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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘Klangexperimente’



Broken Spirits: Klangexperimente.

Egal, ob elektronisch oder akustisch: Man kann auf viele verschiedene Arten Klänge, Töne oder verwertbare Geräusche erzeugen. In dieser Kategorie findet Ihr sowohl die mißglückten als auch gelungenen Klangexperimente. Wer sich die MP3s anhören will, sollte die Lautstärke runterdrehen. Manche Geräusche gehen durch Mark und Bein ;-)





// Katzen mögen Sekunden

Dienstag, Mai 10th, 2011

Zu meiner Katzenbespaßung gehört einmal die Woche ein kleiner Ausflug. Besonders mein Großer mag diese sonntäglichen Aktionen. Der Weg von der Wohnung zum Proberaum ist zwar immer ein Drama, der -sofern es jemand mitbekommen würde- sofort den Tierschutzbund auf den Plan rufen würde. Mittlerweile klappt aber auch das ganz gut – der Trick ist eigentlich ebenso einfach wie genial: Katzenkorb ist für den Kater wohl ein Synonym für Tierarzt und somit verhasst.
Mittlerweile habe ich den Einweg-Katzenkorb eingeführt: nach jedem Gang zum Tierarzt wird der Katzenkorb gegen einen neuen eingetauscht (anderer Katzenbesitzer haben dieses Problem “zum Glück” auch.)

Wenn ich den Kater aber unter mein T-Shirt stopfe, heißt das Kuscheln und das ist für das zartbesaitete Katzengemüt in Ordnung. Jedenfalls fast in Ordnung. Zu protestieren gibt es immer noch genug und jedes vorbeifahrende Auto führt dazu, daß mein Verdauungstrakt mit Krallengewalt stimuliert wird. Sonntags ist aber recht wenig Verkehr und dann gibt es noch Schleichwege. Das geht also recht gut.

Im Proberaum blüht das Katzenvieh regelrecht auf: Alles muß erstmal genauestens inspiziert werden, sämtliche Duftmarken wollen erneuert werden usw. Das ist natürlich anstrengend und so folgt erstmal ein ausgiebiges Nickerchen in der Base-Drum.

Und dann wird gnadenlos die Aufmerksamkeit gefordert: “Miau” heißt der Befehl und nicht das Haustier rennt, sondern das Herrchen (also ich).

Inspiriert von Nora, über die ich hier vor einiger Zeit schonmal berichtete, versuche ich nun, meinem Kater das Keyboardspielen beizubringen. Damit verbinde ich quasi das Praktische mit dem Nützlichen.

Mittlerweile klappt das sogar erstaunlich gut. Als besonders hilfreich erwiesen sich diverse Leckerli, die ich auf der Klaviatur verstreut habe. Die haben zwar meinen Spielfluß gestört, aber seitdem wundert sich der Kater nicht mehr über die komischen Geräusche, die beim Fressen entstehen.
Die “Akkorde” sind zwar (noch?) etwas gewöhnungsbedürftig, was in erster Linie wohl daran liegt, daß eine Katze nicht so gut die Finger spreizen kann. Mit einer Pfote werden dann eben gerne Sekunden gespielt:

Eine Katze spielt Klavier

Das ganze führt dazu, daß diese Katzenmusik sehr jazzig klingt (und damit will ich auf gar keinen Fall den Jazz als Katzenmusik herabwürdigen!)

Dem ganzen kann man als Menschenkind, das erst nach der Schulzeit den Quintenzirkel gezwungenermaßen zu schätzen lernte, gut entgegensteuern. Sekunden kommen in nicht wenigen Jazzakkorden vor und somit lassen sich da zu zweit auch einige recht wohlklingende Sachen fabrizieren. Grundvoraussetzung hierfür ist aber, daß ich rechtzeitig “erahne”, was der Kater vorhat.
Trotz dieser ersten Erfolge fällt noch sehr viel in den Bereich der Aleatorik. Die Kommunikation zwischen dem Kater und mir funktioniert eben noch nicht so gut, daß komplexe Songstrukturen möglich sind.

Immerhin: zu zweit Klavierspielen macht dem Kerlchen richtig viel Spaß und mittlerweile hält er auch schon eine halbe Stunde am Stück durch.

Sonate für zwei Hände und vier Pfoten

Irgendwann sind wir vielleicht auch soweit, daß wir das alles mal aufnehmen können…



// Zeitreise

Sonntag, März 27th, 2011

Broken Spirits: Mixtape, Kassette

Ein Schubladenfund. Ein kleines Wunder, wie diese Kassette sowohl den Wasserrohrbruch als auch den Umzug nahezu unbeschadet überlebt hat. Von dem ganzen übrigen chronischen Chaos, das hier zeitweise im Proberaum herrscht(e), will ich mal gar nicht anfangen zu reden.

Dieses Ding ist deutlich über 10 Jahre alt – und darauf sind die ersten Songs, die ich alleine schrieb. Schon damals mit gelegentlichen Einsatz von Gastmusikern, denen man an der Spielweise anhört, daß sie nicht glaubten, daß aus dem Projekt “Broken Spirits” jemals etwas längerfristiges wird.

Dies mag durchaus auch daran liegen, daß ich damals ziemlich “kaputt” war – eigentlich hat mir niemand ein Durchhaltevermögen, wie es in den folgenden Jahren nötig war, zugetraut (ich mir selber übrigens auch nicht).
Zu dem Zeitpunkt dieser Aufnahmen standen mir die richtig harten Zeiten erst noch bevor.

Was mich heute beim Hören dieser Kassette überrascht hat, ist die Tatsache, daß vieles, was ich heute mache, schon damals zumindest ansatzweise da war.
Zwar ausgesprochen unausgereift und rudimentär, teilweise reichlich ziellos und man merkt, daß ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie man gewisse Instrumente spielt oder wie man überhaupt mit der einfachen und wenigen “Studio”-Technik, die mir damals zur Verfügung stand, umgeht.

Der Grundstein war aber gelegt.

Nachtrag: Auf einen Hinweis von Andi_Berlin gibt es hier noch die Erklärungen zur Musikkassette auf Wikipedia für die jüngeren Leser.



// Exotische Musikinstrumente

Samstag, Februar 27th, 2010

Percusionisten haben im Allgemeinen eine recht große Auswahl an Instrumenten und viele davon kommen aus recht fernen Ländern. Oft habe ich schon von Meeresschnecken gehört, die als Instrument verwendet werden, gehört hatte ich das bis heute noch nicht.

Hier ist mal dieses Instrument – angeblich kommt es aus Tibet (was mich ehrlich geagt etwas wundert – ich muß da noch mal nachfragen):

Verwendet wurde sie ursprünglich bei ritualen oder buddhistischen Zeremonien. Abgebildet ist ein Dämon, der als er von einem Krieger besiegt wurde, um sein Leben bettelte und von diesem Zeitpunkt an dem Krieger diente… so ungefähr war die grobe Geschichte dahinter. Einerseits war ich heute nicht ganz aufnahmefähig (letzte Nacht war lang, sehr lang sogar), zum anderen kennt sich die Freundin meines Percussionisten mit den Legenden Tibets besser aus, und die war heute nicht dabei.

Hier noch das Mundstück:

Und so hört sich das Teil an:

Ob ich es verwenden kann, weiß ich nocht, mehr als einen Ton kriegt man da offenbar nicht raus. Aber vielleicht kann ich es ja als Rohklang für meine Synthesizer verwenden… ;-)



// Aus Scheiße Musik machen (Teil2)

Dienstag, Januar 19th, 2010

Heute gibt es den “richtigen” Schrott auf die Ohren. Im ersten Teil waren die ganzen Instrumente zu einer Art Schlagzeug zusammengefaßt, heute geht es um meine Einzelteile, die möglichst dekorativ und großflächig im Proberaum verstaut sind (der Vermieter regt ich jedesmal drüber auf :mrgreen: ).

Auch diese Percussion-Instrumente sind zum großen Teil “normalen” Instrumenten nachempfunden: die Vorbilder sind diesmal aber häufig bei indigenen Völkern zu suchen.

[1] Die Stampfröhren

Für das Stampfrohr verwende ich ein SurePEX Rohr. Etwas problematisch bei den Teilen ist die Stimmung, die sich über Material, Länge und Durchmesser definiert. Mit dem Trial & Error-Verfahren habe ich Millimeterweise kürzergefeilt, bis der Zielton so einigermaßen erreicht war. Das Fine-Tuning erfolgt derzeit mit einem Pitchshifter.

[Vielleicht liest hier ja ein Mathematiker mit, der mir die Fourieranalyse in eine Exceltabelle reinpfriemeln kann, so daß als Ergebnis die Länge für die einzelnen Frequenzen in Hertz ausgespuckt wird?]


 

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[2] Röhrenglocken

 
Für die Röhrenglocken darf so gut wie jedes Metallrohr herhalten. Staubsaugerrohre sind genauso dabei wie Gerüststangen oder Wasserleitungen. Jedes Metall klingt anders, nur Kupferrohre sind ungeeignet, da diese komischerweise nicht klingen – wobei sich das ändern soll, nachdem diese erhitzt werden. Bisher habe ich das aber noch nicht ausprobiert….
 

 

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Eine nette Spielerei sind hier die künstlichen Knotenpunkte (Flageoletton). Ich halte die Röhre dabei zwischen zwei Fingern und schlage diese dann an. Für die nachfolgende Aufnahme habe ich immer das gleiche Metallrohr verwendet und an drei verschiedenen Stellen gehalten (1/5, 1/3, 1/2 der Gesamtlänge)

Dies ist eher eine Spielerei und weniger für die Praxis geeignet: die Obertöne sind doch recht leise und vergleichsweise schwierig aufzunehmen. Diese Aufnahme ist auch etwas verrauschter als die übrigen. Um die Klänge auf einen Synthesizer zu legen taugt es aber allemal…

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[3] Gong

Auch hier habe ich recht viele verschiedene Ausführungen:

[3.1] Bleche

Am liebsten verwende ich ein quadratisches Blech, das ich mit einem weichen Klöppel anschlage:


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[3.2] Keine Ahnung, was das ursprünglich war

Etwas schlecht für den Teppichboden ist dieses Teil. Den besten Klang erziele ich, wenn ich es aus geringer Höhe auf den Boden fallen lasse und anschließend freischwingend ausklingen lasse.

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[3.3] Tankdeckel

Noch ein schweres Kaliber: irgendein Deckel von einem Tank (?), aus Gußeisen und recht unhandlich. Leider etwas zu schwer für den dauerhaften Einsatz von freischwingende Töne.  Ich verwende das Ding daher auch recht selten, den besten Klang bekomme ich mit einem handelsüblichen Gummihammer.


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[4] kleine Klangröhren

Ähnlich wie die Röhrenglocken, die Länge liegt jedoch im Zentimeterbereich. Dementsprechend hoch klingen sie auch:

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[5] Metallstäbe

Diverse massive Metallstäbe mit unterschiedlichen Querschnitten und Längen. In der Audiodatei habe ich sie in der Reihenfolge auf dem Foto von links nach rechts angeschlagen:

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// Bildungslücke

Mittwoch, Dezember 23rd, 2009

Als ich gestern abend mit den Schlagzeugfotos bzw. -klängen anfangen wollte, fielen mir die Innereien einer meiner größeren Tonnen ins Auge.

Damit das Teil so richtig schön scheppert, ist es zu zwei Dritteln mit Kronkorken gefüllt (ich erhielt einen großen Teil aus einer Sammlung – erstaunlich, was manche Leute alles sammeln :shock: )
Ein genauerer Blick auf die Dinger eröffnete mir die Vielfalt des Bieres… einige dieser Sorten habe ich noch nie gesehen, kenne sie nur den Namen nach oder kann mir bestenfalls denken, wo sie herkommen (man kommt ja viel rum, nech?) Getrunken habe ich die wenigsten – wenn man von den “üblichen Verdächtigen” absieht, die ich in mühevoller Kleinarbeit beigesteuert habe.

Das Faß ist übrigens recht groß, da gingen ursprünglich mal 50 kg Magnesiumsulfat rein. Wenn ich die Bierdeckel alle selberbeigeschafft hätte, wäre wohl meine Leber geplatzt….

Gesamtansicht:

Einzelne Kronkorken:



// Sägewerk Teil2

Freitag, Dezember 11th, 2009

Ihr erinnert Euch noch an das Sägeexperiment?

Heute habe ich mal versucht, diesen Sound keyboardtauglich zu machen.

Das Prinzip ist recht einfach: man nimmt einen Klang und “legt” diesen mittels geeigneter Software auf das Keyboard. Das Keyboard ist an einen Computer angeschlossen und während dem Spielen werden Ein/ Aus- Signale sowie die Anschlagstärke an den Rechner übermittelt. Letzterer sucht sich die benötigten Daten von Festplatte und spielt dann den entsprechenden Ton ab.
Das Keyboard selber (auch Masterkeyboard genannt) erzeugt keine Töne. (Für die mitlesenden Musiker: ich weiß, daß war jetzt stark vereinfacht erklärt ;-) )

Diese Technik eröffnet natürlich Spielraum für allerlei Blödsinn (und manchmal kommt sogar was Gescheites bei raus).

Den Sägesound habe ich jetzt also nachbearbeitet, ebenfalls eine recht einfache Sache. Benötigt habe ich einige Pitchshifter (die verändern die Tonhöhe), einen Compressor, einen Halleffekt und an einigen Stellen einen Fader (zweimal habe ich den in dem folgenden Screenshot vergessen).

So sieht das in der Bearbeitung aus (zum Vergrößern Screenshot anklicken):

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(Hinweis: Lautstärke runter, das ist die Säge von oben erwähnten Artikel und da haben sich hier wohl zurecht jedem Leser die Zehnägel hochgerollt :mrgreen: )

Verwenden kann man den entstandenen Sound nun für einen Rhythmuspart – das könnte irgendeine Trommel werden, für die ich hier im Proberaum keinen Platz mehr habe ;-)



// Schweres Gerät

Mittwoch, Dezember 2nd, 2009

Woher einen Gong nehmen, wenn man keinen hat?

Nun, es gibt Alternativen: Vor einiger Zeit wurde hier eine Dampfleitung demontiert, und bei dem dabei anfallenden Schrott fiel auch folgendes Rohrsegment an:

Ein Problem haben solche Findlinge natürlich immer: die Stimmung.
Mir bleiben jetzt also folgende Möglichkeiten:
1) entweder alle übrigen Instrumente verstimmen,
2) schön wäre Melodyne (welches ich aber nicht habe und mir gerade auch nicht leisten kann) oder
3) – und darauf wird es wohl hinauslaufen – die Position des Mikrofons ändern. Je nachdem, wo sich dieses befindet, werden bestimmte Obertöne stärker aufgenommen als andere – ich bekomme somit einen Tonumfang von fast 5 Halbtonschritten. Von meiner Spielposition aus klingt alles gleich, die Aufnahme ist etwas völlig anderes. Während ich dieses 10 kg-Teil anschlage kann ich also immer schön mein zwischengeschaltetes Stimmgerät im Auge behalten…

Schön, daß es immer so einfach ist…. :-O