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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Kategorie ‘Technik & Equipment’



Die geballte Ladung an Technik und Equipment, die im Proberaum benötigt wird.
Hier findet ihr alles zu Gitarren, Bäßen, Schlagzeugen, Keyboards, Synthesizern, Mischpulten, Kabelsalat, Musikbearbeitungssoftware u.v.m.

Oft kommt es auch zu Problemen mit der Technik und so finden sich in dieser Kategorie hin und wieder Links zu Bedienungsanleitungen oder Tips und Tricks, wie man möglichst schnell die Proberaum – Technik wieder zum Laufen bringt. Allerdings ist dies beschränkt auf Equipment, das bei mir im Proberaum vorhanden ist…





// Düstere Wolken vertreiben

Montag, Januar 30th, 2012

Anna suchte in ihrem letzten Blogeintrag nach sachdienliche Hinweisen, wie man dunkle Wolken und düstere Gedanken auch ohne Glühwein fortspülen kann.

Hier kommen nun meine heißen Tips zur Frustbewältigung – für einen Kommentar wäre das zu lang, deshalb schreibe ich das eben hier. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Anna einmal durchblicken ließ, daß sie sich bei langen Kommentaren von mir immer “total verarscht” fühlt. Ich hoffe, ich kann mit einem eigenen Blogposting die Ernsthaftigkeit meiner Tips zur Frustbewältigung unterstreichen :mrgreen:

Und wie sollte es bei einem Musiker anders sein: diese Tips beziehen sich auf Musikinstrumente. Die eignen sich nämlich hervorragend, um in jeder Lebenslage seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen:

 

Das Schlagzeug:

 
Das beste Instrument, um seinen Frust rauszulassen. Nach einer Stunde intensiven Schlagzeugspielens ist man so verausgabt, daß man selbst für weitere Aggressionen keine Energie mehr hat. Besser als jedes Fitness-Studio und man war auch noch kreativ dabei anstatt stumpfsinnig auf der Stelle zu laufen ohne dabei auch nur einen Meter vorwärts zu kommen.

Vor allen Dingen kommt dabei niemand zu Schaden: es soll schließlich auch Dumpfbacken geben, die ihren Frust an fremden Eigentum auslassen oder Ausländer verprügeln. Der kulturell gebildete Bürger setzt sich hingegen hinter das Schlagzeug und nutzt seine negativen Energien für kreatives Arbeiten.

 

Die Gitarre:

 
Das Instrument für alle Lebenslagen, sozusagen die “beste Freundin” oder der “Saufkumpane”, der bzw. dem man alles erzählen kann. Powerchords schrubben, bis die Finger blutig sind um Dampf abzulassen oder lieber irgendwelche filigranen melancholischen Melodien? Alles kein Problem – die Gitarre eignet sich für alles.

Wer sich hingegen an Jazzakkorden versucht, macht sich spätestens nach dem dritten Krampf in den Fingern darüber Gedanken, was man in diesem Leben alles tun muß, um im nächsten Leben als Tintenfisch auf die Welt zu kommen, damit man spätestens dann endlich diese verflixten Akkorde vernünftig greifen kann. Die Probleme dieser Welt sind bei diesen hochphilosophischen bhuddistischen Überlegungen im Nu wie weggeblasen!

 

Der Baß:

 
So etwas wie der “väterliche Freund” und ganz klar der Ruhepol unter den Instrumenten ist der Baß. Mit gerade mal nur vier Saiten fällt das Tintenfischproblem der Gitarre weg und ermöglicht es dadurch, ganz entspannt und tieffrequent die Probleme und Sorgen dieser Welt ins Nirwana zu brummeln.

Eine besonders beruhigende Wirkung hat es auch, die Grundtöne der Akkorde während dem Spielen mitzumurmeln: nach einer Stunde des mantraartigen Wiederholens der Buchstaben F-F-F-F- B-B-B-B- F-F-F-F- C-C-F-F- B-B-B-B- H-H-H-H- F-F-F-F- A-A-D-D- G-G-G-G- C-C-C-C- F-F-D-D- G-G-C-C sieht die Welt wieder ganz anders aus.

 

Das Keyboard:

 
Durch die Klangvielfalt ebenfalls ein Instrument für alle Lebenslagen: von harten Techno-Sounds bis hin zu filigranen Klavier-Melodien ist alles möglich.
Auch geeignet für absolute Neulinge und Faule: Das Keyboard auf einen Synthiesound einstellen, Zahnstocher unter die Tasten klemmen und anschließend im Schneidersitz auf ein Schaffell setzen und ein Räucherstäbchen anzünden. Tief Luft holen und passend zu dem Klangteppich “OommmmmmmMMMM” sagen. Klangschalen erhöhen den Grad der Enstspannung.

(Kleine Anmerkung: ich kannte einen Musiker, der sich genau SO auf die Bandproben vorbereitet hat :mrgreen: Dieser Kollege war auch das Vorbild für den “Ethno” in diesem Blogeintrag über die einzelnen Musikertypen.)

 

Das Saxophon:

 
Warum nicht mal die Probleme verlagern? Wer sich zum Beispiel mal um seine Gesichtsfarbe ernsthafte Sorgen machen möchte, ist mit der Anschaffung eines Saxophons gut beraten. Von puterrot bis dunkelblau ist bei diesem Instrument alles an Farbschattierungen möglich. Einen Krampf in der Kiefermuskulatur gibt es häufig gratis dazu.

Nach nur einer Stunde hat man außerdem das Gefühl, daß sich die Welt endlich mal nur um einen selbst dreht.
Von einem gleichzeitigen Bierkonsum oder anderen kohlensäurehaltigen Getränken ist übrigens abzuraten: die Rülpser durch das Saxophon klingen… nicht so toll. Diplomatisch ausgedrückt.

 

Die Geige:

 
Hier fehlt mir als blutige Anfänger noch ein ausführlicher Erfahrungsbericht – soviel kann ich aber schon sagen: Wenn man anfängt, Geige zu üben, bekommt man eine Ahnung davon, wie der Begriff “Nervensäge” entstand. Dieses Instrument eignet sich in der Anfangsphase hervorragend, um zerrütteten Nachbarschaftsverhältnissen den finalen Todesstoß zu versetzen. Einer zieht garantiert aus. Beschleunigen läßt sich das übrigens mit einer elektrisch verstärkten Geige…



// Der letzte Satz

Mittwoch, Januar 18th, 2012

Sowas stellt man natürlich – wie sollte es anders sein – erst dann fest, wenn es a) zu spät ist, da die Gitarre plötzlich und unerwartet einen kleinen unbedeutenden Defekt aufweist und b) der Musikladen meines Vertrauens schon seit über sechs Stunden geschlossen ist.

Unvollständiger Satz Gitarrensaiten

Und ebenfalls absolut zwingend notwendig ist es, daß mir ausgerechnet die 26er-Saite gerissen ist. Alle anderen hätte ich noch einzeln irgendwo rumfliegen gehabt. Murphy mal wieder, diese blöde Wutz!

Morgen heißt es also früh aufstehen, da der Musikladen bereits zu einer völlig musikerunfreundlichen Zeit schließt. Kann mich bitte jemand spätestens um 16:00 Uhr wecken? Danke.



// Soundblaster AWE 32

Freitag, November 25th, 2011

Wer dieses Blog schon etwas länger verfolgt, weiß vielleicht, daß ich ein Faible für antiquierte Technik habe. Nun wird es aber insbesondere im Bereich der Computer immer schwieriger, völlig veraltete Hardware zu besorgen. Manchmal habe ich Glück, manchmal nicht. Irgendwie läßt sich zwar immer ein Ersatzteil auftreiben aber bei wichtigen Bauteilen habe ich doch gerne einen kleinen Vorrat. Zum Beispiel im Falle von Soundkarten – hier die Soundblaster AWE 32.

Soundblaster AWE 32

Nun tut es ja prinzipiell auch jede andere Soundkarte (durchaus auch neuere Modelle) aber mittlerweile ist die Wave-Table auf den neuen Soundkarten nur noch “pro forma” vorhanden. MIDI ist eben heutzutage in der Musik und im alltäglichen Gebrauch völlig veraltet und wurde durch VST (für Musiker) bzw. durch MP3 (für Musikhörer) ersetzt.

Die älteren Semester kennen vielleicht noch diesen Effekt: Wenn ihr Euch die gleiche MIDI-Datei auf zwei verschiedenen Computern anhört, werdet ihr ziemlich schnell merken, daß sich diese identischen Dateien sehr unterschiedlich anhören. Das liegt eben an dieser Wave-Table. Die jüngeren Semester finden auf dieser

Jedenfalls ist mir derzeit keine Soundkarte bekannt, die sowohl eine gute Wave-Table als auch den übrigen Anforderungen im Proberaum genügt. Und selbst wenn: der Klang der Soundblaster AWE32 gefällt mir einfach.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß es z.B. Sängerinnen gibt, die es nicht merken, daß sich das Kopfhörerkabel um ihre Füße gewickelt hat, und dann einfach fortlaufen. In einigen Fällen tat dies der Soundkarte überhaupt nicht gut. Für mich ist ein Vorrat dieser Uralt-Technik (die AWE 32 ist Baujahr 1994) durchaus wichtig. Und dieser eine Euro ist immer drin. Der Versand ist mittlerweile teurer, als die Soundkarte selber.

Soundblaster AWE 32, Handbuch

Schön wird es, wenn dann noch ein Handbuch dabei ist, mit dessen Hilfe man noch die Soundblaster AWE 32 voll ausreizen kann. Allerdings sollte ich jetzt noch schnell eine historische Programmiersprache lernen. Von PASCAL habe ich nämlich recht wenig Ahnung.

Bei dieser Gelegenheit hat übrigens auch noch ein Relikt aus den längst vergangenen DM-Zeiten seinen Weg in meinen Proberaum gefunden:

Soundblaster AWE 32, Handbuch, Preis, DM



// Nebel

Mittwoch, November 9th, 2011

Nachts im Proberaum – es wurde wieder einmal viel zu spät. Ein Synthesizer zickte irgendwann im Laufe des Abends rum, und das bedarf nun wohl einiger Reparaturen bzw. einer Neuinstallation.

Ein Blick aus dem Fenster ließ mich zusammenzucken: ein ganz merkwürdiges, diffuses gelbes Licht. Mein erster Gedanke war ein Brand auf dem Nachbargelände. Müde rieb ich mir die Augen und schaute nochmal genauer hin: Nebel.

Die Natriumdampflampen tauchten die Umgebung in fahles Licht. Der gesamte vertraute Anblick wirkte auf einmal geradezu gespenstisch. Trotzdem war ich erleichtert, daß sich die erste Befürchtung eines Brandes nicht bewahrheitet hat.

Nicht auszudenken…

Proberaum, Aussicht, Nebel

Eigentlich die perfekte Stimmung, um einen Thriller oder sowas zu gucken, wenn ich die Tage meine Synthies wieder in Ordnung bringe. Bei den Neuinstallationen kann ich nicht weg, aber nur auf den Fortschrittsbalken starren ist auch doof.

Hat jemand einen guten Tip? Sowas mit London im Nebel? Aufwendige Spezialeffekte müssen definitiv nicht sein. Die Phantasie springt bei der Stimmung da draußen automatisch im Fünfeck.

Wenn schon, dann richtig, oder? :mrgreen:



// Regennacht

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Es regnet. Der Herbstwind pfeift ums Haus und bringt das schwere Rolltor um die Ecke zum Schwingen. Jeder Windstoß wie ein schwermütiger Gongschlag.

Der perfekte Zeitpunkt für eine melancholische Saxophon-Line.

Die langgezogenen Töne harmonieren mit der Geräuschkulisse im Proberaum. Wenn nicht die Verspieler wären. Hier ein Timingfehler, weil ein Griffwechsel nicht richtig sitzt, dort falsch angeblasen.

Die Technik ist gnadenlos, sie gibt jeden Fehler unbarmherzig wider.

Mir wird wieder einmal klar, daß die gesamte Technik, die ich hier im Laufe der Zeit gesammelt habe, meine Unzulänglichkeiten nicht retten kann. Ohne eine astreine Handarbeit bleibt eine schlechtgespielte Saxophone-Line eben einfach schlecht.

Gefrustet aufgegeben und das Saxophon beseite gelegt. Die Monitore tauchen den Raum in ein fahles Licht.

Morgen ist ein neuer Tag…

Saxophon



// Tom-Tom

Sonntag, Oktober 23rd, 2011

Ich stand am Waschbecken der Proberaumtoilette und spülte einen Eimer, als mein Proberaumvermieter reinkam.

Vermieter: Was machst Du denn da?

Ich: Ich spüle einen Eimer.

V: Das sehe ich. Was war da drin?

Diese Frage ist zugegebenermaßen nicht ganz unberechtigt, da hier von einigen Nachbarn auch schon mal Altöl über die Kanalisation entsorgt wurde.

I: Wurstsalat.

Pause. – Ich schrubbe den Eimer schweigend weiter.

V: Wurstsalat?

I: Ja.

V: In dem Eimer? Das waren doch bestimmt 10 kg?

I: Zwölfkommafünf um genau zu sein.

V: Was hast Du damit gemacht?

I: Hab’ ich aufgegessen.

Pause

V: Was gibt das jetzt mit dem Eimer? Kommt da nochmal Wurstsalat rein?

I: Neee, auf den Eimer ist mir vorhin ein Schraubenzieher draufgefallen. War ein cooler Sound. Ich spüle das Ding jetzt und dann baue ich den Eimer als Tom-Tom in mein Schlagzeug ein.

V: ?????

Ich glaube, mein Vermieter hält mich jetzt für bekloppt. Entweder, weil ich 12,5 kg Wurstsalat gegessen habe, oder weil ich nen ehemaligen Wurstsalat-Eimer in mein Schlagzeug einbaue.

Bevor jemand fragt:

1) Der Wurstsalat war lecker, auch wenn mein Jahresbedarf nach einer Woche morgens, mittags und abends Wurstsalat nun gedeckt ist.

2) Der Einbau in das Schlagzeug hat geklappt und auch der Sound gefällt mir und passt gut zu den anderen Bierfässern, Regentonnen und was da sonst noch verbaut ist :mrgreen:

So langsam wird es übrigens ein bisschen eng hinter meiner Schießbude:

Schlagzeug, Draufsicht

In diesem Blogartikel gibt es Klangbeispiele des Schlagzeugs aus Schrott.

Im zweiten Teil findet ihr Klangbeispiele der Schrott-Percussion.



// Aufrüstung

Samstag, September 10th, 2011

Diese Nachbarn, die hier ihr Flohmarktlager haben, sind mittlerweile Gold wert. Vor allem dann, wenn es auf Flohmärkten “Ladenhüter” gibt, weil die meisten Leute wohl nichts mit Musiker-Equipment anfangen können. Die bekomme ich dann manchmal für lau oder einen symbolischen Euro.

Seit eben hat mein Rack zwei Bausteine mehr und das ständige Umstöpseln von Gitarre und Keyboard hat ein Ende:

Ein wenig Arbeit ist es noch – schließlich müssen die Effekt-Presets, die ich für das Keyboard hatte, auf das andere Effektgerät übertragen werden. Mit dieser Programmierorgie werde ich mich heute Nacht bechäftigen. Ich fände es langsam mal an der Zeit, daß diese Multi-Effektgeräte eine Tastatur bekommen. Nur mit einem Drehknopf ist die Programmierung der Teile etwas umständlich…

Außerdem wird mein Kabelsalat größer (für den Kabelsalat kann ich ja mittlerweile fast eine eigene Kategorie im Blog einrichten.)

Irgendwas ist ja immer. Trotzdem: diese Anschaffung war längst überfällig.