// Klangexperiment Teil I
Ich habe meinen alten 486er reanimiert, nachdem ich im Internet auf eine Forenfrage gestoßen bin, wie man “micromusic” macht.
Nun, dieser Begriff sagte mir zunächst mal überhaupt nichts, aber es gibt ja Hörbeispiele.
Es handelt sich hierbei um äußerst minimalistische Musik, die sehr stark an die alten C64-Spiele erinnert. Also eigentlich nichts weiter als ein Gepiepse und Gefiepe.
Folgende Fragen stellten sich nun:
1) wie generiere ich solche Sounds?
2) Wie löse ich die technischen Probleme?
3) kann ich die erzeugten Klänge mit modernen Mitteln etwas zeitgemäßer gestalten?
4) Kann ich sowas überhaupt verwenden und mit konventionellen Instrumenten kombinieren?
Frage 1 konnte ich heute schon beantworten und durchführen. An dieser Stelle kommt der 486er ins Spiel: als erstes wurde die Staubschicht entfernt und DOS 6.0 installiert.
Dieses DOS enthält Quickbasic und das habe ich vor bald 15 Jahren mal in der Schule gelernt. Einiges ist sogar hängengeblieben – welch ein Wunder!
Nun habe ich mir vor einiger Zeit eine Tabelle erstellt, die die Frequenz in Hz der einzelnen Töne der chromatischen Tonleiter enthält – und das über eine komplette Klaviatur. Diese Tabelle ist eine sehr nützliche Hilfe, die sehr oft zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, Sinustöne beizumischen.
Heute kam sie das erste Mal für eine eigenständige “Komposition” zum Einsatz.
Das ganze Riff sieht nun so aus:
CLS
LET a = 0
DO
LET a = a + 1
PRINT a
SOUND 495, 4
SOUND 594, 4
SOUND 367, 4
SOUND 734, 4
SOUND 495, 4
SOUND 594, 4
SOUND 367, 4
SOUND 734, 4
SOUND 317, 4
SOUND 440, 4
SOUND 367, 4
SOUND 594, 4
SOUND 317, 4
SOUND 495, 4
SOUND 367, 4
SOUND 594, 4
SOUND 99, 4
SOUND 247, 4
SOUND 149, 4
SOUND 198, 4
SOUND 99, 4
SOUND 110, 4
SOUND 149, 4
SOUND 198, 4
SOUND 132, 4
SOUND 198, 4
SOUND 148, 4
SOUND 165, 4
SOUND 132, 4
SOUND 198, 4
SOUND 132, 4
SOUND 165, 4
LOOP WHILE a < 4
Das ist jetzt nichts Weltbewegendes, hier geht es ja nur darum, diese micromusic einmal auszuprobieren.
Für diejenigen, die qbasic nicht können, gibt es hier eine kurze Erklärung:
CLS bedeutet nichts weiter als “CLear Screen”, der Bildschirm wird also gelöscht, wenn dieses “Programm” startet.
LET a = 0
DO
LET a = a + 1
PRINT a
(…)
LOOP WHILE a < 4
besagt nichts anderes, als daß diese Töne 4 mal wiederholt werden sollen, wobei “a” der Zähler ist, der sich innerhalb der Schleife (DO … LOOP) bei jedem Durchgang um “1″ erhöht.
“PRINT” gibt diesen Zähler aus, “WHILE a<4″ setzt die Bedingung für die Schleife.
“SOUND xxx, y” sagt dem Computer, was für ein Ton gespielt werden soll, wobei xxx die Frequenz in Hz ist und y die Dauer.
Alles keine große Sache und schnell erledigt.
Aufnehmen kann ich das noch nicht, diese alte Technik ist (noch) nicht mit meiner “modernen” Technik kompatibel.
Hier kommen wir nämlich zu Frage 2).
Aber auch das sollte kein Problem sein, ich muß nur etwas basteln. Der Ton des Quickbasic-Programmes geht nämlich nicht auf die Soundkarte, sondern auf den PC-Lautsprecher.
Den werde ich morgen abtrennen, ein Loch in das PC-Gehäuse bohren, an das freie Ende des Kabels ein altes Cinch-Kabel anlöten und dann geht das ganze ins Mischpult, über welches dann aufgenommen wird.
Ein Soundbeispiel gibt es also erst morgen abend, soviel kann ich aber schon verraten: es klingt in der unbearbeiteten Form wie ein “Geldvernichter” in der Kneipe
Im Proberaum notiert am 25.01.2009 um 11:24 pm und mit Broken Spirits Broken Spirits - CD's und Alben Homerecording Klangexperiment QBasic getaggt.
(c) by Broken Spirits
