broken spirits

Lebenszeichen aus dem Proberaum

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// Put your Broken Spirits away


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Dies ist eine Anekdote aus vergangenen Zeiten, also aus meinen wilden Jahren – und diese Geschichte ist der Beginn von “Broken Spirits”….

In der Halle bin ich Erstmieter und damit mittlerweile ein Urgestein. Ich habe das Wachstum von Anfang an hautnah miterlebt und war immer hautnah dabei. Manchmal auch etwas zu nah, so wie in diesem Fall:

Zu Beginn gab es hier in der Halle knapp 20 Proberäume und jeder kannte jeden. Zentraler Treffpunkt war schon vor zehn Jahren der Getränkeautomat. Wir hatten sehr schnell herausgefunden, wie man ohne zu Bezahlen an die ersehnten Bierdosen kommt, was innerhalb von zwei Jahren zu einem diebstahlsicheren Getränkeautomaten führte :mrgreen:

An der Sitzecke, die sich direkt vor meinem Proberaum befand, war also DER Treffpunkt aller Mieter. Klar, daß ich immer mit von Partie war….

Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Treffen in ein reines Saufgelage ausarteten. Ich hatte daran einen nicht unerheblichen Anteil, da ich dank meiner Arbeit kostenlos günstig unvergällten Ethanol besorgen konnte. Dieser wurde dann regelmäßig an Freitag und Samstagabenden mit allem möglichen gemischt und fachgerecht entsorgt. So nannten wir das damals.

In der Musikerszene hat sich das auch rumgesprochen, daß man bei uns gut einen trinken kann und ein polnischer Schlagzeuger war auch recht eifrig dabei, immer wieder neue Leute anzuschleppen, die behaupteten, ein Instrument spielen zu können. Aufgrund unterschiedlicher Nationalitäten war Englisch ziemlich schnell die einzige Möglichkeit, ein babylonisches Sprachgewirr zu vermeiden – wenn man hinreichend betrunken ist, spricht man schließlich jede Sprache.

Trotz dieser Zustände, die – obwohl sie nicht so klassisch waren – doch sehr an das alte Rom erinnerten, ging es immer recht gesittet zu *hust* Jedenfalls hat unser Vermieter nie etwas bemerkt (und wenn doch, hat er nie etwas gesagt).

Daß die Räumlichkeiten sauber bleiben, war trotzdem (oder gerade deshalb?) eigentlich immer mehr oder weniger selbstverständlich. Wir haben hier in $meiner_Stadt immer noch die ordentlichsten Proberäume: es gibt keine Graffiti an den Wänden, das Klo ist immer sauber und man kann in den allgemeinen Räumlichkeiten vom Boden essen (darf man aber nicht).

Es kam bei einem dieser Saufgelage Wochenendtreffen aber so, wie es früher oder später kommen mußte: einem Holländer wurde der Alkohlokonsum zuviel und er war nicht mehr in der Lage, das rettende Klo zu erreichen. Man muß zu seiner Ehrenrettung hinzufügen: er hat es wenigstens versucht. Allerdings war die Grobmotorik bereits so stark eingeschränkt, daß er über seine eigenen Füße fiel. Unmittelbar danach übergab er sich.

Nun, auch in unserem volltrunkenem Zustand war die eben erwähnte Sauberkeit der Räumlichkeiten nicht vergessen – und so fiel der Satz “Put your Broken Spirits away” – was so viel heißen sollte wie “Räum deine erbrochenen Spirituosen weg”.

Ein genialer Übersetzungsfehler… “Broken Spirits” blieb irgendwie in meinem alkoholdurchtränkten Hirnkasten hängen und einen Tag später fand ich in einer Buchhandlung einen Fotoband von Eberhard Grames mit gleichem Titel – daraus wurde dann der “Band”-Name – oder mein “Künstlername” (je nach Sichtweise) ;-)


Im Proberaum notiert am 29.08.2009 um 12:47 pm und mit getaggt.

(c) by







 
  1. Gravatarcypher 24 Kommentare

    Tjaja bei der Berufswahl sollte man sich eben doch nicht zuletzt über die Zweitnutzen Gedanken machen.
    Relativ purem Trinkalkohol hab ich auch meinen ersten kapitalen Filmriss zu verdanken. Allerdings nur mittelbar.

    Achja .. zwei Jahre Freibier? War der Kasten die meiste Zeit leer oder fiels nur einfach Niemandem auf?

    broken-spirits: die Zweitnutzen sind hoch :mrgreen:
    Der Getränkeautomat wurde regelmäßig gefüllt. Solange solche Aktionen nicht übertrieben werden, fällt es nicht auf- wobei es manchmal schon schwer war, nicht zu übertreiben ;-)

  2. GravatarAxy 245 Kommentare

    So viel zu der Frage, die ich mich zu fragen nicht getraut hab :-D

    Gabs davor andere Künstlernamen?

    broken-spirits: och, ich wurde das in denletzten Jahren oft gefragt – auf unterschiedlichen Wegen. Du wärst also nicht die erste und bist bestimmt nicht die letzte ;-)

    Andere Künstlernamen gab es nicht, aber andere Bands. Nach Ausstieg aus der letzten Band machte ich dann solo unter diesem Namen weiter. Wobei der Übergang fließend war…

    PS: es gibt keine indiskreten Fragen, nur indiskrete Antworten :mrgreen:

  3. Gravatarchiefjudy 22 Kommentare

    Ah danke. das ist ja mal eine geniale Geschichte :mrgreen:

    broken-spirits: …wie sie das Leben schrieb. Die Schandtaten dieser Nächte habe ich aber (noch?) ausgeklammert :twisted:

Im Proberaum mitquasseln:



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