – aber auf meine Bitte, mir beim Hochtragen der Orgel (vier Treppenstufen) zu helfen, reagierten sie ziemlich schroff und abweisend. Nun, die Typen arbeiten recht lange und das werde ich mir merken, wenn es mal wieder laut wird: Never ever fuck with a musician :twisted:

Anyway: der Abbau des alten Proberaumes läuft, während ich gleichzeitig den neuen Proberaum aufbaue. Die Verkabelungsorgien des letzten Umzugs werde ich diesmal (hoffentlich!) eleganter lösen können.

Ich bin heute abend sogar erstaunlich weit gekommen: die Keyboard-Ecke steht und ist (hoffentlich?) auch funktionsfähig, Teile der Gitarrenecke sind bereits im neuen Raum und verkabelt (sic!).
Damit wäre die Hälfte (jajaja, es ist die deutlich kleinere Hälfte) schon mal abgehakt.

Und so sieht es aktuell aus:

Proberaum-Umzug: 1. Tag

Proberaum-Umzug: 1. Tag

// Mafiöse Zustände

Da hockt man morgens gemütlich vor dem Proberaum im Hof und trinkt einen Kaffee. Die Sonne zwitschert, der Himmel scheint und die Vögel sind blau. Das Leben ist schön.

Zwischen zwei Schluck Kaffee bemerke ich, wie ein Vogel unter dem Rolltor hervorkam, sich kurz umschaute und hektisch wegflog. Wenig später kam er wieder – den Schnabel voller Futter. Das Spiel wiederholte sich einige Male und ich beschloß, das Federvieh abzulichten. Die Kamera liegt immer griffbereit irgendwo in der Nähe.

Leider war das für den Vogel etwas zu viel Hektik, denn von nun an nutzte er das andere Rolltor, um in die Halle zu gelangen.
Kaffee ist genug da, und ich machte erstmal dies und das, ein paar Gitarrenriffs hier, ein paar Blogbasteleien dort – was man eben so macht an einem viel zu heißen Sonntagmorgen.
Nach einiger Zeit versuchte ich es ein zweites Mal, den Vogel zu fotografieren. Keine Chance: sobald ich in der Tür saß, wechselte er den Eingang.

Immerhin erwischte ich eine Eidechse:

Broken Spirits | Eidechse

Es wurde mir zu doof, und ich ging nach Hause. Als ich am späten Nachmittag wieder zurück in den Proberaum kam, dachte ich, ich bin im falschen Mafiafilm. Du weißt schon, so einer, wo als “letzte Warnung” ein blutiger Schweinekopf vor die Tür gelegt wird oder sowas ähnliches.

An der Stelle, an der ich einige Stunden zuvor saß, um den Vogel zu fotografieren, wurde mir ebenfalls eine eindeutige Warnung hinterlassen. Aber seht selbst:

Broken Spirits | Vogelscheisse

Die Warnung ist eindeutig, oder?

// Über den “richtigen” Umgang mit Bloggern

Jeder Blogger kennt vermutlich diese Mails, mit denen “die Wirtschaft” versucht, Werbung auf Blogs unterzubringen. Als Konsumverweigerer beißt diese ehrenwerte Gesellschaft bei mir zunächst mal auf Granit: dieses Blog hier bleibt werbefrei. Ich habe keine Lust, für ein popliges Angebot meine Seele zu verkaufen.

Manchmal, selten – um nicht zu sagen: sehr selten – trudelt hier eine Mail ein, die es in meinen Augen wert ist, beantwortet zu werden.

Doch, ach… diese Mail fängt mit dem mir mittlerweile verhassten Standardsatz an:

Bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domainXY.de” aufmerksam geworden.

Ich fand den Inhalt wirklich interessant. Um ehrlich zu sein: das ist zwar ein Standardsatzbaustein, aber ausnahmsweise freut er mich.

Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, folgendes PS an die Antwortmail zu hängen:

PS.: (lange überlegt, ob und wie… ich kann es mir nicht verkneifen – vor allem, weil ich Ihre E-Mail fast ungelesen gelöscht hätte) BITTE beginnen Sie nie eine E-Mail mit dem Satz “bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domainXY.de” aufmerksam geworden.
Können Sie sich vorstellen, was (und vor allem wie viele) Anfragen ich bekomme, die genauso anfangen? Manche sind ja noch lustig – z.B. der Typ, der meinte, ich teste Hochzeitskleider: Der hat mir Kerl allen Ernstes vorgeschlagen, die Dinger kostenlos für einige Zeit zur Verfügung zu stellen und ich ziehe die zur Probe an, mache Fotos und blogge darüber…. wenigstens Letzteres habe ich sogar gemacht, wenn auch wenig schmeichelhaft: http://www.broken-spirit.de/plodsinn/zur-klarstellung/

Im Ernst: Wenn nicht alle Karfreitag eine Mail hier eingehen würde, die es wert ist, darauf zu antworten, dann hätte ich den Satz mit der “Internetrecherche” schon längst in den Spamfilter gesetzt…. Der ganze Müll mit Anfragen nach Produkttests, Berichte schreiben über Messen, die mich nicht die Bohne interessieren und die versprochenen Gimmicks, die den Aufwand in keinster Weise rechtfertigen (und mich noch weniger interessieren), diese ganzen Aasgeier, die auf Backlinks gegen einen popligen Gutschein aus sind (und jetzt nach einem Google-Such-Algorithmus-Update diese Backlinks wieder raushaben wollen – übrigens genauso planlose Anschreiben) – dieser ganze Müll geht hier wöchentlich rein. Und alle Mails fangen an mit “bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domain.de” aufmerksam geworden.” Manchmal frage ich mich wirklich, wer denn all die Katzenvideos anguckt, wo doch alle planlos im Internet rumrecherchieren….

Das aber nur am Rande als Tipp. Der Inhalt der Mail kam ja trotzdem an – zum Glück. Uninteressant finde ich Ihr Angebot nun wirklich nicht, zumal ich als Nice-To-Have ähnliche Überlegungen hatte. Wer weiß: vielleicht hätte ich ja auch schon längst (…. Anm.: Überraschung :-P …), wenn die Mail nicht mit Internetrecherche angefangen hätte und ich einen schlechteren Tag gehabt hätte als gestern. Ich werde es nie erfahren…

Was meint Ihr? Zu hart? Ungerechtfertigt? Oder sollten Unternehmen wirklich besser recherchieren und eine Anfrage schreiben, die zumindest einigermaßen auf den Blogger zugeschnitten ist?
Wie geht Ihr mit solchen Mails um?

Egal wie: diese Anfrage hat mich gefreut – Ihr dürft also die Daumen drücken. Danke ;-)
Update: oder auch doch nicht :roll:

// Außer Sie…

Mein Vermieter kam eben auf mich zu. Die andere Band hier auf dem Gelände zieht aus und hat einen Nachmieter gefunden.

Der Vermieter wollte wissen, ob ich den “Neuen” kenne. Gegoogelt hat er schon. Sagt er so: “Heutzutage findet man ja über alle Leute im Internet was. Außer über Sie.”

Bwahahahaha! :mrgreen:
(Tarnung perfekt – strike!)

// Von Lotusblüten und Chakren und vielen Farben

Ich hatte heute eine Fotoidee, die ein paar Requisiten erfordert, die ich nicht da habe. Allerdings habe ich hier im Proberaum Nachbarn, die genau die benötigten Requisiten haben. Genauer gesagt geht es um einen Sportflitzer. Den hat der Esoteriker.

Ich kam heute also mit ihm etwas näher ins Gespräch und er war auch sehr hilfsbereit. Ich war auch in seinen Räumlichkeiten und war doch sehr überrascht: dort sieht es in etwa so aus, wie bei mir. Er ist nicht nur Esoteriker sondern fotografiert auch und macht Musik. Genug Gesprächsthemen also und viel Fachsimpelei.

Ich bekam von ihm auch eine CD. Musikalisch sogar verdammt gut. Erinnert mich ein wenig an Enigma. Textlich….? Hm. Es sollte eine Einschlaf-CD sein. Das hat er auch in diversen Studien geprüft. Die Leute schlafen wohl beim Hören dieser CD ein.

Bei mir funktioniert das irgendwie nicht. Ich höre die CD gerade, während ich diesen Blogeintrag schreibe. Ich frage mich, warum die Lotus-Blüte in jedem Song immer weniger Blätter hat (96, 16, 9, 4 – gibt es da ein mathematisches System?) und wieso ein Lichtstrahl in jedem Song die Farbe ändert (ok, das war das klassische Spektrum – da ist eine Logik bzw. ein Naturgesetz dahinter)….? Mich hält das eher wach als daß ich schläfrig werde.
Daß irgendwelche Auren und fließende Energien von irgendeinem Körperteil zu einem anderen wandern und dabei die Farbe ändern, ist ja noch ok. (Warum?????) Auch die ständige Erinnerung, einzuatmen und auszuatmen ist nicht schlecht.

Trotzdem: ich bin für sowas nicht empfänglich. Was sage ich nun, wenn ich die Tage die Details bezüglich der Sportflitzer-Fotosession bespreche und die Frage aufploppt, ob ich beim Hören der CD auch eingeschlafen bin? (Nein….?)

Das wird echt schwer…. :-(

// Das war klar

Durch die neuen Türschlösser läßt sich für den Vermieter prima feststellen, wer wann wo reingegangen ist und wann wieder rausgekommen ist. In Anbetracht der Tatsache, daß der Proberaum in einer (milde ausgedrückt) etwas fragwürdigen Gegend ist, finde ich persönlich das gar nicht so schlecht, wenn derjenige der die Türen offenlässt, zukünftig eine geringe “Bearbeitungsgebühr” zahlen muß.

Umterm Strich gesehen durfte ich mich ja in der Vergangenheit recht häufig mit einigen Besoffenen aus der nahegelegenen Disco herumärgern, da diese ja der Meinung waren, mein Proberaum sei eine Kneipe, in der man weiterfeiern könne. Da erhoffe ich mir schon eine Verbesserung, wenn jetzt die Nachbarn quasi “gezwungen” werden, darauf zu achten, daß hier das Rolltor auch wirklich abgeschlossen ist.

Und nun die Preisfrage: Wer regt sich am meisten darüber auf, daß der Vermieter feststellen kann, wer wann wo reingegangen ist?

A) Verfechter der Privatsphäre und Überwachungsgegner
B) alle
C) keiner
D) Die Leute, die die Türen immer offenlassen
E) Der Esoteriker wegen dem zunehmenden Elektrosmog
F) Supermario, weil er schon mal in einem LKW-Reifen übernachten mußte
G) Die Autobastler, weil sie jetzt nicht mehr mit quietschenden Reifen vom Hof brettern können

Wer richtig rät, gewinnt so viele Waschmaschinen, wie er tragen kann ;-)

// Eindeutig nicht zu Ende gedacht

In den Räumlichkeiten hier gibt es neue Türschlösser. Genauer gesagt: Transponder. Also diese Dinger, die sich mit einem Chip öffnen lassen.

Mit diesen Schlössern soll herausgefunden werden, wer hier immer die Türen offenlässt verhindert werden, daß die Türen offen gelassen werden. Diesen Punkt finde ich ja prinzipiell sehr begrüßenswert.

Gleichzeitig werden mit diesen neuen Schlössern auch neue Regeln für das Tor an der Halle eingeführt. In der Halle herrscht ein reges Kommen und Gehen, dort sind nicht nur die Auobastler und die Putzfirma u.v.m. untergebracht, sondern dort befinden sich auch die Toiletten.

Eine dieser Regeln lautet wie folgt:

Wenn der Mieter, der das Vorhängeschloß geöffnet hat, die Halle verlassen möchte, hat er das Tor zu schließen und derjenige, der noch in der Halle ist, öffnet es mit seinem Chip. Damit ist dieser jetzt der Verantwortliche, der dafür zu sorgen hat, daß das Tor bei Verlassen geschlossen ist.

Wer findet den Fehler? So sieht das Tor aus:

Vorhängeschloß