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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘CDs’



Broken Spirits: CDs und Alben. In dieser Kategorie findet Ihr alles, was mit der Produktion einer CD zusammenhängt.

Hörproben der jeweiligen CDs gibt es entweder im Webplayer in der Sidebar oder unter folgenden Links:

Art : The Facts (2009)
Sad Songs Of Happieness (2006)
Urban Jungle (2003)
Dark City (2003)
The Silence Between Us (2002)
Journey (2002)





// Der Letzte macht das Licht aus…

Montag, Januar 17th, 2011

Noch einmal reinhören in das, was ich im Laufe des Abends im Proberaum verzapft habe. Zeit für ein Bierchen und Zeit, das heimische Bett aufzusuchen.

Leider ist es selten so einfach: sobald ich die Instrumente zur Seite gestellt habe und nur noch der Computer mit den Aufnahmen eingeschaltet ist, sinkt der Adrenalinspiegel im Blut und die ganzen Fehler des Abends fallen ins Ohr…

Nicht selten endet der Morgen damit, daß ich konsequent jeden Fehler ausbügel, obwohl ich schon auf dem Heimweg sein wollte. Die Übermüdung macht das nicht einfacher.

der Letzte macht den Verstärker aus....

Wie immer gilt in solchen Situationen: der Letzte macht den Verstärker das Licht aus.

Scheiß Perfektionismus…



// Jahresrückblick 2010

Donnerstag, Dezember 23rd, 2010

Rückblickend betrachtet habe ich wohl nie soviel Zeit im Proberaum verbracht wie in diesem Jahr. Gleichzeitig war ich auch nie weniger an den Instrumenten tätig.
Die ersten Monate war ich noch voll mit dem Endspurt meiner nächsten CD “Vie Noir” beschäftigt, bis dann mein kleines Tonstudio im wahrsten Sinne des Wortes innerhalb von wenigen Minuten den Bach runterging. Das waren wohl bisher mit die schmerzhaftesten Minuten meines Lebens, schließlich habe ich das ganze Ding in jahrelanger Kleinarbeit mühsam aufgebaut, fast jede freie Minute und jeden übriggeblieben Euro da reingesteckt. In elf Jahren kommt da einiges zusammen, was nach dieser Unwetternacht erstmal weg war.

Glücklicherweise kam es dann doch nicht so schlimm, wie zunächst befürchtet. In den elf Jahren habe ich mir schließlich auch recht viel technisches Wissen aneignen können und so war es mir möglich, mein komplettes Equipment zu zerlegen, zu reinigen und letztendlich bis auf ganz wenige Ausnahmen zu retten. Leider ging in dieser Nacht mein Fotoapparat kaputt, so daß es keine Bilder von diesen Reparaturarbeiten gibt. Sehenswert wäre es schon gewesen, wie sich überall auf dem Fußboden, Kisten, geliehenen Tapeziertischen, überhaupt jeder freien Fläche die Platinen der Mischpulte, Effekte, Synthesizern und Verstärker stapelten. Das war eine Zeitlang kein Proberaum oder Tonstudio mehr sondern hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Elektrowerkstatt oder einer Entsorgungsstelle für Elektroschrott.
Aber: ich habe es geschafft, daß Zeugs zu retten und das hätte ich mir selber gar nicht zugetraut. Darauf bin ich heute schon ein bischen stolz :mrgreen:

Äußerst unschön war auch der Moment, in dem mein Ex-Vermieter seinen wahren Charakter zeigte. Das kam zwar nicht völlig unerwartet, denn schon in der Vergangenheit war Polen offen, sobald der Kerl an einem Musiker kein Geld mehr verdient. Diese Erfahrung durfte ich nun also auch machen und die werde ich so schnell nicht vergessen. Dieses §$%&?# kann mir in Zukunft mal im Mondschein begegnen.
Andererseits konnte mir dieser Dummkopf nicht wirklich ans Bein pinkeln und trotz mehrfacher Versuche, mich bei meinem neuen Vermieter madig zu machen (die Versuche laufen nebenbei immer noch), besteht ein recht gutes Verhältnis zu dem neuen Vermieter – auch wenn ich mich hier manchmal beobachtet vorkomme bzw. ausgefragt werde. Aber ich habe ja nichts zu verbergen und deshalb darf das auch so sein – solange es mich nicht vom Musikmachen abhält. Mich freut es ja auch immer, wenn sich jemand für mein Hobby interessiert.
Dieses Thema kann ich also auch zu meiner Zufriedenheit beenden und ich weiß, daß sich darüber jemand etwas ärgert. Dieses Wissen ist übrigens weitaus befriedigender als es ein kleiner Rachefeldzug, zu dem ich stellenweise durchaus Lust hatte.

Nach diesem Desaster und dem damit verbundenen Umzug in den neuen Proberaum bestand also etwas mehr als die zweite Hälfte des Jahres darin, den neuen Proberaum einzurichten. Ich habe in diesem Zusammenhang festgestellt, daß eine gute Kabeldokumentation von unschätzbaren Vorteil ist. Das merkt man vor allem dann, wenn man diese nicht hat.
Das ist nun also ein Vorsatz für das nächste Jahr. Jetzt wo ich weiß, in welche Buchse welcher Stecker gehört, kommt an jedes Kabelende eine aussagekräftige Beschriftung. Bei einer Gesamtlänge von deutlich über 500 Metern Kabel lohnt sich das.
Einige Kleinigkeiten fehlen noch, ein paar Sachen sind improvisiert und diese werden in naher Zukunft bei Gelegenheit abgearbeitet. Es sind aber nur Kleinigkeiten, die eher unter die Rubrik “Nice-to-have” fallen. Eine gemütliche Sitzgelegenheit wäre zum Beispiel schön…

Leider sind durch den Wasserrohrbruch die Arbeiten an “Vie Noir” vollständig zum Erliegen gekommen und einige Songs sind wohl auch verloren, da sie sich zum Teil auf der falschen Festplatte befanden (nämlich die, die durch Wasser an den falschen Stellen etwas zu viel Strom abbekommen hatte). Zwar mache ich regelmäßig Sicherungskopien aber in diesem Fall war ich gerade am Umschreiben des Arrangements und hatte diese Sicherungskopie verschoben, da es noch nicht viel zum Sichern gab. Nun, so ist es jetzt eben.

Auch wenn ich die ganzen Blödeleien am Getränkeautomaten im alten Proberaum etwas vermisse, so ist es hier doch ein paar Klassen besser. Um die Probezeiten der Nachbarn brauche ich mir keine Gedanken mehr zu machen und kann mich hier nach Herzenslust austoben. Dabei störe ich noch nicht mal andere. Das ist alles in allem schon eine sehr große Verbesserung.

Und so kann ich diesem verrückten Jahr doch noch etwas Positives abgewinnen. Wenn mir das jemand vor einem halben Jahr gesagt hätte, hätte ich die betreffende Person in die Klappsmühle einweisen lassen… ;-)



// 5:00 AM

Sonntag, Dezember 12th, 2010

Nach einer Nacht voller Jux und Dollerei ist es jetzt Zeit für die Heia ;-)

Rockin'

Gute Nacht (oder Guten Morgen für die Frühaufsteher :mrgreen: )



// Scharf geschossen

Sonntag, Dezember 12th, 2010

Heute nacht ging es das erstemal so richtig zur Sache im neuen Proberaum.
Eigentlich relativ unspektakulär, denn ich habe genau da weiter gemacht, wo ich im alten Proberaum zwangsweise aufgehört habe. Und trotzdem ein Wahnsinnsgefühl, wenn man sieht, wie die ganze Technik wieder blinkenderweise miteinander kommunziert, die Gitarre an den Fußsohlen vibriert und die Computerlüfter für das gewohnte Grundrauschen sorgen. Ich bin sozusagen wieder daheim und es ist schön zu sehen, daß alles, wofür ich sehr lange gearbeitet habe, wieder “rund läuft”. Wie sehr habe ich das vermisst.

Der Sound ist kraftvoll und kommt mit viel Druck daher. Die Kloschüssel in der angeschlossenen Lagerhalle vibriert – was auch für das ganze Gebäude gilt. Zum Glück bin ich ja alleine hier auf dem Gelände – zumindest fast, einem Nachbarn, der Überstunden geschoben hat, habe ich einen Grund gegeben, sich in der heutigen Nacht von Samstag auf Sonntag doch für den Feierabend zu entscheiden. So muß das sein. Er schien das jedenfalls so zu sehen.

die Computerbatterie spiegelt sich im Fenster

Einen kleinen Nachteil hat der neue Raum: die Instrumentenkabel sind zu kurz, um die Instrumente in dem Raum, in dem ich abmische, mitzunehmen. Der Soundcheck wird sich in Zukunft also etwas schwieriger gestalten als gewohnt. Ähnliches gilt für die Keyboards: der Computer steht im vorderen Raum und wenn ich an den Tasten im Hinterzimmer stehe, habe ich keinen Einfluß auf den Sound.
Das läßt sich aber recht gut lösen, den ich habe einige Funktastaturen und Funkmäuse geschenkt bekommen, die ich jetzt nur noch sinnvoll einsetzen muß.

Die Vorteile der zwei Räume überwiegen jedenfalls und irgendetwas ist ja immer.

Vielleicht schaffe ich es die Woche einen brandneuen Song rauszuhauen. Sehr Reggae-lastig kombiniert mit japanischen Taiko-Drums (leider keine echten – das kommt von den Keys bzw. meinem Schlagzeug).



// Man wird nicht jünger

Sonntag, Mai 30th, 2010

Es gibt Berufskrankheiten, um die man nicht herumkommt. Bei Musikern sind das hauptsächlich “Tinnitus aurium” (lat.: „das Klingeln der Ohren“) und Sehnenscheidenentzündungen.

Der Tinnitus ist nicht nur auf Rockmusiker beschränkt, er macht auch vor klassischen Instrumentalisten nicht halt: die meisten Geiger werden früher oder später auf dem linken Ohr schwerhörig – auch so eine Geige hat einen recht hohen Schalldruck und das ohne elektrische Verstärkung. Stradivari und Co. haben sich schon was dabei gedacht, wie sich “ihr” Instrument im Orchester durchsetzen kann ;-)

Sehnenscheidenentzündungen betreffen eigentlich alle Musiker – erfordert doch jedes Instrument eine strapaziöse Handarbeit.
Was auf der Bühne so locker aussieht, erfordert jahrelanges Training und noch mehr Selbstdisziplin. Für nicht jede Handübung, die die Muskulatur trainiert oder die Sehnen geschmeidig hält, braucht man ein Instrument. All das kann man auch “trocken” trainieren, z.B. während man auf den Bus wartet oder im Bus von A nach B fährt, in Wartezimmern beim Arzt oder Amt sitzt oder während einer Kaffeepause.

Das Wichtigste ist jeoch immer, daß es nie wehtun darf, wenn man ein Instrument spielt. Egal, was der Musiklehrer behauptet. Und es zeichnet einen Musiklehrer aus, der mal nicht auf die Finger guckt, sondern auch überprüft, ob das Gesicht gerade schmerzverzerrt ist. Oftmals ist das wichtiger, den jeder Schüler ist manchmal etwas zu ehrgeizig – alles andere wäre ja auch traurig… ;-)

Heutzutage ist es kein Problem, eine Kamera (jede Digicam kann das schon seit geraumer Zeit) vor dem Schüler aufzubauen. Für gute Musiklehrer gehört das mittlerweile zum Standardprogramm und diese Musiklehrer schauen sich das Video auch mal in ihrer “Freizeit” an und analysieren die Bewegungsabläufe.
Das ist dann eine Vorbereitung auf die nächste Unterrichtsstunde, in der das Video zusammen mit dem Schüler durchgegangen wird und ggf. auf Haltungsfehler hingewiesen wird.

Natürlich gibt es auch unter den Musiklehrern “schwarze Schafe” die dann einem Schüler auch mal so Sprüche drücken wie:

“Das muß am Anfang weh tun, das war bei mir genauso.”

oder:

“Da mußt Du durch, das gibt sich mit der Zeit”

Solche Sprüche hört man z.B. als Gitarrist spätestens bei den Barreegriffen.

BLÖDSINN!!!

Tretet solche selbsternannten Lehrer SOFORT in die Tonne!
Diese Brüder richten mehr Schaden an als Nutzen.

Ein absoluter Sechser im Lotto ist natürlich der musikbegeisterte Orthopäde, der mit einem Musiklehrer einen Workshop veranstaltet. Da lernt man richtig viel über richtige Körperhaltung und das Instrument selber. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte spätestens bei einer Überweisung zum Orthopäden die Musik ansprechen. Wenn die Zeit da ist, helfen und beraten die Ärzte auch gerne und bereitwillig (das marode Gesundheitssystem läßt an dieser Stelle aber leider grüßen….)

Trotzdem: eine Sehnenscheidenentzündung ist eine Berufskrankheit – man kann sie nur schwer verhindern und nur konsequent von Anfang an hinauszögern. Unter Musikern heißt es: “Wer sie einmal hat, bekommt sie immer wieder”…
Es ist nicht die Frage, OB man sie bekommt, sondern WANN.

Dies hier ist weder eine medizinische Beratung noch eine Anleitung, wie man am besten ein Instrument erlernt. Es sind einfach nur einige Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Manche haben geholfen, manche nicht. Dennoch: mit Mitte 30 bin ich mit meiner ersten Sehnenscheidenentzündung vergleichsweise spät dran – so verkehrt kann das alles also nicht sein. Der Bequemlichkeit halber begründe ich das nun mal mit “Man wird halt nicht jünger”.

Trotzdem gibt es aber auch einige Musiker, die wesentlich älter sind als ich und diese Probleme nicht haben.
Nach mehr als 11 Jahren fast täglichen intensiven Krachmachens auf mehrerern Instrumenten hat es nun mich Autodidakten, der sich diese Erkenntnisse und Infos mühsam zusammengesucht hat, erwischt.
Da geht noch was für diejenigen, die gerade anfangen Musik zu machen. Schont Eure Gichtgriffel – es ist äußerst nervig, wenn man Musik machen will und dies nicht tun sollte… ;-)



// Abendmahl

Samstag, März 20th, 2010

Die Musik ist eine brotlose Kunst – das dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein.

Wieso ist das aber so? Liegt es daran, daß heutzutage nicht mehr jeder Schäferhund einen Plattenvertrag bekommt, sofern nur die Haare lang genug sind?

Gibt es zuviel Musik, so daß aus dieser ganzen Flut an Songs kleine Bands untergehen?

Falsch. Alles ganz falsch.

Brotlos ist das nur, weil wir hier einen Snackautomaten haben anstatt eines Brotbackautomaten.

So sieht mein heutiges Abendessen aus:

Und ich könnte mich jetzt zum wiederholten Male für die schlechte Vorratsspeicherung hier im Proberaum selber ohrfeigen…. *narf*

Immerhin ist Bier da – frei nach dem Motto: “Das bischen, was ich esse, kann ich auch trinken….” :mrgreen:



// Aufnahmen ohne Ende

Sonntag, März 14th, 2010

Dieses Wochenende war außer Aufnehmen und Abmischen nicht viel los:
Zwei Schlagzeugspuren, eine Baßspur, drei Keyboardspuren und noch ein wenig Percussion. Die Gitarrenspur ist in Arbeit. Diesmal wird das etwas aufwendiger wegen einer von mir selten verwendeten Stimmung: die ganzen Akkorde kann ich jetzt natürlich nicht mehr greifen und kann mir völlig neue Patterns für das Solo zurechtbasteln.

Außerdem habe ich mich mal wieder etwas aus der HüpfHops-Ecke bedient (ich finde diese “Musik” ja grauenvoll – technisch laufen da aber einige interessante Sachen. Irgendetwas müsssen die ja können, wenn die Clowns in den zu großen Hosen schon kein Instrument spielen können :twisted: )

Dieses Experiment führte wieder zu einigem Kabelsalat auf dem Boden und exzessiven Computereinsatz, aber es hat sich gelohnt: die Bassdrum hat nun durch Beimischen eines tieffrequenten Sinustones einiges an Wumms dazugewonnen.
Diese Idee ist zwar uralt und auch mir nicht ganz neu, war bei mir aber bisher mangels Gate “live” nicht umsetzbar. Leihweise hatte ich jetzt übers Wochenende eines da – und nun, das fetzt die Omi aus’m Sessel :mrgreen:

Mal schauen, ob ich das als Standardsound verwenden kann – und ob ich irgendwie dauerhaft an so ein Gate komme….
Bis dahin wird das wohl eine reine Computerbastelei werden und ist somit dementsprechend zeitaufwendig.