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// Ich will eine Runde Mitleid – sofort!!!

Von der Musik läßt es sich ja nur schwer leben, und so gehe auch ich einer ganz normalen Berufstätigkeit nach. Derzeit handelt es sich um einen Bürojob und dementsprechend viel Arbeit mit dem Microsoft-Officepaket. Nichts dolles, einfach nur Standard-Word…
Diese Standardtätigkeiten werden aber dank meiner drei Kolleginnen gehörig durcheinandergebracht.
 
Da haben wir Kollegin1, die eine unnatürliche Angst vor Tabstops und Seitenumbrüchen entwickelt hat. Jedesmal, wenn sie so ein Teil sieht, ähnelt ihre Reaktion der, die Frauen gelegentlich überfällt, wenn sie eine Spinne sehen. Ein spitzer Schrei („Was ist denn das?!?!?!“) und hektische rote Flecken auf den Bäckchen. Ich mag die Tabstops mittlerweile 😈
 
Kollegin2 sorgt nun immer wieder für kaputte Tische im Bekanntenkreis, wenn ich deren Brüller zum Besten gebe:
 
K2: „Oh, ich habe Dir versehentlich die falsche E-mail geschickt….“
I: „ok, kein Problem, ich lösche die Mail.“ gefolgt von einem gezielten Schlag auf die Entf-Taste.
K2 (panisch): „NEIN, AUF KEINEN FALL!!! ICH BRAUCH DIE NOCH!!!“
I: „Zu spät… Hä?“
 
Gut war auch ihre zweite Aktion:
Ein Teil eines Dokumentes mußte sollte per Mail verschickt werden, damit ein Kollege in einer anderen Abteilung eine Seite darin bearbeiten konnte. Dazu sollte ich aus einem Word-Dokument die entsprechende Seite in Outlook kopieren und anschließend verschicken. Die Arbeitsabläufe änderten sich mit der Zeit und so wurden meine E-Mails (es waren nach einigen Wochen knapp 200) an Kollegin2 weitergeleitet (damit es wichtig klingt, wurde dieser Vorgang „geforwardet“ genannt). Kollegin hatte keine Zeit, und deshalb hat sie diese 200 Mails an mich geforforwardet. (Da einige Kollegen wegen Krankheit/ Unlust oder anderen widrigen Umständen diese Arbeit nicht erledigen konnten, waren die 200 Mails mittlerweile eigentlich geforforforforforwardet – natürlich einzeln). Dazu kam die Anweisung:
 
K2: „Du hast ja die eine Seite aus dem Word-Dokument in die Mail kopiert. Jetzt kopierst Du den Text in ein neues Word-Dokument und druckst es aus, dann…
I: „WTF? Man kann in Word über ‚aktuelle Seite drucken‘ auch eine Seite ausdrucken….? Außerdem liegen doch die Dokumente auf dem Server und da kann jeder dran, wozu also mittlerweile 200 Mails mehrmals kreuz und quer durch die Gegend schicken…???“
K2: „Du hast ja die eine Seite aus dem Word-Dokument in die Mail kopiert. Jetzt kopierst Du den Text in ein neues Word-Dokument und druckst es aus, dann öffnest Du diese Excel-Tabelle, trägst diese Daten handschriftlich ein, läufst zum Scanner zwei Stockwerke tiefer, scannst das ein, speicherst das ab und tippst dann die von Excel übertragenen Daten in das ursprüngliche Word-Dokument ein.“
I: „Äh, was? jajagutallesklarmachichdochgernewiesiewünschenmadamejadoch :mrgreen:“
 
Dann wäre da noch Kollegin3, die mich mal um Hilfe bat, als sie mit Word nicht klarkam. Problem angehört, alles klar, kein Problem, man hilft ja gerne, geht ja schnell, nach höchstens 2 Minuten ausführlicher Erklärung kann sie das, geht ja schnell und überhaupt…
Denkste. Ich ging also an ihren PC, klickte mit der Maus rum erklärte 10 Minuten, zeigte ihr jeden Schritt nochmal und nochmal und hörte auf einmal:
K3: „Mach jetzt nichts, was ich nicht verstehe!!!“
Ich fühlte mich auf einmal so müde und bin wortlos gegangen, um einen Kaffee zu trinken… 😈
 
Ich werde zu meinem Ausstand allen drei Kolleginnen das hier feierlich überreichen :mrgreen:
 
Verdient haben sie das Ding – alle drei. Ich versuche gerade krampfhaft, hier keine Witze über Frauen und Technik zu machen (so wie es mir gerade vorkommt, können diese drei Exemplare das sowieso besser als ich).
 
Und ich will ne Runde Mitleid. Jetzt. Sofort.
Danke!

7 Kommentare

  • Barbara van Dijk sagte am 27. Juli 2010 um 13:53 Uhr:

    LOL…ich lach mich kaputt! Und heuchle eine Runde Mitleid für dich, schließlich bin ich ja auch Frau – und muss noch dazu mit Software arbeiten! – , ok? ;-Þ

    broken-spirits: es beruhigt mich ja ungemein, daß es Frauen gibt, die den ganzen Schwachfug dahinter erkennen… am Arbeitsplatz könnten mir ja echt Zweifel kommen, daß es sowas überhaupt gibt… 😉

  • Erdbeere sagte am 27. Juli 2010 um 15:07 Uhr:

    Das bekommst Du von mir. Ist ja unglaublich lustig was ich da zu lesen bei dir bekomme. Ei, ei, ei, das wirft aber kein gutes Licht auf unser Geschlecht *g*

    Die Erdbeere mit ich-fühle-mich-als-Frau-was-ein-Glück-nicht-angesprochen-Gruß *g*

    P.S. ach ja, mein aufrichtiges Mitleid hast Du zu 150%.
    P.P.S. die werten Kolleginnen kennen Deinen Blog doch hoffentlich nicht *hüstl*

    broken-spirits: ich weiß es nicht, ob sie es kennen… ist mir aber auch egal 😛
    Was das „gute Licht“ betrifft: in den kommentaren scheint es ja wieder besser zu werden… ich hätte mich ja andernfalls auch einsargen lassen 😉

  • Emilia sagte am 27. Juli 2010 um 16:27 Uhr:

    Mitleid rüberschick 😉

    Du kannst nur in eine Behörde arbeiten! *kopfschüttel*

    broken-spirits: Willkommen hier :-) Nein, es ist keine Behörde… eigentlich sogar ein recht bekanntes, internationales Unternehmen. Da kann man so Leute aber prima verstecken, das fällt in der Masse von zigtausend Mitarbeitern gar nicht auf 😉

  • Axy sagte am 27. Juli 2010 um 17:50 Uhr:

    Du kriegst deine Runde gleich… wenn ich aufgehört hab zu lachen 😉

    Situation Abschlusszeitung: Wir lassen uns idiotischerweise darauf ein, die Steckbriefdokumente selbst in pdf umzuwandeln. Nach ner Weile merken wir, dass das free-pdf-Programm Smilies in Buchstaben (:-) wird zu J) verwandelt. Wäre ja kein Problem diese mit Suchen-und-ersetzen zu eliminieren…. wenn nicht ein erschreckend hoher Prozentsatz der Mitschüler den eigenen Steckbrief mit Textboxen vollgekleistert hätte. Es hätte sich beim Eintragen ja was verschieben können…

    broken-spirits: ich sehe schon, den DAU-Orden hätten sich ’ne ganze Menge Leute zurecht verdient 😉
    Wenigstens geht es nicht nur mir so…. *seufz*

    Immerhin kannten Deine Mitschüler Textboxen – das ist hier noch so eine unbekannte Funktion, mit der ich erfolgreich ganz große Verwirrung stiften kann 😛

  • Banane sagte am 29. Juli 2010 um 21:41 Uhr:

    Ok, da hast du Dein Mitleid, und ein Bier schieb ich gleich hinterher.
    Als Ex-Sysadmin und User-Supporter kenn ich mehr als genug solcher Stories. Ich hab mal ne „kaputte“ Tastatur bekommen und wollte sie mir, sitzend, genauer ansehen. Zu diesem Zweck hab ich sie umgedreht.
    Und mir dabei ne komplette Tasse Kaffee in den Schoss gekippt. Dabei war das Mistding aussenrum völlig trocken. Hab mich dann eh für das Vorbeibringen „einer Tasse Kaffee“ bedankt :-)

    broken-spirits: von kaputter Hardware habe ich hier ja noch gar nichts berichtet… da gab es ja auch noch die Kollegin mit dem kaputten Monitor. Ich habe an meinem Arbeitsplatz zwei Monitore – einen mußte ich also der Kollegin geben. Ich habe mir dann ihren geholt und arbeite seitdem mit dem vermeintlich kaputten Monitor :roll:
    Manchmal…. aber was erzähl ich das nem Admin….;-)

  • Barbara van Dijk sagte am 25. August 2010 um 14:34 Uhr:

    Nach nochmaligem Lesen lache ich immer noch. Bittte bitte, ich will mehr davon. Kannste nicht ’ne Art diary anlegen, wie so’ne soap weißt du? Es würde mir wirklich den Tag versüßen :-)

    broken-spirits: der Stoff dürfte jedenfalls nie ausgehen 😉

  • Sylvi sagte am 28. November 2011 um 18:16 Uhr:

    Ich bin ja durch Deinen Facebook-Eintrag heute sehr spät auf diesen Beitrag gestoßen und reiche noch einmal ein Tütchen Mitleid nach 😉

    Ich mache neben meinem normalen Sachgebiet auch noch ein bissken „Computerhilfe“ für die Kollegen, melde neue Kollegen im Netzwerk an und ab und so ein Gedöns. Nennt sich TUI-Betreuerin und heißt so viel wie „technisch-unterstützende …(schlagmichtot, habs vergessen wie die Bezeichnung komplett lautet).
    Auf jeden Fall habe ich mich letztens bei Neueinführung einer Kalender-Verwaltungs-Option schon an zig Computer sitzen sehen, um diese für sämtliche Kollegen einzurichten.
    Ich habe eine äußerst begrenzte Softwareauswahl auf meinen beruflichen Computer, aber aus lauter Verzweiflung habe ich mit IrfanView ein Bildertutorial erstellt und an alle betroffenen Kollegen geschickt (ca. 20-25).
    Nur einer … ja EINER … also ein Mann!!! hat noch mal nachfragen müssen ;-)))

    Gruß Sylvi

    broken-spirits: tja, es gibt solche und solche. Jetzt bin ich ja wieder in der gleichen Firma in einer anderen Abteilung – wieder als einziger Kerl unter lauter Frauen. Da läuft das zum Glück ganz anders. Ich darf mich sogar „austoben“. Irgendwie beruhigend und das macht alles auch gleich viel mehr Spaß 😉 An die andere Abteilung denke ich ja nur noch mit Grausen zurück….