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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Artikel, die mit ‘Gastmusiker’ getaggt sind.



So ganz ohne Gastmusiker komme ich nicht aus: ich kann nicht jedes Instrument selber spielen. So werden zur Vervollständigung und Berreicherung immer wieder diverse Gastmusiker “zwangsverpflichtet”.
Wer Interesse hat, an einem Song mitzuwirken, darf sich bei mir übrigens gerne melden. Einfach eine der Kontaktmöglichkeiten, die unter Kontakt aufgelistet sind, nutzen (Dabei bitte auch das Musikinstrument angeben!)
Ich freue mich immer über neue Zusammenarbeiten!
Wer wissen möchte, worauf es mir ankommt: unter diesem Tag und in der Kategorie “Gastmusiker” berichte ich über die kleinen Aufreger (etwa 1%) und natürlich auch die erfreulichen Erlebnisse (ca. 99%) mit den Kollegen.




 

// Einen kleinen Schritt weiter



Heute morgen um 10 ging es offiziell los, wetterbedingt wurde es dann doch fast elf: die Percussions für Vie Noir sind nun nach einem siebenstündigen Aufnahmemarathon teilweise im Kasten – will heißen: drei Songs haben wir aufgenommen. Abgemischt ist noch gar nichts.

Angefangen hat es richtig gut mit einem Computerproblem, einem zu kurzem Kopfhörerkabel (bei Verlängerungskabeln sind mittlerweile auch mal wieder die Preise gestiegen – fast 15 Euro für knappe 2m).

Und der Adaptestecker taugt auch nix. So eine Fehlkonstruktion habe ich bisher auch nur selten gesehen: wenn man einen Stecker reinsteckt, schiebt dieser den anderen Stecker am anderen Ende raus. Wackelkontakte waren natürlich vorprogrammiert. Aber: jahrelanges Training läßt unsereins ja auch mit schlechtem Equipment klarkommen – wozu gibt es schließlich Panzertape? Der Verbrauch von dem Klebeband lag heute bei einem halben Meter. Das geht noch ;-)

Gegen Ende kamen dann noch die Didgeridooaufnahmen dazu – ein sehr schönes und aufwändig bemaltes Instrument ist das. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich ja schon davon berichtet. Damals hatte ich ja meine Kamera vergessen und konnte deshalb keine Fotos machen. Heute habe ich das nachgeholt:

Auch nett ist dieses traditionell-afrikanische Teil, das aus einer Fischdose und plattgeschlagenen Fahrradspeichen gebaut wird – die Mbira oder Kalimba:

(Wenn ich die Aufnahmen von heute aufgearbeitet habe, poste ich auch mal den Klang)

Und wie es zu erwarten war, war es sehr eng und ein fast unbeschreibliches Chaos :mrgreen:






Im Proberaum notiert am 25.01.2010 um 8:53 pm und in der Ablage , , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Schön, wenn man noch eine andere Baustelle hat



Die dmx6fire von Terratec im Einsatz

Wenigstens der Einbau der zweiten Soundkarte hat (fast) reibungslos geklappt- auch wenn die Installation des Treibers etwas tricky war.
Das ist mir bisher auch noch nicht untergekommen, daß ich in der System32 erstmal ein paar Dateien rausschmeißen muß, bevor ich den Treiber installieren kann.

Immerhin laufen jetzt zwei Soundkarten parallel – und diese hier werde ich am Montag auch brauchen (ich hab jetzt Frontanschlüsse!!) wenn dann endlich die Percussions für “Vie Noir” aufgenommen werden. Sicherheitshalber werde ich noch nach der alten Methode zusätzlich aufnehemen – es ist immer etwas riskant, mit neuem Equipment gleich “scharf” zu schießen. Vor allem, wenn es Ewigkeiten gedauert hat, bis der Aufnahmetermin unter Dach und Fach war…

Zuvor heißt es aber noch etwas Platz schaffen, damit hier die einzelnen Percussioninstrumente “großflächig” im Proberaum verteilt werden können. Dies wird wahrscheinlich eine minutiöse Planung erfordern:

Erst gehe ich rein und mache alles klar für die Aufnahme, während hinter mir der Weg mit Instrumenten zugebaut wird. Dann geht hoffentlich alles schnell genug, damit die Aufnahme fertig ist, bevor ich mal rausmuß – denn das würde bedeuten, daß erstmal alle Instrumente rausmüssen… ;-)





Im Proberaum notiert am 24.01.2010 um 7:02 am und in der Ablage , , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Arbeitsreiches Wochenende



Insgesamt 13 Stunden auf zwei Tage verteilt habe ich gebraucht, um einen musiktauglichen Rechner für einen befreundeten Musikerkollegen zusammenzubasteln. Die meiste Zeit ging mit Warterei drauf – große Festplatten formatieren dauert ewig :shock:

Diese Zeit haben wir aber sinnvoll genutzt, unter anderem haben wir ein neuartiges Verfahren entwickelt, wie man aus Bratwürsten Kohlebricketts herstellt… :-P





Im Proberaum notiert am 17.01.2010 um 8:37 pm und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Checklist



Kurz vor Jahresende gibt es hier noch einiges zu tun – mein Urlaub will schließlich perfekt genutzt werden…

  • Von 7 Computergehäusen, einem Drucker und zwei Monitoren sind noch drei Monitore übrig: entsorgen.
  • Mein Lieblingspizzadealer ist pleitegegangen. An Heiligabend ist derzeit die Nahrungsversorgung im Proberaum nicht sichergestellt. Eine Alternative muß also dringend her…
  • Im nächsten Jahr treffe ich mich dann endlich mit Jokkkl, um die Percussions aufzunehmen. Bis dahin sollte das Grundarrangement stehen (und ausreichend Platz geschaffen sein – die drei Monitore, jajaja…)
  • Seit eben erledigt: Formspring ist auf der HP eingebunden (haut mal inne Tasten ;-) ) und das Musikvideo zu “Art : The Facts” ist nun endlich auch bei YouTube gelandet (ich wußte gar nicht, daß man dort auch Konvertierungsprobleme lösen kann, bei denen selbst der VLC-Media-Player versagt – einfach hochladen und fertig, der VLC hat gerödelt und gerödelt und nach drei Stunden getiltet… *wiederwasgelernt*)
  • Civilisation aus dem Proberaum verbannen – ganz wichtig!!! :mrgreen:
  • Die Schlagzeugsounds zusammen mit Fotos für einen Blogeintrag fertigmachen (sh. diese Abstimmung)





Im Proberaum notiert am 22.12.2009 um 7:50 pm und in der Ablage , , , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Gastmusikercasting



Heike fragte:

Aber zum Thema Sängerinnen mit Recall-Erfahrung, aber ohne Talent: Was lässt du die denn so vorsingen? Gibt es da ein Standard-Stück, dass eine Sängerin deiner Meinung nach draufhaben sollte, wenn sie sich bei dir vorstellt? Und wenn ja, warum ausgerechnet dieses? Worauf achtest du? Was ist dir wichtig, was unwichtig, was ist ein Kriterium, der zum sofortigen „Stopp!“ führt? Mal abgesehen von der Tontrefferquote …

Nun, diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten und auch wenn ich hauptsächlich Sänger(innen) suche, so gilt diese Frage auch für alle anderen Gastmusiker.

Ich denke, das “Standardstück” schlechthin gibt es nicht. Eine Jazzsängerin zu finden, die einen Hardrocksong singen kann und dabei gleichzeitig klingt wie Janis Joplin wird wohl eher schwer bis unmöglich sein.

Im Endeffekt ist aber genau das das Problem (auch wenn selbst für mich dieses Beispiel an den Haaren herbeigezogen ist).

Wenn ich einen Song schreibe, für den ich einen Gesangspart brauche, habe ich im Allgemeinen wenigstens eine grobe Vorstellung, wie sich der fertige Song anhören soll.
Und genau das sollte die Sängerin (bzw. der jeweilige Gastmusiker) auch umsetzen können. Mehr nicht.

Bis zu dem Zeitpunkt des “Castings” (ich hasse das Wort und es beschreibt das Auswahlverfahren nur sehr schlecht) hat niemand außer mir und vielleicht meine Nachbarn den Song gehört – das meiste existiert bestenfalls in meinem Kopf.
Um jetzt eine Sängerin zu finden, möchte ich meist zwei Songs hören:
1) einen bekannten Song, der möglichst nahe an meine Vorstellungen für “meine” Gesangslinie herankommt

und

2) einen Song, der der Sängerin gefällt (also einen, den sie gut kann).

Dadurch erhalte ich zwei für mich wichtige Informationen:
1) kann sie meine Ideen umsetzen? (eigene Interpretationen mag ich auch, es muß also kein 1:1-Cover sein)

und

2) was gibt ihre Stimme her? Passt der Stimmumfang zu meinem Song? Betonungen? etc.
Die meisten Sängerinnen werden hier wohl die für sie “interessanten” Stücke singen, mit denen sie ihr ganzes Können zeigen. In diesem Fall stelle ich meinen eigenen Musikgeschmack auch völig hintenan. Mir geht es bei diesem Song ausschließlich um den Gesang – also die Technik.

Diese Vorgehensweise wende ich an, wenn ich über Printmedien (Sperrmüll, Stadtmagazzine, etc.) eine Sängerin suche.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten (Internet, Lauschangriff auf Nachbarproberäume, Lauschangriff an meiner Proberaumtür usw.) und dabei fällt dann ein Punkt situationsabhängig weg – welcher das in der jeweiligen Situation ist, ist wohl klar ;-)

Hiermit sind – denke ich – die meisten Fragen von Heike bereits beantwortet. Bleiben noch die ungefragten Fragen.

Musikmachen ist ein kreativer Prozeß, und so müssen auch die Charaktere wenigstens für den Augenblick zusammenpassen. Hierzu habe ich einige Beispiele:

Dazu gehört m.E. auch das Vokabular. Es ist sehr schwierig, eine Gesangslinie zu “beschreiben” (ich bin – was den Gesang betrifft – zum Beispiel völlig unbedarft). Dies kann zu vielen Fehlversuchen führen, wenn ich eine “verzerrte” Stimme an einer bestimmten Stelle haben möchte. Dies ist eine Worterfindung von mir, mit dem die Sängerin damals nichts anfangen konnte. Sie kannte diese Technik als “anreißen”. Da erst mal auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, ist zeitintensiv. Dieser Punkt ist zwar kein Totschlagargument, aber wenn dieses intuitive Verständnis gegeben ist, macht es doch vieles einfacher.

Ein anderer wichtiger Punkt ist das Zusammenspiel der Kreativität: ich hatte mal einen Bassisten, der – was die Technik betrifft – die schwierigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit spielen konnte. Wenn es aber darum ging, eine eigene Linie zu entwickeln war das (milde ausgedrückt) ein äußerst zäher Prozeß. In einem solchen Fall spielen meine eigenen konkreten Vorstellungen eine wichtige Rolle: wenn ich die Baßlinie schon am Keyboard eingespielt habe, und somit die Noten ausdrucken konnte, war der Mann perfekt.
Wenn es darum ging, eine vage Vorstellung umzusetzen (“Spiel doch mal langgezogene Töne, die das ganze etwas melancholischer machen”), dann endete das meistens mit Frust auf beiden Seiten. Das soll nicht heißen, daß dieser Bassist schlecht ist – im Gegenteil! In diesem Momnet haben wir nur unterschiedliche Vorstellungen von “langezogen” und /oder “Melancholie” – oder anders ausgedrück: wir sprechen nicht dieselbe Sprache.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Zuverlässigkeit: diejenigen, die dieses Blog hier regelmäßig lesen, haben vielleicht mitbekommen, daß die Wände zwischen den Proberäumen quasi aus Pappe bestehen. Wenn die Nachbarband probt, kann ich hier nicht aufnehmen.
Somit muß ich meine Aufnahmetermine mit den Kollegen nebenan absprechen. Das kann MAL schiefgehen, das ist kein Beinbruch. Wenn es aber zum Dauerzustand wird, daß meine Nachbarn einen Probetermin wegen mir umsonst verschieben, wird das eine ziemlich blöde Situation für mich.
Der andere Punkt ist, daß viele Spuren aufeinander aufbauen. Ich plane also erst den Percussionisten ein und anschließend die Sängerin. Da wir alle berufstätig sind und/ oder andere Bandprojekte haben, ergibt sich da schonmal ein sehr enger Zeitplan. Allle Termine unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Wichtig ist für mich deshalb eine möglichst exakte Absprache. Die Termine der Gastmusiker greifen ineinander wie Zahnräder (je nach Aufnahmeort ggf. auch unter Berücksichtigung der Nachbarbands).
Auch wenn mehrere Leute zusammenspielen sollen, sind Verspätungen äußerst unpraktisch: trauriger Rekord waren bisher sieben Stunden, in denen fünf Leute auf einen warten durften.
Ich sage nichts bei einer halben Stunde Verspätung – im Stau stehen kann man immer. Aber auch Staus kann man an manchen Tagen quasi einplanen.

Dies alles sind Faktoren, die zusätzlich zu den Qualitäten als Musiker eine Rolle spielen.

Kommen wir zu dem absoluten “Stop-Kriterium”:

“Broken Spirits” ist MEIN Projekt. Dies war zu Beginn als Band geplant – mittlerweile ist es nicht nur mein Soloprojekt sondern mit der Zeit auch meine virtuelle Identität geworden (und das nicht nur durch dieses Blog). Mit dieser Entwicklung bin ich selber nicht hundertprozentig glücklich, aber es hat sich nun mal so ergeben.
Dies wirkt sich natürlich auch auf die Gastmusiker aus. Jeder Gastmusiker kennt dieses Blog und weiß auch, daß dieses Blog nur die Spitze des Eisberges ist. Dahinter steckt eine Menge mehr Arbeit, als hier nur einen Blogartikel zu schreiben oder die Playtaste zu drücken, wenn der jeweilige Musiker im Proberaum spielbereit ist. Aber letztendes wird mittlerweile mit jedem Song meine Meinung oder meine Sicht der Dinge wiedergegeben. Dies ist natürlich auch nicht immer kompatibel.

Diese Erfahrung ist nicht ganz einfach – ich durfte sie selber schon einigemale erleben: als Gastmusiker in anderen Bands. Es gibt ganz klare Anforderungen, diese können die eigenen Fähigkeiten übersteigen (guter Lerneffekt) und das Endergebnis – nun, man mag es oder nicht.

Meist ist (hoffentlich) ersteres der Fall.

Trotzdem: ich hatte meistens viel Spaß dabei, mich mit anderen Musikern auszutauschen. Wir haben viel gelacht, uns gefreut, wenn etwas so geklappt hat, wie es sollte und uns noch mehr gefreut, wenn etwas unerwartetes entstand. Und ich denke, daß ist das wichtigste: Spaß haben. Anders ergibt das keinen Sinn…





Im Proberaum notiert am 01.12.2009 um 9:29 am und in der Ablage , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Gastmusikercasting



Heike fragte:

Aber zum Thema Sängerinnen mit Recall-Erfahrung, aber ohne Talent: Was lässt du die denn so vorsingen? Gibt es da ein Standard-Stück, dass eine Sängerin deiner Meinung nach draufhaben sollte, wenn sie sich bei dir vorstellt? Und wenn ja, warum ausgerechnet dieses? Worauf achtest du? Was ist dir wichtig, was unwichtig, was ist ein Kriterium, der zum sofortigen „Stopp!“ führt? Mal abgesehen von der Tontrefferquote …

Nun, diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten und auch wenn ich hauptsächlich Sänger(innen) suche, so gilt diese Frage auch für alle anderen Gastmusiker.

Ich denke, das “Standardstück” schlechthin gibt es nicht. Eine Jazzsängerin zu finden, die einen Hardrocksong singen kann und dabei gleichzeitig klingt wie Janis Joplin wird wohl eher schwer bis unmöglich sein.

Im Endeffekt ist aber genau das das Problem (auch wenn selbst für mich dieses Beispiel an den Haaren herbeigezogen ist).

Wenn ich einen Song schreibe, für den ich einen Gesangspart brauche, habe ich im Allgemeinen wenigstens eine grobe Vorstellung, wie sich der fertige Song anhören soll.
Und genau das sollte die Sängerin (bzw. der jeweilige Gastmusiker) auch umsetzen können. Mehr nicht.

Bis zu dem Zeitpunkt des “Castings” (ich hasse das Wort und es beschreibt das Auswahlverfahren nur sehr schlecht) hat niemand außer mir und vielleicht meine Nachbarn den Song gehört – das meiste existiert bestenfalls in meinem Kopf.
Um jetzt eine Sängerin zu finden, möchte ich meist zwei Songs hören:
1) einen bekannten Song, der möglichst nahe an meine Vorstellungen für “meine” Gesangslinie herankommt

und

2) einen Song, der der Sängerin gefällt (also einen, den sie gut kann).

Dadurch erhalte ich zwei für mich wichtige Informationen:
1) kann sie meine Ideen umsetzen? (eigene Interpretationen mag ich auch, es muß also kein 1:1-Cover sein)

und

2) was gibt ihre Stimme her? Passt der Stimmumfang zu meinem Song? Betonungen? etc.
Die meisten Sängerinnen werden hier wohl die für sie “interessanten” Stücke singen, mit denen sie ihr ganzes Können zeigen. In diesem Fall stelle ich meinen eigenen Musikgeschmack auch völig hintenan. Mir geht es bei diesem Song ausschließlich um den Gesang – also die Technik.

Diese Vorgehensweise wende ich an, wenn ich über Printmedien (Sperrmüll, Stadtmagazzine, etc.) eine Sängerin suche.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten (Internet, Lauschangriff auf Nachbarproberäume, Lauschangriff an meiner Proberaumtür usw.) und dabei fällt dann ein Punkt situationsabhängig weg – welcher das in der jeweiligen Situation ist, ist wohl klar ;-)

Hiermit sind – denke ich – die meisten Fragen von Heike bereits beantwortet. Bleiben noch die ungefragten Fragen.

Musikmachen ist ein kreativer Prozeß, und so müssen auch die Charaktere wenigstens für den Augenblick zusammenpassen. Hierzu habe ich einige Beispiele:

Dazu gehört m.E. auch das Vokabular. Es ist sehr schwierig, eine Gesangslinie zu “beschreiben” (ich bin – was den Gesang betrifft – zum Beispiel völlig unbedarft). Dies kann zu vielen Fehlversuchen führen, wenn ich eine “verzerrte” Stimme an einer bestimmten Stelle haben möchte. Dies ist eine Worterfindung von mir, mit dem die Sängerin damals nichts anfangen konnte. Sie kannte diese Technik als “anreißen”. Da erst mal auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, ist zeitintensiv. Dieser Punkt ist zwar kein Totschlagargument, aber wenn dieses intuitive Verständnis gegeben ist, macht es doch vieles einfacher.

Ein anderer wichtiger Punkt ist das Zusammenspiel der Kreativität: ich hatte mal einen Bassisten, der – was die Technik betrifft – die schwierigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit spielen konnte. Wenn es aber darum ging, eine eigene Linie zu entwickeln war das (milde ausgedrückt) ein äußerst zäher Prozeß. In einem solchen Fall spielen meine eigenen konkreten Vorstellungen eine wichtige Rolle: wenn ich die Baßlinie schon am Keyboard eingespielt habe, und somit die Noten ausdrucken konnte, war der Mann perfekt.
Wenn es darum ging, eine vage Vorstellung umzusetzen (“Spiel doch mal langgezogene Töne, die das ganze etwas melancholischer machen”), dann endete das meistens mit Frust auf beiden Seiten. Das soll nicht heißen, daß dieser Bassist schlecht ist – im Gegenteil! In diesem Momnet haben wir nur unterschiedliche Vorstellungen von “langezogen” und /oder “Melancholie” – oder anders ausgedrück: wir sprechen nicht dieselbe Sprache.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Zuverlässigkeit: diejenigen, die dieses Blog hier regelmäßig lesen, haben vielleicht mitbekommen, daß die Wände zwischen den Proberäumen quasi aus Pappe bestehen. Wenn die Nachbarband probt, kann ich hier nicht aufnehmen.
Somit muß ich meine Aufnahmetermine mit den Kollegen nebenan absprechen. Das kann MAL schiefgehen, das ist kein Beinbruch. Wenn es aber zum Dauerzustand wird, daß meine Nachbarn einen Probetermin wegen mir umsonst verschieben, wird das eine ziemlich blöde Situation für mich.
Der andere Punkt ist, daß viele Spuren aufeinander aufbauen. Ich plane also erst den Percussionisten ein und anschließend die Sängerin. Da wir alle berufstätig sind und/ oder andere Bandprojekte haben, ergibt sich da schonmal ein sehr enger Zeitplan. Allle Termine unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Wichtig ist für mich deshalb eine möglichst exakte Absprache. Die Termine der Gastmusiker greifen ineinander wie Zahnräder (je nach Aufnahmeort ggf. auch unter Berücksichtigung der Nachbarbands).
Auch wenn mehrere Leute zusammenspielen sollen, sind Verspätungen äußerst unpraktisch: trauriger Rekord waren bisher sieben Stunden, in denen fünf Leute auf einen warten durften.
Ich sage nichts bei einer halben Stunde Verspätung – im Stau stehen kann man immer. Aber auch Staus kann man an manchen Tagen quasi einplanen.

Dies alles sind Faktoren, die zusätzlich zu den Qualitäten als Musiker eine Rolle spielen.

Kommen wir zu dem absoluten “Stop-Kriterium”:

“Broken Spirits” ist MEIN Projekt. Dies war zu Beginn als Band geplant – mittlerweile ist es nicht nur mein Soloprojekt sondern mit der Zeit auch meine virtuelle Identität geworden (und das nicht nur durch dieses Blog). Mit dieser Entwicklung bin ich selber nicht hundertprozentig glücklich, aber es hat sich nun mal so ergeben.
Dies wirkt sich natürlich auch auf die Gastmusiker aus. Jeder Gastmusiker kennt dieses Blog und weiß auch, daß dieses Blog nur die Spitze des Eisberges ist. Dahinter steckt eine Menge mehr Arbeit, als hier nur einen Blogartikel zu schreiben oder die Playtaste zu drücken, wenn der jeweilige Musiker im Proberaum spielbereit ist. Aber letztendes wird mittlerweile mit jedem Song meine Meinung oder meine Sicht der Dinge wiedergegeben. Dies ist natürlich auch nicht immer kompatibel.

Diese Erfahrung ist nicht ganz einfach – ich durfte sie selber schon einigemale erleben: als Gastmusiker in anderen Bands. Es gibt ganz klare Anforderungen, diese können die eigenen Fähigkeiten übersteigen (guter Lerneffekt) und das Endergebnis – nun, man mag es oder nicht.

Meist ist (hoffentlich) ersteres der Fall.

Trotzdem: ich hatte meistens viel Spaß dabei, mich mit anderen Musikern auszutauschen. Wir haben viel gelacht, uns gefreut, wenn etwas so geklappt hat, wie es sollte und uns noch mehr gefreut, wenn etwas unerwartetes entstand. Und ich denke, daß ist das wichtigste: Spaß haben. Anders ergibt das keinen Sinn…





Im Proberaum notiert am 01.12.2009 um 9:29 am und in der Ablage , abgeheftet.
(c) by Broken Spirits



 

// Google Waves



Bei Google Waves treibe ich nun auch mein Unwesen (danke für die Einladung, Sarah :-) )
Und ich kann – wenn ich das richtig lese – auch acht Leute einladen.
Wer eine mag, möge sich in den Kommentaren melden.

Drei Einladungen möchte ich aber an Musiker, die selber Songs schreiben, vergeben. Vielleicht läßt sich dieses Google Waves als eine Art virtueller Proberaum nutzen?

Bisher lief das bei mir immer so ab, daß ich meine Sachen auf einen Server hochgeladen habe, die Gastmusiker haben sich das runtergeladen, ihren Teil eingespielt – tja, und dann wurde es chaotisch: Ich gebe ungern die Verbindungsdaten zum Server raus, bei einigen wenigen habe ich das mal mit mehr, mal mit weniger Bauchschmerzen gemacht.
Einige wenige male konnte ich die Audio-Spuren von deren Server runterladen und für eine E-Mail sind Audiospuren einfach zu groß (Postfachbegrenzungen usw.) Es blieb also nur der gute alte Postweg :-)

Vielleicht geht das jetzt alles einfacher…. mal schauen.
Was bei diesem Versuch herauskommt, weiß ich nicht.

Ich könnte mir da durchaus einige Kompatibilätsprobleme wegen Software usw. vorstellen – deshalb auch dieses neue Projekt.
Für die Arbeiten an “Vie Noir” mache ich vorerst alles wie gehabt – auch wenn das eine (bewährte) Krücke ist ;-)

PS: stilistisch bin ich relativ flexibel – HüpfHopf muß es aber nicht gerade sein…





Im Proberaum notiert am 28.11.2009 um 12:31 pm und in der Ablage abgeheftet.
(c) by Broken Spirits