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Gitarre | Broken Spirits

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// Hast Du mal….?

Sunday, May 2nd, 2010

Nein, in diesem Blogeintrag geht es nicht um den schnorrenden Hüpfhopser.

Es wird nicht einmal ein lustiger Blogeintrag sondern vielmehr ein sehr technischer. Es geht um Werkzeug.

Musikmachen besteht nicht nur aus Instrument umhängen, Verstärker einschalten und Krach machen, diesen Krach aufnehmen ggf. am Computer abmischen und das fertige Konstrukt dann “Song” nennen.

Es hängt ein nicht zu unterschätzender Rattenschwanz an Arbeit dran
– wenn man zwei Minuten drüber nachdenkt, ist das eigentlich auch völlig naheliegend.

Das Naheliegende zu erkennen gehört aber nicht zwingend zu den Stärken eines Musikers ;-)

So kommt es dann zu der im Titel angedeuteten Frage “Hast Du mal ein(en) $Werkzeug da und kannst Du es mir eben kurz ausleihen?”

Mach ich doch in den meisten Fällen gerne – ABER:

In jedem Haushalt fliegen Werkzeuge rum, die dort nie gebraucht werden und da wo diese Werkzeuge wirklich gebraucht werden, sind sie nicht vorhanden. Ich habe hier Kollegen, die zuhause eine hervorragend ausgestattete Werkstatt haben, die fröhlich vor sich hin verstaubt – und im Proberaum ist nichts da…

Hier kommt also für alle mitlesenden Musiker meine ultimative “Must Have” – Liste:

  • Lötkolben und Lötzinn: Heutzutage funktionieren eigentlich alle Instrumente mit Strom (auch die akustischen Instrumente müssen “unplugged” irgendwie abgenommen werden) und Strom wird über Kabel, Stecker, Buchsen usw. übertragen. Solange das nicht drahtlos funktioniert sind Wackelkontakte vorprogarmmiert. Absolutes “Must-have”!
  • Isolierband: ebenso wichtig wie Lötkolben und Lötzinn – ein absolutes “Must Have”. Ein “Nice To Have” ist Schrumpfschlauch. Das sieht eben einfach etwas professioneller aus… ;-)
  • Inbus-Schlüssel (bzw. Innensechskantschlüssel): hier sollte eine große Auswahl vorhanden sein. Ein Standardpack aus dem Baumarkt reicht nicht: Bei E-Gitarren und Baßgitarren lässt sich die Saitenhöhen einstellen, diese Inbus-Schlüssel sind in einem handelsüblichen Baumarktsatz nicht enthalten. Tip: mehrere kaufen, diese Minidinger gehen leicht verloren. Man kann diese kleinen Inbus-Schlüssel auch mit etwas Isolierband (siehe oben) umwickeln, dann findet man diese im dunklen Proberaum leichter, wenn sie runterfallen.
    Überhaupt ist bei E-Gitarren ein Saitenwechsel ohne Inbusschlüssel fast unmöglich: Saitenhöhe, Bundreinheit, bei Floyd Rose Tremolos werden die Saiten am Sattel festgeklemmt – für all das braucht man Inbus-Schlüssel. Auch wenn vieles genormt ist: es gibt zuviele Normen.
    Und damit es noch einfacher wird, gibt es zu allem Überfluß auch och deutsche (cm) und amerikanische (inch) Größen.
    Ein kompletter Satz ist also ein absolutes “Must Have” für die Saitenfraktion.
  • Schraubenzieher: auch hier braucht man eine große Auswahl. Sobald der Lötkolben angesetzt werden muß, muß das jeweilie Gehäuse aufgeschraubt werden.
    Gleiches gilt auch, wenn in einer E-Gitarre oder einem E-Baß ein Wackelkontakt auftreten sollte: die Schlagplatte der Gitarre muß dann entfernt werden: hierfür braucht man die kleinen Schraubenzieher. Ein Satz Schraubenzieher ist ein absolutes “Must Have”!
  • Lüsterklemmen: wer viel verkabelt (und das ist – Überraschung! – in einem Proberaum gar nicht so selten) steht auch häufiger mal vor dem Problem, sich einen Adapter basteln zu müssen. Sei es, weil ein Gastmusiker da ist, der verständlicherweise auf seinem Equipment besteht oder weil eine Neuanschaffung getätigt wurde und nicht auf die Stecker bzw. Buchsen geachtet wurde (und das wird immer erst nach Ladenschluß bemerkt). Nicht selten ist das Equipment eben nicht kompatibel. Ein “Nice To Have” und gerade deshalb sollte auch hierfür ein passender Schraubenzieher vorhanden sein (siehe oben). Wer nicht weiß, wie man solche Adapter bastelt, findet evtl. hier eine Antwort (Linktip nicht nur für Musiker)
  • Nagelfeile: noch so ein wichtiges Utensil für die Saitenfraktion: bei E-Gitarren kommt es hin und wieder vor, daß der Sattel ausgenudelt ist. Die Saiten schnarren dann und oft läßt sich das provisorisch nach dem Zahnarztprinzip beheben: den Sattel ausfeilen (das Loch für die Füllung vergrößern) und mit etwas Alufolie (das wäre dann die Plombe) die Saite neu aufziehen. Das ist kein Dauerzustand, aber wie so oft: nichts hält länger als ein Provisorium ;-) Eine Nagelfeile braucht man (hoffentlich) selten, es ist aber trotzdem gut, wenn sie da ist: ein “Nice To Have”.
  • Zollstock: manchmal ist der Sound scheiße und im Proberaum sind Umräumarbeiten unumgänglich. Schön, wenn man weiß, wieviel Platz einem zur Verfügung steht. Auch dies kommt (hoffentlich) eher selten vor – also ein “Nice To Have”.
  • Seitenschneider: wie der Name schon vermuten läßt: der Seitenschneider wird hauptsächlich von der Saitenfraktion benötigt. Auch wenn es “cool” aussieht, wenn die fabrikmäßig etwas zu langen Saiten an der Kopfplatte aufgerollt rumbaumeln, so passiert es doch recht häufig, daß gerade bei den dicken Saiten eine nur halb reißt.
    Auch bei Kabelarbeiten ist so ein Seitenschneider unverzichtbar und somit ein “Must Have”.
  • Schraubenschlüssel: u.U. ist hier ein kompletter Satz sinnvoll – alles was kleiner ist als der 10er ist eigentlich unverzichtbar. Mit größeren Schraubenschlüsseln kann man auch mal ‘ne Flasche Bier öffnen. Schlagzeuger können damit die Felle stimmen (sofern kein Stimmschlüssel vorhanden ist) – auch manche Gehäuse lassen sich nur mithilfe eines Schraubenschlüssels öffnen. Je nach Equipment ein “Nice To Have” oder “Must Have”.
  • Kontaktspray: eigentlich selbsterklärend, oder? Sämtliche Potis (egal ob am Mischpult oder an der Gitarre) fangen irgendwann an, unschöne Geräusche von sich zu geben, wenn sie bewegt werden. Kontaktspray wird hoffentlich selten benötigt, trotzdem ein “Must Have”.
  • Eigentlich keine weltbewegende Auflistung, aber wenn ich mir überlege, wie oft hier jemand vorbeikommt und sich Werkzeug ausleiht dann ist diese Ansammlung wohl doch recht unbekannt – warum auch immer….

    Mittlerweile könnte ich über den Werkzeugverleih fast meinen Proberaum finanzieren…. sollte ich mir mal durch den Kopf gehen lassen ;-)

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    :shock:

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    Als Gastmusiker hat man es nicht leicht….

    Das ist auch völlig in Ordnung, denn umgekehrt geht es “meinen” Leuten auch nicht besser :twisted:

    Da hat man mit neuen Ideen, Stilistiken und was-weiß-ich-was zu tun. Alles läuft fernab der Routine – aber auch genau das macht das so interesssant und bringt letztendes auch mir neuen kreativen Input.

    Ich mag das.

    Und natürlich möchte ich einen guten Job abliefern. Zu Beginn schon reindenken ist recht interessant. Was will Scheffe? Wie soll es klingen?

    Fragen über Fragen – ich habe viele Möglichkeiten. Das sind die ersten Entscheidungen, die ich heute ausprobieren werde:

    7-Saiter fürs Crunshen? Zwölfsaiter für filigrane Akkorde? Humbucker oder Singlecoil? Steg – oder Halspickup? Metall oder Plastikplektrum? Welche Stärke? Oder doch besser Fingerpicking?
    Und ganz wichtig: welches Tuning?

    Gastmusiker mal anders herum ;-)

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