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// Busladung

Da besteht mir ja wieder was bevor…. gemütlich auf dem Hof sitzen und einen Kaffee trinken wird wohl zukünftig weniger entspannt.

Das Industriegebiet hier wurde zu einer Art “Freilichtmuseum”. Hierfür wurde an allen geschichtsträchtigen Häusern eine Tafel aufgehängt, die die Geschichte des Gebäudes kurz umreißt.

Prinzipiell finde ich das ja nicht schlecht und ich habe mir auch selbst mal vorgenommen, sporadisch diesen Rundweg abzuklappern. Bei etlichen uralten Gebäuden hier habe ich mich schon gefragt, was das mal ursprünglich war. Grundsätzlich ist es mir lieber, wenn Steuergelder für sowas ausgegeben werden anstatt für eine Bankenrettung. Die einunddreißig Tafeln hier kosteten etwa 40.000 Euro, die von der Stadt gespendet wurden. Durchaus sinnvoll, ABER:

Es gibt mittlerweile auch Bustouren, damit die Leute den Weg von ca. 20-100 Metern zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten nicht laufen müssen.
Ich frage mich ja wozu der Mensch mit zwei Kackstelzen ausgestattet wurde, wenn er 2 km nicht laufen kann. Hier gibt es also etwa alle 20 Minuten einen Schlag: der Bus hält, eine ganze Horde Menschen stürmt das Gelände und macht ohne Sinn und Verstand Fotos, Selfies und fachsimpelt mehr oder weniger wichtigtuerisch rum. Dann stürmen alle wieder zurück in den Bus um ein paar Meter weiterzufahren und das Spiel wiederholt sich.

Eine Mumienschleuder bringt massenweise Leute zum Proberaum

Was mir bei meiner Tour allerdings nicht in den Sinn gekommen wäre, wäre das Gelände zu betreten, wenn es nicht ganz offensichtlich dem Verfall überlassen wurde oder ganz offensichtlich Werksgelände einer Firma ist. Was – soweit ich das im groben Überblick beurteilen kann – bei keinem der Gebäude der Fall ist. Andernfalls hätte es schon Fotos dieses Lost-Places gegeben. In einem Fall gibt es das sogar hier im Blog – nach Erlaubnis des Eigentümers.

So weit denken die Touris aber offenbar nicht. Mein Kaffee wurde von einer kompletten Busladung von knipswütigen Leuten unterbrochen. Danke an dieser Stelle an die Nachbarn, die ganz offensichtlich zuhause Säcke vor den Türen haben.

Nach dieser Begegnung sehe ich diese Museumssache etwas zwiespältiger… Mal schauen, wie sich das entwickelt. Aber ich fürchte, tagsüber werden hier ganze Horden knipswütiger Rentner mit Mumienschleudern angekarrt und nachts habe ich die ganzen Drogendealer, Schlägertrupps und Besoffenen aus den benachbarten Discotheken.

Langweilig wird’ s hier jedenfalls schon mal nicht….

// Tonstudio – Umzug

Nun ist es soweit: seit gestern abend ist der neue Proberaum einzugsbereit.

Die schlimmste Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet: der Raum ist nicht kotzgrün gestrichen.

So wie es geworden ist, finde ich es ja gar nicht schlecht: zwei Wände pastellgrün und die anderen zwei Wände pastellgelb. Vielleicht nicht die Farbgebung, die ich in meiner Wohnung bevorzugt hätte, aber durchaus akzeptabel.

Der neue Proberaum ist etwas kleiner, dafür dürfte er auch etwas “gemütlicher” werden. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, die ganze Technik auf etwas weniger Raum unterzubringen.

Die “neuen” Nachbarn sind doof. Ich kenne sie zwar vom Sehen (ich bleibe ja auf dem gleichen Gelände) – aber auf meine Bitte, mir beim Hochtragen der Orgel (vier Treppenstufen) zu helfen, reagierten sie ziemlich schroff und abweisend. Nun, die Typen arbeiten recht lange und das werde ich mir merken, wenn es mal wieder laut wird: Never ever fuck with a musician :twisted:

Anyway: der Abbau des alten Proberaumes läuft, während ich gleichzeitig den neuen Proberaum aufbaue. Die Verkabelungsorgien des letzten Umzugs werde ich diesmal (hoffentlich!) eleganter lösen können.

Ich bin heute abend sogar erstaunlich weit gekommen: die Keyboard-Ecke steht und ist (hoffentlich?) auch funktionsfähig, Teile der Gitarrenecke sind bereits im neuen Raum und verkabelt (sic!).
Damit wäre die Hälfte (jajaja, es ist die deutlich kleinere Hälfte) schon mal abgehakt.

Und so sieht es aktuell aus:

Proberaum-Umzug: 1. Tag

Proberaum-Umzug: 1. Tag

// Außer Sie…

Mein Vermieter kam eben auf mich zu. Die andere Band hier auf dem Gelände zieht aus und hat einen Nachmieter gefunden.

Der Vermieter wollte wissen, ob ich den “Neuen” kenne. Gegoogelt hat er schon. Sagt er so: “Heutzutage findet man ja über alle Leute im Internet was. Außer über Sie.”

Bwahahahaha! :mrgreen:
(Tarnung perfekt – strike!)

// Von Lotusblüten und Chakren und vielen Farben

Ich hatte heute eine Fotoidee, die ein paar Requisiten erfordert, die ich nicht da habe. Allerdings habe ich hier im Proberaum Nachbarn, die genau die benötigten Requisiten haben. Genauer gesagt geht es um einen Sportflitzer. Den hat der Esoteriker.

Ich kam heute also mit ihm etwas näher ins Gespräch und er war auch sehr hilfsbereit. Ich war auch in seinen Räumlichkeiten und war doch sehr überrascht: dort sieht es in etwa so aus, wie bei mir. Er ist nicht nur Esoteriker sondern fotografiert auch und macht Musik. Genug Gesprächsthemen also und viel Fachsimpelei.

Ich bekam von ihm auch eine CD. Musikalisch sogar verdammt gut. Erinnert mich ein wenig an Enigma. Textlich….? Hm. Es sollte eine Einschlaf-CD sein. Das hat er auch in diversen Studien geprüft. Die Leute schlafen wohl beim Hören dieser CD ein.

Bei mir funktioniert das irgendwie nicht. Ich höre die CD gerade, während ich diesen Blogeintrag schreibe. Ich frage mich, warum die Lotus-Blüte in jedem Song immer weniger Blätter hat (96, 16, 9, 4 – gibt es da ein mathematisches System?) und wieso ein Lichtstrahl in jedem Song die Farbe ändert (ok, das war das klassische Spektrum – da ist eine Logik bzw. ein Naturgesetz dahinter)….? Mich hält das eher wach als daß ich schläfrig werde.
Daß irgendwelche Auren und fließende Energien von irgendeinem Körperteil zu einem anderen wandern und dabei die Farbe ändern, ist ja noch ok. (Warum?????) Auch die ständige Erinnerung, einzuatmen und auszuatmen ist nicht schlecht.

Trotzdem: ich bin für sowas nicht empfänglich. Was sage ich nun, wenn ich die Tage die Details bezüglich der Sportflitzer-Fotosession bespreche und die Frage aufploppt, ob ich beim Hören der CD auch eingeschlafen bin? (Nein….?)

Das wird echt schwer…. :-(

// Das war klar

Durch die neuen Türschlösser läßt sich für den Vermieter prima feststellen, wer wann wo reingegangen ist und wann wieder rausgekommen ist. In Anbetracht der Tatsache, daß der Proberaum in einer (milde ausgedrückt) etwas fragwürdigen Gegend ist, finde ich persönlich das gar nicht so schlecht, wenn derjenige der die Türen offenlässt, zukünftig eine geringe “Bearbeitungsgebühr” zahlen muß.

Umterm Strich gesehen durfte ich mich ja in der Vergangenheit recht häufig mit einigen Besoffenen aus der nahegelegenen Disco herumärgern, da diese ja der Meinung waren, mein Proberaum sei eine Kneipe, in der man weiterfeiern könne. Da erhoffe ich mir schon eine Verbesserung, wenn jetzt die Nachbarn quasi “gezwungen” werden, darauf zu achten, daß hier das Rolltor auch wirklich abgeschlossen ist.

Und nun die Preisfrage: Wer regt sich am meisten darüber auf, daß der Vermieter feststellen kann, wer wann wo reingegangen ist?

A) Verfechter der Privatsphäre und Überwachungsgegner
B) alle
C) keiner
D) Die Leute, die die Türen immer offenlassen
E) Der Esoteriker wegen dem zunehmenden Elektrosmog
F) Supermario, weil er schon mal in einem LKW-Reifen übernachten mußte
G) Die Autobastler, weil sie jetzt nicht mehr mit quietschenden Reifen vom Hof brettern können

Wer richtig rät, gewinnt so viele Waschmaschinen, wie er tragen kann ;-)

// Eindeutig nicht zu Ende gedacht

In den Räumlichkeiten hier gibt es neue Türschlösser. Genauer gesagt: Transponder. Also diese Dinger, die sich mit einem Chip öffnen lassen.

Mit diesen Schlössern soll herausgefunden werden, wer hier immer die Türen offenlässt verhindert werden, daß die Türen offen gelassen werden. Diesen Punkt finde ich ja prinzipiell sehr begrüßenswert.

Gleichzeitig werden mit diesen neuen Schlössern auch neue Regeln für das Tor an der Halle eingeführt. In der Halle herrscht ein reges Kommen und Gehen, dort sind nicht nur die Auobastler und die Putzfirma u.v.m. untergebracht, sondern dort befinden sich auch die Toiletten.

Eine dieser Regeln lautet wie folgt:

Wenn der Mieter, der das Vorhängeschloß geöffnet hat, die Halle verlassen möchte, hat er das Tor zu schließen und derjenige, der noch in der Halle ist, öffnet es mit seinem Chip. Damit ist dieser jetzt der Verantwortliche, der dafür zu sorgen hat, daß das Tor bei Verlassen geschlossen ist.

Wer findet den Fehler? So sieht das Tor aus:

Vorhängeschloß

// Das gefällt mir ja gar nicht….

Diese Mail kam eben von meinem Proberaum-Vermieter:

danke nochmal für den „Nachteinsatz“, wahrscheinlich wurde so ein Diebstahl verhindert.

Am letzten Wochenende stand hier plötzlich mitten in der Nacht eine Tür sperrangelweit offen, ich werde da wohl jemanden verscheucht haben, als ich über den Hof zum Klo geschlurft bin….