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// Ein unbeschriebenes Blatt

Ein unbeschriebenes Blatt – genau damit beginnt der dritte Anlauf zu “Vie Noir“.
 
Broken Spirits | Vie Noir | Ein unbeschriebenes Blatt
 
Ganz so schlicht, wie auf diesem Foto dargestellt, ist dieser Anfang natürlich nicht: ich bin schließlich nicht Mozart, der anno dazumal ohne technische Hilfsmittel ganze Symphonien aus den Gehirnwindungen heraus zu Papier bringen konnte. Deshalb klimpere ich hier zusätzlich auf dem Keyboard herum, probiere diverse Sounds aus und auch die Gitarre steht griffbereit in der Nähe.
 
Viel mehr brauche ich mittlerweile nicht mehr, um dieses unbeschriebene Blatt Papier in ein beschriebenes Blatt und damit einen fertigen Song umzuwandeln.
 
Den Großteil des Abends habe ich damit verbracht, meine Lieblings-CD’s zu hören, alte Sachen von mir anzuhören, um zu schauen, was sich daraus basteln läßt.
 
Mir fiel dabei auf, daß meine alten Sachen schon einen recht kräftigen Wumms hatten – vor allem was das Schlagzeug betrifft. Die Schießbude ist heute in den wesentlichen Teilen die gleiche wie vor acht Jahren – ich habe das Ding nur anders abgemischt. Das sollte sich also reproduzieren lassen – wozu habe ich hier tonnenweise Ordner mit Effekteinstellungen, Fotos der Mischpulteinstellungen und stapelweise CDs mit den Rohspuren?
 
Ich will zwar einerseits weg von dem alten Kram, den ich bisher vom Stapel gelassen habe, aber dieser fast aggressive Bass-Drum-Sound aus den ganz alten Tagen: der wird für “Vie Noir” wiederbelebt.
 
In Kombination mit einem neuen, scharfen Snaredrum-Sound, den ich mit meiner Regipsplatten-Halterung recht einfach hinbekommen sollte, wird es sich sicher nicht anhören, wie vor acht Jahren. Da ist mal wieder der Sound-Designer in mir gefragt…
 
Ihr ahnt es vielleicht schon: vom Schlagzeug habe ich bereits recht genaue Vorstellungen und das weiße Blatt ist nicht mehr ganz so unbeschrieben.
 
Und ganz langsam ahne ich, daß die Zwangspause von fast zwei Jahren vielleicht nicht ganz umsonst war: wie hätte ich sonst den Spagat von “Back To The Roots” zu etwas ganz anderem, neuem schlagen sollen?
 
Das Projekt “Broken Spirits” wird also einerseits so rotzig und eher “unsauber” , wie es vor langer Zeit einmal war (da hatte ich noch keine Ahnung, was ich eigentlich treibe) und andererseits ganz anders. Der Mut zum Fehler hat mir besonders bei den letzten beiden Alben gefehlt, die sind mir im Nachhinein betrachtet zu glatt und zu sauber.
 
Ich bin selber gespannt, was da am Ende bei rauskommt. Eines weiß ich aber jetzt schon: mir hat es noch nie so in den Fingern gejuckt, mein Innerstes nach außen zu kehren. Aufgestaut hat sich vor allem in letzten Jahr so einiges, und das war nicht immer lustig.
Das muß jetzt raus.

1 Kommentar

  • Cassy sagte am 14. Februar 2012 um 16:14 Uhr:

    Ich bin ja sooo auf der Ergebnis gespannt. :-)

    broken-spirits: und ich erst ;-)