(c) by Broken Spirits

// Oppa erzählt vom Krieg oder: 6 Jahre

… gibt es heute auf den Tag genau dieses Blog. Unter dem Namen “Broken Spirits” (der Name entstand übrigens so) bin ich mittlerweile 15 Jahre im Internet unterwegs – also ein echtes lebendes Fossil in diesen schnellebigen Zeiten ;-)

Angefangen hatte ich mit einem Free-Webspace, vor knapp zwölf Jahren kam broken-spirits.com als erste eigene Top-Level-Domain hinzu. Eine com-Domain mußte es sein – wenn schon Internet, dann darf es auch international klingen. So dachte ich damals. Von HTML, CSS hatte ich null Ahnung, geschweige denn von php und MySQL. WordPress gab es damals gerade (?) noch nicht. Die “täglich aktualisierten Webseiten” waren der letzte Schrei. Täglich aktualisiert war ein Wunschdenken, denn 1) hatte ich keine Ahnung von html und 2) keinen Internetanschluß. Die täglichen Updates wurden also per Telefon einem Bassisten diktiert, der 1) HTML konnte und 2) einen Internetanschluß hatte. Blöderweise waren wir zwei ziemliche Quasselstrippen und das kam den täglichen Updates nicht unbedingt zugute. Der Post (oder war es schon die Telekom?) fand diese Idee aber sicher gut.

Sukzessive verlagerte ich alle Internetaktivitäten auf eigene Domains – die com-domain wurde bald zu klein für den Austausch mit anderen Musikern und broken-spirits.de kam ein Jahr später hinzu. Beide Domains waren sozusagen meine erste “Cloud”, lange bevor es “DIE” Cloud überhaupt gab. Diesen Dienst erfüllen diese zwei Domains auch heute noch und wurden – wie sollte es anders sein – wieder zu klein.

Demnächst ziehen alle die meisten Domains, die mir gehören, auf einen eigenen Server. Mit ersten Projekten habe ich bereits meine ersten Server-Betreiber-Erfahrungen gesammelt. Mir würde es nicht im Traum einfallen, zu irgendwelchen kostenlosen Cloud-Services zu wechseln.

Ich bevorzuge es, wenn meine Daten, mein geistiges Eigentum (Songs und Fotos) mir gehören und nicht irgendwelchen Diensten wie Google & Co, die jederzeit die AGB zu meinen Ungunsten mit ellenlangen Texten (womöglich noch konsequent in GROSSBUCHSTABEN geschrieben) ändern können. If you do not pay for a product, you are the product.

Vieles hat sich geändert und vieles habe ich dazugelernt in diesen 6 Jahren als Blogger und und 15 Jahren als Kreativer, der im Internet aktiv ist – nicht nur auf technischer Seite. Auch das Internet hat sich verändert – und das nicht zum Positiven.

Soziale Netzwerke kamen und gingen – zu Zeiten meiner com-Domain war MySpace der “heiße Scheiß”: ich hatte ein Profil, bevor in den Print-Medien darüber berichtet wurde. Viele Musikerkontakte hatte ich darüber geknüpft. Ich bekam das erste Mal die Auswirkungen einer Filterbubble zu spüren: MySpace wurde für mich zu einer Selbstbeweihräucherungsplattform für Musiker (und heute ist es nichts anderes). Irgendwann ging mir das auf den Senkel und ich suchte nach einer Alternative: dieses Blog wurde geboren.

Den ersten Artikel habe ich vor exakt sechs Jahren auf myblog.de veröffentlicht – einen Blog selber zu hosten sei zu teuer. Dachte ich. Den geeigneten Webspace hatte ich jedoch bereits – ohne es zu wissen.
Immerhin: Dies war der Zeitpunkt, zu lernen wie kostenlose Angebote funktionieren: ich schrub einen Artikel und myblog.de schaltete vermeintlich passende Werbung dazu. Ich habe es nicht einmal ein Vierteljahr ausgehalten mit dieser aus Programmierersicht passenden Werbung (dabei waren das nur die Anfänge) und wechselte genervt zu WordPress.com. Dort war es allerdings auch nicht wesentlich besser (wenn auch in anderer Hinsicht) und der eigene Webspace (der eh schon da war) wurde kurzerhand zu dem umfunktioniert, was ihr hier heute seht. ;-)

Der Erfolg diverser sozialer Netzwerke veränderte auch die Umgangsformen im Internet maßgeblich. Was auf MySpace oder den VZs noch Selbstbeweihräucherung war, verkam mehr und mehr zur Respektlosigkeit, während gleichzeitig Twitter, Facebook und Google+ wuchsen.
Zu schnell werden heute einfach Kommentare, Gedanken in die Weltgeschichte hinausgerotzt (anders kann man es nicht nennen). Es wird gedankenlos geteilt – ohne Rücksicht darauf, was ursprünglich gedacht wurde, wozu zum Denken angeregt werden sollte. Einzig der schnelle Like aus der sabbernden Followerschaft zählt.

Gefördert wurde dies alles durchaus maßgeblich durch Algorithmen: die (a)sozialen Netzwerke befeuern durch EdgeRank (FB), Aktualität (Google) genau dieses Verhalten. Es braucht Zeit, echte eigene Inhalte zu erstellen – und diese Zeit wird einem Kreativen nicht zugestanden:

Zeit, in der man in (a)sozialen Netzwerken inaktiv ist – und damit gleichzeitig an Relevanz verliert.

Schaut Euch einmal die “Influencer” an – die haben keine echten eigene Inhalte (und wenn doch, dann im Promillebereich). Das ist alles nur wiedergekäutes Zeugs. Zusammengeklau(b)t von Kreativen (Erst-Diebstahl), die wesentlich mehr Zeit und Geld in diverse Projekte reingesteckt haben, als der “Influnecer” jemals bereit sein würde. Der Rest schreibt ab. Kennst Du heute einen Blog, dann kennst Du sie alle. Das zugehörige Blogger-Mantra stammt von 2008 – zum Stehlen erzogen und das als heiligen Gral vor sich hertragen. Toll, nech?

Mittlerweile habe ich den Eindruck, daß in der Netzwelt eine – wie soll ich es nennen? Gehirnwäsche? stattgefunden hat.

Rückblickend betrachtet war die täglich aktualisierte Webseite noch eine recht sportliche Angelegenheit. Schließlich mußte alles in HTML umgesetzt werden – ein CMS gab es damals noch nicht (zumindest ist mir keines bekannt, was für Privatpersonen erschwinglich gewesen wäre). WordPress steckte in den Kinderschuhen. Aber: die tägliche Aktualität würde ich heute schon als “den Anfang vom Ende” bezeichnen. Vielleicht ticke ich da auch anders – mein Ziel war nie, irgendwelche Fundstücke zu sammeln (das machen genug andere), sondern eher die eigenen Dinge in die Weltgeschichte rauszublasen. Was mir in Bezug auf die Fotografie sogar hervorragend gelungen ist – das habe ich aber erst gemerkt, als ich meine eigenen Fotos aktiv gesucht habe und geschändet auf anderen Webseiten gefunden habe.

Selber eigene Inhalte erstellen kann eine Weile dauern, und so dauert es eben auch, bis das Material für einen Blogeintrag da ist (Deswegen macht es ja auch noch kaum jemand zu 100%. Zeig mir einen Blog mit zu 100% selbst erstellten Inhalten, laß mich zwei Minuten Googeln und ich zeige Dir einen Lügner).
Die echten eigenen Inhlate müssen ja erst gebaut werden – und das braucht Zeit. Insofern halte ich mittlerweile den Spruch “jeder Kreative kann sich bekannt machen über das Internet” für gequirrlte Scheiße: um bekannt zu werden, muß ich heute so viel Zeit investieren in mindestens zwei Blogupdates/ Woche (es soll ja auch noch hochwertig sein und SuMa-maßstäben gerecht werden), die mir dann für die eigentliche kreative Arbeit fehlt. Im Nachhinein betrachtet ist das die “Lüge 1 des Internets”.

Hinzu kommt noch der Linkgeiz: keiner verlinkt mehr ordentlich auf die Fundstellen (nur dann kann man es halbwegs guten Gewissens “Werbung” nennen). Irgendwann hat wer auch immer (so eine Firma mit einem großen G und vielen bunten Buchstaben) der Netzgemeinde eingeredet, daß externe Verlinkung böse sei. Stattdessen ist OnPage-Optimierung “gut” – was dazu führte, daß “wohlmeinende” Webmaster nur noch über zwei Links (nämlich eine eigene Zwischenseite) auf externe Inhalte verlinken. Dort darf man auf einem uralten Blogeintrag dann den Link der Begierde suchen. Wenn man Glück hat, geht der dann dahin, wo man hin will. Offenbar herrscht die unterschwellige Angst, daß das eigene Blog darunter leiden könnte (und damit die Werbeeinnahmen), wenn die Besucher auf die Webseite eines Kreativen abhauen.
Joah, passiert auch so – diese Webseiten, die diesen Mist machen, fliegen bei mir gnadenlos aus dem Feedreader. Service sieht anders aus. Mehrwert auch.

Versteht es nicht falsch: es geht mir nicht um meine Inhalte – ich finde es jedoch mittlerweile ausgesprochen nervig, wenn ich selber suchen muß, wenn mir Fotos/ Musik/ whatever gefallen. Und das nur, weil der entsprechende Blogger sich zu fein ist, ordentlich zu verlinken. Niedere Beweggründe (vulgo: Egoismus, in der Internetsprache auch “+”, “like”, “retweet”, etc. genannt) sind die weniger schmeichelhafte Alternative. Das ist also “Werbung” für den Kreativen. Ich nenne es “Internetlüge Nummero 2″. Mal ganz abgesehen davon, daß der “Mehrwert” von solchen Blogs einfach lachhaft ist. Über Begriffe wie “Zielgruppe” darf sich der geneigte Leser selber Gedanken machen…

Diese zwei Lügen sowie einiges an widerlichen Diebesgesindel hat mir im Laufe der Zeit die Lust am Internet reichlich versaut. Technisch durchaus faszinierend und spannend (und nur deswegen knüppel ich weiter), aber der ganze Rest…?

Der Digital Native ist heute ein virtueller Brummkreisel: dreht sich um sich selbst und sondert dabei monotone Geräusche ab.

… wiedergekäutes …
… … wiederholtes … …
… … … bereits dagewesenes … … …
… … … … Redundanzen … … … … …
… … … … … brummmmmmmm!… … … … …
… … … … ommmmmmmmmm!… … … … …

Schade. Das Internet hätte ein Ort für viel neues sein können. Das Internet verstehen kostet (technisch gesehen) etwas Zeit. Auf menschlicher Ebene – nun, mir fällt da als erstes die Ellenbogengesellschaft ein. Und Faustrecht. Kurz: Anarchie. Ebenfalls nicht schwer zu verstehen. Die Grundzüge hierzu lernt man ja in abgeschwächter Form im Real Live (sofern man eines hat).

Ich weiß nicht, wie es mit diesem Blog hier weitergeht. Ich kann nicht mal die Frage nach dem “ob” beantworten. Ich weiß jedoch, daß mir mein Fotoblog mehr Spaß macht. Dies liegt nicht zuletzt an der “Gesichtskontrolle”.

In diesem Sinne: auf weitere 15 Jahre “Broken Spirits” – dieses Blog ist nur ein 6 (+X?) Jahre währender Augenblick im Internet. Ich habe meine Zeit gehabt, ich hatte meinen Spaß und ich habe viel gelernt, sowohl aus technischer Sicht und wie Anarchie bzw. Egomanie, Narzissmus und Egoismus, aussieht – nun, ein Blick ins Internet reicht. Also durchaus auch aus psychologischer Sicht ein interessanter Feldversuch. Wer sich für Massenhysterie interessiert, sollte sich einen Twitter-Account zulegen und nach #xy-gates suchen. Die gibt es im Wochentakt.

Alles in allem kann ich trotz (oder besser: wegen, da ich mittlerweile auch gelernt habe, wie strafbewehrte Unterlassungserklärungen funktionieren :mrgreen: ) einiger Ärgernisse ganz gut mit diesem Internet leben. Diesen Spaß werde ich auch weiterhin haben – dafür brauche ich keine Digital Natives, die zu den Zeiten, in denen ich die ersten HTML-Tags gelernt habe, mit vollgeschissener Windel und Rassel in der Hand um den Weihnachtsbaum gekrabbelt sind…

(Wobei: einen gewissen Unterhaltungswert haben diese selbsternannten Digital Natives dann doch – wie alle Kleinkinder :mrgreen: )

// Ich bin ein Strippenzieher

… oder so ähnlich.

Am Wochenende stand der Teil des Umzugs an, vor dem es mir am meisten graute: die Abmischecke war fällig und mußte in den neuen Raum rüberbewegt werden. Die Abmischecke ist der Teil, den man glaubwürdig als Zweigstelle der NSA verkaufen kann.

Zuerst also alles abgebaut und so im Noch-Tonstudio auf dem Boden verteilt, daß der Krempel mir nicht im Weg steht. Das gelang nur mäßig erfolgreich. Also einen Teil in das Nochnicht-Tonstudio und dort so abgestellt, daß er mir nicht im Weg stehen wird. Das gelang mir auch nur mäßig – aber zu diesem Zeitpunkt wußte ich das noch nicht.

Dann den Schrank abgebaut, der auch prompt kaputt ging. Ab in den Baumarkt, Ersatzholz holen. Auf dem Rückweg ein paar Bier geholt. Anders hält man das echt nicht aus.
Allerdings machte der Allohohl den Umzug auch nicht einfacher….

Langer Rede, kurzer Sinn: ich hab’ s irgendwie geschafft. Ich weiß jedoch nicht mehr, wie oder ich habe es erfolgreich verdrängt.

Dann den ganzen Krempel, auf den die NSA vor drölfzig Jahren stolz gewesen wäre, wieder im Schrank verstaut.
So sieht es jetzt im Nochnicht-Tonstudio aus:

Neues Tonstudio

Am Sonntag ging es ans Strippenziehen: die ganze Technik will schließlich noch miteinander kommunizieren können.

Neues Tonstudio

Etwa 800 Meter Kabel habe ich verlegt. Doof nur, daß nichts mehr paßt: die Abstände haben sich drastisch verändert.

Demnächst in diesem Theater: die Stromversorgung sicherstellen.

Neues Tonstudio

// Tonstudio – Umzug

Nun ist es soweit: seit gestern abend ist der neue Proberaum einzugsbereit.

Die schlimmste Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet: der Raum ist nicht kotzgrün gestrichen.

So wie es geworden ist, finde ich es ja gar nicht schlecht: zwei Wände pastellgrün und die anderen zwei Wände pastellgelb. Vielleicht nicht die Farbgebung, die ich in meiner Wohnung bevorzugt hätte, aber durchaus akzeptabel.

Der neue Proberaum ist etwas kleiner, dafür dürfte er auch etwas “gemütlicher” werden. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, die ganze Technik auf etwas weniger Raum unterzubringen.

Die “neuen” Nachbarn sind doof. Ich kenne sie zwar vom Sehen (ich bleibe ja auf dem gleichen Gelände) – aber auf meine Bitte, mir beim Hochtragen der Orgel (vier Treppenstufen) zu helfen, reagierten sie ziemlich schroff und abweisend. Nun, die Typen arbeiten recht lange und das werde ich mir merken, wenn es mal wieder laut wird: Never ever fuck with a musician :twisted:

Anyway: der Abbau des alten Proberaumes läuft, während ich gleichzeitig den neuen Proberaum aufbaue. Die Verkabelungsorgien des letzten Umzugs werde ich diesmal (hoffentlich!) eleganter lösen können.

Ich bin heute abend sogar erstaunlich weit gekommen: die Keyboard-Ecke steht und ist (hoffentlich?) auch funktionsfähig, Teile der Gitarrenecke sind bereits im neuen Raum und verkabelt (sic!).
Damit wäre die Hälfte (jajaja, es ist die deutlich kleinere Hälfte) schon mal abgehakt.

Und so sieht es aktuell aus:

Proberaum-Umzug: 1. Tag

Proberaum-Umzug: 1. Tag

// Über den “richtigen” Umgang mit Bloggern

Jeder Blogger kennt vermutlich diese Mails, mit denen “die Wirtschaft” versucht, Werbung auf Blogs unterzubringen. Als Konsumverweigerer beißt diese ehrenwerte Gesellschaft bei mir zunächst mal auf Granit: dieses Blog hier bleibt werbefrei. Ich habe keine Lust, für ein popliges Angebot meine Seele zu verkaufen.

Manchmal, selten – um nicht zu sagen: sehr selten – trudelt hier eine Mail ein, die es in meinen Augen wert ist, beantwortet zu werden.

Doch, ach… diese Mail fängt mit dem mir mittlerweile verhassten Standardsatz an:

Bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domainXY.de” aufmerksam geworden.

Ich fand den Inhalt wirklich interessant. Um ehrlich zu sein: das ist zwar ein Standardsatzbaustein, aber ausnahmsweise freut er mich.

Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, folgendes PS an die Antwortmail zu hängen:

PS.: (lange überlegt, ob und wie… ich kann es mir nicht verkneifen – vor allem, weil ich Ihre E-Mail fast ungelesen gelöscht hätte) BITTE beginnen Sie nie eine E-Mail mit dem Satz “bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domainXY.de” aufmerksam geworden.
Können Sie sich vorstellen, was (und vor allem wie viele) Anfragen ich bekomme, die genauso anfangen? Manche sind ja noch lustig – z.B. der Typ, der meinte, ich teste Hochzeitskleider: Der hat mir Kerl allen Ernstes vorgeschlagen, die Dinger kostenlos für einige Zeit zur Verfügung zu stellen und ich ziehe die zur Probe an, mache Fotos und blogge darüber…. wenigstens Letzteres habe ich sogar gemacht, wenn auch wenig schmeichelhaft: http://www.broken-spirit.de/plodsinn/zur-klarstellung/

Im Ernst: Wenn nicht alle Karfreitag eine Mail hier eingehen würde, die es wert ist, darauf zu antworten, dann hätte ich den Satz mit der “Internetrecherche” schon längst in den Spamfilter gesetzt…. Der ganze Müll mit Anfragen nach Produkttests, Berichte schreiben über Messen, die mich nicht die Bohne interessieren und die versprochenen Gimmicks, die den Aufwand in keinster Weise rechtfertigen (und mich noch weniger interessieren), diese ganzen Aasgeier, die auf Backlinks gegen einen popligen Gutschein aus sind (und jetzt nach einem Google-Such-Algorithmus-Update diese Backlinks wieder raushaben wollen – übrigens genauso planlose Anschreiben) – dieser ganze Müll geht hier wöchentlich rein. Und alle Mails fangen an mit “bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website “domain.de” aufmerksam geworden.” Manchmal frage ich mich wirklich, wer denn all die Katzenvideos anguckt, wo doch alle planlos im Internet rumrecherchieren….

Das aber nur am Rande als Tipp. Der Inhalt der Mail kam ja trotzdem an – zum Glück. Uninteressant finde ich Ihr Angebot nun wirklich nicht, zumal ich als Nice-To-Have ähnliche Überlegungen hatte. Wer weiß: vielleicht hätte ich ja auch schon längst (…. Anm.: Überraschung :-P …), wenn die Mail nicht mit Internetrecherche angefangen hätte und ich einen schlechteren Tag gehabt hätte als gestern. Ich werde es nie erfahren…

Was meint Ihr? Zu hart? Ungerechtfertigt? Oder sollten Unternehmen wirklich besser recherchieren und eine Anfrage schreiben, die zumindest einigermaßen auf den Blogger zugeschnitten ist?
Wie geht Ihr mit solchen Mails um?

Egal wie: diese Anfrage hat mich gefreut – Ihr dürft also die Daumen drücken. Danke ;-)
Update: oder auch doch nicht :roll:

// Verstärkte Hacker-Angriffe auf das Blog

Ähnlich wie bei Thomas häuften sich bei mir in den letzten Tagen Angriffe auf meinen Blog. Das Ganze sogar recht aggressiv – 133 Login-Versuche innerhalb einer Stunde.
 
Da ich mich bei jedem fehlgeschlagenen Versuch per E-Mail benachrichtigen lasse, könnt Ihr Euch leicht vorstellen, wie mein Posteingang ausgesehen hat.
 
Das ist natürlich sehr nervig und genau wie Thomas sah ich Handlungsbedarf, da Login-Attempts zwar nach wie vor sehr zuverlässig seinen Dienst verrichtet, sich aber dennoch verstärkt auch korrekte Anmeldenamen eingeschlichen haben. Da muß es offenbar ein weiteres Loch geben, denn dieses hier habe ich erfolgreich gestopft.
 
Thomas geht in seiner Lösung nun den Weg, den ganzen Adminbereich über die .htaccess zu schützen. Das hatte ich ebenfalls eine zeitlang immer wieder verwendet, aber irgendwie ist es einigen Stinkstiefeln trotzdem gelungen, diesen zusätzlichen Schutz zu umgehen. Login-Attempts war also weiterhin dringend notwendig.
 
Nach dieser Angriffswelle vorgestern habe ich auf die Suche nach einer brauchbaren Lösung gemacht.
Mein Gedanke war, was ein Angreifer nicht kennt, kann er auch nicht angreifen.
Kurz: einfach die wp-login.php umbenennen und dann sollte zumindest von dieser Seite aus Ruhe sein.
 
Und genau hierfür gibt es ein kleines aber feines Plugin: Lockdown WP
 
Mithilfe dieses Plugins läßt sich die wp-login.php in eine beliebige Zeichenfolge umbenennen und jeder, der die “normale” Login-Seite aufruft, bekommt die 404 zu sehen.
 
Zusätzlich läßt sich der Admin-Ordner vor neugierigen Blicken verstecken. Auch hier gibt es die 404.
 
Genau das, was ich gesucht habe. Ich hoffe, jetzt ist für eine Weile Ruhe. Login-Attempt läuft hier natürlich weiter – das hat sich in der Vergangenheit ja bewährt und man kann ja nie wissen, ob da ein findiger Angreifer nicht doch die neue Anmeldeseite herausfindet. :roll:
 
Für diejenigen, die lieber auf PlugIns verzichten, gibt es hier noch eine “händige” Lösung. Diese erschien mir aber etwas unpraktisch, da dies offenbar bei jedem WordPress – Update neu geändert werden muß. Außerdem ist diese Methode mit Arbeit verbunden. Da habe ich am Wochenende keine Böcke drauf ;-)
 
[Update:] das Plugin greift offenbar nur bei einer Domain – ohne www war die Login-Seite nach wie vor aufrufbar. Das läßt sich ja aber schnell in der .htaccess über die Zeilen
RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\.deine-domain\.de$
RewriteRule ^(.*)$ http://deine-domain.de/$1 [L,R=301]

beheben. Diese Zeilen sollten ja sowieso da drin stehen. Bei mir sind sie irgendwann unterwegs mal verloren gegangen…

// Schönfärberei

Manchmal hilft es ja, wenn man sich vor schwierigen Entscheidungen eine Pro/Contra-Liste macht. Here we go:
 

Der derzeitige Proberaum

 

Pro:

  • die Wände sind nicht giftgrün gestrichen.
  • zwei Räume: ein Regieraum, ein Aufnahmeraum
  • ich kann recht leicht raus in den Hof ein Bierchen im freien Zischen. Da ebenerdig kann ich meinen Sessel rausrollern. Im Sommer einfach nur herrlich!
  • große Fenster, ich kann – obwohl ich im Proberaum bin – quasi im Freien Musik machen
  •  

    Contra

  • das Gemäuer ist uralt. Wenn man einen Nagel in die Wand schlägt, kommt die halbe Wand entgegen
  • Extremst staubig – da das Gemäuer uralt ist. Zerfällt sozusagen von alleine.
  • In der Zwischendecke hausen unzählige Spinnen, die mir den Raum dekorieren
  • die nahegelegenen Discobesucher halten das hier regelmäßig für eine Kneipe
  • das Klo ist ewig weit weg
  •  

    Der neue Proberaum:

     

    Pro

  • frisch renoviert, trocken und stabile Bausubstanz
  • vermutlich kein Ungeziefer
  • etwas abgelegener, was im Sommer wegen der Discobesucher von nicht zu unterschätzenden Vorteil ist.
  • ein Raum – das widerspricht zwar einem Vorteil, den der derzeitige Proberaum hat – aber so ganz das gelbe vom Ei ist die Raumteilung auch nicht: die Keyboards bräuchte ich am Computer und da habe ich derzeit keinen Platz. Das kann also auch vorteilhaft sein. Ambivalent.
  • eigene Toilette (sofern mir nicht mitten im Raum eine Kloschüssel installiert wird) [Note to myself: bei Gelegenheit erfragen!]
  •  

    Contra

  • Der Raum ist giftgrün gestrichen
  • Das schnelle Bierchen auf dem Hof dauert etwas länger…
  • Der Raum ist in einem ekelhaften grün gestrichen
  • Das Grün ist wirklich scheußlich!
  • Kleine Fenster. Aber immerhin gibt es welche…
  • Erwähnte ich schon, daß die Wandfarbe eine Katastrophe ist?
  • Die grüne Wandfarbe gefällt mir nicht.
  • Das eklige Grün an der Wand ist scheiße
  • Das kotzgrüne Grün an der Wand ist wirklich scheiße.
  •  

    Zusammenfassung:

    Zu allen Vor- und Nachteilen dürfte mir die Tage noch einiges einfallen. Das war nur spontan.
     
    Und…. hm, so schlimm wird es wohl doch nicht… bis auf diese eklige grüne Farbe an der Wand. Aber dieses Manko läßt sich ja irgendwie beheben. Einige Anregungen kamen ja von Euch in den Kommentaren. Danke an dieser Stelle dafür :-)
    Der Begriff “Schönfärben” wird also demnächst eine völlig neue Bedeutung erhalten… :mrgreen:
     
    Was generell nervt, ist die Tatsache, daß ich wieder umziehen darf. Ich kann mich nur zu gut an das letzte Verlegen von fast einem halben Kilometer Kabel erinnern. Das ist ja auch erst zwei Jahre her. *narf*
     
    Dieses Problem werde ich aber so oder so haben. Ich werde hier wegen Eigenbedarf rausmüssen. Ob ich hier bleibe, oder woanders hingehe – das ändert nichts an der Tatsache, daß alle Kabel mit müssen. Ächz!
     
    Einen Vorteil habe ich: ich kann hier selber ausziehen, das heißt, ich kann den Umzug auch etwas geordneter organisieren, als damals in diesem Chaos nach dem Wasserrohrbruch. Zumal ich ja noch sehr viel Zeit habe und diesen Umzug gemütlich angehen kann. Die Schäden aufgrund des Umzuges dürften sich ebenfalls in Grenzen halten, da mir mein Ex-Vermieter dabei ja nicht “hilft”.
     
    Wenn ich hierbleibe, weiß ich wenigstens, wie der Vermieter so unterwegs ist. Das funzt ja alles ganz gut.
    In diesem Punkt kann ich wirklich nicht klagen. Zumindest solange der Vermieter sich nicht in den Farben anzieht, in der die Wände des neuen Proberaums gestrichen sind ;-)
     
    PS: erwähnte ich schon, daß mir dieses Giftgrün überhaupt nicht gefällt?
     
    PPS: Falls die Kloschüssel doch mitten im Raum installiert wird, baue ich das Schlagzeug außenherum – dann brauche ich keinen Schlagzeughocker.

    // Zukunftsvisionen

    Wißt Ihr, was ich an unserem fortschrittlichen Zeitalter besonders schlimm finde?
     
    Nun, die Antwort ist einfach. Ich habe heute alle technischen Mittel zur Verfügung, um mich selber in den Wahnsinn zu treiben. Bildmanipulation war früher ein eigener Ausbildungsberuf (ich meine den Retuscheur) und da wurde mit hauchfeinen Pinseln auf Negativen rumgemalt.
     
    Kostete Unsummen, und die Retuscheure waren ganz große Künstler.
     
    Heute kann das jeder – ich auch. Es kostet genau – nichts. Nullinger. Njente. Nada.
     
    Leider, denn ohne diese Geldausgaben kommt man auf ganz dumme Gedanken…
     
    Um den Umzug komme ich wohl kaum drumrum und so wird mein zukünftiger Proberaum aussehen:
     
    Mein Mischpult vor gallegrüner Wandfarbe
     
    Die Wanddekoration auf giftgrünem Hintergrund
     
    Noch viel schwerwiegender wird aber folgendes Problem: wie zum Geier soll ich meine Tom-Toms vor diesem Hintergrund erkennen?!
     
    Meine Tom-Toms unterscheiden sich so gut wie gar nicht von der Wandfarbe
     
    Wie zum Teufel paßt diese Wandfarbe zu dem bösen Rocker-Image, das ich mir aufbaue? Soll ich jetzt etwa zu einem Justin-Bieber-Verschnitt verkommen?!?!
     
    Irgendjemand irgendwelche Ideen?
     
    PS: die Styroporplatten müßt Ihr Euch natürlich wegdenken – mir ging es nur um den Gesamteindruck. Ich brauche auch dringend eine Idee, wie ich den Vermieter davon überzeugen kann, daß ich Styroporplatten an eine frisch restaurierte Wand kleben kann…