Zu meiner Katzenbespaßung gehört einmal die Woche ein kleiner Ausflug. Besonders mein Großer mag diese sonntäglichen Aktionen. Der Weg von der Wohnung zum Proberaum ist zwar immer ein Drama, der -sofern es jemand mitbekommen würde- sofort den Tierschutzbund auf den Plan rufen würde. Mittlerweile klappt aber auch das ganz gut – der Trick ist eigentlich ebenso einfach wie genial: Katzenkorb ist für den Kater wohl ein Synonym für Tierarzt und somit verhasst.
Mittlerweile habe ich den Einweg-Katzenkorb eingeführt: nach jedem Gang zum Tierarzt wird der Katzenkorb gegen einen neuen eingetauscht (anderer Katzenbesitzer haben dieses Problem “zum Glück” auch.)
Wenn ich den Kater aber unter mein T-Shirt stopfe, heißt das Kuscheln und das ist für das zartbesaitete Katzengemüt in Ordnung. Jedenfalls fast in Ordnung. Zu protestieren gibt es immer noch genug und jedes vorbeifahrende Auto führt dazu, daß mein Verdauungstrakt mit Krallengewalt stimuliert wird. Sonntags ist aber recht wenig Verkehr und dann gibt es noch Schleichwege. Das geht also recht gut.
Im Proberaum blüht das Katzenvieh regelrecht auf: Alles muß erstmal genauestens inspiziert werden, sämtliche Duftmarken wollen erneuert werden usw. Das ist natürlich anstrengend und so folgt erstmal ein ausgiebiges Nickerchen in der Base-Drum.
Und dann wird gnadenlos die Aufmerksamkeit gefordert: “Miau” heißt der Befehl und nicht das Haustier rennt, sondern das Herrchen (also ich).
Inspiriert von Nora, über die ich hier vor einiger Zeit schonmal berichtete, versuche ich nun, meinem Kater das Keyboardspielen beizubringen. Damit verbinde ich quasi das Praktische mit dem Nützlichen.
Mittlerweile klappt das sogar erstaunlich gut. Als besonders hilfreich erwiesen sich diverse Leckerli, die ich auf der Klaviatur verstreut habe. Die haben zwar meinen Spielfluß gestört, aber seitdem wundert sich der Kater nicht mehr über die komischen Geräusche, die beim Fressen entstehen.
Die “Akkorde” sind zwar (noch?) etwas gewöhnungsbedürftig, was in erster Linie wohl daran liegt, daß eine Katze nicht so gut die Finger spreizen kann. Mit einer Pfote werden dann eben gerne Sekunden gespielt:

Das ganze führt dazu, daß diese Katzenmusik sehr jazzig klingt (und damit will ich auf gar keinen Fall den Jazz als Katzenmusik herabwürdigen!)
Dem ganzen kann man als Menschenkind, das erst nach der Schulzeit den Quintenzirkel gezwungenermaßen zu schätzen lernte, gut entgegensteuern. Sekunden kommen in nicht wenigen Jazzakkorden vor und somit lassen sich da zu zweit auch einige recht wohlklingende Sachen fabrizieren. Grundvoraussetzung hierfür ist aber, daß ich rechtzeitig “erahne”, was der Kater vorhat.
Trotz dieser ersten Erfolge fällt noch sehr viel in den Bereich der Aleatorik. Die Kommunikation zwischen dem Kater und mir funktioniert eben noch nicht so gut, daß komplexe Songstrukturen möglich sind.
Immerhin: zu zweit Klavierspielen macht dem Kerlchen richtig viel Spaß und mittlerweile hält er auch schon eine halbe Stunde am Stück durch.

Irgendwann sind wir vielleicht auch soweit, daß wir das alles mal aufnehmen können…















