Axys “Rehaugenhundeblick” hat gewirkt – wobei das in diesem Fall einfach war: den Gedanken zu diesem Blogeintrag hatte ich schon, bevor die Frage in diesem Eintrag von Axy gestellt wurde. Mittlerweile kennt man ja seine Pappenheimer
Axy fragte:
Ich hätte echt nicht gedacht, dass es da so riesen Unterschiede [bei den Plektren] gibt… Kriegen wir das mal zu hören, ob sich das arg unterschiedlich anhört? *Rehaugenhundeblick aufsetz*
Je mehr ich darüber nachdachte, umso ausführlicher hätte das hier werden können. Letztenendes habe ich mich dazu entschieden, nur einige ausgewählte Beispiele zu verwenden:
(Klick vergrößert, der Bierdeckel dient als Größenvergleich
)
Form und Material eines Plektrums:
Plektren (engl. Pick) können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Der gängigste Werkstoff ist Polyamid (auch als Nylon bekannt) – gefolgt von Metall (Titan, Aluminium, Messing oder Stahl). Darüberhinaus gibt es auch noch etwas “exotischere” Materialien wie Filz, Glas, Knochen, Holz oder Stein. Für letzteren verwendet man einen Halbedelstein, Achat ist recht gebräuchlich.
Einen weiteren wichtigen Einfluß hat die Form: auch hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und nicht wenige Gitarristen bearbeiten erst mal ein neues Plektrum. Häufig werden die Teile an der Spitze zurechtgefeilt. Von Mick Box (Uriah Heep) bekam ich nach einem Konzert dieses Plektrum und man kann erkennen, daß dies mit einer Feile “geschärft” wurde:
Weitere beliebte Tricks, um den Klang eines Plektrums zu verändern:
- das Plektrum über einen rauhen Teppichboden ziehen (Ehefrau und / oder Freundin hat evtl. was dagegen)
- mit einem Feuerzeug anschmelzen (Vorsicht!!! Die Dinger brennen wie Zunder!)
Genauso kann es aber auch werkseitig grundlegende Unterschiede in der Form geben: zum Beispiel die Sharkform, die aussieht, wie eine gezahnte Haifischflosse (sowas habe ich nicht, deswegen leider auch kein Foto).
Die Stärke (Dicke) eines Plektrums
Mindestens ebenso wichtig ist die Stärke. Es gibt 0.60 mm, 0.73 mm, 0.88 mm, 1.00 mm, 1.14 mm, 1.38 mm, 2.00 mm oder 3.00 mm dicke Plektren.
Andere Bezeichnungen sind :
- Extra Light (besonders dünn)
- Light Medium (mittlere dünne Stärke)
- Medium Heavy (mittlere Stärke)
- Extra Heavy (besonders dick)
Für Anfänger sind eher dünne Plektren geeignet, da beim Anschlag weniger Kraft benötigt wird. Der Sound ist recht weich und eher für Rhythmusgitarre geeignet als für ein dynamisches Solo. Die Größe des Plektrums hat einen größeren Einfluß auf den Sound als dies bei harten Picks der Fall ist.
Ich belasse es jetzt bei dieser Kurzinfo, hier könnte man noch ewig viel schreiben. Dies haben aber schon andere getan: Musikerboard, Saitenweise u.a.
Hörbeispiele verschiedener Plektren
Verwendet habe ich eine Strat von Vigier mit Humbucker-Tonabnehmer. Ausgewählt habe ich die Stegposition.
Für alle Beispiele habe ich einen ganz normalen A-Moll-Akkord gespielt: um meine Anschlagtechnik nicht zu verändern, habe ich ein sehr einfaches Riff bestehend aus zwei gedämpften Achteln und einer ausklingenden Viertel ohne Metronom gespielt. Ich denke, dieses Riff gibt eine Alltagssituation wider.
Die Gitarre wurde direkt ans Mischpult angeschlossen (also ohne Effekte, Verzerrung und andere Spielereien). Auf jegliche Nachbearbeitung (wie Rauschunterdrückung) habe ich verzichtet, da diese durch Unterdrückung von ausgewählten Frequenzen den Klangeindruck verändert hätte.
Die nachfolgenden Aufnahmen sind also der “Rohsound”.
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Plektrum |
Beschreibung |
Klangbeispiel |
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Weiches Plastikplektrum, dreieckige Form, für das Foto gebogen, um die Elastizität zu zeigen |
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Ein Plektrum aus Filz, abgerundete Spitze |
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Ein spezielles Plektrum, mit dem man den Klang einer Zwölfsaitigen Gitarre imitieren können soll: Für Klangbeispiel1 wurde dieses Plektrum verwendet, Klangbeispiel2 ist eine Zwölfsaiter |
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? |
Steinplektrum aus Achat, welches ich leider verbummelt habe. Die Teile haben im Allgemeinen den Nachteil, daß sie leicht verschwinden. Hierfür bekam ich von einem NETTEN Bandkollegen auch einen Spitznamen: Broken “Wo-ist-mein-Plektrum” Spirits |
derzeit leider nicht möglich |
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Dünnes Metallplektrum mit spitzer Spitze. Man braucht schon etwas mehr Kraft, um dies zu verbiegen. (vgl. erstes Beispiel) |
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Kartoffelchip: das Plektrum zum Aufessen. Wenn man nicht zu fest anschlägt, geht das sogar recht (lange) gut. Während dem Schreiben an diesem Artikel entdeckt |
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Mein persönlicher Favorit: die zurechtgefeilte Ten-Pence-Münze |
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mittleres Plektrum mit runder Spitze |
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Dickes Plastiplektrum mit spitzer Spitze |
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Dickes Metallplektrum. |
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Dieser Blogeintrag war auch für mich recht interessant: über das Plektrum, dieses kleine Teil, das ich doch beinahe täglich verwende, habe ich mir in den letzten zehn Jahren recht wenig Gedanken gemacht.
Ich denke, entscheidend sind aber trotz allem eher die Vorlieben: ich persönlich bevorzuge kleine Plektren aus Metall. Ich finde, die liegen einfach besser in der Hand und man kann sie während dem Spielen auch mal mit dem kleinen Finger festhalten und ohne Plektrum weiterspielen. Dies ist sowieso meine bevorzugte Spielweise
.
Es war aber auch für mich recht interessant, das auszuprobieren und bewusst zu vergleichen. Ein neues Plektrum habe ich auch noch gefunden: den Kartoffelchip.
Danke Axy













