Designspielereien - alles wird gut! ;-)
In Eigener Sache | Broken Spirits

Archive for the ‘In eigener Sache’ Category

// Von der Qual der Wahl

Saturday, June 12th, 2010

Zunächst einkmal danke für die Anteilnahme und Wünsche in den letzten beiden Artikeln :-)
Um die Frage, die mehrfach gestellt wurde zu beantworten: das Blog wird es auch weiterhin geben! Aus naheliegenden Gründen gibt es derzeit nicht wirklich viel zu bloggen, zudem ist auch noch mein Internetzugang mitabgesoffen (genauer gesagt der Computer) – auch das macht das Bloggen derzeit etwas schwieriger.
Und außerdem habe ich derzeit wirklich anderes zu tun, oder? Aber wenn das alles geklärt ist, geht es hier weiter… wahrscheinlich im Juli. Und bis dahin gibt es vielleicht tröpfchenweise etwas zu bloggen, wenn ich feststelle, daß mein Keyboard die Aktion überlebt hat oder was auch immer. Am Montag kommt jedenfalls erstmal der Gutachter udn dann weiß ich vielleicht etwas mehr.
meine Digicam ist auch abgesoffen, Fotografieren fällt jetzt auch endgültig flach. Ich brauch wohl mal ein Übergangshobby ;-)

Heute war ich den ganzen Tag in zweifelhaften Gegenden rumgetrieben und diverse Proberäume angeguckt.

Bei der Wahl eines Proberaumes lohnt sich immer ein Blick auf die sanitären Einrichtungen. Manche Leute können es eben nicht lassen und wenn im Proberaum zu schummrig ist, dann wird sich der nächste Schuß eben auf dem Klo gesetzt. Meistens vergessen die Leute dann ihre Spritze. Gut, wenn man weiß, worauf man achten sollte. Dieser Proberaum fällt also aus – auf manchen Streß habe ich keine Lust und dazu gehört die Beschaffungskriminalität – vor allem dann, wenn bei mir beschafft werden soll ;-)

Der zweite Proberaum war eigentlich ganz ok, ein bischen teuerer, kein Internet und ein Kellerraum. Leider ist obendrüber eine Veranstaltungsstätte, so daß nicht immer geprobt werden kann. Kein KO-Kriterium, es sind nur zwei drei Tage im Monat. Mal schauen.

Der dritte war ein langer Schlauch, kein Internet, aber dafür ein Fenster. Den kann ich ab 1. Juli haben vielleicht sogar etwas früher. Es gab allerdings schon drei weitere Interessenten vor mir… unwahrscheinlich, das ich den kriege, aber man weiß ja nie ;-)

Der Vierte gefiel mir am Besten: zwei Räume, riesengroßes Fenster, Internetzugang kriege ich. Er ist etwas größer als mein jetziger und einiges billiger. Früher war das mal eine Art Werkstatt. Das Beste ist eigentlich, daß ich keine Nachbarn habe. Ich könnte mir da also ein richtiges Tonstudio einbauen. Durch den zweiten Raum hätte ich dann auch eine Art Gesangskabine, in der niemand Platzangst bekommt.

Keine Nachbarn stimmt nicht ganz, aber von denen macht niemand Musik. Nebenan sind Büroräume und eine Lackiererei. Nachts bin ich also alleine auf dem Gelände und kann tun und lassen was ich will.
Der neue Vermieter hat auch schon Proberaumerfahrung, er weiß also, was auf ihn zukommt :twisted:
Ich überschlafe das nocheinmal aber wahrscheinlich wird es dieser Raum. Ein kleinen Nachteil gibt es: momentan hat der Raum keinen Strom. Aber der ist angeblich schnell gelegt. Es dauert ja auch noch ein wenig, bis meine Instrumente wieder trocken sind…

Morgen sehe ich mir noch drei weitere Räume an, einer ist in einem Bunker. Da bin ich mal auf die feuchtigkeit gespannt… von den über 60 Jahre alten Betonkästen hört man ja so einiges… Andererseits sind die Dinger wenigstens stabil gebaut ;-)

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// Totalschaden

Friday, June 11th, 2010

Der beste Spruch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam vom Hausmeister, der auf dem Grundstück wohnt: “Ich geh jetzt nicht rüber in die Halle, bei dem Unwetter könnte ich mich ja erkälten.”

Zu diesem Zeitpunkt gab es bei mir eigentlich fast nichts mehr zu retten, die Wassermassen, die auf das über 1000 m² große Dach prasselten, flossen bereits durch meinen Proberaum.

2 Eimer Wasser raus – 10 Eimer kamen rein. Die reinste Sisiphos-Arbeit.

Durch die Bauarbeiten wurde das Abwasserrohr etwas höher gelegt und diese Arbeiten wurden wohl schlampig durchgeführt. Das Rohr ist jedenfalls aus der Wand gebrochen und das Fallrohr, das genau über meinen Proberaum ist, war somit offen.

Die Regipsplatten waren innerhalb von Minuten durchgeweicht und die ganze Brühe floß in mein Equipment.

Als ich mein Keyboard raustrug, floßen aus dem Gehäuse mal eben locker 2 Liter Wasser.

Der Proberaum ist jetzt abbruchreif – genau wie 3 andere und bei 22 weiteren Proberäumen sind Renovierungsarbeiten nötig.

Gestern war ich den ganzen Tag mit entsorgen und ausräumen beschäftigt. Aus einem der benachbarten, unbeschädigten Proberäumen konnte ich eine Band “Let it rain” spielen hören…. *grmpf*

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// Man wird nicht jünger

Sunday, May 30th, 2010

Es gibt Berufskrankheiten, um die man nicht herumkommt. Bei Musikern sind das hauptsächlich “Tinnitus aurium” (lat.: „das Klingeln der Ohren“) und Sehnenscheidenentzündungen.

Der Tinnitus ist nicht nur auf Rockmusiker beschränkt, er macht auch vor klassischen Instrumentalisten nicht halt: die meisten Geiger werden früher oder später auf dem linken Ohr schwerhörig – auch so eine Geige hat einen recht hohen Schalldruck und das ohne elektrische Verstärkung. Stradivari und Co. haben sich schon was dabei gedacht, wie sich “ihr” Instrument im Orchester durchsetzen kann ;-)

Sehnenscheidenentzündungen betreffen eigentlich alle Musiker – erfordert doch jedes Instrument eine strapaziöse Handarbeit.
Was auf der Bühne so locker aussieht, erfordert jahrelanges Training und noch mehr Selbstdisziplin. Für nicht jede Handübung, die die Muskulatur trainiert oder die Sehnen geschmeidig hält, braucht man ein Instrument. All das kann man auch “trocken” trainieren, z.B. während man auf den Bus wartet oder im Bus von A nach B fährt, in Wartezimmern beim Arzt oder Amt sitzt oder während einer Kaffeepause.

Das Wichtigste ist jeoch immer, daß es nie wehtun darf, wenn man ein Instrument spielt. Egal, was der Musiklehrer behauptet. Und es zeichnet einen Musiklehrer aus, der mal nicht auf die Finger guckt, sondern auch überprüft, ob das Gesicht gerade schmerzverzerrt ist. Oftmals ist das wichtiger, den jeder Schüler ist manchmal etwas zu ehrgeizig – alles andere wäre ja auch traurig… ;-)

Heutzutage ist es kein Problem, eine Kamera (jede Digicam kann das schon seit geraumer Zeit) vor dem Schüler aufzubauen. Für gute Musiklehrer gehört das mittlerweile zum Standardprogramm und diese Musiklehrer schauen sich das Video auch mal in ihrer “Freizeit” an und analysieren die Bewegungsabläufe.
Das ist dann eine Vorbereitung auf die nächste Unterrichtsstunde, in der das Video zusammen mit dem Schüler durchgegangen wird und ggf. auf Haltungsfehler hingewiesen wird.

Natürlich gibt es auch unter den Musiklehrern “schwarze Schafe” die dann einem Schüler auch mal so Sprüche drücken wie:

“Das muß am Anfang weh tun, das war bei mir genauso.”

oder:

“Da mußt Du durch, das gibt sich mit der Zeit”

Solche Sprüche hört man z.B. als Gitarrist spätestens bei den Barreegriffen.

BLÖDSINN!!!

Tretet solche selbsternannten Lehrer SOFORT in die Tonne!
Diese Brüder richten mehr Schaden an als Nutzen.

Ein absoluter Sechser im Lotto ist natürlich der musikbegeisterte Orthopäde, der mit einem Musiklehrer einen Workshop veranstaltet. Da lernt man richtig viel über richtige Körperhaltung und das Instrument selber. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte spätestens bei einer Überweisung zum Orthopäden die Musik ansprechen. Wenn die Zeit da ist, helfen und beraten die Ärzte auch gerne und bereitwillig (das marode Gesundheitssystem läßt an dieser Stelle aber leider grüßen….)

Trotzdem: eine Sehnenscheidenentzündung ist eine Berufskrankheit – man kann sie nur schwer verhindern und nur konsequent von Anfang an hinauszögern. Unter Musikern heißt es: “Wer sie einmal hat, bekommt sie immer wieder”…
Es ist nicht die Frage, OB man sie bekommt, sondern WANN.

Dies hier ist weder eine medizinische Beratung noch eine Anleitung, wie man am besten ein Instrument erlernt. Es sind einfach nur einige Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Manche haben geholfen, manche nicht. Dennoch: mit Mitte 30 bin ich mit meiner ersten Sehnenscheidenentzündung vergleichsweise spät dran – so verkehrt kann das alles also nicht sein. Der Bequemlichkeit halber begründe ich das nun mal mit “Man wird halt nicht jünger”.

Trotzdem gibt es aber auch einige Musiker, die wesentlich älter sind als ich und diese Probleme nicht haben.
Nach mehr als 11 Jahren fast täglichen intensiven Krachmachens auf mehrerern Instrumenten hat es nun mich Autodidakten, der sich diese Erkenntnisse und Infos mühsam zusammengesucht hat, erwischt.
Da geht noch was für diejenigen, die gerade anfangen Musik zu machen. Schont Eure Gichtgriffel – es ist äußerst nervig, wenn man Musik machen will und dies nicht tun sollte… ;-)

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