Kategorie ‘Off Topic’
Alles was in keine andere Kategorie paßt.
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Die Norweger haben wohl alles richtig gemacht, wie diese Rede des norwegischen Premierministers eindrucksvoll zeigt:
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Die englischen Untertitel sind ganz brauchbar, soweit ich das mit meinen norwegischen Sprachfähigkeiten beurteilen kann. Auf norwegisch kommt diese Rede allerdings noch etwas eindrucksvoller und “kräftiger” rüber.
Diese Ansprache entstand zu einem Zeitpunkt, als die Hintergründe des Täters noch nicht geklärt waren.
Wie armselig sind im Vergleich dazu die deutschen Medien, die sich zeitgleich wie ein pawlowscher Hund verhielten und aufgrund der Wörter “Bombe” und “Attentat” sabbernd und geifernd den Muselmanen als Sündenbock herauspickten?
Ironie der Geschichte: der Attentäter war ein fundamentalistischer und konservativer Christ. Genau das kann man auch über die meisten Bayern sagen. Die Fremdenfeindlichkeit ist in Bayern ebenfalls sehr stark ausgeprägt und richtet sich gegen alle “Zug’roaßten”. Wo bleibt der Verfassungsschutz?
An dieser Stelle möchte ich Duckhome zitieren (es kann einfach nicht oft genug gesagt werden und es paßt leider gerade so hervorragend):
Auch wenn sicher irgendein deutsches Gericht mir diesen Vergleich wieder um die Ohren schlagen wird. Er ist einfach nötig. Das was heute weltweit gegen die Muslime geschieht, ist das was bis 1945 gegen die Juden praktiziert wurde. Heinrich von Treitschkes böser Satz “Die Juden sind unser Unglück!” findet heute bezogen auf die Muslime täglich seinen Ausdruck in Politik, Medien, Stammtischen und ist die Glaubensgrundlage für den rechten Abschaum.
Dieser Aussage habe ich nichts hinzuzufügen.
Und hier stelle ich mich einfach mal dazu.
Jeder weiß, daß im Internet persönliche Daten gesammelt werden. Gerade große Konzerne wie Google oder Facebook wollen alles über die jeweiligen Nutzer wissen.
Wer unter diesen Vorraussetzungen noch alles von sich preisgibt, ist selber schuld. Ich bin ein kleiner Paranoiker und teile nur einen kleinen Teil meiner Persönlichkeit der Öffentlichkeit mit: ich mache gerne und leidenschaftlich Musik, fotografiere oft und viel und wer meinen Blog länger kennt, weiß vielleicht auch, daß ich ein Fahrrad besitze und oft nutze, Catcontent in der Live-Version mag und mein bevorzugtes Urlaubsziel irgendwo in der Nähe des Polarkreises angesiedelt ist. Soviel in Kürze zu mir und mehr braucht m.E. die Netzwelt von mir auch nicht zu wissen. Datenkraken wie Google, Facebook und Co. schon zweimal nicht.
Nun kam ich heute einmal in die Verlegenheit einen ehemaligen Gastmusiker (also männlich – das wird gleich wichtig) zu suchen. Mehr als den Namen wußte ich nicht mehr. Über die Web-Ergebnisse, die mir eine nicht näher erwähnenswerte Suchmaschine vor die Füße rotzte, kam ich nicht weiter – also wechselte ich zur Bildersuche (das hilft dank Live-Auftritte schonmal). Was mich verblüffte: alle Personen, die über die Bildersuche gefunden wurden, hatten entweder
>>> ein Musikinstrument in der Hand (Posaune bis DJ-Equipment)
>>> oder einen Fotoapparat
>>> oder saßen auf einem Fahrrad
>>> oder es handelte sich um Urlaubsfotos nördlich des Polarkreises
Ok, das fand ich weder sonderlich überraschend noch neu – Suchergbnisse werden von Google ja personalisiert (in diesem konkreten Fall allerdings an meinen Interessen vorbei).
Nun bin ich ja auch nicht gerade doof und deshalb ging ich mal eben in das Internetcafe um die Ecke (hier sollten ja unter der Vorausetzung der personalisierten Suche die Suchergebnisse wesentlich vielfältiger sein – so jedenfalls meine Überlegung. Viele Leute = viele Suchanfragen über die gleiche IP).
Gleicher Suchbegriff (der Name meines Bekannten, immer noch männlich – siehe oben) – und wie erwartet andere Ergebnisse.
Auch hier kam ich über die Web-Ergebnisse nicht viel weiter, also wechselte ich auch hier zur Bildersuche. Und wieder verblüffte mich (nein, eigentlich nicht – mich wundert ja nix mehr) das Ergebnis:
Die abgelichteten Personen
>>> waren nackt
>>> waren eindeutig weiblich
>>> räkelten sich auf einem vorzugsweisen roten Auto (die Deluxe-Version mit XXL-Titten auf einem roten Cabrio) und die Billigheimer-Sparvariante saß auf einem roten Motorrad
Und nun frage ich mich nicht das erste Mal, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, das tagesaktuelle Geschehen via Internet (z.B. Google-News) zu verfolgen. Denn das dürfte ja ebenfalls “personalisiert” sein: Bei mir zuhause bekomme ich die vom Kultusministerum genehmigten Schlagzeilen auf den Schirm, im Internetcafe bekomme ich die ultimative BLÖD-Leser / Stammtisch-Parolen / unterbelichtete-Weiber-Tratsch / Schwallheimer prodomo / Titten vs. Proletenschaukeln /… – Mixtur.
Fernsehen oder Radio lehne ich aufgrund volksverblödender Tendenzen vehement ab, totes Holz als Nachrichtenquelle ist dank regierungstreuer Propaganda schon lange scheiße und das Internet redet mir mittlerweile nach dem Schnabel. Schöne neue Welt.
Dabei schaue ich international gesuchter langhaariger Bombenleger subversives Element doch gerne mal über meinen Tellerand hinaus.
Und nun? Irgendwelche Ideen?
In Zeiten von DSDS & Co. bekommt der gemeine Fernsehzuschauer ein phantastisch glitzerndes Bild der Musikerwelt vorgestellt. Da werden knackige Mädels in einer Limousine bis zum roten Teppich gefahren, wo sie unter Blitzlichtgewitter zur Bühen schreiten dürfen, wo sie dann rhythmisch mit dem Arsch wackeln dürfen.
Die Szene, in der die gleichen Mädels in einer runtergekommenen Seitengasse um die Ecke in die Limousine einsteigen “dürfen”, wird dem Fernsehpublikum vorenthalten.
Meist beginnt (und endet trotz kleinerer Erfolge auch genau dort) in einem Proberaum. Diese sind meist versifft (das hängt zu einem Großteil auch von der jeweiligen Band ab).
Eines gemeinsam haben diese Proberäume aber ohne Ausnahme: als Wohnraum eignen sie sich aus verschiedenen Gründen nicht.
Das beginnt zum Beispiel schon mit den sanitären Einrichtungen. Eine Toilette ist zwar in mehr oder weniger akzeptablen Zustand immer vorhanden, eine Küche, in der man sich mal einen Kaffee kochen kann hingegen nie. (es mag Ausnahmen geben, aber ich kenne keine).
Trotzdem ist Kaffee für unseren Menschenschlag eine Art Lebenselexier: wenn die nächtliche Jamsession mal länger dauert oder wenn zuviel Alkohol geflossen ist (letzteres ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum – Koffein macht nur kurzzeitig munter damit der Ethanol daraufhin mit umso mehr Macht zuschlagen kann. Das ist so eine Art Pyrrhussieg, den die Gehirnfunktionen nur verlieren können – frei nach dem Motto: “Noch so ein Sieg und wir sind verloren”.)
Wie dem auch sei: Eine Kaffeemaschine gehört also zur Grundausstattung eines Proberaumes. Dazu gehören natürlich auch Kaffeetassen. Ausrangierte (Porzellan) Blumenvasen erfüllen diesen Zweck notfalls aber auch. Die sind auch oftmals größer – ein bedeutender Pluspunkt!
Nun müssen sollten diese Trinkgefäße aber hin und wieder auch gespült werden. Das geht allerdings schlecht, wenn die dazu nötigen sanitären Einrichtungen eigentlich nicht da sind. Fließend Wasser gibt es – im ungünstigsten Fall – an den Wänden, aber das ist ein anderes Thema…
Der Geist eines Tees wohnt in der Kanne.
In einem findet dann auch schon mal notgedrungen der Transfer statt: schließlich ist Koffein und Tein rein chemisch betrachtet exakt das gleiche Molekül.
Von der Kanne zur Tasse ist es ja auch nicht besonders weit (auf das Material bezogen) und aus praktischen Gründen kann man die Kanne auch gleich weglassen und das Kaffeepulver direkt in die Tasse schütten . Kaffeekannen im Proberaum sind also völlig überbewertet – diese werden eh regelmäßig vergessen und deshalb ist es gut möglich, daß einem Musiker bei Betreten des Proberaumes ein grün bepelzter Kaffeefilter freudig entgegenhüpft. Ein Anblick, auf den auch diejenigen Musiker verzichten können, die eher hart im Nehmen sind.
Es liegt also dank der 5000 Jahre alten Weisheiten der Chinesen in der Natur der Sache, daß alle Tassen im Proberaumschrank mehr oder weniger “geistreich” sind. Um derartige Ausreden ist man als kreativer Musiker zum Glück nie verlegen und so wurde seit Beginn der Rockmusik das Wort “geistreich” ein Euphemismus für “schmutzig” – nicht wenige Hoteliers hassen uns Musiker seitdem dafür und suchen ihre Freunde stattdessen lieber in der Fast-Drei-Prozent-Partei.
…denn alleine die Ausgaben für Spülmittel überschreiten doch nachweislich bei weitem die Ausgaben für die gelegentliche Renovierung eines verwüsteten Hotelzimmers. Oder glaubt ihr etwa allen Ernstes, daß dieses aalglatte Weichei namens Schwesterwelle (sowie seine sauberen Parteifreunde) aus dieser Tasse des Grauens trinken würden?

Klick auf das Bild zeigt das Grauen…!
Never ever. Eher machen diese traurigen Figuren doch den Möllemann und beißen bei einem letzten verzweifelten Versuch, in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit zu gelangen, publikumswirksam ins Gras (frei nach Hagen Rether, Harvard-Zitierweise).
…sind da doch vergleichsweise pflegeleicht: Eine gut bestückte Minibar im Fünf-Sterne-Hotelzimmer reicht uns vollkommen. Und wenn die Preise für diverse Spirituosen auch noch im erträglichen Rahmen liegen, fliegt auch kein Fernseher aus dem Fenster, die Zimmermädchen werden in Ruhe gelassen und wegen einer ungespülten Kaffeetasse wird nicht der Aufstand geprobt – sofern diese Kaffeetasse einen ordentlichen Kaffee und keine schwarzbraun gefärbte Plörre enthält. Eigentlich ganz einfach, oder? Dafür braucht es nicht einmal eine Lobby.
P.S.: Inspiriert wurde dieser Blogeintrag von dem Chaosweib ihrer Tassenparade, an der ich ausdrücklich nicht teilnehme. Schließlich ist es ganz schön lästig, ständig irgendwelche Tassen vom Proberaum in die Wohnung und wieder zurück zu karren. Außerdem habe ich schon lange nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber das brauche ich Euch nicht mehr extra zu sagen, oder? ![]()
… dann artet das durchaus in einen filmreifen Slapstick aus.
In Job2.0 kommt also eine betagte Dame in den Laden gewackelt. Schon an der Tür begann der Kampf Oma vs. fünf Gladiolen, die tatkräftig von einem Rollator unterstützt wurden. Bevor die Oma den Kampf verliert, bin ich also erstmal hin, und habe ihr die Gladiolen abgenommen. So kam die Oma auch unfallfrei an den Tresen, um zu bezahlen.
Bei älteren Leuten dauert der Bezahlvorgang meist etwas länger und in der Zwischenzeit kamen auch zwei weitere Kunden mit Anhang in den Laden. Geduldig warteten sie, bis die Oma in kleinen Münzen den Betrag genau abgezählt hat (Rentner sind eben so, daß sie die gestresste arbeitende Bevölkerung am Feierabend noch mehr stressen. Diese Erfahrung mache nicht nur ich…)
Aber was dann kam, schlägt jedem Faß den Boden aus:
Diese Gladiolen sind ja recht lang, schätzungsweise 1,20 Meter. Und es ist natürlich recht schwer, die auf den Gehwagen zu legen. Einer der wartetenden Kunden bot auch gleich seine Hilfe an, die aber abgelehnt wurde. Sogar in recht harschen Tonfall.
Statt sich also helfen zu lassen, wurde also ausgiebigst mit den Gladiolen rumgefuchtelt. Das sah wirklich so aus, wie in den Schwarzweißfilmen aus der Stummfilmzeit: der erste Kunde hinter ihr bekam die Gladiolen genau ins Gesicht geklatscht. Dafür entschuldigte sich die Oma. Dabei drehte sie sich um 180° um die eigene Achse. Geistesgegenwärtig ging ich hinter dem Tresen in Deckung.
Ich hätte etwas länger in Deckung bleiben sollen, denn diese hinterhältige Tante drehte sich genau in dem Moment um, als ich mich wieder aufrichtete. So hat sie mir die Gladiolen dann doch ins Gesicht geschlagen.
Gladiole leitet sich übrigens von dem lateinischen Wort “Gladius” (= Schwert) ab. So wie dieses verfluchte Weibsbild diese Blumen gehalten hat… glaubt mir, ich weiß jetzt, wie dieser Name zustande kam.
Diese Oma hatte auch alle Nahkampftechniken der alten Römer drauf: als sie mich beinahe “geköpft” hatte, bekam sie erneut einen Schreck und reflexartig zog sie ihre Hand zurück – blöd nur, daß hinter ihr ein kleines Kind stand, dem sie die Blumenstiele genau ins Gesicht rammte.
Auch so eine kampfeslustige Amazone kann aufgrund ihrer rudimentär vorhandenen Mutterinstinkte ein Kind natürlich nicht weinen hören und wortreich und wild gestikulierend entschuldigte sie sich. Dabei starb lautlos eine Orchidee.
Kurz darauf hatte sie es endlich geschafft, die Gladiolen quer auf den Rollator zu legen- dieser braucht dann natürlich etwas mehr Platz beim Wenden.
Zwei weitere Orchideen starben einen qualvollen Tod, was aber nicht weiter beachtet wurde, weil sich dieses blutrünstige Weib am Tod ihrer beiden Opfer weidete und dabei dem kleinen Kind gegen das Schienbein fuhr. Das ohnehin schon ohrenbetäubende Geschrei des Kleinen steigerte sich zu einem nicht endenwollenden Crescendo.
Immerhin hat die Oma realisiert, daß sie mit querliegenden Gladiolen nicht aus dem Blumenladen rauskommt, ohne noch mehr Schaden anzurichten. Also versuchte sie, diese längs auf den Rollator zu legen.
Fast panisch sagte ich “Alle Mann in Deckung” und ein Kunde ergänzte trocken “Frauen und Kinder zuerst”, was uns beiden einen strafenden Blick dieser Kampfhyäne bescherte. Als sie bezahlen sollte, war die alte Schachtel irgendwie schwerhöriger gewesen.
Weder die Kunden noch ich kamen bei dem nun folgenden Schaukampf zu Schaden – für einige Kalanchoe kam die Warnung allerdings zu spät. Diese wurden gnadenlos vom Tresen gefegt. Sowas nennt man glaube ich Kollateralschaden.
Ich will jetzt sofort eine Rollator-Sicherheitsbarriere am Eingang des Blumenladens – so etwas ähnliches hat vor fast elf Jahren auch erfolgreich einen SPD-Politiker gestoppt (leider nicht nachhaltig genug, aber das ist ein anderes Thema.)
P.S.:Wenn ich mal so unterwegs sein sollte: würde mich dann bitte jemand erschießen? Danke!
P.P.S.: Wenn man sowas erlebt, dann bekommen Sprüche wie “…Und sowas soll unser Vaterland verteidigen” oder “mit dir kann man keinen Krieg gewinnen” eine völlig neue Bedeutung…. ![]()
Gerade eben wollte ich Bier wegtragen. Dazu muß ich ja einmal quer über den Hof – die Toilette ist in einem anderen Gebäudetrakt. Als ich zur Tür raus bin, sah ich aus dem Augenwinkel einen Schatten davonhuschen.
Diese Gestalt vermied auffällig auffallend das fahl-gelbe Licht der Natriumdampflampen. Eine gespenstische Szene, wenn man mutterseelenalleine irgendwo in einem Industriegebiet auf einem Hof steht.
Nur das Scharren von Füßen war zu hören, aber auch das ließ sich nicht genau orten. Ein scharrendes Geräusch hier, ein leises Scheppern irgendwo anders. Die Echos der alten Fabrikhallen lassen es einfach nicht zu, verstohlene Eindringlinge in der Dunkelheit aufgrund der Geräusche zu orten.
Ich reagiere äußerst allergisch, wenn sich irgendwelche unbekannten Gestalten in der Nähe meines Heiligtums rumtreiben. Und diese heiligen Hallen verteidige ich mit Zähnen und Klauen. Bis zur letzten Bierflasche!
Die eignen sich nämlich sowohl als Wurfgeschoß als auch im Nahkampf als Hieb- oder Stichwaffe. Für letzteres muß man nur mal eben den Boden der Bierflasche abschlagen und schon hat man ein wirkungsvolles Hilfsmittel zur Selbstverteidigung. Eilig trank ich die letzten Schlucke Bier. Erstens wäre alles andere Verschwendung und zweitens macht das ja auch mutig.
Ich wechselte den Standort – wer flüchten will kann dies nur Richtung Hofeinfahrt tun. Und diese liegt im gelblichen Halbschatten. Ich muß also nur möglichst geräuschlos hinterherschleichen.
Hinter einem Mauervorsprung bestätigt mir ein Blick auf mein Handy, was ich geahnt habe: der Akku ist leer. Ich habe mal wieder vergessen, das Scheiß-Ding aufzuladen. Hätte mir aber aller Wahrscheinlichkeit sowieso nichts genutzt: die Pozilei macht mittlerweile einen großen Bogen um dieses Stadtviertel. Wenn wider Erwarten doch mal eine Streife hier durchfährt, wird bestenfalls ein Fenster einen Spalt runtergkurbelt, um mit der pösen Welt
zu kommunizieren.
Lauschen.
Weiterschleichen.
Meinerseits Deckung im Schatten suchend.
Am Hoftor angekommen sehe ich gerade noch, wie der Fuchs vor mir flüchtet. Als er die Straße überquert, bin ich wieder einmal schon etwas erschüttert, wie ausgemergelt das Vieh mittlerweile ist. Am Schwanz kein einziges Haar mehr, und im gelben Licht auf der Straße sieht man deutlich die Rippen. Mit grüngelb leuchtenden Augen wirft er mir einen letzten panischen Blick zu und verschwindet im Unterholz auf der anderen Straßenseite.
Ich werde mich wohl beeilen müssen, wenn ich den Fuchs nochmal für das Blog fotografieren möchte.
Jeder Zaungast, der hier raublauscht, wird von mir nämlich gnadenlos an den Blogpranger gestellt.
Sobald man als Musiker mit seinen Songs aus den heimischen stillen Kämmerlein heraustritt, bekommt man es mit der Kritik zu tun.
Diese Kritik kann sachlich sein oder auch nicht, je nach Geschmack vernichtend, wohlwollend oder geradazu fanatisch. Dazwischen sind natürlich alle Abstufungen und/ oder Kombinationen möglich.
Am interessantesten finde ich immer die “vorsichtige Kritik”. Die erkennt man in der Regel daran, daß sie mit den Worten “ich habe ja keine Ahnung von Musik, aber…” beginnt.
Diese Einleitung halte ich zunächsteinmal glatt für gelogen: jeder Mensch (bis auf vielleicht ganz wenige Ausnahmen) hört Musik. Von keiner Ahnung kann also schon mal überhaupt keine Rede sein.
Interessant sind die Unterschiede zwischen den Nicht-Musikern und den Musikern: die Erfahrung hat gezeigt, daß ein Musiker viel mehr auf die Aufnahmetechnik, das Timing und Verspieler achtet, die dem Musikhörer (wenn überhaupt) erst nach dem drölfzigsten Hören auffallen.
Achtet einmal darauf, wenn ihr bei einem Konzert seid: die Jungs, die (überspitzt formuliert) ganz vorne in der ersten Reihe mit verschränkten Armen stehen, sind meistens selber Musiker. Die bleiben selbst dann stehen, wenn die ganze Halle kocht, und schauen den Musikern auf der Bühne buchstäblich auf die Finger.
Ich bin da keine Ausnahme: seit ich Musik mache, ertappe ich mich selber immer wieder dabei, wie ich einen Song gedanklich auseinandernehme, auf Spieltechniken achte, die Rolle der jeweiligen Instrumente im Klanggefüge einsortiere oder die Bewegungsabläufe am Schlagzeug gedanklich durchspiele und, und, und. Ich nehme die Musik ganz anders wahr, als “Otto Normalverbraucher”.
Um Musik einfach nur unbeschwert genießen zu können, brauche ich mittlerweile ein paar viele Bier. Und irgendwann wird diese Unbeschwertheit unter diesen Voraussetzungen nahezu unmöglich aufgrund des fehlenden Aufmerksamkeitsvermögens.
Die Kritik eines Musikers kann noch so berechtigt sein (oft ist mir dieses Manko sogar selber von vorneherein bewußt): in vielen Fällen werde ich aufgrund meiner finanziellen Mittel wenig daran ändern können. Der nötige Unterricht oder das nötige Equipment sprengt einfach mein Budget.
Ein Satz, der bei mir immer zu einem Stirnrunzeln führt, lautet: “Ich verstehe diese Art von Musik nicht”. Dieser Satz fällt meistens von irgendwelchen überqualifizierten Freaks, denen eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung überdurchschnittlich wichtig erscheint.
Was gibt es an Musik nicht zu verstehen? Ganz ehrlich: nicht nur ich schreibe meine Songs manchmal auch nur aus einer Schnapslaune raus.
Ich habe einfach Lust, Krach zu machen und aus diesem Krach einen Song zusammenzudengeln. Mehr nicht. Was es im Extremfall vielleicht wirklich nicht zu verstehen gibt, ist, wie ich zu diesem Zeitpunkt, als die erste Songidee entstand, überhaupt soviel Bier trinken konnte.
Das ist wirklich so banal.
Ein Song gefällt oder eben nicht. Im ersteren Falle spricht mich dieser Song an und “bringt in mir eine Saite zum Schwingen”. Das kann völlig von der aktuellen Tageslaune abhängig sein. Eigentlich ganz einfach, oder? Zu “verstehen” gibt es da nicht viel.
Natürlich regt der ein oder andere Song zum Nachdenken an oder “trifft die Stimmung”. Die Ergebnisse des Nachdenkens? Oder der jeweiligen Tageslaune? Von Mensch zu Mensch verschieden.
Da wird nach Herzenlust rein- und ruminterpretiert und das, was manche Leute zu hören glauben, hat überhaupt nichts mit der Situation zu tun, in der ich den betreffenden Song geschrieben habe. Von “verstanden” kann in diesem Fall überhaupt keine Rede sein – für mich als Musiker bzw. Songwriter ist das gewissermaßen natürlich ‘ne glatte 6 – Thema verfehlt.
Trotzdem fanden die gleichen Leute diese Songs gut und das ist mindestens ‘ne 2 (wenn man jetzt unbedingt Schulnoten als Maßstab verwenden möchte). Und was fange ich nun mit dieser Aussage an?
Von allen Formen der Kritik ist mir das “unqualifizierte Geschwafel” mittlerweile am liebsten, da diese Kritik die erfolgsversprechendsten Denkanstöße enthält.
Diese Kritik basiert nämlich stark vereinfacht gesagt auf genau einem einzigem Kriterium:
Einen guten Song erkennt man daran, daß die Mädels mit dem Arsch wackeln. Die Jungs finden diesen Song dann automatisch gut.
Stellt Euch folgende Situation vor: meine Wenigkeit sitzt im spärlich beleuchteten Proberaum, es herrscht angespannte Stille, die nur von den Schlagzeugsbeats leise beschallt wird. Ich arbeite gerade an der HiHat-Spur und da mag ich es nicht laut. Die Bässe sind also rausgedreht und somit gerade noch hörbar, die Snare ist ebenfalls gerade noch hörbar. Ich konzentriere mich nur das tsk-tsk-tsk – - tsktsktsk der HiHat.
Hier noch eine Nachbesserung und dort muß nochmal neu eingespielt werden. Die Zeiten und die Takte werden im Halbdunkel auf einen Papierfetzen gekritzelt. Nochmal neu anhören – zur Gegenkontrolle.
Halt – was war das?! Dieses Geräusch – dieses hochfrequente Summen war eben noch nicht da. Habe ich das eben überhört?
Nochmal zurück und wieder abspielen. Nichts.
Komisch. Nochmal von vorne. Da ist es wieder. Ein auf und abschwellendes “Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiii”.
Nachdenklich mal am Ellenbogen gekratzt – da juckt plötzlich was. Kommt ja mal vor.
Und plötzlich dämmert es mir… das ist nicht auf der Aufnahme. Zeit für ein Blutbad. Der Bodycount kann beginnen:
