Am letzten Urlaubstag treibt man die merkwürdigsten Dinge. Zum Beispiel Blogstatistiken angucken. Das führte mich auch zu Google-Trends. Eine nette Spielerei, die sich z.B. auch sinnvoll einsetzen läßt.
Bei mir wurde diese Anwendung weniger sinnvoll: einer der häufigsten Suchbegriffe, mit dem man hier auf dem Blog landet, ist “pupsen”. Fragt mich jetzt nicht, wie ich auf die Idee kam, das Wort pupsen in Google-Trends einzugeben. Festhalten kann ich aber: In Sachsen ist die Luft am Schlechtesten, sobald man die Grenze zu Brandenburg überschreitet, wird es schlagartig besser:
Das konnte ich mir nun gar nicht vorstellen. Also ein Test mit etwas geläufigeren Suchbegriffen. Als da wären:
Windows
Facebook
iPhone
Aber auch meine Google-Analytics-Statistiken zeigen das gleiche Bild:
Gibt es kein Internet in Brandenburg? Oder vegetieren da nur Neonazis vor sich hin, die allesamt zu doof sind, einen Computer einzuschalten? Gibt es – ähnlich der Bielefeldverschwörung – eine Brandenburgverschwörung?
Und vor allem: Kennt Ihr eigentlich einen Blogger/ Twitteraner/ Facebookler aus Brandenburg? Oder habt Ihr gar einen Blogleser aus Brandenburg?
Normalerweise hilft mir ein Aufenthalt im Proberaum ungemein, wenn ich in ein tiefes Loch gefallen bin. Eine Stunde auf das Schlagzeug eingedroschen und dabei vor dem inneren Auge die Visage des Kontrahenten auf jeden Deckel projeziert. ZACK! WUMM! Und wieder ein Schlag in die imaginäre Fresse des Gegenübers.
Das ist dann Musik in meinen Ohren und danach geht es mir meistens besser. Es verhindert außerdem wirksam das Einatmen von gesiebter Luft. Das aber nur nebenbei.
Neu hingegen ist, das ich kurz vor betreten des Proberaumes in ein tiefes Loch falle. Seht selbst:
Und das um diese Jahreszeit, wo ich auf dem Hof wegen der frühen Dunkelheit sowieso nix sehe. Halsbrecherisch sage ich Euch….!
Der geneigte Leser möge bitte zwei Dinge beachten: erstens liegt hier leider kein Schnee (gell Herr Andi?) und zweitens paßt in das Loch perfekt ein Sixpack rein. Also eine Reihe von Sixpacks. Finde ich nett von meinem Vermieter, daß er mir eine Sixpack-Kühlrinne kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Man muß nur alles positv sehen. Wenn ich da schätzungsweise eine Fantastilliarde Sixpacks in die sehr lange Rinne reinstelle, breche ich mir in der Dunkelheit auch nicht die morschen Knochen
Es gibt zwei Extreme der Musikhörer. Da sind einmal die, die auf MP3s schwören und diese vorzugsweise in der Straßenbahn über quäkende Handylautsprecher in voller Lautstärke hören. So schafft man es innerhalb kürzester Zeit, eine angeregte Diskussionsrunde zusammenzubekommen, mit der man sich ernsthaft über den perfekten Sound unterhalten kann. Oft ist dabei aber ein geringfügiger Generationenkonflikt zu beobachten.
Dann gibt es die Puristen, die ihre Musik über hochwertige HiFi-Anlagen in ihrem gar nicht so stillen Kämmerlein hören. Ehrensache, daß sämtliche Anschlüsse vergoldet sind, die Kabel abgeschirmt sind und die Lautsprecher einen Frequenzbereich wiedergeben können, von dem auch die Hunde und Fledermäuse in der Nachbarschaft profitieren.
Abgeschirmte Kabel sind nun sinnvoll, ob vergoldete Anschlüsse aber etwas zum Gesamtklangbild oder eher zur Altersvorsorge beitragen, kann ich nicht beurteilen.
Überflüssig zu erwähnen, daß derartige HighEndHiFiAnlagen (HEHFA) Unsummen kosten. Wenn man so HEHFA zu Hause rumstehen hat, kommt es auf ein paar Euro mehr oder weniger auch nicht drauf an und so kann man die negativen Auswirkungen einer Fußbodenheizung auf den Klang mit einem Kristallstab elumin… elininmimimi… illum… beseitigen. Kostet auch nur schlappe 300 Euro. Wie das genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. *)
Für diejenigen, die sich das nicht alles durchlesen möchten (was ich schade fände, denn das ist ein wirklich ausgesprochen hochwertiges Stück Netzkultur), gibt es hier die Kurzfassung:
Wir sind hier im heutigen Zeitalter permanent elektromagnetischen Feldern ausgesetzt, die
(…)sowohl das menschliche Wahrnehmungsvermögen als auch das Auflösungsvermögen der Audiokomponenten (…)
verschlechtern.
Auch der Aufbau dieses technischen Wunderwerks wird erläutert:
Das Grundmaterial des Aktivatorstabes von Phonosophie ist hochwertiges Kristallglas. Kristallglas, das submolekular verändert wurde – Phonosophie nennt diesen Vorgang “informieren”.
An anderer Stelle heißt es:
Auch wenn wir eine physikalische Erklärung an dieser Stelle schuldig sein müssen: gerade bei eingeschalteten Licht war der Klanggewinn mit dem schwarzem Phonosophie-Stab am stärksten.
Klingt für mich logisch. Bei ausgeschaltetem Licht braucht man natürlich einen weißen Stab. Wegen Komplementärfarben und so.
Nun begann mich das Thema ernsthaft zu interessieren und in meinem Klanglabor habe ich versucht, mit einfachsten Mitteln einen informierten Klangverbesserer zu basteln. Nach unzähligen Versuchen und immensen Kosten ist mir dies auch gelungen. Herausgekommen ist bei meinen selbstlosen Forschungen ein mobiler Klangverbesserer, der durch seinen Tragekomfort besticht:
Falls Ihr das Ding nachbaut, achtet bitte auf die Proportionen: wenn diese nicht stimmen, empfangt ihr damit das Musikantenstadl…
*) Danke an Björn Lightman für den Link via Fratzenbuch
Erinnert Ihr Euch noch an den Kuchen, den ich mithilfe des Equipments, das gerade zufällig im Proberaum rumstand, gebastelt gebacken habe? Falls nicht: hier ist die Bastelanleitung.
So sah das fertige Konstrukt übrigens aus:
Ich gebe zu: an der Ästhetik muß ich noch etwas arbeiten. Der Kuchen trennte sich nur ungern von der Alufolie und darunter litt die Form des Kuchens. Aber nur geringfügig. Nichts, was man mit einem Messer nicht zurechtfeilen könnte (von der Verwendung einer Feile rate ich übrigens ab: das Teil ist dafür nicht fest genug!).
Zwei von den Dingern habe ich recht schnell verputzt (also innerhalb von zwei Tagen) und der dritte CD-Rohling kam in das Obstfach meines Kühlschranks für den Langzeittest. Schließlich ist es ja von Vorteil zu wissen, ob ich diesen Kuchen quasi auf Vorrat backen kann. Er muß ja doch recht lange aushärten und wenn die Sängerin schlecht ist, will ich nicht erst anfangen, das Ding unter ohrenbetäubenden Gejaule zu kredenzen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ich mir mit dem Teppichmesser bei jedem falschen Ton der Sängerin vor Schreck in den Finger schneide!
Nein, der Plan geht so nicht auf. Der Kuchen muß schon am Vortag fertig sein.
Gebacken hatte ich den Kuchen am 18. September und nach nur drei Wochen war er schon deutlich dunkler.
Vor gestern abend holte ich mir ein Bier aus dem Kühlschrank und mir fiel ein leichter Käsegeruch auf. Da ich gerade von einer Fototour kam und mir mein dafür geeignetes schweres Schuhwerk ausgezogen hatte, schob ich den Käsegeruch erstmal auf meine Füße. Um ehrlich zu sein: den Kuchen hatte ich schon fast vergessen.
Nur wurde der Käsegeruch immer stärker… und zwar immer dann, wenn ich die Kühlschranktür aufmachte.
Um es kurz zu machen: laufen gelernt hat der Kuchen nach vier Wochen noch nicht. Aber genießbar war er nach nur zwei Wochen bestimmt auch nicht mehr. Trotzdem hat er vier Wochen lang ein reichlich unauffälliges Dasein im Obstfach des Kühlschranks gefristet…. erstaunlich bei den Zutaten.
Im Langzeithaltbarkeitstest ist der andere Kuchen mit 4 Jahren Haltbarkeit nach wie vor ungeschlagen.
Das wirft jetzt natürlich einige Probleme auf: wie bringe ich schlechte Sängerinnen zum Schweigen? Meistens weiß ich ja nicht, ob die Sängerin gut singen kann… auf gut Glück den Kuchen backen oder halt eben auch nicht? Da bekommt der alte Murphy doch Feierlaune: backe ich keinen Kuchen, bekomme ich Ohrenkrebs. Backe ich einen, kann ich den Kuchen alleine essen.
Wenn die Sängerin gut singen kann und noch dazu gut aussieht, könnte der Kuchen immerhin eine Langzeitinvestition sein. Als von Herzen kommende Belohnung für eine gute Gesangsspur ist er auf jeden Fall geeignet. Lecker ist er ja. Sogar ausgesprochen lecker. Trotz dieser rustikalen Zubereitungsart.
Und er liegt auch so schwer im Magen, daß eine gutaussehende gute Sängerin nach dem Verzehr nicht mehr fortrennen kann…. Wer weiß? Vielleicht gibt es ja noch eine Neuauflage des Kuchens…
Das andere B hat ein Foodblog entdeckt und dort einen Kuchen, den man nicht backen muß.
Für den Proberaum ist das also optimal.
Zudem hat mich noch überzeugt, daß dieser Kuchen sehr sättigend ist, und man sich nach dem Verzehr am besten nicht mehr bewegt.
So eine Rezeptur in petto zu haben, kann aus taktischen Gründen von Vorteil sein: damit könnte man ja ganz charmant eine schlechte Sängerin (auch Heulboje genannt) zum Schweigen bringen. Einfach den Kuchen kredenzen, diesen dann der Sängerin als Dank fürs Einsingen feierlich überreichen und das Gejaule hat ein Ende.
So ein genialer Plan will natürlich getestet werden und deshalb habe ich heute ausprobiert, ob man den Kuchen denn auch in Notfallsituationen zustande bekommt. Also mit genau dem Equipment, das eben gerade im Proberaum vorhanden ist:
Das sind: ein Hammer, Alufolie, Gaffatape, ein Zollstock, ein Wasserkocher, Teppichmesser, die Kanne einer Kaffeemaschine, Schlagzeugsticks… Und natürlich ein Kühlschrank.
Allerdings mußte ich das Rezept geringfügig abwandeln – es gab nämlich keine Vollkornkekse. Oder ich habe die vor lauter Spekulatius nicht gesehen. Deshalb kommen bei mir halt notgedrungen Spekulatius zum Einsatz.
Ich brauche für den Boden 200 g Spekulatius, habe nur eine 600 g Spekulatius-Packung und habe hier keine Waage. Also wurden als erstes die Spekulatius gezählt.
(Falls es jemand wissen will: in einer Tüte Spekulatius sind 63 Stück enthalten.)
Über einen einfachen Dreisatz die Anzahl der Spekulatius berechnet: 600 durch 200 macht 3, 63 durch 3, macht 21. Das erste Problem der fehlenden Waage ist somit erfolgreich gelöst.
Die 21 benötigten Spekulatius sollen nun zerbröselt werden. Etwas Alufolie und einen Hammer habe ich hier… und das klappt auch ganz gut:
Bei der Butter hatte ich ebenfalls die Waage vermisst: ich hatte ein 250-Gramm-Paket, benötigt werden aber nur 100 g. Mit dem Zollstock erstmal die Länge des Butterpaketes gemessen: ein Durchschnittspaket Butter ist 10 cm lang. Das heißt: ein Zentimeter sind 25 g. Mit einem Teppichmesser habe ich mir einfach vier Zentimeter abgeschnitten:
Die Butter wird in der Kaffeemaschinenkanne, die auf dem Wasserkocher steht, geschmolzen. Zu meiner Überraschung geht das absolut problemlos:
Die zerbröselten Spekulatius werden dann zu der Butter gegeben und verrührt:
Der erste Schritt ist geschafft und das soll nun in eine 20-cm-Springform.
Moment?! Was?? Springform?! WTF!
Das Problem hatte ich nicht bedacht. Das Projekt “Kuchen” ist wohl gestorben.
Aber so schnell gebe ich nicht auf! Da muß es doch eine Lösung geben. Ich überlege kurzzeitig, meine Snaredrum als Kuchenform zwechzuentfremden, verwerfe aber den Gedanken recht schnell wieder.
Mein Blick schweift suchend durch den Raum und bleibt an den CD-Rohlingen hängen. 12 cm Durchmesser… und ein Loch in der Mitte. Mir fällt die Alufolie ein. Mein Auge fällt auf eine alte Ausgabe des SPIEGELs. Das ist eh ein Käsblatt und der Kuchen enthält ja auch ziemlich viel Käse. Gaffatape ist auch noch reichlich da. Warum eigentlich nicht…?
Schnell ist die erste Springform fertig:
Zwei weitere sind noch schneller gebaut. Werden das eben drei kleine Kuchen anstatt eines großen. Macht ja nix.
Hinweis: Seiten, auf denen unsere Kandisbunzlerin Angela Merkel abgebildet ist, werden übrigens nicht verwendet. Die ist nicht lebensmittelecht. Gleiches gilt auch für den Kleinen Phillip, der ebenfalls nicht für eine Anschlußverwendung als Kuchenform geeignet ist.
Der Spekulatius-Butter-Pamps kommt also da rein und wird etwas angedrückt. Besonders stabil ist es nicht und vorsichtshalber stellte ich die drei Kuchenböden in den Kühlschrank, damit sie etwas aushärten.
Die Restwärme des Wasserkochers nutze ich, um die Schokolade in der Zwischenzeit zu schmelzen. Ich habe Milkatafeln genommen und die sehen nicht so aus, als ob geschmolzene Schokolade aus der Verpackung auslaufen könnte. Nach zwei Minuten ist die untere Hälfte geschmolzen und ich drehte die Tafeln um. Die andere Hälfte schmolz genauso schnell.
In der Zwischenzeit schnell den Frischkäse, die (das? den?) Mascarpone und die Creme Double in der frisch gespülten Kaffeekanne mit einem Schlagzeugstick zu einem weiteren Pamps verrührt. Sieht irgendwie aus wie Gips.
Die Schokoladenpackung an einer Ecke anschneiden und die Schokolade in den Käsepamps gießen. Restschokolade kann man noch herausholen, indem man die Packung zusammenrollt wie eine Zahnpastatube.
Fatal Error: Hier fiel mir ein kleines Mistgeschick auf…
Egal… Schokolade ist Schokolade und den Fehlgriff beim Einkauf sieht ja keiner außer mir. Die Auswirkungen auf das Geschmackserlebnis stufe ich als gering ein. Es lohnt sich nicht, deswegen einen CAPA aufzumachen.
Zum Schluß werden noch die Blaubeeren untergerührt:
Der zweite Pamps wird nun auf den ersten Pamps gegossen:
Dann kommt das Kunstwerk in den Kühlkasten. Probiert wird morgen früh
Zusammenfassend kann ich jedoch jetzt schon festhalten: Dieses Rezept ist in der Durchführung Proberaum – tauglich!
PS: Einer dieser Kuchen kommt jetzt in den Langzeithaltbarkeits-Test – erst dann ist es absolut sicher, ob auch der Kuchen selber proberaumtauglich ist.
Als Griechenland gegen Deutschland leider verloren hat, entspann sich auf dem Fratzenbuch zwischen den beiden geschätzen Bloggerkolleginnen Kathrin, Sylvie und mir eine längere Diskussion, wozu die EM überhaupt gut sei. Eine These meinerseits war:
“Anhand der Dezibel bei einem Ereignis der Kategorie “panem et circenses” lassen sich hervorragend die Bevölkerungsanteile in einer Großstadt ermitteln.”
Diese beiden eben erwähnten Damen baten mich ím Laufe dieser Diskussion um einen ausführlichen Bericht. Diesem Wunsch komme ich nun – da seit eben die EM für Deutschland Gott sei gedankt, gelobt, gebaßgeigt und getrommelt endlich (aber viel zu spät) vorbei ist – gerne nach.
Diese Studie ist selbstverständlich hochwissenschaftlich und deshalb beschreibe ich zunächst den
Versuchsaufbau
Die langjährigen Blogleser wissen bereits, daß das Fernsehprogramm meinen Intellekt beleidigt und ich deshalb vor über 10 Jahren, als ich in einem Bahnhof wohnte, mein Glotz-O-Phonium aus dem Fenster in einen vorbeifahrenden Güterzug, der erhebliche Mengen an Elektroschrott geladen hatte, warf (und ja: ich habe das Fenster vorher geöffnet!). Eine Neuanschaffung eines Volksverdummungsapparates war seit dieser lebensqualitätsverbessernden Entscheidung nie geplant auch für die Zukunft sind diesbezüglich keine Investitionen vorgesehen. Diese Primär-Informationsquelle fällt bei mir also völlig aus.
Hier galt es also zu improvisieren – was man als Musiker ja generell können sollte.
Als Informationsquelle diente also Twitter, Facebook, ein Spielplan aus dem Internet sowie ein Gerät zur Schalldruckmessung.
Mithilfe dieses Gerätes läßt sich über nachfolgende Formel die Anzahl, Ethanolpegel, Agressionspotential und Freudentaumel der jeweiligen Fußballfans berechnen.
Es gilt:
Der Faktor Aj setzt sich zusammen aus:
(Höhe des Rolltores/ Anzahl der fliegenden Bierflaschen x Steigungswinkel der Flaggen) + n (Freeclimber auf dem Rolltor)
Mithilfe dieser komplexen Berechnungen, die über Excel unter massiver Verwendung von diversen VBA-Scripten ausgewertet wurden sowie subjektiver Beobachtungen unter Einbeziehung der modernen Psychologie lassen sich nun folgende Aussagen über die Nationalitäten der Fußballfans treffen:
Die Holländer
Keine aussagekräftige Bewertung möglich mangels statistisch relevanter Daten.
Die Schweden
Keine Auffälligkeiten. Die wenigen ansässigen Schweden haben sich einfach mit der gegnerischen Mannschaft gefreut und sich die Stimmung nicht verderben lassen.
Die Russen
Keine Auffälligkeiten. Unbestätigten Gerüchten zufolge waren die Russen so sternhagelvoll, daß ein Autokorso bereits vor der Garagenausfahrt gescheitert ist. Verletzte gab es angeblich keine.
Die Franzosen
Kein statistisch relevanter Bevölkerungsanteil vorhanden. Allerdings hört man es auch nicht, wenn ein Baguette auf dem Gehweg zerschellt…
Die Polen
Keine Auffälligkeiten.
Die Italiener
Es gibt hier in der Stadt auffällig viele, wie ich heute feststellen durfte. Allerdings nahmen die Italiener Rücksicht auf die arbeitende Bevölkerung, fuhren nur ein paarmal hupend ums Quadrat und feierten dann im famillären Kreis weiter. Trotzdem: keine bedeutenden Auffälligkeiten. Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei.
Die Griechen
Trotz gegenteiliger Medienschelte alles andere als faul. Die Griechen hatten alle am nächsten Tag zu tun und bei den gewonnenen Spielen war der Spuk schnell vorbei. Die in Deutschland wohnenden Griechen gehen offenbar früh ins Bett, um sich am nächsten Tag ihr täglich Brot zu verdienen. Schade ist nur, daß mein favorisierter griechischer Koch sich die Medienhetze etwas zu sehr zu Herzen nahm und selbst beim Salzen des Gyros Überstunden machte…
Die Deutschen
Kommen wir nun zur unangehmsten Sorte Fußballfans: die Deutschen. Nichts gegen die Deutschen, aber hier in Deutschland gibt es zu WM bzw. EM-Zeiten einfach zu viele “Schland-Fans”. Lärmend und gröhlend ziehen sie nach einem gewonnenen Fußballspiel durch die Straßen. Die wenig fotogene Fahne wird ausgiebigst zur visuellen Umweltverschmutzung geschwenkt. (Ich habe nix gegen eine Deutschlandfahne – aber die Farbkombination sieht einfach nur Scheiße ausund wirkt sich auch störend auf meine Fotos aus. Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die sich freiwillig außerhalb der Fußballsaison so anziehen würde. Und der holden Weiblichkeit wird ja regelmäßig Treffsicherheit in der Klamotten- und Farbwahl unterstellt…)
Die Blödheit der männlichen Artgenossen ist ebenfalls kaum zu überbieten: ja, bei mir im Proberaum gibt es Bier; ja, bei mir im Proberaum fliegt auch mal die Kuh und das merkt man daran, daß die Musik etwas lauter ist. Und nein, ein geschlossenes Rolltor, über das man rüberklettern kann, bedeutet nicht, daß das hier eine Kneipe ist, in der man weiterfeiern kann. Nein, nur weil ich hier ein Mikrofon rumstehen habe, werde ich nicht Eure bescheuerten Fangesänge aufnehmem. Ja, ihr geht jetzt den gleichen Weg zurück, den hierhergekommen seit. Ach? Das Rolltor ist zu? Auch schon gemerkt? Das ist plötzlich ein Problem?
Ich freue mich echt, daß Deutschland verloren hat. Und vor dem Schlafzimmerfenster diesen bekackten deutschen Fußballfans werde ich irgendwann mal mein Schlagzeug aufbauen und mir die Seele aus dem Leib trommeln.
Fazit
Fußball wäre ja ganz schön, wenn die Deutschen nicht wären.
Panem et circenses
Das ist übrigens auch noch passiert: die deutsche Regierung hat diese Zeit des besoffenen Freudentaumels (wieder) einmal genutzt, um dem eigenen Volk ganz bewußt (?) zu schaden. Ich habe mich noch nicht ganz eingelesen (geht ja auch schlecht, wenn die gleichgeschaltete Presse nur über Fußball berichtet), aber was da geplant ist, gefällt mir ganz und gar nicht:
Ich verstehe noch nicht alles (kann das überhaupt noch irgendwer?) aber wenn ich mir überlege, daß ich in meinem privaten Umfeld mein sauerverdientes Geld jemanden geben soll muß, der völlige Immunität (sprich: Narrenfreiheit) besitzt, dann bekomme ich Kopfschmerzen…