Heute gibt es wieder ein proberaumtaugliches Rezept – wofür man aber wesentlich weniger Material aus dem Baumarkt braucht, als beim letzten letzten Kochrezept. Dafür hat es sich jemand aus der Blog-O-Sphäre gewünscht. Hier also auf Wunsch einer einzelnen Dame:
Glögg selber machen
Glögg kennen die meisten wohl aus einem schwedischen Möbelhaus (gibt es aber seit einiger Zeit auch in Supermärkten) und wer es nicht kennen sollte: das ist der schwedische Glühwein.
Getrunken wird der Glögg eigentlich erst am 13. Dezember (zumindest streng traditionell, aber da hält sich heutzutage eh keiner mehr dran – bei uns gibt es Weihnachtsgebäck ja auch schon im Hochsommer).
Am 13. Dezember ist in Schweden das Luciafest, an dem früher im finsteren Mittelalter gemäß den heidnischen Traditionen und einem ungenauen Kalender zufolge die längste Nacht des Jahres gewesen sein soll. Das ist Grund genug, um sich also mal richtig die Kante zu geben und sich auf den bevorstehenden Frühling zu freuen ![]()
Hier nun das Glögg-Rezept “nach alter Tradition” (so steht’ s zumindest in dem Buch, aus dem ich das habe):
Zunächst einmal braucht man die nötigen Aromen und die werden ganz nach Wikingerart mit Hilfe von Vodka extrahiert.

In ein Schnapsglas voll mit Vodka kommen also (für zwei Personen):
- eine halbe Zimtstange
- ein Stern Sternanis
- ein paar Kardamomkörner
- eine große Prise Koriander
- 3 ganze Nelken
- etwas gehackter Ingwer
- ein Stück Zitronenschale
Das ganze läßt man bis zum Abend ziehen (das sollte spätestens gleich frühmorgens gemacht werden – besser noch am Abend vorher. Letztere Variante hat auch den Vorteil, daß man nicht gleich nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück mit Vodka herumhantieren muß. Das ist nämlich auch für mich proberaumgeeichten Vollblutmusiker ziemlich *örks*…)

Die Gewürze werden abfiltriert und das Filtrat zusammen mit trockenen Rotwein und Portwein (Mischungsverhältnis 2,5:1; ich habe das einfach in Tassen “übersetzt”) in einem Wasserkocher erhitzt. Das Gemisch darf nicht kochen (was besonders in Proberäumen mit fehlenden Fenstern und /oder schlechter Abluft wichtig ist. Die Luft enthält auch ohne Sieden schon einiges an Alkohol ![]()

Dies ist ein wenig knifflig, da sich die Temperatur nicht regeln läßt. Aber es geht ganz gut. Optimal wäre natürlich ein Pt100 nebst Temperaturregler aber das habe ich gerade beides nicht hier.
In eine Tasse kommen ein paar Rosinen und geschälte Mandeln, darauf wird der heiße Glögg gegeben. Zum Schluß streut man noch etwas gemahlenen Zimt auf den Glögg.

In diesem Sinne: Skål!

PS: die Mengenangaben sind hier natürlich alle geschätzt. Besser bekomme ich das mit meinen bescheidenen Mitteln hier bei Gramm-Angaben nicht hin. Trotzdem hat es unter diesen Voraussetzungen hervorragend funktioniert. Für diejenigen, die den Glögg unter kontrollierten Bedingungen nachkochen möchten:
0,4 Liter Vodka, 30 g Zimtstangen, 20 g Sternanis, 20 g ganze Kardamomkörner, 10 g Koriander, 5 Nelken, 2 Stücke geschälter Ingwer, 1/8 Zitronenschale, 2,5 L Rotwein, 1 L Portwein (für 8 Personen). Vorgehensweise wie beschrieben.


























