// Kopfplatte

Es gibt unter E-Gitarristen eigentlich nur eine handvoll Gitarren: die aus dem Hause “Fender” und die “Gibson”. Oft sind sie kopiert worden – weltweit, sowohl von Großkonzernen wie z.B. Ibanez oder dem Gitarrenbauer um die Ecke.
Pate standen fast immer drei E-Gitarren dieser zwei Gitarrenbauer: die “Paula” von Gibson und die “Tele” bzw. die “Strat” aus dem Hause Fender. Darüber hinaus gibt es mehr oder weniger erfolgreiche Sonderformen, die durchaus nicht selten einen Nachahmer gefunden haben.
Es gibt natürlich noch viele andere bekannte und sehr gute Gitarrenbauer, fast jeder hat aber wenigstens eine dieser drei Grundformen im Programm. Nur die Kopfplatte der einzelnen Hersteller unterscheidet sich immer optisch – der Korpus ist mit geringen, meist unauffälligen Abweichungen insbesondere beim Cut-Away (das sind die “Hörner”) der gleiche.
Jeder Gitarrist hat seine Vorlieben – ich bin zum Beispiel ein absoluter Stratocaster-Fan. Dieses Brett liegt gut in der Hand und paßt sich perfekt dem Körper an. Genau die richtigen Vorraussetzungen, um über das Griffbrett zu flitzen. (Die Gitarre im Blogdesign ist zum Beispiel eine Strat-Kopie und man erkennt deutlich die Aussparung für den Bierbauch – das ist zum Beispiel etwas, was die anderen Gitarrenmodelle nicht haben).
Welche die Gitarre die richtige ist, kann unter Gitarristen durchaus auch in einen Glaubenskrieg ausarten. Das ist vergleichbar mit der Frage, ob Linux oder Windows oder ein OS-dingens (dieses Mac-Zeuchs) das bessere Betriebssystem ist.
Oft wurden auch die einzelnen Gitarrengrundformen gemischt: zum Beispiel eine Stratocaster mit den Tonabnehmern der “Paula”. Aus dem Hause Fender gab es Mitte der 90iger auch mal eine Telecaster, in der die Elemente einer Stratocaster verarbeitet wurden.
Das Foto oben zeigt übrigens die Kopfplatte einer 12-Saiter (natürlich eine Strat-Kopie). Die Standard-Stimmung ist gar nicht so weltbewegend: Jedes Saitenpaar ist auf den gleichen Grundton gestimmt, wobei die ersten drei Saitenpaare oktaviert sind und die letzten drei Saitenpaare exakt gleich gestimmt sind. Im Musikerjargon sieht das dann so aus: E,e-A,a-D,d-g,g-h,h, e’,e’.
Den besten Klang erzielt man, indem man noch einen dezenten Chorus in den Effektweg einschleift.
Im Proberaum notiert am 31.01.2011 um 2:07 am und mit Broken Spirits - Fotografie Musikinstrumente: Gitarre getaggt.
(c) by Broken Spirits

Januar 31st, 2011 um 18:19
Wie konntest Du in Deiner Aufzählung nur die SG vergessen
Ne, passt schon, schliesslich ist die auch nur eine Les Paul-Abart mit zweitem Cutaway und ohne Ahorndecke. Um hier auch was beizusteuern
broken-spirits: naja, es fehlen schon einige, die Halbakkustischen habe ich auch ignoriert – wobei es mir um die Solidbodys ging.
Wenn ein Mr. Young die SG nicht gespielt hätte, dann würde die SG wahrschenlich genauso ein “Schattendasein” führen, wie die Explorer oder Flying V. Die kennt zwar jeder, aber die wenigsten haben sie
Ich glaube man kann schon sagen, daß es *eigentlich* nur die Paula und die Strat gibt, gefolgt von der Tele. Sind jedenfalls die gängigsten in den Proberäumen.
Januar 31st, 2011 um 21:43
Ja, das ist richtig. Ich meine, es gibt eh noch etliche andere SG-Spieler, aber Ang ist sicher der bekannteste. Übrigens, ich hab heute zum ersten Mal auf einer echten Strat gespielt. Hab in dem Classic Rock-Forum einen jungen Mann aus Wien kennengelernt, der mich heute mit seiner Strat besucht hat. Haben bissi gespielt zusammen und er wird wohl ab und an vorbeikommen und mir vielleicht bissi was beibringen. Die Strat klingt auch super am Marshall und gar nicht so dünn, wie ich mir das immer vorgestellt hab, sondern durchaus schön rockig. Und sie ist schwerer als die SG, was ich auch witzig find.
broken-spirits: Strats sind toll – und gar nicht dünn im Sound
Es gibt aber auch Stratnachbauten mit Humbuckern – da haste dann auf jeden Fall volles Rohr
Die Vigier ist ja so ein Beispiel, wie du auf dem Foto in der Sidebar erkennen kannst. Gewichtstechnisch kommst Du locker auf 3,5 – 4 kg bei einer Strat.
Januar 31st, 2011 um 23:24
Ja, war ne interessante Erfahrung, mal ne echte Strat auszutesten. Das Spielfeeling ist wegen des Griffbretts auch anders, aber durchaus genauso gut. Tjo, jetzt fehlt mir noch ne Paula
broken-spirits: vom Feeling ist eh jede Gitarre anders
Selbst bei gleicher Mensur. Auf der Fender Squier komme ich irgendwie überhaupt nicht klar. Ne echte Fender ist wiederum kein Problem. Dabei sollen die eigentlich Baugleich sein, ist ja die Billig-Tochterfirma. Manchmal schon komisch.
Januar 31st, 2011 um 23:31
Naja, in der “Gitarre&Bass” hab ich nen Vergleich gelesen, manche Masse sind schon (mutwillig) anders, damit sich die Originale weiterhin verkaufen. Kann ich auch nachvollziehen, meine Epiphone war ne Katastrophe, was die Spielbarkeit angeht. Kopflastig ohne Ende, totes Holz und mieses Griffbrett. Aber war vielleicht auch Pech. Es reicht ja schon, wenn der Halsradius bissi anders ist und so.
broken-spirits: nun, da hätte ich eher auf Holzauswahl und die verbaute Hardware, wie Tonabnehmer usw. getippt. Schon klar: irgendwoher muß der Preisunterschied ja kommen
Wenn ich jetzt ne echte Fender da hätte, würde ich die mal durchmessen. Spontan vermute ich dennoch, daß sie sich sehr ähnlich sind. Aber “totes Holz” reicht ja auch schon, um alles zu vesauen…
Februar 1st, 2011 um 10:31
Ja, es liegt sicher am Holz. Gibson in den USA verbaut südamerikanisches Mahagoni, während Epiphone in China eher indisches oder sogar lokal angebautes Mahagoni verwenden wird. Die Epiphone ist um einiges schwerer, und der Body schwingt so gut wie gar nicht mit, während man die Gibson richtig am Bauch vibrieren spürt. Da spielen dann auch Sachen wie Holztrockung usw. ne Rolle. Gut abgelagertes, an der Luft langsam getrocknetes Holz schwingt einfach besser, als industriell getrocknetes Holz. Allein das ist ein riesiger Kostenfaktor.
Und weil ich auch schon von Leuten gehört habe, die mit ihrer Epi richtig zufrieden sind, vermute ich mal, dass die Qualitätsstreuung da recht breit ist.
broken-spirits: diese Unterschiede soll es auch bei Fender geben. Wenn Du mal eine kaufen solltest, achte darauf, daß sie “Made in USA” ist. Andere Länder sollen da wesentlich schlechtere Qualität liefern.