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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘Gastmusiker’



Broken Spirits: Gastmusiker.

Im Proberaum kann ich nicht alles alleine machen, deshalb sind hin und wieder Gastmusiker zu Besuch.





// Abschied

Samstag, Juni 12th, 2010

Seit der Wasserrohrbruch hier in der Halle war, bin ich am Überlegen, wie es weitergehen soll.

Mein Equipment ist erstmal abgesoffen und somit verloren. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, kann ich noch nicht sagen. Zuvor muß der ganze Krempel erstmal trocknen und sollte nach Möglichkeit keinen Millivolt Spannung sehen.

Derzeit bion ich also am Aufschrauben, trockenföhnen und betreibe intensive Schadensbegrenzung.

Trotzdem: die Frage bleibt: wo nehme ich auf?

Ich habe 2 Tage überlegt und die letzten (fast auf den Tag genau) 11 Jahre vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lassen…

Einerseits ist der Umgang des Vermieters mit dioeser Situation vorbildlich: der Schaden entstand eindeutig durch die Baufirma und deren Haftpflichtversicherung wird dafür aufkommen müssen. Wie immer wird dies aber zu einem Versicherungsstreit kommen, dessen Ergebnis unklar ist.
Fakt ist jeddoch, daß ich auf einem Großteil des Schadens sitzenbleiben werde – auch wenn mir gute Freunde hier in der Halle schon Hilfe zugesagt haben.

Trotzdem: das was der Vermieter hier treibt, geht nicht. Hier sind Bauarbeiten durchgeführt worden, die uns alle betreffen, und wir wurden Null informiert. Freitag abend hing ein Zettel an der Klotür, auf dem stand, daß es Montags losgeht mit den Arbeiten. Am Montag war der Vermieter irgendwo in der Weltgeschichte im Urlaub.

Das Schöne hier ist auch, das es für fast jeden Beruf einen Experten gibt (also jemand, der genau diesen Beruf ausübt) und was ich hier heute teilweise zu hören bekam …. da streuben sich mir die Nackenhaare. Von Baupfusch ist die Rede und von grober Fahrlässigkeit. Tja, sowas habe ich mir schon fast gedacht bzw. befürchtet. Der erste große Regen mit einer verlegten Regenwasserleitung bestätigt dies ja auch. *hmpf*

Andereseits: Ein dauerhafter Dorn im Auge meines Vermieters war mein Schlagzeug – für ihn ist das Schrott oder um es mit seinen Worten zu sagen: Müll.

Er hat heute meinen Proberaum soweit klar gemacht, die Regale abgebaut und in den Ersatzraum getragen. Die Aufräum (bzw. Abriß-) arbeiten sind also abgeschlossen. Das finde ich schon als ungemeine Erleichterung :-)

Die Kehrseite der Medaillie: im ist bewußt (wieder einmal) geworden, was ich darin treibe und er versteht es immer noch nicht. Nunja.

Im gegenseitigen Einvernehmen haben wir heute den Mietvertrag aufgelöst (und das ging nicht ganz so friedlich ab, wie es sich jetzt hier anhört).

Ich habe die Schnauze voll und nach elf Jahren werde ich hier den Stecker ziehen.

Tja, hier sit tote Hose (geht nicht anders – und diesen Blogeintrag schreibe ich gerade bei einem meiner Nachbarn… und verabschiede mich von den ganzen Freunden, die ich hier kennenlernen durfte… :-( )

Ab 1. Juli brauche ich also einen neuen Proberaum… Einige habe ich mir heute schon angeschaut, und da war auch das ein oder andere interessante Angebot dabei…

Mal schauen wie es wird…

The Show must go on! ;-)



// Musikertypen

Sonntag, April 25th, 2010

Metaller & Hardrocker:

  • Erkennungsmerkmal: Langhaarmähne, Bierflasche
  • Lieblingsdroge: Bier
  • Lieblingssatz: gehen wir n Bier trinken?
  • Stimmung: immer gut gelaunt, bei Gitarristen: dropped-D.
  • Anwesend: mindestens einmal die Woche die komplette Band, Gitarristen sind öfter da.
  • Besonderheiten: Manche Exemplare haben einen erhöhten Haarsprayverbrauch kurz vor Auftritten oder Fotoshootings (gilt nur für Hardrocker)
  • Gothics

  • Erkennungsmerkmal: keine Haare, oder lange Haare; schwarze Klamotten
  • Lieblingsdroge: Bier bzw. unbekannt
  • Stimmung: in allen Stockwerken oberhalb des Kellers eher finster. Im Keller recht umgänglich und manchmal wird auch gelacht.
  • Anwesend: nicht bekannt, Proberaum ist vorzugsweise im Keller.
  • Besonderheiten: manchen Exemplaren wird fristlos der Mietvertrag gekündigt, da die Wände mit Ochsenblut gestrichen wurden (und das ist wirklich passiert!)
  • Die Coverband

  • Erkennungsmerkmal: eindeutige Erkennungsmerkmale sind nicht bekannt (abhängig vom Musikstil)
  • Lieblingsdroge: Cola, je nach Stilrichtung auch Bier
  • Lieblingssatz: ich hab da n Lied gefunden, das wir in unser Programm aufnehmen sollten.
  • Stimmung: meist gut gelaunt (variiert je nach Musikstil)
  • Anwesend: einmal die Woche, meist alle am gleichen Tag. Dieser Tag ist vom Frauenfernsehen abhängig.
  • Besonderheiten: die Mehrheit ist verheiratet. Altersdurchschnitt variiert. Die häufigste Musikergattung.
  • Punk

  • Erkennungsmerkmal: naja, Punks eben ;-)
  • Lieblingsdroge: Oettinger, alternativ Germania.
  • Lieblingssatz: Haste mal nen Euro?
  • Anwesend: nie (und wenn doch, dann nur kurz): über geschnorrte Euros kann man einen Proberaum nicht dauerhaft finanzieren.
  • Stimmung: gegen alles- egal was.
  • Besonderheiten: nehmen es mit Humor, wenn man auf die Frage “Haste mal nen Euro?” zu lachen anfängt.
  • Hüpfhopser

  • Erkennungsmerkmal: die Hose ist so groß, daß da ne vollgeschissene Windel… äh, lassen wir das.
  • Lieblingsdroge: keine Ahnung, was die rauchen. ABER DAS ZEUG IST SCHLECHT!!!!!
  • Lieblingssatz: Ey, Alder, fick dich
  • Anwesend: zu oft.
  • Stimmung: Stimmung kann man das nicht nennen.
  • Besonderheiten: kennen jedes Schimpfwort. Normale Wörter sind unbekannt; haben noch nie ein Ghetto von innen gesehen.
  • Techno-Fuzzies/ DJ’s/ House

  • Erkennungsmerkmal: ausgeprägte Zeigefingermuskulatur an der rechten Hand (bei Rechtshändern) -die Töne werden vorzugsweise mit der Maus in die Software geklickt…
  • Lieblingsdroge: Vinyl (DJ’s). Bunte Pillen, manchmal auch Gras (gilt für alle)
  • Lieblingssatz: Was? (alternativ: Hä? oder Wie bitte? Letzteres ist selten)
  • Anwesend: oft, sehr oft sogar.
  • Stimmung: meist gut, immer hilfsbereit bei technischen Fragen
  • Besonderheiten: Computerfreaks, haben manchmal ein ganz kleines Keyboard. Können oftmals kein Instrument spielen.
  • EMO

  • Erkennungsmerkmal: vermutlich depressiv
  • Lieblingsdroge: vermutlich Rasierklingen
  • Lieblingsatz: vermutlich sowas wie “alles deprimierend”
  • Anwesend: außerhalb der Partyzeiten. Hab hier noch nie einen gesehen. Es soll aber vier oder fünf geben. Gerüchteweise.
  • Stimmung: vermutlich depressiv
  • Besonderheiten: man sieht sie nicht.
  • Berufsmusiker

  • Erkennungsmerkmal: keine eindeutigen Erkennungsmerkmale bekannt (variiert je nach Stilrichtung)
  • Lieblingsdroge: Kaffee, Kaffee, Kaffee. Zigaretten
  • Lieblingssatz: Wann ist der nächste Gig?
  • Anwesend: selten, da immer unterwegs.
  • Stimmung: gestresst, aber immer freundlich und hilfsbereit
  • Besonderheiten: kennen alle und jeden, verfügen oft über viel Equipment – und wissen genau, wer evtl. fehlendes Equipment hat
  • Jazzer

  • Erkennungsmerkmal: die erkennt man sofort
  • Lieblingsdroge: Zigaretten, manchmal Kaffee, selten Bier (bei Auftritten für Dekozwecke).
  • Lieblingssatz: Lust auf ne Jamsession?
  • Anwesend: sehr oft (außer es ist ein Auftritt)
  • Stimmung: immer gut gelaunt
  • Besonderheiten: wer nen Jazzer kennt, braucht kein Musiklexikon und keine Grifftabelle: die kennen JEDE Musiktheorie und ALLE Akkorde :shock:
  • Ethno

  • Erkennungsmerkmal: Schaffell im Proberaum. “Alternatives” Erscheinungsbild, Bio
  • Lieblingsdroge: Räucherstäbchen
  • Lieblingssatz: Computer braucht man nicht zum Musikmachen.
  • Anwesend: unbekannt, man hört sie nicht. Sofern das Wetter mitmacht, spielen sie sowieso auf einer Wiese.
  • Stimmung: ausgeglichen; die Ruhepole in dem ganzen Haufen hier.
  • Besonderheiten: viel Equipment, meist Percussion. Kennen und beherrschen (fast) alle Instrumente der Naturvölker.


  • // Blogparade: The Sound Of The Blog-O-Sphere

    Samstag, April 17th, 2010

    Dies hier ist also meine erste Blogparade und die Idee dazu entstand vorgestern abend während einer Unterhaltung mit @ChiefJudy auf Twitter.

    Diese hatte nämlich von einem schrägen Zweiklang ihres Geschirrspülers und ihrer Waschmaschine getwittert.

    Sowas ist für mich als Klangbastler ein gefundenes Fressen ;-)

    Hier die Aufgaben für die Blogparade “The Sound Of The Blog-O-Sphere”:

    1) Nehmt mit irgendeinem Aufnahmegerät einen kurzen Klang (max 20 sec) Eures Alltages auf. Das Aufnahmegerät kann ein Diktiergerät, ein Handy, ein Laptop oder was auch immer sein. Hauptsache, das Teil hat ein Mikrophon. Die Qualität ist erstmal zweitrangig, ich kann viel verbessern und falls nicht: so klingt die Blog-O-Sphere eben ;-)

    Was Ihr aufnehmt, ist egal. Dies kann ein Gespräch im Bus, Vogelgezwitscher, ein Preßlufthammer, eine befahrene Straße usw. sein.

    Wichtig: Wegen urheberrechtlichen Gründen darf keine Musik im Hintergrund laufen!

    2) Schreibt einen Artikel darüber, wo und bei welcher Gelegenheit dieses Geräusch aufgenommen habt und verlinkt hierher. (Trackback oder Kommentar)
    Falls ihr einen Server oder Webspace habt, könnt ihr Eure Aufnahme auch in den Artikel einfügen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, könnt ihr mir den Klang per Mail schicken.

    3) Alle Klänge, die hier bis 30. April Null Uhr eingehen, werde ich zu einem Song zusammenbasteln und hier im Blog unter einer CC veröffenttlichen.

    Noch ein paar musikalische Hintergründe: was dann entsteht, ist eine sogenannte “Soundcollage”, bei der die einzelnen Klänge in einen neuen Kontext gebracht werden.
    Diese Idee ist nicht ganz neu, seit den 60iger Jahren wurde schon oft damit herumexperimentiert.
    Damals wurden Tonbänder zerschnitten und die einzelnen Schnipsel neu zusammengeklebt. Heute geht das natürlich wesentlich einfacher – die Klangschnipsel werden am Rechner zusammengebastelt oder auf ein Keyboard gelegt.



    // Normalität?

    Freitag, April 9th, 2010

    Manchmal kann ich gar nicht hinsehen, wenn ich hier einem befreundeten Schlagzeuger in seinem normalen Leben zuschaue….

    So auch eben: ich habe ihn seit längerer Zeit wieder am Getränkeautomaten getroffen. Wir habe uns beide ein Bier geholt, kurz geschwätzt und in seinem Proberaum wurde dann recht schnell nach ihm gerufen. Die Jungs waren gerade mit den Vorbereitungen für einen Gig beschäftigt und in solchen Momenten ist eben keine Zeit für Smalltalk ;-)

    Der Kerl rennt also los, dreht sich dabei im Laufen um und ruft “Die Jungs killen mich, wenn ich jetzt nicht in den Proberaum gehe”.

    Der Gang hier im Proberaum ist sehr eng, manche Türen gehen nach außen auf und man muß wirklich aufpassen, wenn man nicht in eine sich plötzlich öffnende Tür reinlaufen will – mein erster spontaner Gedanke ist: “Kerle, guck, wo Du hinläufst!”

    In diesem Fall ist das aber sinnlos…

    (weiterlesen …)



    // Erkenntnis der letzten Nacht

    Dienstag, April 6th, 2010


    Kaffeesatzlesen gestaltet sich als äußerst schwierig, wenn der Kaffeesatz während dem Lesen davonläuft.

    … wie ich es hasse, wenn hier irgendwelche Besucher mit merkwürdigen Kaffeetrinkgewohnheiten (in diesem Fall Kaffeepulver in eine Tasse und dann heiß Wasser drüber) die Tasse nach dem Auslöffeln Leertrinken in irgendeine Ecke stellen, in der ich diese garantiert nur zufällig finde *narf*

    Weiß hier jemand ob diese Grünbraungrauweiße Pampe irgendeiner Gefahrgutverordnung zwecks Postversand unterliegt?



    // Herzlich willkommen im Kommunikationszeitalter!

    Montag, März 29th, 2010

    Eine ganze Welt steht uns offen. Wir können skypen, chatten, twittern, uns gegenseitig auf Formspring befragen, wir bloggen, schließen virtuelle Freundschaften bei MySpace oder ähnlichen SocialMedia und sind überhaupt vollkommen kommunikationswillig….!

    Schwierig wird es, wenn man mal ernsthaft *hust* arbeiten will.

    So geschehen mit einer Musikerin: Songs über e-mail ausgetauscht, und wie das so ist, gab es natürlich einige Rückfragen. Bedingt durch meinen Internetcrash am Wochenende gab es auch etwas Durcheinander im Posteingang. Die E-mails habe ich nämlich in der Aufzählung oben vergessen :mrgreen:

    Jetzt stellte sich die folgenschwere Frage: wie klären wir alle Unklarheiten möglichst schnell…

    Skype ist (nicht) gut: hat sie nicht, aber ich
    MSN ist (nicht) gut: hat sie, aber ich nicht
    twitter ist (nicht) gut: hat sie nicht aber ich. wäre aber für die meisten Fragen ausreichend
    googlewaves ist ähnlich gut oder schlecht: ich habs, weiß aber nicht ob und wie es für diese Zwecke geht; sie hingegen kennt es nicht.
    ICQ geht auch nicht, da ich mein Paßwort vergessen habe (und wie war nochmal meine Nummer….?)
    e-mail bleibt somit übrig und gerade verquasseln wir uns twittern wir via e-Mail…

    Was es sonst noch gibt, kenne ich nicht. UND DAS IST AUCH GUT SO!!! :twisted:

    Fazit: die Transparenz wird immer opaker.

    Und ich will so ein altes Telefon wieder… ja, genau, die Dinger mit Wählscheibe :mrgreen:



    // Exotische Musikinstrumente

    Samstag, Februar 27th, 2010

    Percusionisten haben im Allgemeinen eine recht große Auswahl an Instrumenten und viele davon kommen aus recht fernen Ländern. Oft habe ich schon von Meeresschnecken gehört, die als Instrument verwendet werden, gehört hatte ich das bis heute noch nicht.

    Hier ist mal dieses Instrument – angeblich kommt es aus Tibet (was mich ehrlich geagt etwas wundert – ich muß da noch mal nachfragen):

    Verwendet wurde sie ursprünglich bei ritualen oder buddhistischen Zeremonien. Abgebildet ist ein Dämon, der als er von einem Krieger besiegt wurde, um sein Leben bettelte und von diesem Zeitpunkt an dem Krieger diente… so ungefähr war die grobe Geschichte dahinter. Einerseits war ich heute nicht ganz aufnahmefähig (letzte Nacht war lang, sehr lang sogar), zum anderen kennt sich die Freundin meines Percussionisten mit den Legenden Tibets besser aus, und die war heute nicht dabei.

    Hier noch das Mundstück:

    Und so hört sich das Teil an:

    Ob ich es verwenden kann, weiß ich nocht, mehr als einen Ton kriegt man da offenbar nicht raus. Aber vielleicht kann ich es ja als Rohklang für meine Synthesizer verwenden… ;-)