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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘Plödsinn’



Alles andere als Ernst. Auch Spaß muß sein. In dieser Kategorie beschränkt sich das auf den Musikerhumor.





// Der Mann mit dem Geigenkasten

Sonntag, Juli 17th, 2011

Wenn man in irgendwelchen verlassenen Industriegebieten mit einem Geigenkasten rumstrolcht, fühlt man sich doch erstaunlich schnell in die Zeit der Prohibition zurückversetzt :-P

Der Mann mit dem Geigenkasten

Das war übrigens das einzige Produktive, was ich heute auf der Geige zustande brachte.
Nun, das stimmt nicht ganz, ich bekomme immerhin brauchbare Töne hin.

Als mich ein Nachbar fragte,ob ich in dem Proberaum Katzen quäle, hatte ich kurzzeitig nicht geglaubt, daß ich heute soweit komme.

Nun geht es ans Tonleitern üben.

 



// Die Tasse des Grauens

Mittwoch, Juli 13th, 2011

In Zeiten von DSDS & Co. bekommt der gemeine Fernsehzuschauer ein phantastisch glitzerndes Bild der Musikerwelt vorgestellt. Da werden knackige Mädels in einer Limousine bis zum roten Teppich gefahren, wo sie unter Blitzlichtgewitter zur Bühen schreiten dürfen, wo sie dann rhythmisch mit dem Arsch wackeln dürfen.

Die Szene, in der die gleichen Mädels in einer runtergekommenen Seitengasse um die Ecke in die Limousine einsteigen “dürfen”, wird dem Fernsehpublikum vorenthalten.

Wie sieht denn nun der Alltag eines Musikers wirklich aus?

Meist beginnt (und endet trotz kleinerer Erfolge auch genau dort) in einem Proberaum. Diese sind meist versifft (das hängt zu einem Großteil auch von der jeweiligen Band ab).

Eines gemeinsam haben diese Proberäume aber ohne Ausnahme: als Wohnraum eignen sie sich aus verschiedenen Gründen nicht.

Das beginnt zum Beispiel schon mit den sanitären Einrichtungen. Eine Toilette ist zwar in mehr oder weniger akzeptablen Zustand immer vorhanden, eine Küche, in der man sich mal einen Kaffee kochen kann hingegen nie. (es mag Ausnahmen geben, aber ich kenne keine).

Trotzdem ist Kaffee für unseren Menschenschlag eine Art Lebenselexier: wenn die nächtliche Jamsession mal länger dauert oder wenn zuviel Alkohol geflossen ist (letzteres ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum – Koffein macht nur kurzzeitig munter damit der Ethanol daraufhin mit umso mehr Macht zuschlagen kann. Das ist so eine Art Pyrrhussieg, den die Gehirnfunktionen nur verlieren können – frei nach dem Motto: “Noch so ein Sieg und wir sind verloren”.)

Wie dem auch sei: Eine Kaffeemaschine gehört also zur Grundausstattung eines Proberaumes. Dazu gehören natürlich auch Kaffeetassen. Ausrangierte (Porzellan) Blumenvasen erfüllen diesen Zweck notfalls aber auch. Die sind auch oftmals größer – ein bedeutender Pluspunkt!

Nun müssen sollten diese Trinkgefäße aber hin und wieder auch gespült werden. Das geht allerdings schlecht, wenn die dazu nötigen sanitären Einrichtungen eigentlich nicht da sind. Fließend Wasser gibt es – im ungünstigsten Fall – an den Wänden, aber das ist ein anderes Thema…

Als Musiker kann man sich im Zweifelsfall auf die alten Chinesen berufen:

Der Geist eines Tees wohnt in der Kanne.

In einem Proberaum findet dann auch schon mal notgedrungen der Transfer statt: schließlich ist Koffein und Tein rein chemisch betrachtet exakt das gleiche Molekül.

Von der Kanne zur Tasse ist es ja auch nicht besonders weit (auf das Material bezogen) und aus praktischen Gründen kann man die Kanne auch gleich weglassen und das Kaffeepulver direkt in die Tasse schütten . Kaffeekannen im Proberaum sind also völlig überbewertet – diese werden eh regelmäßig vergessen und deshalb ist es gut möglich, daß einem Musiker bei Betreten des Proberaumes ein grün bepelzter Kaffeefilter freudig entgegenhüpft. Ein Anblick, auf den auch diejenigen Musiker verzichten können, die eher hart im Nehmen sind.

Es liegt also dank der 5000 Jahre alten Weisheiten der Chinesen in der Natur der Sache, daß alle Tassen im Proberaumschrank mehr oder weniger “geistreich” sind. Um derartige Ausreden ist man als kreativer Musiker zum Glück nie verlegen und so wurde seit Beginn der Rockmusik das Wort “geistreich” ein Euphemismus für “schmutzig” – nicht wenige Hoteliers hassen uns Musiker seitdem dafür und suchen ihre Freunde stattdessen lieber in der Fast-Drei-Prozent-Partei.

Ein ganz grober Fehler: denn alleine die Ausgaben für Spülmittel überschreiten doch nachweislich bei weitem die Ausgaben für die gelegentliche Renovierung eines verwüsteten Hotelzimmers. Oder glaubt ihr etwa allen Ernstes, daß dieses aalglatte Weichei namens Schwesterwelle (sowie seine sauberen Parteifreunde) aus dieser Tasse des Grauens trinken würden?

Geistreiche Kaffeetasse

Never ever. Eher machen diese traurigen Figuren doch den Möllemann und beißen bei einem letzten verzweifelten Versuch, in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit zu gelangen, publikumswirksam ins Gras (frei nach Hagen Rether, Harvard-Zitierweise).

Wir Musiker sind da doch vergleichsweise pflegeleicht: Eine gut bestückte Minibar im Fünf-Sterne-Hotelzimmer reicht uns vollkommen. Und wenn die Preise für diverse Spirituosen auch noch im erträglichen Rahmen liegen, fliegt auch kein Fernseher aus dem Fenster, die Zimmermädchen werden in Ruhe gelassen und wegen einer ungespülten Kaffeetasse wird nicht der Aufstand geprobt – sofern diese Kaffeetasse einen ordentlichen Kaffee und keine schwarzbraun gefärbte Plörre enthält. Eigentlich ganz einfach, oder? Dafür braucht es nicht einmal eine Lobby.

P.S.: Inspiriert wurde dieser Blogeintrag von dem Chaosweib ihrer Tassenparade, an der ich ausdrücklich nicht teilnehme. Schließlich ist es ganz schön lästig, ständig irgendwelche Tassen vom Proberaum in die Wohnung und wieder zurück zu karren. Außerdem habe ich schon lange nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber das brauche ich Euch nicht mehr extra zu sagen, oder? :mrgreen:

 



// Der olle C64…

Sonntag, Juni 19th, 2011

 
Da geht ja derzeit wieder so ein Spielchen in Bloggershausen rum, bei dem man sich selber ver-c64-igen kann. Gefunden unter anderem hier.
 
Muß hier natürlich auch sein – eigentlich bräuchte ich das ja gar nicht über diese Seite machen: ich habe nämlich noch einen funktionsfähigen C64.
Ich müßte also nur irgendwie meine Kamera über ein USB-Kabel daran anschließen.
 
Ich habe heute nur keine Lust, heute ein passendes Adapterkabel von USB auf den DIN-Stecker zusammenzulöten. Es ist ja schließlich Sonntag. :mrgreen:
 
Für die jüngeren Leser, die so ein Ding gar nicht mehr kennen gibt es hier erstmal ein paar Fotos vom C64. Am faszinierendsten finde ich ja die Tastatur mit ihren ganzen Symbolen:
 
Die Tastatur eines C64
 
Und ein Tabellenkalkulationsprogramm aus alten Tagen habe ich auch noch:
 
Tabellenkalkulationsprogramm Calc Result für den C64
 
Und hier ist nun meine Wenigkeit – im C64-Stil:
 
Wie meiner einer beim Schlagzeugspielen auf dem C64 aussieht



// Das analoge Blog

Dienstag, April 19th, 2011

Gilly hat da eine interessante Aktion ausgegraben: die Rückseite von Webseiten.

Da hatte ich doch gleich einen Synapsenkurzschluß und überlegte mir, wie mein Blog wohl von hinten aussieht.

Ich bin ja bekanntlich ein Fan der analogen Technik: Tonbänder, Schallplatten und Kassetten kommen bei mir immer noch zum Einsatz. Diese alte Technik verstaubt nicht, sondern ich benutze sie noch häufig und gerne.

Da muß mein Blog natürlich ebenfalls analog sein. Dieser ganze neumodische digitale Schnickschnack ist ja nix halbes und erst recht nix ganzes.
So sieht nun mein Blog unter der Haube aus:

analoges Blog

Wenn hier also irgendetwas nicht so funktioniert, wie es soll, kann es durchaus sein, daß die Behebung des Problems etwas dauert. Ich bin dann eben dabei, die Kabel zu entknoten und den Fehler zu finden. (bei diesem ganzen php/ MySQL/Wordpress usw.-Kram komme ich mir übrigens in der Tat manchmal so vor, als ob ich einen Wackelkontakt im Proberaum suche – soviel hat sich im Laufe der Jahre eigentlich nicht geändert. Die Probleme heißen nur anders.)

Und wenn Ihr nur einen schwarzen Bildschirm seht, ist mitnichten der Server explodiert sondern ganz einfach die Glühbirne durchgebrannt. Sowas kommt numal leider vor. Die Glühbirne ist übrigens garantiert keine Energiesparlampe – ich will meine Leser ja nicht vergiften ;-)

Wie andere Webseiten unter der Haube aussehen könnt Ihr Euch hier ansehen.



// Not macht erfinderisch

Dienstag, April 12th, 2011

Ich habe sowas die Schnauze voll, daß die Batterie bzw. der Akku meiner Funktastatur immer dann leer ist, wenn ich es am wenigsten brauchen kann. Natürlich passiert das immer dann wenn

a) keine Batterien im Haus sind
b) ich das Akkuladegerät verbummelt habe
c) die Geschäfte geschlossen sind und die Tanke zufällig und ausgerechnet an diesem Tag keine passenden Batterien da hat.

Aber das Problem habe ich nun dauerhaft mithilfe eines alten Ladegeräts und einem Verlängerungskabel gelöst:

Funktastaturen ohne Batterien verwenden



// Kaffee Extrastark

Samstag, März 19th, 2011

Ohne Kaffee läuft hier tagsüber gar nichts. Die Nächte sind lang – es gibt im Proberaum immer mehr zu tun als erwartet.
Um morgens wieder auf Touren zu kommen, brauche ich immer einen Kaffee. Extrastark natürlich.
Und woran erkennt man, daß der Kaffee genau die richtige Stärke hat?

Richtig.

Wenn man einen Löffel in den Kaffee steckt, bleibt dieser stehen:

Der Kaffee hat dann die richtige Stärke, wenn der Löffel im Kaffee stehenbleibt



// Von wegen “underfucked”

Sonntag, März 13th, 2011

Die Tatsache, daß man beim Musikmachen jede Menge Kalorien verbraucht, überrascht mich nicht besonders. Dazu bin ich einfach zu fertig und ausgelaugt, wenn ich eine ganze Nacht im Proberaum die Kuh fliegen lasse.

Ebenso wenig überraschend sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Instrumenten: ein Schlagzeuger verbrät wesentlich mehr Kalorien als zum Beispiel ein Bassist. Das ist einleuchtend (und nur um mal wieder die Bassisten zu bashen: die bewegen sich sowieso selten bis gar nicht :mrgreen: )

Was ich überraschend fand, ist die Tatsache, daß jedes Instrument, das ich spiele, mehr Kalorien verbrennt als eine Runde Sex über den gleichen Zeitraum.

Ich habe das einmal spaßeshalber als Tortendiagramm dargestellt:

Diagramm: Musikmachen verbrennt mehr Kalorien als Sex

Hier die Zahlen:

Schlagzeug spielen: 477 kcal
Gitarre spielen, stehend: 358 kcal
Klavier oder Orgel spielen: 298 kcal
Sex aktiv: 179 kcal

Die Berechnungsgrundlage des Kalorienverbrauchs in dem Diagramm sind jeweils auf zwei Stunden, mein Alter, Körpergröße und Gewicht bezogen.

Nun wundert mich mein BMI von deutlich unter 20 und der Kohldampf nach bzw. während einer Aufnahmesession gar nicht mehr…

Wer nun glaubt, unbedingt abnehmen zu müssen, weil der Schönheitswahn dies so verlangt, sollte also ein Instrument erlernen. Ein heißer Tip: Mit dem Schlagzeug geht’ s am schnellsten. (Das ist auch für uns Musiker gut, denn gute Schlagzeuger sind schwer zu finden. Vielleicht sorgt dieser Blogeintrag ja für einen Schlagzeuger-Boom.)

Übrigens: vor unfreiwilligen Alimente-Zahlungen schützt diese Taktik auch. Das gesparte Geld geht aber teilweise für die Proberaum-Miete drauf. Diese ist aber langfristig trotz allem billiger als so eine Rotz-Blage.

Wenn Ihr selber einmal diverse Aktivitäten, denen Ihr im Laufe eines Tages so nachgeht vergleichen möchtet, könnt Ihr dies hier tun.
Leider sind nicht alle Freizeitaktivitäten aufgelistet: Fernsehgucken ist zum Beispiel nicht dabei. Chronische Couchpotatoes dürfen sich also weiterhin während der obligatorischen Werbepause, die die viertklassige Volksverblödung unterbricht, auf’s Klo begeben anstatt ihren Kalorienverbrauch zu berechnen.

Ich mache jetzt in der Session-Pause ersteinmal ungestraft die erste Kalorienbombe dieser Nacht auf. Wegen einem Bierbauch brauche ICH mir ja jetzt keine Sorgen mehr machen: meine Kalorien-Bilanz schreibt nämlich wieder einmal dunkelrote Zahlen… :mrgreen: