Nachtrag: Logistica Lux hat hier einen sehr guten Kommentar geschrieben und mich damit auf ein Versäumnis aufmerksam gemacht:
Dieser Workshop richtet sich (wie die vorhergehenden) an Leute, die mal aus Spaß an der Freude ein Hörspiel, Podcast o.ä. aufnehmen wollen. Er ist also eher an Anfänger gerichtet.
Alle fortgeschrittenen Leser sollten natürlich die Tips von Logistica Lux beherzigen. Diejenigen, die klein anfangen wollen, sollten sich von diesem Kommentar nicht entmutigen lassen, er bietet aber einen interessanten Einblick, wohin dieses Hobby führen kann
Gerade habe ich mich wieder einmal mit Soundkarten und Fertig-PC’s beschäftigt und hier speziell mit den OnBoard-Soundkarten.
Wie bei vielen OnBoard-Krempel gilt auch hier: von “nicht ausreichend” über “taugt nix” bis hin zu “der letzte Dreck” ist alles dabei.
Okay: Maus, Tastatur, USB und Netzwerk machen selten Probleme, aber darum geht es hier auch nicht.
Eine OnBoard-Soundkarte ist bestenfalls völlig ausreichend, wenn man nur Musik hören möchte. Sobald es aber ans Kreative geht, steigen die Anforderungen.
Besonders schön wird es, wenn die Musikindustrie die Finger im Spiel hat und irgendwelche Kopierschutzmaßnahmen in die Treiber eingebaut werden (bzw. die Treiber kastriert werden).
Eine eigene Aufnahme wird dann quasi unmöglich, wenn mittendrin plötzlich die Lautstärke schwankt (und das ist dann vom Hersteller gewollt). Die einschlägigen Foren sind voll von diesen Problemen, und die Lösungsansätze, mit denen man dieses Manko vielleicht beheben könnte, sind meist recht abenteuerlich und mit dem Zusatz “Auf eigene Gefahr!” versehen.
Ohne Extrasoundkarte geht nun mal gar nichts. Das ist bitter, gerade wenn man sich für zuviel Geld bei “Ich bin doch nicht blöd” oder “Geiz ist geil”-Märkten nach kompetenter Beratung einen neuen Rechner gekauft hat, den man im Endeffekt nicht so verwenden kann, wie man gerne möchte. Von Discounter-PeeZees will ich mal gar nicht reden.
Wie sieht nun ein für Homerecording geeignter Rechner aus? Hier gebe ich mal ein paar Tips, mit denen ich bisher recht gut gefahren bin.
Ich habe mir meine Computer in der Vergangenheit immer selber zusammengebaut. Dabei habe ich auf folgendes geachtet:
-Motherboard: hier ist mir immer die Aufrüstung wichtig (und dies ist mein wichtigster Tip): möglichst viele Steckplätze für PCI / PCIe Karten. Ich verwende meine Computer gerne über einen längeren Zeitraum und möchte diese ggf. auch erweitern können (z.B. neue Technologien, oder der externe Gerätepark vergrößert sich und übersteigt die USB/ Firewire/ etc. – Anschlußmöglichkeiten auf dem Motherboard). Auch wenn ein Sonderangebot bei “Geiz ist Geil” und Konsorten für den kleinen Geldbeutel das Non-Plus-Ultra zu sein scheint: Finger weg! Meist wird (unter anderem) an PCI-Slots gespart, die für die spätere Aufrüstung besonders wichtig sind. Jeder Neukauf bedeutet: System neu konfigurieren, Treiber installieren (externe Geräte) usw. Das ist alles Zeit, die man sinnvoller verwenden kann. Und: langfristig ist alle zwei Jahre einen “aktuellen” Discounter-PC kaufen teurer, als einmal etwas mehr Geld auszugeben – das aber sinnvoll.
-Grafikkarte: für den reinen Homerecordingrechner muß nicht viel Geld für die Grafikkarte ausgegegben werden. Man braucht nichts Großartiges, 64 MB -128 MB Speicher ist ausreichend, Dualhead sollte aber schon sein.
-Soundkarte: das Herz des Homerecordingrechners. Hier zu sparen versaut einem Vieles. Zum einem ist die Software hier teilweise sehr anspruchsvoll, zum anderen ist eine schnelle Soundkarte für die Masterkeyboards wichtig: je geringer die Leistung, desto länger die Latenzzeit, was einen direkten Einfluß auf das Timing und Einspielen zu Playbacks hat.
Im Musikbereich heißen die Dinger mittlerweile Audiointerfaces und gibt es ab 50 Euro aufwärts. Der Vorteil: die Treiber sind nicht (wie eingangs erwähnt) kastriert.
Geeignete Audiointerfaces besorgt man sich am besten im Musikfachhandel. Gerade größere Läden bieten auch eine kompetente Beratung (auf die Größe der Keyboard- und Synthesizerabteilung achten
). Alternativ tuts auch der chaotische, von einem “typischen” Computerfreak betriebene Laden um die Ecke. Wenn ich zurückdenke, bin ich dort eigentlich immer am besten beraten worden. Diese Freaks kennen sich einfach aus.
Bevor man sich einen Computer für das Homerecording zusammenstellt, sollte man sich folgende Fragen stellen:
-Was will ich machen (handgemacht, rein elektronisch)?
-Wieviel Zeit will ich in dieses Hobby investieren (ab und zu, regelmäßig)?
-Welches Equipment ist bereits vorhanden (dazu gehört auch der alte/ derzeitige Rechner)?
-Welche Software werde ich brauchen (reicht dauerhaft Freeware)?
-Welche Hardwareanforderungen stellt diese Software?
-Welches Equipment (Mischpult, Vorverstärker, MIDI-Interface etc.) werde ich in naher Zukunft wahrscheinlich brauchen (2-3 Jahre)?
Klar, die Entwicklung ist sehr schnell – aber trotzdem ist es möglich, auch über einen längeren Zeitraum mit dem gleichen Equpment brauchbare Ergebnisse zu erzielen, bzw. den Grundstock so zu planen, daß dieser wenigstens einige Jahre zu verwenden ist.
Als letztes kommt dann die Frage nach dem Geld, das man ausgeben möchte/kann. Ob nun Teile dieses Rechners gebraucht gekauft werden oder neu, ist mehr oder weniger egal. Innerhalb von ein paar Monaten ist in der Regel ein geeigneter Computer zusammengespart. Augen und Ohren offenhalten – gerade im Bekanntenkreis – hilft dabei ungemein und kann die Kosten (und damit den Zeitrahmen) drastisch senken
Linktip zum Thema “Computer Marke ‘Eigenbau’”:
Nickles-Report