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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘Gastmusiker’



Broken Spirits: Gastmusiker.

Im Proberaum kann ich nicht alles alleine machen, deshalb sind hin und wieder Gastmusiker zu Besuch.





// Rocker trifft drei Hüpfhopser

Montag, Januar 9th, 2012

Daß ich die Musik im Allgemeinen und Besonderen für ein tolles Hobby halte, hat sich nicht nur in der Bloggerszene herumgesprochen. Auch im Bekanntenkreis wissen davon einige Leute und manchmal, wenn der Nachwuchs entsprechende Ambitionen hat, werde ich auch um einen “Crashkurs” gebeten.

Nachwuchsmusiker unterstütze ich natürlich gerne – selbst dann, wenn es Hüpfhopser sind. Die Musik ist ja schließlich ein toller Zeitvertreib.

Diese Hüpfhopser, die dann bei mir im Proberaum standen, waren noch jung. Sehr jung, um genau zu sein. Und ausgesprochen “uncool” und szeneuntypisch: ich wurde nämlich nicht mit “Alter” oder “Wichser” angeredet, sondern mit “Sie”. Großgeschrieben und übertrieben höflich.

Diese drei Jungs, die kurz vor dem Stimmbruch standen, habe ich aufgrund meiner Erfahrungen mit anderen Hüpfhopsern einfach mal in dem Glauben gelassen, daß ein “Sie” (großgeschrieben und übertrieben höflich) unter Musikerkollegen das Normalste auf der Welt ist. (Ich habe die drei Kids natürlich fleißig geduzt. So wie das unter Musikerkollegen absolut normal und üblich ist… also quasi in deren Augen danebenbenommen. Das steht mir nach meinen Erfahrungen mit Hüpfhopsern mittlerweile auch zu – wie ich finde :mrgreen: )
 

Zwei Welten prallen aufeinander

 
Nicht nur musikalisch waren diese eineinhalb Stunden ein Erlebnis. Bei dem Altersunterschied prallen auch zwei Generationen aufeinander, die sich außerhalb der Proberaumwelt eher nicht begegnen würden.

Für mich “alten Hasen” ist es selbstverständlich, daß ich meinen Kram selber einspiele oder die Hilfe von Gastmusikern in Anspruch nehme. Wenn das alles nicht klappt, wird notfalls wird eben ein Instrument dazugelernt.

Für die junge Generation ist es aber offenbar völlig normal, alles aus dem Internet runterzuladen, um es anschließend zu einem “eigenen” Song zu verwurschten. Mit “alles” meine ich komplett durcharrangierte Instrumentalparts bestehend aus Schlagzeug, Baß, Keyboard und Gitarre.

Für mich nicht völlig neu und aus der Szenegerüchteküche durchaus bekannt – aber eben noch nie so hautnah miterlebt. Und wieder einmal durfte ich feststellen, daß ich ein alter Sack bin…

Letztenendes ist diese Vorgehensweise vielleicht auch ein interessanter Aspekt, der erklärt, warum es viele Leute der nachfolgenden Generation gibt, die das “geistige Eigentum” für eine Erfindung der Plattenlabels und Verwertungsgesellschaften halten. Ich kenne die Arbeit und den technischen Aufwand dahinter. Ich mache meine Beats schließlich auch selber. Für die nachfolgende Generation ist das einfach nur ein oder höchstens zwei Mausklicks entfernt.

Der Nachteil ist allerdings offensichtlich: irgendeine Band bei Hintertupfingen verfügt ebenfalls über eine Internetanschluß und im Endergebnis hat man zwei gleiche Songs mit unterschiedlichen Texten.

Mich stimmt das etwas wehmütig – dieses Erfolgserlebnis, einen schwierigen Gitarrenpart (oder was auch immer) endlich zu beherrschen oder sich auf einem Instrument weiterentwickelt zu haben, geht dieser Generation doch völlig verloren, oder?

Andererseits besteht immerhin die vage Hoffnung, von der nächsten Generation der Hüpfhopser einigermaßen respektvoll behandelt zu werden und später – wenn ich wirklich alt und klapprig bin – über die Straße gebracht zu werden. Immerhin.

So wie vor einiger Zeit mehrfach beschrieben kann das ja mit den Hüpfhopsern nicht weitergehen;-)



// Setzen, 6!

Dienstag, November 8th, 2011

Die Volksverblödungskiste lehne ich ja bekanntermaßen komplett ab. Manchmal bekomme ich aber doch etwas mit, was sich so allabendlich im Unterschichtenfernsehen abspielt. Und jedesmal kriege ich auf gut deutsch gesagt das große Kotzen.

Da gibt es also sogenannte Castingshows, die sich fernab jeder Musiker-Realität bewegen und mich jedesmal erfolgreich auf die Palme bringen, wenn ich sehe, nach welchen Kriterien ein Musiker “weiterkommt”.
Castings im Allgemeinen sind ja grundsätzlich nichts Schlechtes und finden mit schöner Regelmäßigkeit auch bei mir statt – nämlich immer dann, wenn ich mit einem Instrument nicht weiterkomme und die Hilfe eines Gastmusikers brauche.

Aber so, wie ich das bei Dangerblood lesen durfte, läuft das hier nicht ab.

In dem erwähnten Blogeintrag geht es um diesen Teilnehmer:

Herr Bohlen schwadroniert erst mal minutenlang über das Übergewicht und die Eßgewohnheiten des Teilnehmers.
Nun, im realen Proberaumalltag sind derartige Fragen nicht ungewöhnlich, beziehen sich aber meist auf Flüssignahrung. Schließlich ist nichts ärgerlicher, wenn während der Bandprobe plötzlich das Bier alle ist. Ein ausreichender Vorrat sollte bei solchen Treffen schon da sein und das fällt unter die Rubrik Supply Chain Management.

Mir stellen sich bei diesem Gefasel der Juroren zwei Fragen: sucht Herr Bohlen ein Model für angehende Schneiderkünste und will er Stoff sparen oder sucht er einen Sänger? Und: hat der noch nie etwas von großartigen Sängern wie Meat Loaf gehört?

Nach dem Song geht die inkompetente Kritik weiter. Wieder ist das Übergewicht ein Thema, aber es wird auch von allen drei selbsternannten Juroren kritisiert, daß der Song zu persönlich sei.

Gehts noch?! Ein Song sollte immer persönlich sein. Mir fehlt das Persönliche in dem Charteinheitsbrei. Letzlich werden die ganzen Songs nur von einer handvoll Leuten geschrieben und im Nachhinein wird das passende Gesicht (und nicht die Stimme) ausgesucht.

Wenn das Publikum am Ende des Auftritts Standing Ovations gibt, dann ist dies vielleicht zurecht? Weil jeder schon mal Ausgrenzung in irgendeiner Form erlebt hat und sich durch diesen Songtext angesprochen fühlt?

Wenn Herr Bohlen die persönliche Komponente kritisiert, beweist das nur eines: totale Inkompetenz. Spätestens nach den Standing Ovations hat der Mann den Knall nicht gehört.

Anstatt daß die selbsternannten Juroren wieder auf das Übergewicht eingehen, wäre ein Kommentar zur Gesellschaftskritik des Songtextes angebrachter gewesen. Stattdessen gutgemeinte Ratschläge und vermeintlich wohlwollende Ratschläge, die zwischen den Zeilen nur eines zum Ziel haben: den Kandidaten zur Sau zu machen.

An Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist der Kritikpunkt, daß der Song zu “einfach gestrickt” sei. Gedanklich drängen sich mir ja so Titel wie “You’re My Heart You’re My Soul” oder “Cheri Cheri Lady” auf, die – milde ausgedrückt – sowohl harmonisch als auch rhythmisch ebenfalls extrem einfach gestrickt sind (und selbst da schafft es Herr Bohlen nicht, die Finger auf der Klampfe passend zum Playback zu bewegen – Modern Talking ist in dieser Hinsicht noch legendärer als Britney Spears, der während einer Show ein Bühnenscheinwerfer auf den Kopf fiel und der Gesang trotz Bewußtlosigkeit weiterging).
Wenn so eine Melodie aber aus der Feder des Herrn Bohlen kommt, dann heißt das “eingängig”. Bei einem Übergewichtigen wird da Kinderkram eines “Achtjährigen” draus. So kann man sich natürlich auch die Fakten zurechtdrehen.

Im Übrigen finde ich es ja schon rotzfrech (im positiven Sinne!), daß sich dieser Kandidat mit diesem Songtext in einer Castingshow vorstellt – besser kann man dieses abartige und menschenverachtende Fernsehformat vor laufender Kamera gar nicht kritisieren.

DAS ist Kunst und das Ziel ist erreicht: Herr Bohlen als einer der Motoren dieses Systems ist laut eigener Aussage “schlecht drauf”, wenn er diese “Betroffenheitsnummer” hört. Bohlens Daumen nach unten ist ein klarer Punktesieg für Torben :mrgreen:

Die Optik spielt hier im Proberaum übrigens keine Rolle: wichtig sind für mich neben dem Können auch “Softskills” wie Zuverlässigkeit, technisches Verständnis (Stichwort Kabelsalat), ein gutes Miteinander und Spaß an der Musik.
Die Erfahrung hat im Laufe der Jahre auch gezeigt, daß Sänger von kräftiger Statur meist auch eine kräftige Stimme haben. Was für mich das Abmischen nach erfolgreicher Aufnahme ungemein erleichtert.
Dieser Schlankheitswahn im Fernsehen ist völlig irrationaler und kontraproduktiver Wahnsinn, der der Musik langfristig mehr schadet als nutzt.

In allererster Linie zählt die Stimme. Sonst nichts.



// Die Prozession zum Klo

Mittwoch, Mai 11th, 2011

Was mir gerade auffällt: nicht nur Frauen gehen zusammen aufs Klo, die Nachbarband auch.
DAS nenne ich mal Timing: lauter Kerle, die das Bier so trinken, daß sie alle gleichzeitig aufs Klo müssen :mrgreen:

Diese menschlichen Bedürfnisse sind übrigens so eine Sache: was macht ein Musiker mit einer schwachen Blase?
In einer befreundeten Band gibt es so einen Fall: ein Keyboarder mit einer extrem schwachen Blase. Pro Bier kann er zweimal auf’s Klo rennen. Und wie so viele Musiker trinkt er gerne ein Bier.

Im Proberaum ist das kein Problem, da läßt sich mal eben notfalls selbst mitten im Song eine Pinkelpause einschieben. Während eines Auftrittes bereitet dieses Handicap schonmal Schwierigkeiten: das Publikum geht ab, ein Song geht nahtlos in den nächsten über, damit die Kneipe nicht aufhört zu kochen.

Ich unterstütze diese Band hin und wieder als Tontechniker bei Auftritten und aus einigen Jamsessions kannte ich dieses Problem. Dementsprechend gespannt war ich, wie die Jungs das Problem lösen.

Die Lösung war ebenso einfach wie naheliegend und genial: einen Eimer unter das Keyboard und über das Keyboard wurde ein Tuch drapiert mit dem Bandlogo. Sah gut aus, der Keyboarder konnte soviel Bier trinken, wie er wollte und die Band war fit genug, um die einhändigen Keyboard-Passagen spontan zu füllen.

Das Publikum hat nie etwas gemerkt, bis diese Band einen Auftritt in einer Kneipe am späten Nachmittag hatte und sich genau hinter dem Keyboarder ein Fenster befand. Das Publikum wird dieses “Schattentheater” wohl nie vergessen….



// Uiuiuiuiuiuiuiuiui

Sonntag, Februar 20th, 2011

Ich weiß, warum ich dieses Schild hier im Proberaum hängen habe:

Pupsen verboten

Auf die 5 Euro in der Kaffeekasse bestehe ich – auch bei langjährigen Kollegen bzw. Gastmusikern. Schließlich gilt auch hier: “Wer lesen kann, ist klar im Vorteil”. :mrgreen:

Und wieder einmal bin ich froh, daß der neue Proberaum Fenster hat. Heiliger Strohsack.



// Eine Sensation des Fortschritts

Dienstag, Februar 1st, 2011

Ich kann ja mal nur wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, was im Fernsehen als eine “süße Geschichte” verkauft wird. Eigentlich bin ich ja froh, daß ich keine Glotze habe, dank Twitter und Co entgehen mir aber die medialen Ereignisse (leider) doch nicht. Beim Dschungelcamp durchaus katastrophal – denn dieser bildungsferne Unterschichtenscheiß interessiert mich überhaupt nicht.

Etwas größer – aber immer noch verschwindend gering – ist das Interesse bei Musikereignissen wie der Euro-Vision-Songcontest. Ab und zu lese ich mal was darüber und lese auch mal einen Artikel zuende. Und manchmal muß ich lachen, z.B. wenn der dritte Song von Lena mit einer “ganz, ganz süßen Geschichte” angepriesen wird.

Da darf man doch mal gespannt sein… und was ist? Die zwei Komponisten sitzen an verschiedenen Stellen dieser Kugel, auf der die Menschheit ihr süßes Dasein fristet. Und dann gibt es Internet und Videochats. Und man kann trotz dieser unglaublichen Entfernung von 8750 km Songs zusammen schreiben. Über Videochat.

DAS ist natürlich eine ganz neue Erfahrung. So haben wir auf MySpace und einschlägigen Musikerforen noch nie Musik gemacht. Darauf hätten wir einmal kommen müssen. Die Geschichte ist so süß, daß mittlerweile in mindestens zweihundertdrölfzig Proberäumen weltweit die Eierkartons an der Proberaumdecke durch Zuckerstalagtiten ersetzt worden sind. Ein Internetzugang gehört nämlich seit mindestens drei Jahren zum Proberaumstandard.

Die HüpfHopser, die in Sachen technischer Entwicklung meistens etwas schneller sind, als die anderen Musiker, machen das schon seit Ewigkeiten so; das hat sogar den Vorteil, daß sie auch mit anderen Musikern in Kontakt kommen. Wenn auch nur kurz: bei der ersten Beleidigung werden sie weggeklickt. Da macht die Zusammenarbeit mit den HüpfHopsern sogar fast Spaß.

In der Realität außerhalb des Flimmerkastens ist aus der Zusammenarbeit über das Internet schon fast nicht mehr wegzudenken. Gerade für die Einzelkämpfer, die im stillen Kämmerlein Songs schreiben und sich bei Bedarf Unterstützung holen, ist diese Vorgehensweise mittlerweile völlig normal und selbstverständlich. Hin und wieder hört man auch von unvollständigen Bands, die sich ihre fehlenden Musiker über Skype wenigstens vorsortieren. Da gibt es dann eben mal eine Jamsession über Skype für die Vorauswahl. Die zweite Runde findet dann im Proberaum statt. Und spätestens seit die Gastmusiker für die Anfahrt das Spritgeld zurückerstattet wollen, läuft das bei mir sowieso nicht anders: erstmal wird über Videochat gejammt, und erst dann treffen wir uns für die Aufnahme im Proberaum (sofern das aufgrund der Entfernungen überhaupt möglich ist). Einige Gastmusiker “kenne” ich schon seit Jahren und habe sie noch nie im Reallife gesehen. Oder ich war bei irgendwelchen Bands in einem Kuhdorf hinter Timbuktu als Gastmusiker tätig. Meine Geographie-Kenntnisse haben sich jedenfalls seit einigen Jahren vergrößert.
Und bevor jemand fragt: ja, wir zeigen uns unsere Proberäume auch auf Googlemaps oder laufen mit der Webcam durch den Proberaum, um über das Equipment zu fachsimpeln. Das haben die Macher dieser Sendung nämlich vergessen zu erwähnen.

Hier kann man sich die ganz, ganz süße Geschichte angucken.

(im Übrigen bezweifle ich, daß das auch für die beiden Komponisten eine neue Erfahrung war, auf diese Art und Weise einen Song zusammen zu schreiben – aber das wäre ja für die Glotze zu langweilig.)



// Vorbereitung ist alles

Montag, September 27th, 2010

Der gestrige Abend war Chaos pur: im neuen Proberaum wurde das erste mal “scharf geschossen”, d.h. die imaginäre Aufnahmelampe blinkte für mehrere Stunden.

Bisher lief hier ja eigentlich nicht viel mehr als die einzelnen Komponeten meines semiprofessionellen Tonstudios auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen bzw. selbige Komponeten dazu zu bringen, miteinander zu kommunuzieren u.a.

Das Ganze ging seit dem 1. Juli so und obwohl mittlerweile sehr viel Arbeit, Geld und vor allem Zeit in diesem Raum steckt, habe ich hier genaugenommen noch nichts gemacht – zumindest nichts, wofür ich diesen Raum eigentlich gemietet habe.

Auf ICQ fragte gestern abend eine befreundete Musikerin an, wie weit ich sei – sie habe einen Song geschrieben, den sie gerne aufnehmen möchte.

Dies sollte theoretisch kein Problem sein, die Checkliste war meinerseits weitgehenst abgearbeitet: Gitarre kann man bereits aufnehmen, und wenn das funktioniert, klappt das auch mit jedem anderen elektrisch verstärketen Instrument. Da es in diesem Fall nur um Gitarre und Gesang ging, sah ich keine Probleme, die diese Session verhindern könnten.

Derzeit ist zwar alles ein klein wenig improvisiert, aber mit etwas guten Willen, ein wenig Geschick und den nötigen Kontakten geht alles.

Sowohl die befreundete Musikerin als auch ich haben daraufhin einen gemeinsamen Bekannten per ICQ angefunkt, weil ein nicht unwesentlicher Stecker gefehlt hat. Ausgemacht war, daß die befreundete Musikerin diesen Stecker bei dem Bekannten abholt (der nebenbei bemerkt mit einem handfesten grippalen Infekt im Bett lag).

Die Musikerin stand auf einmal bei mir in der Tür, während ich im Proberaum am Rotieren war und versucht habe, das Equipment startklar zu bekommen, mein theoretisch vorhandenes Exemplar des Steckers gesucht habe und gleichzeitig versucht habe, dem Kollegen am Telefon zu erklären, was ich notfalls für einen Stecker brauche und warum es hier keine Alternativen gibt.

Tja, wenn eine attraktive Kollegin kommt, dann sind sogar wir Kerls multitaskingfähig und können auch sterbenskranke Kumpels zu Höchstleistungen motivieren.

Natürlich werden die sterbenskranken Kumpels per Telefon sofort wieder ins Bett geschickt, wenn die Musikerin unerwartet und ohne den Stecker dabeizuhaben plötzlich in der Tür steht – insbesondere dann, wenn diese zu allem Überfluß unter Mißachtung sämtlicher Verkehrsregeln ohne Umwege in Richtung Proberaum bretterte.

Auf ICQ ergab sich daraufhin während dem Soundcheck folgender Dialog:

(20:00:07) Broken Spirits: die Musikerin *) ist da… den stecker hat sie nicht dabei… hä?
(20:04:32) Broken Spirits: und sie möchte wissen, was es kostet, wenn man mit 20 km / h zuviel geblitzt wurde
(20:12:22) bettlägriger Kumpel *): hahahahahahaha
(20:13:15) bettlägriger Kumpel: ~20min. kommt drauf an was fuer ne anlage wieviel toleranz die abziehn und wie genau der tacho ging…
(20:13:40) bettlägriger Kumpel: mit glueck isses weniger euros mit pech mehr
(20:19:01) bettlägriger Kumpel: moment fuer was hab ich jetzt die bude aufn kopp gestellt und mir dreht sich alles?
[Anm. d. Red.: man beachte die fast sechsminütige Denkpause!]
(20:19:19) Broken Spirits: k.a…. habe ich mich auch grad gefragt
(20:19:52) bettlägriger Kumpel: grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

*) Namen sind der Redaktion bekannt.

Via Twitter wurde von @icycube die Frage nach den anfallenden Kosten und Konsequenzen umfassend und ausführlich beantwortet.

Diese entpuppten sich als weniger schlimm als erwartet und so bekam ich eine spontane Tanzeinlage der Musikerin zu sehen. Filmreif.

Fazit des Abends?

(a) Das erste Mal wurde hier im neuen Proberaum scharf geschossen. Einer meiner zwei Haupt-Computer ist eingeschränkt einsatzbereit (es gab das erstmals seit knapp 10 Jahren einen Bluescreen und durch den umzugsbedingten Transport sind meine SCSI-Laufwerke ausgefallen). Eine Einschränkung, die die gestrige Aufnahmesession kurzzeitig erschwert hat.

(b) Derzeit scheitert es noch an vielen Kleinigkeiten, wie Adaptersteckern, Kabeln etc. Aber auch das läßt sich mittlerweile mit einigem Improvisationsgeschick und technischem Verständnis lösen. In naher Zukunft werden diese Miniprobleme peu a peu ausgemerzt sein.

(c) Mein Ex-Vermieter ist ein Arschloch. Weitere Schäden, die durch diese Abrißbirne verursacht wurden, kamen ans Tageslicht.

(d) Fliesen im Proberaum sind toll: wenn ein Bier runterfällt, kann man das aufwischen. Die Zeiten, in denen sich innerhalb weniger Wochen ein paar Liter Bier im Teppich befinden, sind vorbei. Glasbruch heißt heute nur noch: “Schade ums Bier!”.
Ein Bierflaschenhalter muß trotzdem wieder her.

(e) Zwei Räume: absolute Klasse!!! Die Musikerin schafft wie ein Pferd in dem Aufnahmeraum, dazwischen ist eine Tür und im Technikraum kann ich machen, was ich will. Man hört nichts voneinander. Eine Verbesserung wäre noch ein Sichtfenster oder eine Kamera”überwachung”, so daß eine bessere Kommunikationsmöglichkeit besteht als Klopfsignale. Das wird irgendwann kommen.

(f) Auch wenn gestern abend vieles chaotisch verlief, so ist es dennoch absehbar, daß hier in wenigen Wochen die Kuh fliegen wird. Es sind jetzt nur noch einige wenige Details abzuarbeiten (in denen durchaus der Hund begraben liegen kann) – aber es wird. Land ist in Sicht.

(g) Durch Zufall habe ich ohne großen Suchaufwand ‘ne talentierte Musikerin gefunden. Ich hoffe, daß die gestrige Session ausbaufähig ist und es weitere Projekte geben wird. Mal schauen – da gehören ja auch immer zwei dazu.

(h) Die USB-Maus, die ich der Musikerin mitgeben wollte, damit mein bettlägriger Kumpel mit seinem Schläpptop wieder komfortabel surfen kann, liegt immer noch im Proberaum.

Zitat des Tages?

O-Ton der Musikerin: “Ohne Bier kann man nicht ordentlich aufnehmen!”

Sympathisch! :mrgreen:



// Fix und fertig

Montag, Juli 26th, 2010

Nur noch die Spuren der Baustelle sind zu beseitigen… etwas aufräumen, durchfegen und Werkzeug zurückgeben, in einem Fall gestalltet sich das schwierig, da der Verleiher nicht erreichbar ist – das Hausverbot im alten Proberaum steht dabei ganz ordentlich im Weg.
Prinzipiell könnte ich da zwar einfach reinlatschen und einen Zettel an die Tür hängen – was zum einen den Effekt hätte, daß exakt zwei Minuten später mein Telefon klingelt, da der alte Vermieter in seiner Freizeit nichts besseres zu tun hat, als in seiner Wohnung in $Ortschaft_40_km_entfernt vor der Überwachungsanlage zu sitzen und den Parkplatz zu beobachten. Auf dieses Telefonat habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Zum anderen wäre das auch nur Wasser auf den Mühlen dieser alten Petze. Darauf habe ich noch weniger Böcke.

Am Samstag wurden meine Bastelaktivitäten nur kurzzeitig durch den Hausmeister unterbrochen, der mal in einer Arbeitspause kurz Klavier spielen wollte. Also kurz meine Rechner hochgefahren, Keyboards angeschmissen und er konnte loslegen. Nun – das kann er ziemlich verdammt gut. Wenn es zeitlich hinhaut, gibt das bestimmt eine Jamsession und/oder einen neuen Gastmusiker :-)

Auch die Autowerkstatt war am Sonntag für einen Lacher gut. Die Aktion von denen war filmreif: ein Auto fällt während der Fahrt auf dem Hof komplett auseinander… :shock: Irgendwie haben sie es trotz gebrochener Vorderachse geschafft, die Einfahrt zu treffen. Danach sind sie mit einer Schubkarre über den Hof und haben alle möglichen Einzelteile eingesammelt – Radkappen, den Auspuff, die Beifahrertür, einige Teile von was weiß ich woher… wie gesagt: sowas gibt es eigentlich nur im Film :mrgreen:

Fotos vom Proberaum gibt es in zwei bis drei Wochen – die neue Kamera ist bestellt (hier im knapp 400 000 Seelenkaff gibt es tatsächlich nur einen (!!!) Fachhandel für Fotografie – wenn man von “Geiz ist geil, ich bin doch nicht blöd” – Märkten absieht, wo ich ja nach hervorragender *hust* Beratung definitiv nicht mein Geld hintragen wollte.
Wenn dann bei Erhalt der Kamera auch mein Internetzugang funktioniert, steht den bereits mehrfach gewünschten Fotos aus dem Proberaum nichts mehr im Wege ;-)