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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Artikel, die mit ‘Homerecording’ getaggt sind.







// Keine Zeit, mir ‘ne aussagekräftige Überschrift auszudenken

Montag, Juli 25th, 2011

Bloggen läuft bei mir eher nebenher. Wenn es zuviel im Proberaum zu tun gibt, fällt die Bloggerei auch mal aus.

Heute war wieder so ein Tag: ich bin als Gastmusiker in einer anderen Band tätig. Die Klänge des heutigen Abends werden also nicht unter dem Namen “Broken Spirits” das Licht der Welt erblicken.

Aber was für ein Song: ich habe in die Vorab-Demos reingehört und wie nicht anders zu erwarten: Wahnsinn!

Jetzt fliegt hier natürlich wieder die Kuh. Meine Arbeiten an “Vie Noir” stagnieren ja derzeit auf hohem Niveau. Da kommt ein wenig Input von außen genau richtig.

Zwei-drei Gitarrenriffs, die ich mir für diese Band ausgedacht habe, haben nicht so gut gepaßt, wie erwartet, waren aber gleichzeitig gut genug, um sie zu konservieren für spätere eigene Songs. An Erfahrungen nimmt man als Gastmusiker immer einiges mit.

Die nächste Woche wird wieder stressig, deshalb habe ich heute versucht, soweit wie möglich einen Gitarrenpart auszuarbeiten. Natürlich nur die Rohform – zu diesem Zeitpunkt des Songwritings ändert sich meistens noch so einiges (ich habe alleine heute zwei Versionen von diesem Song erhalten).

Das Studiogemurmel am Ende einer Roh-Aufnahme ist 300 km weiter weg übrigens inhaltlich genau das gleiche wie bei mir im heimischen Proberaum. Dieses Wissen ist irgendwie beruhigend.

Heute abend habe ich ausnahmsweise mal auf einige selbstauferlegte Benimmregeln im Tonstudio verzichtet. Zum Beispiel diese hier – eigentlich ein absolutes No Go im Proberaum, wie jeder erahnen kann, der schon mal seinen Kaffee aus einer Tastatur trinken mußte:

No Go im Tonstudio: Getränkeflaschen auf dem Mischpult

Ich gespannt wie ein Flitzebogen, was aus diesem Projekt wird. Ich hatte ja schon lange nix “fremdes” mehr. Ich hoffe ja, daß meine Klampferei gut ankommt bei denen ;-)

Und nein: ich verrate nicht, wer hier mit wem und warum. Das ist erstens nicht mein Job (ich bin der Gastmusiker) und zweitens (viel wichtiger): so was soll man nicht verschreien ;-)

 



// Endlich wieder mobil unterwegs

Sonntag, Mai 29th, 2011

Ein bißchen ist das ja wie “Back To The Roots” – schließlich war das meine erste digitale Aufnahmemöglichkeit überhaupt. Damals vor ca. 8 Jahren ein Riesenfortschritt. Unsere junge Band hatte sich von AAA über ADD (die Anschaffung der ersten “DAW”) zu DDD vorgearbeitet. Wahnsinn.
 
Den Minidisc-Player wollte ich trotzdem nicht verschrotten – der war einfach praktisch: klein und handlich und eigentlich immer dabei. Damit hatten wir unsere (bzw. wenig später ich alleine nachdem das vorletzte Bandmitglied aus beruflichen Gründen wegzog) Soundcollagen aufgenommen.
 
Keine Ahnung, wieviele Nächte wir uns an finsteren Orten rumgetrieben haben, um alle möglichen Geräusche aufzunehmen.
 
Der letzte gemeinsame Song ist übrigens auch im Player oben rechts: “Men At Work” – ein Sammelsurium aus Hafengeräuschen und fast wäre mein Bandkollege damals nicht weggezogen sondern beerdigt worden. Bei dem Versuch, den LKW, der am Anfang zu hören ist, aufzunehmen, wäre er fast von ebendiesem überrollt worden.
 
Es ist eben keine sonderlich gute Idee, über eine Leitplanke zu hechten und ein paar Meter vor dem LKW zu landen. Und ja – wir waren sternhagelvoll: es war schließlich unsere letzte Bandprobe. Ab diesem Zeitpunkt war “Broken Spirits” mein Soloprojekt.
 
Minidisc-Player
 
Mit der Zeit erweiterte ich den Proberaum zu einer Art Tonstudio und die Zeit der Soundcollagen war irgendwann endgültig vorbei, als ich mich auf den Minidiscplayer setzte. Ich bin zwar nicht sonderlich schwer, mein Körpergewicht hat aber trotzdem ausgereicht, um das Teil in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
 
Die Anschaffungen für das Tonstudio waren mir damals wichtiger, als die Soundcollagen und so gab es von mir lange nichts Neues aus diesem Bereich der Musik.
 
Das wird nun wieder anders – isch freu misch :-D
 
 



// Vom Tonband bis heute

Sonntag, März 27th, 2011

Vom Tonband bis heute: Audio-Konserven

Schon irgendwie erstaunlich, wie schnell die Entwicklung der Aufnahme-Techniken sich entwickelt hat. Einen kleinen Teil habe ich miterlebt und auch fleissig verwendet.

Teilweise ist die alte Technik auch heute noch im Einsatz. Manche Dinge haben sich eben bewährt. Für eine spontane Jamsession halte ich auch heute noch das Tonbandgerät für unschlagbar – es ist im Gegensatz zum Computer und sämtlichen Zusatzgeräten schnell eingeschaltet und einsatzbereit, spontane Ideen kann ich also sofort festhalten. Vor allem braucht man sich eine ganze Weile nicht darum kümmern, ob das Band zu Ende ist. Die Qualität ist zwar nicht die allerbeste, aber um schnell eine Idee festzuhalten, reicht es vollkommen. Und um das “Schnell” geht es in diesem Fall. Die eigentliche Aufnahme, die später für den Mix verwendet wird, läuft dann über die DAW.

Bei der Kassette war die Spielzeit immer für einen Überraschungseffekt gut. Kaum warmgespielt, hörte die Aufnahme auf. Natürlich war das genau der Zeitpunkt, an dem wir richtig gute Ideen hatten. 45 Minuten Spielzeit sind eben nicht die Welt.

Mit der Data-Disk (3.v.l.) verschärfte sich die Situation noch: da gab es nur 8 Minuten Aufnahmezeit. Dafür aber mehrspurig und das erste Mal war eine halbwegs vernünftige Nachbearbeitung der Songs möglich. Leider hat das Aufnahmegerät nicht sonderlich lange gehalten – alle Bemühungen, ein Ersatzlaufwerk zu finden, verliefen im Sande. Denn die anderen Geräte hatten ebenfalls ein Laufwerkproblem. Damals fingen wir an, diese “Sollbruchstellen” abgrundtief zu hassen – kein Wunder bei einer Geldausgabe von knapp 4000 Mark.

Zu der Zeit zog ich mich mehr und mehr aus dem Bandleben zurück und so reichte ersteinmal eine einfache Minidisk (2.v.l.). Zusammengebastelt habe ich die Einzelspuren dann am Rechner. Auch heute noch läuft die Minidisk ständig als Sicherungskopie mit – wenn der Computer mal abstürzt ist nicht die Gesamte Aufnahme verloren und ich kann auf das Backup zurückgreifen. 74 Minuten Spielzeit sind für diesen Zweck auch vollkommen ausreichend.

Zeitgleich zur Data-Disk gab es in den Nachbarproberäumen auch noch das DAT und irgendwelche Nachbarn nahmen ihre Musik auf VHS-Videokassetten auf. Beide Technologien kamen bei mir aber nie zum Einsatz.

Und heute läuft alles nur noch über die DAW ( Abk. für “Digital Audio Workstation”), mit schnellen externen Festplatten und Zusatzgeräten an der Soundkarte.

Ich bin ja mal gespannt, was als nächstes kommt ;-)



// Ich gehöre zum alten Eisen

Donnerstag, März 3rd, 2011

Seit ein paar Stunden ist es amtlich: Heute habe ich das erste Mal tatsächlich jemanden getroffen, der Win3.1 nicht kennt.

Der größte Witz war ja, daß der Kerl zunächst einmal vollkommen entsetzt war, eine neue Windows-Version verpasst zu haben und das für einen Moment glaubte, nicht mehr Up-To-Date zu sein. Dieser entsetzte Gesichtsausdruck hat das Gefühl, zum alten Eisen zu gehören, mehr als entschädigt. Böse wie ich nun mal bin, habe ich etwas von einem 128-Bit-System erzählt, für das gerade Beta-Tester gesucht werden und bei dieser Gelegenheit die Stabilität von Win3.1 in den höchsten Tönen gelobt habe (dafür brauchte ich mich nichtmal anstrengen – ich habe Win3.1 noch im Einsatz und es IST faktisch stabiler als z.B. Win95. Einen BlueScreen habe ich unter Win3.1 auch nie gesehen. Gab es den überhaupt?)

Merke: Alt sein kann ja schon auch mal recht witzig sein :-P

PS: ich habe ihm anschließend natürlich http://www.winhistory.de empfohlen. Ich kann den Jungspund ja nicht dumm sterben lassen :mrgreen:

PPS: Wer sich für die Geschichte dieses “Katastrophenbetriebssystems” interessiert, sei dieser Link bei dieser Gelegenheit wärmstens empfohlen!



// Preisfrage

Samstag, Februar 5th, 2011

broken-spirits: Aufnahmesession, Tonbandgerät

Nachdem ich nun die ganze Nacht mit Aufnehmen beschäftigt war, ist nun die große Frage: gehe ich heute überhaupt noch ins Bett oder lasse ich den Schlaf ausfallen?

Von Müdigkeit keine Spur – dafür war ich zu produktiv und die Glückshormone durchfluten immer noch jede noch so kleine Ader in meinem Körper.

Wenn da nur nicht das Alter wäre… ;-)

– live um 5:19 Uhr morgens aus dem Proberaum –



// Abmischecke

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

Broken Spirits: beim Mixdown eines Songs

Die letzte und aufwendigste Phase des Songwritings: der Mixdown oder das Abmischen.

Hier gilt es, aus mehreren aufgenommen Spuren jedes Instrumentes den besten Take herauszusuchen oder (was häufiger vorkommt) aus mehreren Takes einen zu erstellen. Diese Vorgehensweise ist übrigens schon seit einigen Jahrzehnten üblich: das Overdubbing gibt es schon seit den 60igern. Schon die frühen Queen erstellten ihre “Guitar-Walls” über mehrere Aufnahmen.
Jennifer Batten wird nachgesagt, daß sie sich für mehrere Tage einschloß, um ein mit dieser Studiotechnik erzeugtes Gitarrensolo live spielen zu können (sie hat es übrigens geschafft). Solche Beispiele gibt es also viele und für alle Instrumente.

Die Schwierigkeit beim Abmischen besteht in erster Linie darin, die einzelnen Spuren auseinanderzuhalten. Wenn man einige Übung hat, kann man schon anhand der graphischen Darstellung erkennen, was in einigen Sekunden in dem ausgewählten Take passieren wird. Das Auge wird also eine wichtige Unterstützung für das Ohr.

Weitere Schwierigkeiten tauchen auf, wenn man sich einen Song “rundhört” – das heißt nichts anderes, als das etwaige Spielfehler nicht mehr falsch klingen. Da es durchaus vorkommt, daß man einige Passagen gut 100mal hört, um z.B. irgendwelche Feinheiten an den Effekten zu ändern, gewöhnt man sich sehr schnell an diese Fehler.

Auf dem Foto oben gehe ich gerade die einzelnen Spuren durch und verschaffe mir einen ersten Überblick über meine Takes. Die nächsten Tage wird es diesen Anblick noch öfters geben ;-)

PS: Extra für diesen Blogeintrag habe ich mich für ein Foto mal auf die Leiter gestellt:

Tonstudio / Broken Spirits



// Plattenspieler

Samstag, Januar 29th, 2011

www.broken-spirit.de - Tonarm eines Plattenspielers

Aus meiner Restaurierungsecke – die Digitalisierung und Restaurierung der alten Medien ist übrigens eine recht spannende Tätigkeit, da der Alterungsprozeß der alten Tonträger klanglich für manche Überraschung sorgt.

Aber mit etwas Erfahrung und dem richtigen Equipment lassen sich auch alte Aufnahmen aus den 60igern (fast) problemlos restaurieren, sofern der Tonträger selber noch nicht vergammelt ist.

Gerade die Magnetbänder sind durch den Alterungsprozeß leider oftmals nicht mehr ganz reißfest.

[Inspirationsquelle für das Foto]