(c) by Broken Spirits

// #racialprofiling (Teil 2)

Nachts um kurz vor drei im Proberaum… ich habe meine Gitarre mal eben weggestellt, um ein Bier aufzumachen. Lecker. Leider wurde der Biergenuß durch eine merkwürdige Geräuschkulisse unterbrochen. Ein Blick aus dem Fenster schaffte Klarheit:
• Ein Nachbar (ebenfalls Musiker, weiß, männlich, ca. 30 – 35 Jahre alt) wollte das Rolltor öffnen. Genau in diesem Moment hielt eine Polizeistreife.
• Dieses Zusammentreffen zufälliger Art führte zu einer Personenkontrolle
• außer weiß und männlich ist der betreffende Nachbar auch noch eine Koksnase.

Koksnasen und andere Nasen gibt es hier viele. Eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (und dort gibt es viele Flüchtlinge aus den Maghreb-Staaten) ist fünf bis zehn Gehminunten entfernt. Flüchtlinge gibt es hier in der Gegend also ebenfalls mehr als genug.

Übrigens: well done, ich wäre reingekommen, nachdem ich den Ausweis vorgezeigt hätte. Mein Nachbar wurde in Handschellen abgeführt. Der hatte wohl was dabei, was er besser nicht hätte dabei haben sollen. Drogendealer (i.d.R. schwarz, männlich) haben wir hier übrigens auch mehr als ausreichend. Da gibt es eine einschlägige Kneipe 200 Meter die Straße runter.

Die Preisfrage: Warum wird jetzt also ausgerechnet mein Nachbar (männlich, weiß, heterosexuell) anlaßlos kontrolliert und nicht die Drogendealer (männlich, schwarz, heterosexuell)? Letztere rennen hier nämlich auch die ganze Nacht über rum…. allerdings nicht unmittelbar vor dem Rolltor, jedoch in der gleichen Straße. Deshalb ist es mir derzeit leider nicht möglich, abzuschätzen, wie das Verhältnis schwarz/weiß aussieht. Eine Feldstudie wäre aber sicher interessant – trotzdem denke ich, daß diese „Momentaufnahme“ in Bezug auf die aktuelle Diskussion nicht ganz uninteressant ist.

Nichtsdestotrotz: mein Nachbar (weiß, männlich, heterosexuell und der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Drogen dabei hatte) wurde erwischt: Langjährige Blogleser kennen meine Meinung zu Drogen (insbesondere den „harten Drogen“) und können sich meine Gedanken zu dieser Festnahme wahrscheinlich gut vorstellen – darum geht es mir gerade jedoch ausdrücklich nicht!

Entscheidender finde ich folgendes:
Ich kann mit diesem örtlichen Hintergrundwissen/ Kenntnis des örtlichen Umfelds eine anlaßlose, rassistische Personenkontrolle absolut nicht entdecken!

Ich persönlich habe da ja eine andere These (die nichts mit Rassismus zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Ort ):

In diesem Zeitungsartikel wird beschrieben, daß eine dunkelhäutige US-Amerikanerin in neun Monaten 23 mal von der Polizei kontrolliert wurde.

Im Mittel macht das 4,7mal 2,6mal / Monat (einfacher Dreisatz: 9/23*12 23/9 – Korrektur: so einfach ab einer gewissen Uhrzeit dann wohl doch nicht :rolleyes: )
Kommt für mich hin, eine ähnliche Anzahl an Personenkontrollen würde ich plus/minus auch angeben. (Korrektur: sogar eindeutig Plus mache ich da). Im vergangenen Dezember hatte ich diesen Spaß vier mal…
Wie gesagt: Hauptbahnhof einer größeren Stadt + Proberaum in einer miesen Gegend. Die Nachbarn tragen da nicht unbedingt zu einer Verbesserung bei…

Via Horst bin ich auf folgendes Video gestoßen (das Video ist schon etwas älter – vom 20-Feb-2014, also eindeutig VOR dem Silvester-Desaster in Köln).

Bemerkenswert finde ich, daß der Schwarze am Bahnhof gefilmt wird, die Weißen hingegen in einem Park (?). Desweiteren stößt es mir bitter auf, daß ich (mit Ausnahme des ersten „Interviews“) die Frage nicht höre.
Es gibt eine völlig konträre Antwort, wenn ich frage, ob jemand „schon mal von der Polizei kontrolliert wurde“ oder ob jemand „schon mal von der Polizei hier kontrolliert wurde“. Bezüglich meiner These, daß Kontrollen durchaus auch ortsabhängig sein könnten, ist dieser kleine aber feine Unterschied nicht ganz unwesentlich.

Meine persönliche Beobachtung ist: ich bin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und der Proberaum befindet sich in einer „problematischen“ Gegend. Ich werde regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Allerdings bevorzugt an eben diesen beiden Orten. Die durchschnittliche Anzahl deckt sich in etwa ist sogar höher mit Anzahl der Kontrollen, die Schwarze laut (mehr oder weniger) aktuellen Medienberichten erfahren (dürfen).

Racial Profiling? Kann ich beim besten Willen nicht bestätigen….

// Divide et impera

Ich bin auf einen etwas älteren Webmaster-Friday aufmerksam geworden. Ich verfolge das ja nicht direkt (solche Blogger-vernetzen-sich-Aktionen finde ich eher doof)- aber dieses Thema fand ich doch interessant genug, um mal (verspätet) meine 5 Cent loszuwerden:

Spaltet das Internet die Gesellschaft?

Kurz und knapp: Ja.
Es wird in dem einleitenden Text des Webmaster-Friday auf Donald Trump verwiesen, dessen Wahl angeblich völlig überraschend war. Dieser Aussage stimme ich schon mal nicht zu. Dieses Wahlergebnis war nicht überraschend, es war logisch.

Begründung

Zunächst möchte ich vorausschicken, daß ich G.W. Bush schon für eine Katastrophe gehalten habe. Wir (also die Menschheit) haben den irgendwie überlebt und D. Trump ist nun wohl sowas wie der „God-Mode“. Der Schwierigkeitsgrad steigt.
Das Wahlergebnis war m.E. nicht überraschend: Als Hauptursache sehe ich die „political correctness“. Diese verbietet es mittlerweile, die Meinung zu sagen. Besser: wenn man die eigene Meinung sagt, muß man eben auch mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen.
Dank der sogenannten „Social Justice Warrior“ können diese Konsequenzen sich durchaus auch im Privatleben bemerkbar machen. Im Extremfall kann dies zu einer Selbstzensur führen. Man sagt also beispielsweise etwas anderes, als man tatsächlich denkt. Das Wahlergebnis in den USA ist somit eigentlich keine Überraschung: Es hat sich schlichtweg keiner getraut, zu verraten, wo das Kreuzchen nun gemacht wird (das muß man in einer funktionierenden Demokratie auch nicht!). Ursache dürfte ziemlich eindeutig die Moralkeule sein, die im Internet schnell ausgepackt wird.

Mittlerweile nicht nur: die Filterbubble soll sich ja mittlerweile auch auf das Privatleben auswirken. Frei nach dem Motto: Falsche Meinung im Internet? Wir kennen uns auch im RL? – Tschüß! Mit Dir will ich nix zu tun haben (weder im Internet noch im RL).

Die Blockierfunktion auf Facebook/Twitter und Co. sowie die Rufnummernsperre des heimischen Telefons erledigen dann den Rest.

Damals ™ war das anders

In meiner Jugend (also „damals“) haben wir Meinungsverschiedenheiten noch gemütlich bei einem Bier/Kaffee o.ä. ausdiskutiert. Das „Damals“ ist aus heutiger Sicht eher so „1990“ (ich erwähne das für die zeitliche Einordnung).
Ich sehe da schon einen signifikanten Unterschied zu den Diskussionen, die es zu politisch mehr oder weniger relevanten Themen gibt. (Zur Verdeutlichung: der #Aufschrei gehört nicht zu den relevanten Themen – das ist ein Beispiel für den Furunkel am Arsch von irgendwelchen Barbie-Püppchen.). Es war anders – ohne Wertung. Wir konnten uns bei solchen Diskussionen zuhören, widersprechen – es blieb trotzdem immer halbwegs sachlich. Irgendwelche *ism-Vorwürfe gab es nicht. Diese ganzen „ism“ waren noch nicht mal erfunden. Wenn irgendwas nicht korrekt verstanden wurde, wurde nachgehakt. So einfach war das. Da hat es keinen #Aufkreisch gebraucht. In der Regel waren die potentiellen Mißverständnisse schnell geklärt. Ganz ohne Shitstorm und Hate Speech.

Hate Speech ist ein schönes Stichwort: Das ist m.E. Definitionssache. Es gibt da eine „wundervolle“ Seite, auf der dieses sogenannte Hate Speech gesammelt wird (hatespeech.org – ich verlinke den Mimosendreck nicht: Copy&Paste hilft). Ich finde: Jeder Blogger hat schon mal Kommentare gelesen, in denen

a) Der Tod des Bloggers/ dessen Angehörigen/ dessen Haustier / etc. gewünscht wird
b) Die Kernaussage aus dem Wort „PIIIIIIMMMMMMMMEEEELLLLLLLLLLL!“ bestand
c) $Kritik

Das Beispiel b) kann ich ignorieren. Sowas auf einer Webseite zu sammeln – nun, das fällt für mich in die gleiche Kategorie wie der Kommentar selbst: Kleinkinder.

Das Beispiel a) – nun ja…. Da steht man drüber. „Erwachsenwerden“ ist das Zauberwort (das gilt sowohl für den Sender als auch Empfänger;-) )

Das Beispiel c) ist interessant: das war nämlich auch (aber nicht nur) durchaus sachlich vorgetragene Kritik – keine Beschimpfungen, keine Beleidigungen sondern einfach (mehr oder weniger) valide Argumente. Ich sage bewusst nichts über die Qualität der Argumente. Das ist in einem Land, das Meinungsfreiheit im Grundgesetz verankert hat, nämlich völlig wurscht: Jeder darf seine Meinung entsprechend seiner geistigen Fähigkeiten frei formulieren! Es gibt hier in Deutschland das Recht, seine Meinung in Wort und Text zu äußern – es gibt jedoch keine Pflicht, eine intelligente Meinung zu haben.

Und genau da spaltet das Internet die Gesellschaft.

Die Social Justice Warrior tragen dazu m.E. maßgeblich bei und fördern diese Spaltung. Diese SJW-Gruppierung ist (noch?) eine kleine, lautstarke Minderheit (die durchaus auch mal in der Lage ist, den GRIMME-Preis abzustauben. Und Einfluß auf die Gesetzgebung hat. Und…. Und… und…. ).

Es geht hier nicht mehr um WAHR oder FALSCH – es geht um eine (politisch korrekte) Einheitsmeinung. Was WAHR ist, entscheidet – ja genau wer? „Das Internet?“ Wer ist das?

Das Internet könnte ein besserer Ort sein: Ohne Rassismus/Homophobie/Misogynie und andere *ism-Vorfürfe. Und wann wer warum beleidigt sein könnte, könnte auch mal ohne pawlow’schen Beißreflex durchdacht werden.

// #racialprofiling

Es war im Sommer 2012. Ich wollte den Kölner Dom bei Nacht fotografieren.
Diese Fotos kamen nie zustande.

Grund hierfür waren nicht schlechtes Wetter oder Speicherkarte voll, Batterien leer oder andere ähnlich gelagerte Fotografenprobleme.

Der Grund waren Nordafrikaner.

Wie gesagt: 2012. Damals gab es noch keine Flüchtlingskrise. Kein „Refugees welcome“ und ähnliches.

Meine Fotoausrüstung habe ich nur noch wegen meiner Geistesgegenwärtigkeit und weil die Nordafrikaner zu schnell waren (ich hatte keine Zeit, mein Stativ ordentlich zu verstauen. Dies war im Nachhinein ein Glücksfall, denn so wurde aus dem 3-kg-Stativ notgedrungen eine Schlagwaffe. Ich bin da nicht stolz drauf, aber eine Platzwunde und ein Paar zertrümmerte Eier… nun, ich habe meine Fotoausrüstung noch. Nur das zählt aus meiner Sicht.).

Ich weiß also seit 2012, daß die Kölnerdomplatte ein gefährliches Pflaster ist. Für mich Grund genug, mich dort nicht mehr aufzuhalten und schon gar nicht nachts.

Ich weiß nicht mehr, ob es meine Mutter oder meine Oma war, die mir den Spruch „einhämmerte“:

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“

Wie wahr…

Dreieinhalb Jahre später

Köln, Domplatte, Silvester 2015/2016.

Die Ereignisse brauche ich hier nicht beschreiben. In den Medien wird das ja gerade wieder thematisiert.

Was mir persönlich in der Aufbereitung in Erinnerung geblieben ist: der weiße heterosexuelle Mann sei schuld gewesen (dies war zwar eine „Einzelmeinung“ aus der Feministen-Ecke, aber sie blieb halt hängen. Es gibt dazu auch einen Link, leider finde ich den nicht mehr. Die TAZ war es, wenn ich mich recht entsinne). Diese Spezie WHM sei da nicht hingegangen. Dadurch habe sich ein Ungleichgewicht entwickelt: viele weiße Frauen, viele Nordafrikaner und keine weißen Männner.
Erst durch diese Konstellation sei es zu diesem Desaster gekommen.

Ich wußte, warum ich da nicht hingehe – auch wenn mich Silvester und Kölner Dom fotografisch gereizt hätte und ich mir das ernsthaft überlegt hatte. Aber da war ja der Sommer 2012….

Noch ein Jahr später

Köln, Domplatte, Silvester 2016/2017.

„1000 Nafris werden polizeilich erfaßt/ kontrolliert“ – so ähnlich lauten die Schlagzeilen heute. Und: dies sei rassistisch. Racial profiling gehe gar nicht.

Ich habe da spontan zwei Fragen:
1) Wenn es bekannt ist, daß eine bestimmte Bevölkerungsgruppe Probleme verursacht: Wie soll denn die Polizei angemessen darauf reagieren?
2) Wie soll eine Vermeidung solcher Vorfälle logistisch (also rein auf die praktische Umsetzung bezogen) vermieden/ verhindert werden?

Meine ebenso spontanen Antworten beziehen sich auf mein persönliches, örtliches Umfeld – also den Proberaum. Der befindet sich ja – wie ich hier schon mehrfach erwähnt habe – ebenfalls in einer problematischen Gegend.

Zu 1)
„Racial Profiling“ findet man öfter, als man denkt. Ich wollte schon mehrfach einfach mal nachts an der nahegelegenen Tanke ein Bier holen. Blöderweise passierte irgendwas hier in der näheren Umgebung (Auto aufgebrochen/ Schlägerei, sexuelle Belästigung o.ä.). Täterbeschreibung laut Zeugen: weiß, 1,60-1,80m groß, lange Haare, schwarzes T-Shirt. Da falle ich absolut rein. Konsequenz: ich wurde angehalten, Personalien abgefragt – das volle Programm eben.
Und? Das war zugegebenermaßen lästig aber: Ich laufe immer noch frei rum.

Zu 2)
Ich kann verstehen, daß es unangehme Assoziationen weckt, wenn nach Hautfarbe die Ausgangstür zugewiesen wird. Wir hatten in Deutschland schon mal solche Selektionen.
Aber: bei diesen Menschenmassen fällt mir ehrlich gesagt auch keine bessere Lösung ein.
Laut Medien soll die Kölner Neujahrsnacht sicher gewesen sein. Dann hat doch eigentlich alles genau so funktioniert, wie es sollte…?

Und ganz allgemein – da springe ich wieder ein Jahr zurück: Katrin Göring Eckardt (Grüne) erklärte vor einem Jahr:

„Jede Frau muss sich frei und ohne Angst bewegen können in der Öffentlichkeit. Das zu garantieren ist Aufgabe des Staates. Und wenn der Staat hier versagt, dann macht das Angst.”

Warum nur „jede Frau“?
Aus meinem Mikrokosmos „Proberaum“ (der sich wie bereits erwähnt in einer miesen Ecke befindet): Ich als Mann kann das nicht. Meine (überwiegend männlichen) Nachbarn auch nicht – einer wurde mal wegen eines Feuerzeugs (sic!) zusammengeschlagen.

Hier vor meiner „Haustür“ kam es zu Überfällen mit Messereinsatz – die Opfer waren Männner.

Auch wenn es polemisch klingen mag: Eine Vergewaltigung wäre mir lieber als ein Messer zwischen den Rippen. Ersteres könnte ich leichter „verdauen“ (im Sinne von „überleben“- ja, ich höre die ganzen Feministen aufkreischen. Von mir aus.)

Ich habe nicht umsonst meinen Schlafsack im Proberaum – wenn es mal länger dauert, penne ich doch lieber hier als in einer Holzkiste.

„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ – aber das ist ja (neudeutsch) „Victim Blaming“.

// Gelegentlich häufiger vorkommende Vertragsstrafe

Den Mietvertrag für den neuen Proberaum habe ich jetzt erhalten. Er ist etwas dicker und umfangreicher, als der erste Mietvertrag für den alten Proberaum. Grund hierfür sind die Vetragsstrafen, die etwas …öhm… umfangreicher geworden sind.

Irgendwie liest sich der Mietvertrag wie das gesamte Sündenregister aller Vermieter:

Vertragstrafen von 25,00 Euro werden z.B. fällig, wenn die Wohnanschrift nicht stimmt.
Oder die Miete bar bezahlt wird oder die gemietete Stellfläche auf dem Parkplatz nicht gekehrt wird. Der gleiche Betrag wird fällig, wenn man irgendwo auf dem Hof kurz hält, um z.B. etwas auf- oder abzuladen.

50,00 Euro hingegen kostet es, wenn man andere zuparkt oder Müll auf dem Gelände ablädt. Dazu gehören auch abgemeldete Autos.
Verstöße gegen die „Sicherheitsvorschriften für Feuerarbeiten“ werden ebenfalls mit 50 Euro geahndet.

Richtig billig ist es hingegen, wenn man vergisst, die Tür abzuschließen: das kostet beim ersten Mal nur 5,00 Euro. Erhöht sich jedoch jedes weitere Mal um weitere 5,00 Euro. Ab dem sechsten Verstoß wird der Vermieter einen kostenpflichtigen Auftrag erteilen, die Türen von jemanden abschließen zu lassen.

Ich wittere einen Nebenjob: kürzlich teilte mir der Vermieter mit, daß ich einen Schlüssel habe, der zu allen Eingangstüren paßt.

// Ello – ein weiterer Seelenverkäufer?

Wenn man auf die About-Seite anklickt, kann man lesen, daß sieben „well-known artists and programmers“ Ello als ein privates soziales Netzwerk gegründet haben. Und richtig: auf einem jungfräulichen Ello-Account hat man erstmal zwei „Freunde“, die aus dem künstlerischen Bereich kommen. Die Timeline wird geflutet (geht ja auch bei fehlenden anderen „Freunden“ nicht anders) mit allerlei Grafiken, geteilten Fotos usw.
Es entsteht schnell der Eindruck, daß sich hier jede Menge Kreative „herumtreiben“ – was bei dieser Entstehungsgeschichte nicht verwunderlich ist.

Mittlerweile bin ich ebenfalls auf Ello – weniger, weil ich einen weiteren Kanal brauche, sondern vielmehr, weil sich bei den (a)sozialen Netzwerken mir mittlerweile die Zehnägel hochrollen. Vor allem in puncto Datenschutz und Urheberrecht. Darüber habe ich mich hier ja schon verschiedentlich ausgelassen.

In Bezug auf Datenschutz scheint Ello schon fast vorbildlich zu sein: Im Ello Manifesto wird zum Beispiel versprochen, daß die Daten nicht ausgeschlachtet werden.

Was ich an dieser Stelle allerdings für ausgekochten Bullshit halte, ist der Satz

We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.

Dieses Zitat beschreibt zwar den Sollzustand, der Istzustand ist davon jedoch meilenweit entfernt. Das hat die Erfahrung der letzten Jahre einfach mehrfach gezeigt: Sei es „Das ist doch Werbung für Dich“ versus „Linkgeiz“ oder die unsäglichen Nutzugsbedingungen in sozialen Netzwerken oder „Crowdfunding“ versus „Ich finanziere doch nicht Dein Hobby“. Mag sein, daß ich das Internet nicht verstanden habe, die Leute darin aber sehr wohl. Ello wird dieses Problem bei allem Idealismus auch nicht lösen können.

Das ist die nächste Frage: will oder kann Ello dieses Problem überhaupt lösen? Datensammeln als Einnahmequelle sowie Inhalte der Nutzer fallen (so wie es sich aktuell anhört) weg. Wie finanziert sich also Ello? So altruistisch werden die Macher kaum sein, daß sie die komplette Infrastruktur für ein soziales Netzwerk kostenlos zur Verfügung stellen. Ein Server (selbst Webspace) kostet Geld – das weiß jeder Blogger, der ein CMS selber hostet.

If you do not pay for a product, you are the product.

Möglicherweise wird es Bezahl-Funktionen geben. Aber auch hier läuft es (Hand auf‘ s Herz 😉 ) eher so, daß die Mehrheit im kostenlosen „Bereich“ bleibt – also Kosten verursacht, aber kein Geld einbringen wird. Bleiben also nur die Daten und Inhalte, die zur Gegenfinanzierung bzw. Gewinn taugen.

Die derzeitige Beta-Phase muß ebenfalls finanziert werden – und hier hat Ello einen Geldgeber gefunden: die Risiko-Kapitalgesellschaft FreshTracks Capital. Das ist kein Geheimnis – das wird ganz offen von FreshTracks kommuniziert. Hierfür einfach den Link anklicken (oder diesen) oder sich mit nachfolgenden Screenshot begnügen:

Screenshot: Risiko Kapitalgesellschaft finanziert Ello

In dem Screenshot fiel mir das „Buy-Side“ auf – danach habe ich einmal gegooglet und fand das hier:

Die von der Buy Side erstellten Marktanalysen betrachten meist den Gesamtmarkt, sind sehr langfristig angelegt und bilden die Grundlage für die Zusammensetzung von Aktienfonds.

[Quelle: Boersennews.de/lexikon]

Wer mag, kann ab diesem Punkt selber recherchieren – ich habe es versucht und mir schwirrt der Kopf. Die Hochfinanz liegt mir als armer Künstler einfach nicht. Jedoch bleibt eine Erkenntnis: Der Weg von Ello dürfte mit diesen (für mich begreifbaren und zugegebenermaßen oberflächlichen) Erkenntnissen bereits klar beschrieben sein:

Ello möchte zwar eine Alternative zu Facebook sein – aber der Börsengang von Facebook ist noch nicht allzulange her. Die damit verbundenen Veränderungen (die ausnahmslos nicht zum Besseren waren) dürften die meisten Facebook-Nutzer noch in guter Erinnerung haben. Ganz allmählich spricht sich sogar unter Bloggern rum, daß Facebook nicht hält, was es verspochen hat (auch wenn ich die Schlüsse für falsch halte: Facebook entscheidet, was für den Nutzer interessant ist – was nicht zwingend den tatsächlichen Interessen der Facebook-Nutzer entspricht).

Ello wird wohl oder übel den gleichen Weg gehen (müssen). Es wird darauf hinauslaufen, daß das unternehmerische Risiko auf die „Arbeitnehmer“ ( = User) abegwälzt wird. Wenn mir z.B. der Fotoapparat oder die Gitarre kaputtgeht, interessiert das die (a)sozialen Netzwerke genau gar nicht. Es gibt ja genug andere. Gleiches gilt auch für Blogartikel und alle anderen echten eigenen Inhalte.

Ello – ein weiterer Seelenverkäufer? Eindeutig ja.

Aber wahrscheinlich ist das alles nur halb so wild, denn: ich habe das Internet schließlich nicht verstanden 😉

PS: dieser Blogartikel basiert auf dem Artikel eines Designers, der sich von Ello losgesagt hat. Dort wird noch etwas ausführlicher auf die finanzielle Unterstützung eingegangen und der Artikel schließt mit den Worten:

So here’s what I’m doing: I’m leaving Ello. Before it can grow. Before it can exit. And I suggest that you do the same. Or, even better, do not join it in the first place.

//Edit: dazu paßt: Aral Balkan über die digitale Freiheitslüge.

// Stockdingens

Von Alex „kam ein Blogstöckchen um die Ecke“ – und da ich gerade etwas Zeit hatte, habe ich hierzu mal etwas geschrieben…

Wann hast du das letzte Mal bei einem Blogstöckchen mitgemacht, kannst du dich noch daran erinnern? Und was war das Thema?

Das ist schon eine Weile her, und zugeworfen hatte es mir damals Sylvi. Hier ist es. Erinnern konnte ich mich übrigens deshalb, weil der Pingback von Marcus, der mich in seinen Antworten erwähnte, erst vor kurzem hier aufschlug – nach über 2,5 Jahren. Das ist wohl Rekord 😛

Wovon lässt du dich inspirieren im Internet?

Ich glaube nicht mehr, daß das Internet als Inspirationsquelle taugt. Die Bloggerlandschaft ist zu flach geworden, Produkttests, Gewinnspiele, heftig.co, Pseudo-Psychotests, irgendwelche #Gates usw… das ist mittlerweile alles die gleiche gequirrlte Scheiße. Der gewöhnliche Digital Native ist ein perfekter Brummkreisel geworden: er dreht sich um sich selbst und sondert dabei belanglose und monotone Geräusche in Form von Tweets, Status-Updates und wiedergekäuten „eigenen“ Inhalten ab (Wobei diese „eigenen“ Inhalte in den seltensten Fällen was eigenes sind. Neues gibt es kaum noch – Copy&Paste für den schnellen Klick ist ja auch viel einfacher.)

Oder, die schlimmere Variante ist hier beschrieben, wohin es führt, wenn die Inspiration aus dem Internet kommt: Einer beginnt irgendeinen Scheiß, nennt es Kunst und alle machen es nach oder schreiben darüber. Das ganze nennt sich dann auch noch „Schwarmintelligenz“. (Lesebefehl!)

Welche Zeitschriften liest du regelmässig?

Einige. Sofern sie nicht aus dem Axel-Springer-Verlag kommen. Wobei „regelmäßig“ jetzt ein dehnbarer Begriff ist. Wenn ich eine längere Zugfahrt aufgrund meiner Fototouren habe, kann es sein, daß ich mir auch mal das kaufe, was gerade da ist. Nicht unbedingt die bevorzugte Zugfahrtslektüre… aber wenn es gerade nichts besseres gibt, dann eben auch das. Regelmäßig heißt hier: alle paar Monate. Zählt das?
Ansonsten gibt es einige Zeitschriften, die sich mit Fotografie oder Musik beschäftigen. Da habe ich meine Favoriten und es gibt eine reelle Chance, mich in diese Lektüre vertieft anzutreffen 😉

Schaust du ShoppingQueen im TV an?

Ich habe keinen Fernseher. Diese Volksverblödungskiste lehne ich ab. Wenn ich den Titel nur schon höre: „ShoppingQueen“… ist das sowas wie diese überflüssigen und selten dämlichen Hauls auf Youtube nur mit Werbeunterbrechungen? Also sowas, wo sich unterbelichtete Menschen zu Marketingzwecken einspannen lassen? Quasi ein Werbeblock, der von Werbeblöcken unterbrochen wird?

Ich habe da mal einen interessanten Satz gelesen, in dem es sinngemäß hieß: „Das ist die Perfektion des Kapitalismus: Firmen brauchen keine Werbung mehr machen, weil die Konsumenten freiwillig diesen Job übernehmen.“
Daran denke ich als erstes, wenn ich ShoppingQueen höre. Fakt ist jedoch: ich kenne Shopping Queen nicht. Ich habe jedoch die ein oder andere „ShoppingQueen“ in meinem weiteren Bekanntenkreis. Der weitere Bekanntenkreis ist leider nicht weit genug: die ein oder andere strunzdumme Tussy, die selbst zum Scheißen zu blöd ist (warum sonst kauft sie sich jedes Wochenende neue Klamotten??!) begegnet mir manchmal leider doch.
Ich weiß nicht mal, was diese Schabracken eigentlich arbeiten – aber wenn ich deren Vorgesetzter wäre, würde sie die Gehaltsabrechnung von mir mit roter Schleife bekommen- verdient hätten sie das Gehalt nämlich nicht. Oder ich würde sie ausschließlich dafür bezahlen, weil sie so dekorativ sind.
Falls ShoppingQueen so eine bekackte Sitcom oder ähnliches sein sollte: auch das brauche ich nicht. Weil: ich kenne solche strunzdoofen Kackprimeln. Im übrigen macht man keine Witze über solche Leute – man wartet, bis diese das selber tun. Wenigstens DAS können sie besser als jeder ScriptedReality- DokuSoap- Sitcom- GagSchreiberling.
Wie gesagt: ich kenne ShoppingQueen nicht – und ich will es eigentlich auch gar nicht wissen.

Verfolgst du Politik und das Weltgeschehen?

Ja klar, mal mehr oder weniger intensiv. Zur Zeit etwas weniger. Ich finde das Weltgeschehen zur Zeit etwas frustrierend. Manche Feeds klicke ich derzeit einfach ungelesen weg und manche Printmedien werden nur überflogen. Das wird aber auch wieder anders.

Wie lang war dein längster Blogartikel und was war das Thema, womit du dich dabei befasst hattest?

Ich schätze, mit 2368 Worten dürfte das eines meiner Tutorials sein. In diesem Tutorial geht es darum, wie man das Vorschaubild in den (a)sozialen Netzwerken verhindert. Dies ist aufgrund des sehr einnehmenden Wesens der „Internetgiganten“ wie Facebook, Google & Co. sowohl für Fotografen, die sich nicht ausbeuten lassen wollen als auch für Blogger, die ihre Leser vor Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen schützen wollen, von Interesse.

Die Kurzfassung: Jedes Teilen mit Vorschaubild ist selbst bei einer Creative Commons ein Verstoß gegen die Lizensierung. Anders formuliert: mit Einrichten eine Accounts wie z.B. Twitter räumt man Twitter Nutzungsrechte ein, die der Teilende nicht erteilen darf. Im Falle von Twitter z.B. eine Bearbeitung. Dieses Recht ist jedoch nicht in einer CC: by-nd enthalten. Also ist auch ein Teilen eines Artikels abmahnfähig, wenn das Vorschaubild z.B. über die TwitterCards angezeigt wird. Die höchste mir bekannte gerichtlich (zurecht!) „verdonnerte“ Strafzahlung wegen einer falsch umgesetzten CC liegt übrigens bei 14.000 Euro. Ursache war das im großen Stil „vergessene“ (HAHA!) by – also die Namensnennung.

Dies nur als „Teaser“ – die geballte Ladung gibt es hier: Fotos in sozialen Netzwerken einbinden verhindern.

Mich freut es übrigens, das mittlerweile und ganz allmählich einige Blogger gezielt nachfragen oder den Link nach einem Theme-Wechsel nochmals haben möchten. Also, hier war er nochmal 😉

Liest du eBooks?

Nö. Bücher sind nicht nur zum Lesen da, sondern auch geeignet, um Fliegen totzuschlagen. Ganz klarer Nachteil der eBooks. Zum anderen fand ich es abschreckend, daß mein virtuelles Bücherregal auch ohne mein Zutun geschweige denn mein Wissen ausgeräumt werden kann. Da ich Filesharing aus Prinzip ablehne, bleibt dann eben nur noch das klassische Buch – ganz getreu dem Motto: nur was man nach Hause tragen kann, gehört einem auch.

In welchem Onlineshop kaufst du regelmäßig ein?

Habe ich noch nie gemacht, werde ich auch so lange wie nur irgendwie möglich vermeiden.
Gründe hierfür sind die Arbeitsbedingungen in den großen Onlineshops, die an Ausbeuterei grenzen und das will ich nicht unterstützen. Der Einzelhandel ist mir persönlich wichtiger aufgrund der fachkundigen Beratung. Damit meine ich nicht die großen Ketten, sondern wirklich „Familienbetriebe“.
Bonus: außer mir kennt niemand mein komplettes Konsumverhalten. Selbst die NSA nicht – dank konsequenten Verzichts von Payback-Karten, EC-Kartenzahlung usw.

Fastfood oder gutbürgerlich, bezogen auf die Küche?

Satt muß es machen. Fastfood kann das nicht. Selbst eine selbergebasteltete Wurststulle hat mehr Kalorien als dieser McWürg-Rotz. Einzige Ausnahme: Döner. Wenn der richtig gemacht ist, ist der zwar genaugenommen Fastfood, aber eben doch eine sättigende Mahlzeit. Allerdings eben nicht von jeder Dönerbude. Im Übrigen ist meine Ernährung eher soso lala. Leider. Das ist aber situationsbedingt: im Proberaum habe ich nicht die Möglichkeiten, was „gutbürgerliches“ zu kredenzen, aber ich versuche schon, was möglich ist, selber zu machen. Was durchaus auch mal unorthodox werden kann

Welches CMS wählst du wenn du die Wahl zwischen WordPress, Drupal und Joomla hättest und begründe deine Antwort?

WordPress. Ich mag es. Das reicht wohl als Grund…?

Lieber Winter oder Sommer, Frühling oder Herbst?

Herbst und Winter. Den Herbst, weil er so schön melancholisch ist und den Winter, weil er so schön kalt ist.

Fotografierst du gerne?

Ja. Sogar ziemlich erfolgreich. Wenn man als Maßstab nimmt, daß gestohlene Inhalte eine Ehre sind. So ziemlich jedes Foto in diesem Blog wurde bereits gestohlen und kommerziell verwendet. Genutzt hat mir das allerdings nichts – selbst der Werbeeffekt war bzw. ist gleich Null. Zielgruppe paßt nicht und sekbst wenn die gepaßt hätte, dann wäre da der Linkgeiz. „Werbetechnisch“ also eine absolute Nullnummer. Da kann auch noch so oft gesagt werden „Das ist doch Werbung für Dich“ – diese Aussage ist und bleibt Bullshit.

Insofern war jeder Diebstahl eine klare Bereicherung aus niederen Beweggründen des widerwärtigen Diebesgesindels. Im übrigen habe ich keinen Bock mehr auf irgendwelche sinnlosen Grundsatzdiskussionen und Beleidigungen nach einem höflichen Hinweis meinerseits. Das überlasse ich mittlerweile geschulten Personal mit abgeschlossenem Jurastudium. Dieses Personal hat die nötige Distanz und begeht keine Formfehler. Das vereinfacht vieles und ist auch besser für meinen Blutdruck 😉

Den Urlaub zuhause verbringen oder lieber verreisen?

Im Urlaub ist mir der Blick über den Tellerrand hinaus besonders wichtig. Bevor ich von zuhause aus tagelang im Internet rumsurfe und mir die ewig gleichen Witzbildchen anschaue (s.o), verreise ich lieber. Ganz ohne Internet.

Kommentierst du jeden Artikel, den du liest?

Nö. Aber ich denke mir zu jedem Artikel meinen Teil. Was mittlerweile… ach, lassen wir das. Kann sich eh jeder denken, der bis hierher gelesen hat.

Welches Smartphone ist bei dir im Besitz und was schätzt du daran?

Achjeh, diese Trendsetter mit ihren Smartphones immer. Stundenlang anstehen für ein überteuertes Stück Technik, das alle haben wollen und alle wollen sich danach Trendsetter nennen. Diese Frage ist sowas von irrelevant, das geht auf keine Kuhhaut.

Was möchtest du uns noch sagen?

Danke für’s Zu-Ende-Lesen. Wurde stellenweise doch eher ein Rant. Das war ursprünglich gar nicht beabsichtigt 😉

// Digitale Epidemie

Ich weiß ja nicht, wie es Euch so geht. Aber mir fallen im Internet vermehrt Widersprüche auf. Ich habe es lange Zeit „Doppelmoral“ genannt – aber das trifft es nicht ganz. Mittlerweile gehe ich soweit, Schizophrenie als die erste digitale Epidimie zu bezeichnen. Eine neue Volkskrankheit quasi.

Beispiele gefällig? Gerne, denn die gibt es zuhauf und ich brauche nicht mal Google zu bemühen.

Das Internet soll frei sein

Das klingt zunächst einmal gut – das gebe ich zu. Schön wäre es, wenn das auch konsequent gelebt werden würde. Das ist aber nicht mehr der Fall: das Internet soll frei sein – aber nur für die Richtigen.

Zu oft habe ich den Satz gehört, daß ich echte „eigene Inhalte nicht ins Netz stellen soll, wenn ich nicht will, daß diese nicht gestohlen werden“.

Wenn es hingegen um eigene Blogeinträge geht, ist das natürlich etwas ganz anderes.
Schizophren- ja oder nein?

Dazu paßt:

Alle Inhalte im Internet sollen kostenlos sein

Das kann man fordern – aber dann darf man eben auch nicht meckern, wenn genau das passiert: aktuelles Beispiel ist gerade U2, die ihr Album allen iTunes-Nutzern kostenlos zur Verfügung stellen.

Meine Omma sagte bei solchen Gelegenheiten gerne:

„Bedenke, was Du Dir wünschst, es könnte erfüllt werden.“

Genau das ist passiert: es gibt etwas umsonst und es ist wieder nicht recht. Ja, wat denn nu?

Neue Geschäftsmodelle

Die alten Geschäftsmodelle sind veraltet, die Zeiten haben sich geändert und Kreative sollen neue Geschäftsmodelle „entdecken“.
Auch hier darf U2 als Beispiel herhalten: es werden neue Geschäftsmodelle gefunden, diese werden umgesetzt, und ihr habt Dateien in Eurer Playlist, die Ihr nicht haben wollt. Ihr habt es aber genau so gewollt. Trotzdem ist es „verkehrt“.
Mag sein, daß ich das Internet nicht verstehe – ich würde es trotzdem anders nennen: ich verstehe die Geistesgestörten (vulgo: Digiatle Natives) nicht.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter: ich kenne das Einwählgeräusch eines Modems nicht aus einem Youtube-Videos. Ganz ehrlich? Ich habe schon eigene Inhalte „in das Internet geschrieben“, als die meisten Digital Natives (die bisher nichts weiter zustande gebracht haben, als ein Facebook und/oder Twitterprofil zu erstellen) noch mit vollgeschissenen Windeln und einer Rassel in der Hand um den Weihnachtsbaum gekrabbelt sind.

Perfekter Übergang zum Thema

Das ist Werbung für Dich!

Ich hatte da mal einen Blogger im Feedreader (nennen wir ihn Hans Wurst), der im Laufe des letzten Jahres eine „klare Absage“ an alle Konsumenten seiner (HAHA!) Bilderserie „erteilt hat“. Keines dieser Fotos war selber gemacht – aber man kann sich hier latürnich „Multiplikator“ nennen. Eventuell sogar zurecht – nur: „Quelle: Internetfundstück“ im ALT-Tag ist natürlich eher so *rofl*…

Immerhin: sämtliche Blogartikel standen unter einer CC – das fällt auch leicht, wenn man die „eigenen“ Inhalte zusammenklau(b)t…

Die Zeit, die ich damit zubringen durfte, die Quelle des Fotos über Google selber zu suchen, habe ich natürlich eingespart (Effizienz und so, Sie wissen schon): wenn ich selber suchen darf, gibt es auch kein „danke für den tollen Link“ – Kommentar. Nope, stattdessen heißt es aus Prinzip: Du kannst mir mal die Pupe schmatzen!. Die genialen Fotografen habe ich alle selber gefunden (und noch einige mehr) – dieser selbsternannte Multiplikator bot also aufgrund der frühen Eigendynamik sehr schnell keinen Mehrwert mehr und dieses Blog war somit ebenso schnell nutz- und wertlos.

Kurz: Aufmerksamkeit fordern (bzw. sich über fehlende Aufmerksamkeit beklagen), während man gleichzeitig das Niveau der BILD-Zeitung bzgl. der Quellenangabe weiter absenkt, ist eine Lachplatte.

Content-Klau

Das Thema „Content-Klau“ habe ich bereits hier und hier ausführlich dargelegt: Wenn man keine Fotos/ Musik/ Texte stehlen kann, weil diese „nur“ kopiert werden, dann trifft dies im gleichen Maße auch auf Nutzerdaten und Bloginhalte zu.

Bezeichnend ist an dieser Stelle auch, daß von betroffenen Bloggern geraten wurde, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Da bin ich mit meinen Abmahnungen wegen Fotodiebstahl noch direkt human.
Witzig auch: sämtliche technischen Lösungen, wie der Content-Diebstahl verhindert werden kann, ist nichts anderes als ein DRM (wogegen ja die meisten Digital Natives aus Prinzip sind).

GEMA vs. VG Wort

Ein sehr schönes Beispiel: Die GEMA ist laut Digital Native-Meinung grundsätzlich böse, die VG Wort gut. Kein Wunder: von der VG-Wort profitiert schließlich jeder Blogger, der die Zählmarke einbaut. Wenn ein Musiker die Zählmarke einbaut, ist das natürlich ganz böse. Content-Mafia und so. Aber: die Aufgabe der VG Wort ist exakt die gleiche wie die Aufgabe der GEMA. Lediglich die Art der schützenswerten Werke ist geringfügig anders.

Fazit:

Anhand dieser Beispiele bleibt mir leider nur ein Schluß: die Mehrheit der Digital Natives ist psychisch krank. Sämtliche aufgeführten Beispiele zeugen von einer Schizophrenie. Sowas ist mittlerweile heilbar. Das ist auch entschuldbar – Unzurechnungsfähigkeit und so…

Oder (und das ist nicht entschuldbar): Digital Natives sind egoistische, verkommene Subjekte, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Kleiner Tip: Mal über Euren Smartphone-Rand rausschauen.

Was dem Digital Native nutzt ist gut, was den Digital Native stört, ist böse. Schizophren oder egoistisch? Sucht es Euch aus 😉

// Edit: oh, und einen habe ich noch: es gibt geistiges Eigentum:

Schaut mal hier:

Das sagt ein Google-Befürworter:

„(…) Volkswirtschaften wie Deutschland, „die offene Märkte für ihre innovativen Produkte brauchen, sollten sich Sorgen machen über solche Aufrufe zur Beschlagnahmung von geistigem Eigentum“ (…)“

Also, wenn ein hohes Tier Google in Schutz nimmt und es geistiges Eigentum auf einmal doch gibt… hey, Google hat immer recht!1!!