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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Artikel, die mit ‘Musikinstrumente: Schlagzeug’ getaggt sind.



Schlagzeug.

Unter diesem tag ist alles zu finden, was mit dem Schlagzeug zu tun hat. Ohne diese Rhythmusecke geht gar nichts und auch die Abnahme der einzelnen Schlagzeug-Bestandteile will gelernt sein.
Aber vorsicht: die Schießbude, die ich hier im Proberaum stehen habe, ist aus alten Blechdosen u.ä. selber zusammengebaut. Deshalb gibt es unter dem Zweiteiler Aus Scheiße Musik machen die entsprechenden Hörbeispiele.




 

// Körperliche Schmerzen



Dieser Anblick bereitet schon starke körperliche Schmerzen:
 
Schlagzeug im Regen
 
Das ist ein Schnappschuß direkt vor der Tür. Keine Ahnung, ob meine Nachbarn mir absichtlich diese Schmerzen zufügen? Wie kann man ein Schlagzeug zwischen Autoreifen und anderem Schrott im Regen stehenlassen?!
 
Für mich jedenfalls ein Grund mehr, auf dem Flohmarkt keine Instrumente mehr zu kaufen. Diese Flohmarktdealer wissen einfach nicht, wie man ein Musikinstrument behandelt…





Im Proberaum notiert am 10.04.2012 um 10:29 pm und in der Ablage , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Schlagzeug – ich muß mal was klarstellen



Über mein Schlagzeug durfte ich mir in der Vergangenheit einiges anhören:
 

  • Da war zum Beispiel der Vermieter des alten Proberaums, der mir bei jeder Gelegenheit sagte, daß der Proberaum ein Proberaum sei und kein Schrottplatz.
  • Da waren die Musikerkollegen (hauptsächlich Schlagzeuger), die zwischen Faszination und Kopfschütteln schwankten und nicht wußten, ob sie mich für genial, kreativ oder bekloppt halten sollten. Die meisten taten übrigens letzteres.
  • ich konnte mir darüberhinaus ziemlich viele Witze anhören, ob mir beim Proberaumeinrichten das Geld ausgegangen ist (das stimmt sogar – meine Schießbude war ursprünglich als Provisorium gedacht und wurde dann erst mein “Markenzeichen”)

 
Den Vogel schoß aber die Tante Guhgel ab: mit dem Suchbegriff “Unschlagzeug bauen” landet man auf dieser Seite:
 
Broken Spirits | Suchbegriffe
 
Wie zum Teufel soll ich das Wort “Unschlagzeug” verstehen?! Das ist kein Unschlagzeug – das ist ein Stück hochwertiger Instrumenten-Baukunst. So was muß man erstmal hinkriegen!1!11!!
 
Das wollte ich nur mal erwähnt haben…
 
Was ich bei der Gelegenheit interessant finde: diese Idee scheint sich durchzusetzen. Ich habe immer wieder mal Suchanfragen, wie man ein Schlagzeug aus Schrott baut oder welche Schlagzeugteile man durch Schrott ersetzen kann.
Das ist nicht schwer – das schwerste an der Angelegenheit dürfte nur sein, den Proberaum – Vermieter davon zu überzeugen, daß der Proberaum nicht als Schrottplatz zweckentfremdet wird.
 





Im Proberaum notiert am 11.02.2012 um 2:42 pm und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Tom-Tom



Ich stand am Waschbecken der Proberaumtoilette und spülte einen Eimer, als mein Proberaumvermieter reinkam.

Vermieter: Was machst Du denn da?

Ich: Ich spüle einen Eimer.

V: Das sehe ich. Was war da drin?

Diese Frage ist zugegebenermaßen nicht ganz unberechtigt, da hier von einigen Nachbarn auch schon mal Altöl über die Kanalisation entsorgt wurde.

I: Wurstsalat.

Pause. – Ich schrubbe den Eimer schweigend weiter.

V: Wurstsalat?

I: Ja.

V: In dem Eimer? Das waren doch bestimmt 10 kg?

I: Zwölfkommafünf um genau zu sein.

V: Was hast Du damit gemacht?

I: Hab’ ich aufgegessen.

Pause

V: Was gibt das jetzt mit dem Eimer? Kommt da nochmal Wurstsalat rein?

I: Neee, auf den Eimer ist mir vorhin ein Schraubenzieher draufgefallen. War ein cooler Sound. Ich spüle das Ding jetzt und dann baue ich den Eimer als Tom-Tom in mein Schlagzeug ein.

V: ?????

Ich glaube, mein Vermieter hält mich jetzt für bekloppt. Entweder, weil ich 12,5 kg Wurstsalat gegessen habe, oder weil ich nen ehemaligen Wurstsalat-Eimer in mein Schlagzeug einbaue.

Bevor jemand fragt:

1) Der Wurstsalat war lecker, auch wenn mein Jahresbedarf nach einer Woche morgens, mittags und abends Wurstsalat nun gedeckt ist.

2) Der Einbau in das Schlagzeug hat geklappt und auch der Sound gefällt mir und passt gut zu den anderen Bierfässern, Regentonnen und was da sonst noch verbaut ist :mrgreen:

So langsam wird es übrigens ein bisschen eng hinter meiner Schießbude:

Schlagzeug, Draufsicht

In diesem Blogartikel gibt es Klangbeispiele des Schlagzeugs aus Schrott.

Im zweiten Teil findet ihr Klangbeispiele der Schrott-Percussion.





Im Proberaum notiert am 23.10.2011 um 4:54 am und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Proberaum – Art 4



Doublebase

Das sind die Schlagzeug-Übungen, die den Nachbarn am ehesten auf den Senkel gehen. Aber zum Glück habe ich ja keine, insofern steht einer nächtlichen Fitness-Session nix im Wege :twisted:





Im Proberaum notiert am 18.05.2011 um 11:46 pm und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Schlagzeugbau



Nun steht auch schon ein Großteil des Schlagzeugs. Der Aufbau meiner selbergebastelten Schießbude ist etwas aufwändiger als bei einem normalen Schlagzeug, zumal ich das alte Gestell nicht weiterverwenden kann, da es durch den Wasserschaden komplett aufgequollen war. Die ganzen Bohrungen die mir im Normalfall als “Orientierungshilfe” dienen, fallen also weg.
 
Ein “Problem” beim Aufbau ist, daß ich sehr genau wissen muß, wo welches Teil in welcher Höhe hinkommt – schließlich werden die Einzelteile auf einen Holzrahmen geschraubt und sind später nicht mehr nachjustierbar.
 
Das heißt also: immer wieder hinsetzen, die jeweilige Dose irgendwie so befestigen, daß sie zwar da ist, wo sie ungefähr hingehört und nicht gleich runterfällt, wenn ich draufhaue, sich aber trotzdem schnell in die richtige Position bringen läßt.
 
Für die “neuen” Blogleser gibt es hier Hörbeispiele dieses Schrott – Schlagzeugs: Schlagzeug Teil 1 und Schlagzeug Teil 2. Der zweite Teil beinhaltet die Percussion, die hier in diesem Blogeintrag nicht zu sehen ist.
 
Und so sieht das Schlachtfeld aus:

Broken Spirits | Schlagzeug aus Schrott 1
 
Broken Spirits | Schlagzeug aus Schrott 2
 
Broken Spirits | Schlagzeug aus Schrott 3
 
Broken Spirits | Schlagzeug aus Schrott 4
 
Broken Spirits | Schlagzeug aus Schrott 5
 
Und da ich sowieso schon mit dem Fotoapparat auf der Leiter stand, gibt es hier noch zwei Luftaufnahmen des Gesamtkunstwerks, also dem Proberaum:
 
Broken Spirits | Proberaum
 
Broken Spirits | Proberaum
 
Wie man unschwer erkennen kann: mehr Baustelle als Proberaum. Aber wenn man das ganze Gerümpel zur Seite räumt, läßt sich da drinnen schon arbeiten :-)





Im Proberaum notiert am 05.08.2010 um 9:58 am und in der Ablage , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Eine Frage der Perspektive



Einer meiner neuen Nachbarn ist ein Flohmarkthändler. Auf dem Parkplatz steht ein großer Container, der bis unter die Decke mit allen möglichen Plunder Ramsch verkaufbaren Gerümpel gefüllt ist.
Unter anderem sind da auch einige Musikinstrumente dabei. Vieles müßte man sich in liebevoller Kleinarbeit herrichten, die Staubschicht mit archäologischer Präzisionsarbeit abkratzen und ziemlich viel Geld reinstecken. Irgendwann nach vielen Stunden Bastelarbeit hat man ein richtiges Schätzchen vor sich stehen.
Wenn da nicht die völlig überzogenen Preise wären.

Manchmal stand mir schon der Mund offen, was er für ein Instrument vonn anno dazumal haben will – ein Synthesizer aus den 70igern, zwei Manuale, Fußpedale und Alugehäuse, der auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 100 € und bestenfalls 200 € gehandelt wird, sollte seiner Meinung nach für deutlich über 500 € den Besitzer wechseln (und da war schon der Nachbarschaftsbonus dabei).

Zugegebenermaßen ein schönes Instrument und durchaus nicht uninteressant. Irgendwie hatte ich wohl dieses gewisse Leuchten in den Augen, als ich das Teil sah.
Nun habe ich ja eine Hammondorgel aus dieser zeit bei mir rumstehen (nein, leider nicht die B3) und diese Orgel hält der Flohmarktmensch für “Schrott” und versucht mich zu überreden, ihm den Synthesizer abzukaufen… schließlich sei meine Orgel aus Holz. Hä? Jede Hammondorgel ist aus Holz… aber nuja, Nichtmusiker eben.

Am Wochenende kam mir die Erleuchtung, als der Typ eine 60-Liter Teigknetmaschine verkaufen wollte. Für die hätte ich jemanden gewußt, der sie brauchen könnte und der hätte sie auch für höchstens nen Fuffi genommen. Die 200 € Verhandlungsbasis waren ihm aber (zurecht) zuviel.

Tja, Altmetallpreise…. deswegen ist eine Hammondorgel aus Holz Schrott, während ein Synthesizer mit Alugehäuse Gold wert ist.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Instrumente auf diese Art schon völlig sinnloserweise vernichtet worden sind…. :-(





Im Proberaum notiert am 19.07.2010 um 8:24 am und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Hast Du mal….? – Werkzeug im Proberaum



Nein, in diesem Blogeintrag geht es nicht um den schnorrenden Hüpfhopser.
 
Es wird nicht einmal ein lustiger Blogeintrag sondern vielmehr ein sehr technischer. Es geht um Werkzeug.
 
Musikmachen besteht nicht nur aus Instrument umhängen, Verstärker einschalten und Krach machen, diesen Krach aufnehmen ggf. am Computer abmischen und das fertige Konstrukt dann “Song” nennen.
 
Es hängt ein nicht zu unterschätzender Rattenschwanz an Arbeit dran
– wenn man zwei Minuten drüber nachdenkt, ist das eigentlich auch völlig naheliegend.
 
Das Naheliegende zu erkennen gehört aber nicht zwingend zu den Stärken eines Musikers ;-)
 
So kommt es dann zu der im Titel angedeuteten Frage “Hast Du mal ein(en) $Werkzeug da und kannst Du es mir eben kurz ausleihen?”
 
Mach ich doch in den meisten Fällen gerne – ABER:
 
In jedem Haushalt fliegen Werkzeuge rum, die dort nie gebraucht werden und da wo diese Werkzeuge wirklich gebraucht werden, sind sie nicht vorhanden. Ich habe hier Kollegen, die zuhause eine hervorragend ausgestattete Werkstatt haben, die fröhlich vor sich hin verstaubt – und im Proberaum ist nichts da…
 
Hier kommt also für alle mitlesenden Musiker meine ultimative “Must Have” – Liste:
 

Lötkolben und Lötzinn:

 
Heutzutage funktionieren eigentlich alle Instrumente mit Strom (auch die akustischen Instrumente müssen “unplugged” irgendwie abgenommen werden) und Strom wird über Kabel, Stecker, Buchsen usw. übertragen. Solange das nicht drahtlos funktioniert sind Wackelkontakte vorprogarmmiert. Absolutes “Must-have”!
 

Isolierband:

 
ebenso wichtig wie Lötkolben und Lötzinn – ein absolutes “Must Have”. Ein “Nice To Have” ist Schrumpfschlauch. Das sieht eben einfach etwas professioneller aus… ;-)
 

Inbus-Schlüssel

 
(bzw. Innensechskantschlüssel): hier sollte eine große Auswahl vorhanden sein. Ein Standardpack aus dem Baumarkt reicht nicht: Bei E-Gitarren und Baßgitarren lässt sich die Saitenhöhen einstellen, diese Inbus-Schlüssel sind in einem handelsüblichen Baumarktsatz nicht enthalten. Tip: mehrere kaufen, diese Minidinger gehen leicht verloren. Man kann diese kleinen Inbus-Schlüssel auch mit etwas Isolierband (siehe oben) umwickeln, dann findet man diese im dunklen Proberaum leichter, wenn sie runterfallen.
 
Überhaupt ist bei E-Gitarren ein Saitenwechsel ohne Inbusschlüssel fast unmöglich: Saitenhöhe, Oktavreinheit, bei Floyd Rose Tremolos werden die Saiten am Sattel festgeklemmt – für all das braucht man Inbus-Schlüssel. Auch wenn vieles genormt ist: es gibt zuviele Normen.
 
Um diese Problematik noch weiter zu vereinfachen, gibt es zu allem Überfluß auch noch deutsche (cm) und amerikanische (inch) Größen.
Jeweils ein kompletter Satz ist also ein absolutes “Must Have” für die Saitenfraktion.
 

Schraubenzieher:

 
Auch hier braucht man eine große Auswahl. Sobald der Lötkolben angesetzt werden muß, muß das jeweilie Gehäuse aufgeschraubt werden.
Gleiches gilt auch, wenn in einer E-Gitarre oder einem E-Baß ein Wackelkontakt auftreten sollte: die Schlagplatte der Gitarre muß dann entfernt werden: hierfür braucht man die kleinen Schraubenzieher. Ein Satz Schraubenzieher ist ein absolutes “Must Have”!
 

Lüsterklemmen:

 
Wer viel verkabelt (und das ist – Überraschung! – in einem Proberaum gar nicht so selten) steht auch häufiger mal vor dem Problem, sich einen Adapter basteln zu müssen. Sei es, weil ein Gastmusiker da ist, der verständlicherweise auf seinem Equipment besteht oder weil eine Neuanschaffung getätigt wurde und nicht auf die Stecker bzw. Buchsen geachtet wurde (und das bemerkt man immer erst nach Ladenschluß).
Nicht selten ist das Equipment eben nicht kompatibel. Ein “Nice To Have” und gerade deshalb sollte auch hierfür ein passender Schraubenzieher vorhanden sein (siehe oben). Wer nicht weiß, wie man solche Adapter bastelt, findet evtl. hier eine Antwort (Linktip nicht nur für Musiker)
 

Nagelfeile:

 
Noch so ein wichtiges Utensil für die Saitenfraktion: bei E-Gitarren kommt es hin und wieder vor, daß der Sattel ausgenudelt ist. Die Saiten schnarren dann und oft läßt sich das provisorisch nach dem Zahnarztprinzip beheben: den Sattel ausfeilen (das Loch für die Füllung vergrößern) und mit etwas Alufolie (das wäre dann die Plombe) die Saite neu aufziehen. Das ist kein Dauerzustand, aber wie so oft: nichts hält länger als ein Provisorium ;-) Eine Nagelfeile braucht man (hoffentlich) selten, es ist aber trotzdem gut, wenn sie da ist: ein “Nice To Have”.
 

Zollstock:

 
Manchmal ist der Sound scheiße und im Proberaum sind Umräumarbeiten unumgänglich. Schön, wenn man weiß, wieviel Platz einem zur Verfügung steht. Auch dies kommt (hoffentlich) eher selten vor – also ein “Nice To Have”.
 

Saitenschneider:

 
Wie der Name schon vermuten läßt: der Saitenschneider wird hauptsächlich von der Saitenfraktion benötigt. Auch wenn es “cool” aussieht, wenn die fabrikmäßig etwas zu langen Saiten an der Kopfplatte aufgerollt rumbaumeln, so passiert es doch recht häufig, daß gerade bei den dicken Saiten eine nur halb reißt.
Auch bei Kabelarbeiten ist so ein Seitenschneider unverzichtbar und somit ein “Must Have”.
 

Schraubenschlüssel:

 
u.U. ist hier ein kompletter Satz sinnvoll – alles was kleiner ist als der 10er ist eigentlich unverzichtbar. Mit größeren Schraubenschlüsseln kann man auch mal ‘ne Flasche Bier öffnen. Schlagzeuger können damit die Felle stimmen (sofern kein Stimmschlüssel vorhanden ist) – auch manche Gehäuse lassen sich nur mithilfe eines Schraubenschlüssels öffnen. Je nach Equipment ein “Nice To Have” oder “Must Have”.
 

Kontaktspray:

 
Eigentlich selbsterklärend, oder? Sämtliche Potis (egal ob am Mischpult oder an der Gitarre) fangen irgendwann an, unschöne Geräusche von sich zu geben, wenn sie bewegt werden. Kontaktspray wird hoffentlich selten benötigt, trotzdem ein “Must Have”.

Eigentlich keine weltbewegende Auflistung, aber wenn ich mir überlege, wie oft hier jemand vorbeikommt und sich Werkzeug ausleiht dann ist diese Ansammlung wohl doch recht unbekannt – warum auch immer….

Mittlerweile könnte ich über den Werkzeugverleih fast meinen Proberaum finanzieren…. sollte ich mir mal durch den Kopf gehen lassen ;-)





Im Proberaum notiert am 02.05.2010 um 11:08 am und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits