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// Tonstudio – Umzug

Nun ist es soweit: seit gestern abend ist der neue Proberaum einzugsbereit.

Die schlimmste Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet: der Raum ist nicht kotzgrün gestrichen.

So wie es geworden ist, finde ich es ja gar nicht schlecht: zwei Wände pastellgrün und die anderen zwei Wände pastellgelb. Vielleicht nicht die Farbgebung, die ich in meiner Wohnung bevorzugt hätte, aber durchaus akzeptabel.

Der neue Proberaum ist etwas kleiner, dafür dürfte er auch etwas “gemütlicher” werden. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, die ganze Technik auf etwas weniger Raum unterzubringen.

Die “neuen” Nachbarn sind doof. Ich kenne sie zwar vom Sehen (ich bleibe ja auf dem gleichen Gelände) – aber auf meine Bitte, mir beim Hochtragen der Orgel (vier Treppenstufen) zu helfen, reagierten sie ziemlich schroff und abweisend. Nun, die Typen arbeiten recht lange und das werde ich mir merken, wenn es mal wieder laut wird: Never ever fuck with a musician :twisted:

Anyway: der Abbau des alten Proberaumes läuft, während ich gleichzeitig den neuen Proberaum aufbaue. Die Verkabelungsorgien des letzten Umzugs werde ich diesmal (hoffentlich!) eleganter lösen können.

Ich bin heute abend sogar erstaunlich weit gekommen: die Keyboard-Ecke steht und ist (hoffentlich?) auch funktionsfähig, Teile der Gitarrenecke sind bereits im neuen Raum und verkabelt (sic!).
Damit wäre die Hälfte (jajaja, es ist die deutlich kleinere Hälfte) schon mal abgehakt.

Und so sieht es aktuell aus:

Proberaum-Umzug: 1. Tag

Proberaum-Umzug: 1. Tag

// Tablets sind sinnlos

Mit einem Kollegin unterhielt ich mich heute über den Sinn bzw. Unsinn dieser Tablets.
Ich muß ja an dieser Stelle gestehen: ich kann diesen Dingern nichts, aber auch rein gar nichts abgewinnen.
Für mich ist das ein überteuertes Spielzeug. Zu nichts zu gebrauchen. Ich stelle mir da ja vor, wie ich ein Leberkäsbrötchen mampfe und dabei versuche, auf dem Display mit fettigen Fingern herumwische und Fotos bearbeite.
 
Ich weiß, für sowas hat man heutzutage Instagram und das Ergebnis lässt sich durchaus auch als Wunst verkaufen. Da kommt es auf die Leberwurstfinger auch nicht mehr drauf an.
 
Auch für den Einsatz im Proberaum gibt es mittlerweile Anwendungen: als WahWah. Da wird das Tablet auf ein zusätzlich zu erwebendes Fußpedal geschnallt und anhand des Neigungswinkels wird der Ton verändert. Wers braucht… ein CryBaby kostet die Hälfte und das stört sich nicht daran, wenn ich drauftrete.
 
Für mich fallen diese “hochwertigen” Tablets eindeutig in die Kategorie “Freßt Scheiße Leute. Millionen Fliegen können nicht irren!”
 
Mein Kollege sah das anders: er findet diese Tablets toll. Seit er eines hat, hat er ein neues Hobby: er spielt Backgammon auf dem Klo.
 
Hat mich überzeugt. Ich will jetzt auch eines. Ehrlich!1!!11! :mrgreen:

// Konsumzwang

Da sucht findet man zufällig eine standesgemäße Plektrumschachtel und dann ist die noch gefüllt. Nur die Schachtel kaufen ging nicht – also mußte ich den Inhalt mitkaufen…
 
Plektrumschachtel
 
… und aufessen. Schlimm, daß man heutztage dazu verdammt ist, immer Zeugs mitzukaufen, was man gar nicht haben will, oder?

// Review: Riffstation

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Heute gibt es einen Blogeintrag für Gitarristen bzw. solche, die es werden wollen. Eine irische Softwareschmiede hat die „Riffstation“ entwickelt, mit der sich Gitarrenspuren aus fertigen Songs extrahieren lassen, einzelne Songabschnitte loopen lassen, Akkorde angezeigt werden und sich für Playalongs individuelle Jamtracks erstellen  lassen.
 
Das alles geht zwar alles auch mit Logic oder Cubase, aber welcher Anfänger der Saitenfraktion möchte a) gleich zu Beginn einen Haufen Geld ausgeben und vor allem b) sich mit diesen Programmierorgien auseinandersetzen?
 
Hier setzt die Riffstation an: ein kleines, erschwingliches Programm, das einfach und intuitiv zu bedienen ist.
 

Jam Master

 
Der Jam Master hat drei „Module“:  Tempo, Isolate und Pitch.
 
Isolate ist hier der wichtigste Teil, denn damit läßt sich die Gitarrenspur extrahieren bzw. stummschalten. Wunder darf man bei fertig abgemischten komplexen Arrangements  natürlich keine erwarten, dennoch leistet diese Funktion erstaunlich gute Arbeit. Einzig bei einigen sphärischen Keyboard/Gitarren-Klangteppichen kam die Riffstation etwas ins Stolpern und die Trennung der Spuren war nicht ganz sauber. Diese Aufgabe fällt jedoch eindeutig in die Rubrik „Wunder“ und so fand ich dieses Ergebnis nicht überraschend.
 
Screenshot Riffstation, Isolator
 
Die Bedienung war für mich intuitiv, die Online-Hilfe habe ich hierfür nicht benötigt. Allerdings ist bei mir auch schon einiges an Grundwissen vorhanden, in meiner Freizeit mache ich ja fast nichts anderes als Musik.
 
Ich denke, auch blutige Anfänger können sich hier sehr schnell einarbeiten – eine Erweiterung um einige Presets (verzerrte Gitarre, akkustische Gitarre o.ä.) könnte an dieser Stelle jedoch hilfreich sein. Die Sologitarre ist einfach: dort, wo der Peak ist, ist sie. Bei der Rhythmusgitarre könnte problematischer werden.
 
Schwer zu sagen – ich bin schon zu lange dabei, als daß ich das jetzt durch die Augen eines Neulings beurteilen kann. Für den Fall, daß jemand überhaupt nicht klar kommen sollte, gibt es auf YouTube ein Tutorial.
 
Auf das Modul Tempo war ich besonders gespannt. Zu oft war ich insbesondere  im Bereich der Freeware enttäuscht, wie schlecht solche Funktionen teilweise umgesetzt sind. Nicht nur, daß die Tonhöhe schlecht umgesetzt ist, nein: ohne Knackser geht es selten.
 
Ganz anders die Riffstation: selbst im langsamsten Tempo (da könnte man beim Zuhören einschlafen) ist die Wiedergabe sauber und frei von Störgeräuschen.  Von 100 möglichen Punkten vergebe ich hierfür glatt 200. Hat mich echt begeistert: Daumen hoch!
 
Die Pitch-Funktion ist selbsterklärend: Hier läßt sich die Tonhöhe ggf. noch etwas nachregeln.
 

Riff Builder

 
Der Riff Builder ist nun auch für mich eine recht spannende Sache, wenn es um das Grundarrangement eines Songs geht: Einzelne Takte eines Songs lassen sich hier neu anordnen.
 
Für denjenigen, der Gitarre lernen möchte, ist das eine sehr sinnvolle Funktion, um die schwierigeren Stellen öfters in das Playalong einzubauen.
 
Screenshot Riffstation, Riffbuilder
 
Aber auch für das Songwriting könnte ich mir hier einige Anwendungen vorstellen – insbesondere dann, wenn es um die Ideenfindung geht. Auch das geht zwar selbst mit meiner alten Windows-Logic –Version problemlos – aber eine „Quick&Dirty“-Methode hat mir hier im heimischen Proberaum dennoch gefehlt. Wenn ein Gastmusiker einige zusätzliche Ideen zum Arrangement hat, kann ich in Zukunft  mit wenigen Mausklicks den kompletten Song umgestalten. Das finde ich eine feine Sache. Der Jam Master funktioniert erwartungsgemäß parallel.
 

Chord Viewer

 
Ebenfalls eine schöne Sache: die Software erkennt Akkorde und diese werden graphisch dargestellt. Allerdings werden  derzeit nur Dur, Moll, und Siebener erkannt. Sus2 sowie Sus4 – Akkorde können manuell hinzugefügt werden. Meist sind es nicht die Originalakkorde, bzw. es gibt Griffalternativen, die sich leichter spielen lassen. Als Anhaltspunkt jedoch eine tolle Sache – wenn es dann noch nicht 100%ig paßt, muß eben die gute alte Grifftabelle in Form eines Buches her (aber das gehört ja sowieso zur Standardausrüstung eines jeden Gitarristen). Eine Rückfrage ergab, daß für die nächste Version der Chord Viewer derzeit überarbeitet wird. Es ist dann möglich, manuell Akkorde zu editieren und zwischen verschiedenen Griffalternativen auszuwählen.
 
Screenshot Riffstation, Chordviewer
 
Was ich hingegen wieder sehr nützlich finde, ist die Möglichkeit, den kompletten Song zu transponieren. Geht einfach und schnell und dürfte eine echte Erleichterung sein, wenn ich die transponierenden Instrumente in einem Arrangement nicht ausreichend berücksichtigt habe.
 
Auch hierfür gibt es ein Video-Tutorial.
 

Der Praxistest

 
Gitarrenspuren lassen sich bei den von mir getesteten Bands meist sehr gut bis gut extrahieren – in meinen Augen die nützlichste Funktion dieser Software. Einzig bei sehr komplexen Arrangements kommt die Riffstation etwas ins Stottern – was aber zu erwarten war.
 
Auffallend war, daß das Tempo manchmal nicht ganz korrekt angegeben wird. Die Unterschiede zum Original sind minimal und liegen bei < 10 bpm (bei meinen eigenen Songs ließ sich das am leichtesten herausfinden, da ich meine Originaldateien noch habe). In sich ist es aber geschlossen, d.h. das Metronom läuft nicht aus der Spur.
 
Nachdem ich ein paar meiner Lieblings-Songs auseinandergenommen hatte, fand ich es spannend zu sehen, was diese Software macht, wenn ich diese für etwas verwende, für das sie überhaupt nicht vorgesehen ist.  Was passiert zum Beispiel, wenn man – anstatt einer Gitarre – versucht, ein Schlagzeug zu isolieren?
 
Ein derartiges Problem stellt sich mir gerade: für meine nächste CD hätte ich gerne einen Schlagzeugrhythmus, wie er im Drum’n‘Bass gerne verwendet wird. Den kriege ich allerdings überhaupt nicht hin. Also einfach einen entsprechenden Song auf Jamendo runtergeladen und diesen durch die Riffstation gejagt. Zumindest mit elektronischen Schlagzeugbeats kommt die Riffstation erstaunlich gut klar. Einige Abstriche mußte ich zwar machen aber das ist nicht verwunderlich. Da dürfte ich die Tage etwas zu tun haben… (Bei meiner Schießbude konnte ich hingegen ein Totalversagen feststellen. Ob das etwa an meinem Schlagzeug liegen sollte? ;-) )
 
Bei diesem letzten Test fiel mir ganz zum Schluß doch noch ein kleines Manko auf: ich persönlich bevorzuge es, den geübten Track nach der Probe zusammen mit dem Originaltrack anzuhören. Ich kann mich dann einfach besser auf die Aufnahme konzentrieren, wenn ich nicht gleichzeitig das Instrument spielen muß. Eine Aufnahmemöglichkeit gibt es aber leider nicht. Dies war für mich aber kein Problem, denn Aufnahmemöglichkeiten habe ich hier ausreichend. Immerhin: die isolierte Gitarrenspur kann man als wave-Datei  abspeichern, in Logic importieren und dann erst konnte ich beide Soundfiles parallel anhören.
 

Fazit

 
Die Riffstation ist eine Software, die ich mir in meinen Anfangstagen als Gitarrero gewünscht hätte. Bei komplexen Arrangements sollte man zwar keine Wunder erwarten, aber in den meisten Fällen lassen sich die Gitarrenspuren nahezu perfekt extrahieren oder stummschalten. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Mit (teilweise erheblichen) Abstrichen funktioniert der Isolator auch ganz brauchbar bis gut mit anderen Instrumenten – vor allem dann, wenn diese in den Frequenzbereich der Gitarre fallen und/ oder im Soundgefüge besonders prägnant sind. (Die Riffstation ist übrigens auch für andere Instrumente in Planung). Schade fand ich lediglich, daß ich die selbst eingespielten Tracks  nicht mit dem Original zusammen anhören konnte. Dies ließ sich aber problemlos anderweitig lösen.
 
Insbesondere das Abspielen in wesentlich langsamerer Geschwindigkeit ist hervorragend umgesetzt. Die Riffstation braucht sich in diesem Punkt hinter Profi-Programmen nicht zu verstecken.
 
Der Chord Viewer ist eine recht nützliche Ergänzung, hat aber derzeit durchaus noch etwas Verbesserungspotential. Um eine Grifftabelle kommt man zur Zeit nicht herum.
 
Der Riff Builder macht einfach Spaß! Da kann man sich nach Herzenslust austoben und eigene Ideen entwickeln bis die Finger bluten.
 
Kurz: Man merkt, die Riffstation wurde von Gitarristen für Gitarristen entwickelt und sie gehört unbedingt in jedes Gitarren-Starter-Kit.
 

Im Überblick

 
Preis: 39,99 €
 
Download: http://www.riffstation.com/
 
Systemvoraussetzungen: Windows XP & Vista, Windows 7 & 8 / Mac OSX 10.6 oder höher,  nur 64 Bit
 
Anmerkung zum Schluß: für diese Review bekam ich die Vollversion für lau.
 

// Greenbox

Manchmal ist man echt betriebsblind. Da habe ich es jetzt tatsächlich geschafft, mich drei Beiträge lang über dieses kotzgrüne Grün an der Wand des potentiellen Nachfolgeproberaumes aufzuregen.
 
Dabei reicht ein kleiner Schritt zur Seite, um nicht mehr auf dem Schlauch zu stehen. Ein winzig kleiner Input von einem Außenstehenden, der nicht von dieser geballten Ladung Giftgrün erschlagen wurde.
 
Dieses Giftgrün hat tatsächlich einen unschätzbaren Vorteil. Den brauche ich zwar selten – allerdings spart das richtig viel Geld. Der Preis für eine Greenbox, in die man zu mehreren mitsamt Instrumenten und Bewegungsspielraum reinpaßt, liegt nämlich bei ca. 240 Euro /Tag. Soviel kostet mein Proberaum im Monat.
 
Ein Musikvideo habe ich ja bereits gedreht (zu sehen hier) und wir hätten damals dringend eine Greenbox gebraucht. Konnte ich mir aber nicht leisten (auch mit Hilfe der finanziellen Unterstützung von Freunden nicht).
 
Eine Szene drehen kann nämlich ganz schön Zeit fressen. Vor allem dann, wenn man Low Budget arbeitet. Wenn ich mir das Video heute ansehe, kann ich immer noch nicht glauben, daß dieses Musikvideo locker einen Tausender (€) verschlungen hat. Klar, daß die Greenbox dem Rotstift zum Opfer fiel. Das ursprüngliche Drehbuch ebenfalls. Das war im Budget einfach nicht mehr drin.
 
Schaut Euch einmal die Szene ab 1:07 an. Dieser Übergang von Asphalt zur Wiese. Das wäre wesentlich besser (und einfacher) mit einer Greenbox zu lösen gewesen. Da hätte einfach eine Überblendung von dem Schotterweg zur Wiese gereicht, dann meine Kackstelzen in einer Greenbox filmen und das am Rechner zusammenmontieren.
 
Unsere Vorgehensweise war damals wesentlich komplexer. Versucht einmal, zwei Locations zu finden, die sich für so einen Übergang eignen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Irgendetwas steht immer im Weg rum, daß bei der zweiten Szene stört – sei es ein Busch oder ein Strommast. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir dafür gesucht haben. Dann muß das ganze ja auch noch vom Bewegungsablauf stimmen. Das sieht man in dem Video nicht, aber da wo ich die Füße aufsetzen “durfte”, lag ein kleiner Stock. Erschwerend kam hinzu, daß nicht nur die Füße in beiden Szenen synchron laufen mußten, sondern auch der Gitarrenkoffer.
 
Als es endlich eine Aufnahme gab, in der alles gepaßt hatte, konnten wir diese nicht verwenden, da nach drölfzig Takes das Gras plattgetrampelt war. Wie einfach wäre das mit einer Greenbox gewesen!
 
Nun, die bekomme ich ja jetzt gratis dazu :mrgreen:
 
Danke an Sascha für diesen wertvollen Hinweis!
 
Arbeiten möchte ich in so einem giftgrünen Umfeld natürlich nicht dauerhaft – aber da kann ich mir ja eine Gardinenstange mit Vorhängen vor die Wand hängen ;-) Aber das Grün bleibt erhalten – und vielleicht gibt es ja wieder ein Musikvideo. Ich hätte da einige Ideen (schon seit geraumer Zeit) aber abgeschreckt hat mich die Umsetzung ohne diese Greenbox bzw. die Kosten, um eine solche anzumieten.
 
 

// Das Jahr fängt gut an

Eben habe ich die Nebenkostenabrechnung für das vergangene Jahr erhalten. Ich hatte ja bis vor kurzem mit einer Horrornachzahlung gerechnet, aber es gab sogar Geld wieder. So muß das sein ;-)
 
Nebenkosten Proberaum 2012
 
Die Vorzeichen sind zwar etwas verwirrend, da für mein Empfinden gerade falschrum, aber da es die 17 Öcken 65 bar auf die Kralle gab, ist mir das grad egal.
 
Der Esoteriker hat mich übrigens auf Platz zwei verdrängt, was den Jahresstromverbrauch hier betrifft. Das ist eigentlich viel wichtiger, da die Lästereien auf dem Gelände jetzt ihn treffen, anstatt mich :-P

// Soundforscher

Für Gitarristen ist die Suche nach dem perfekten Sound wohl eine der Hauptätigkeiten. Die Gitarreros aus dem Lager der AC/DC-Fans dürften es in Zukunft etwas einfacher haben, wie das Original zu klingen:
 

 
Den gesamten Weg von den Anfängen bis hin zum Prototypen könnt ihr bei Herrn Banane nachlesen.