Gerade eben wollte ich Bier wegtragen. Dazu muß ich ja einmal quer über den Hof – die Toilette ist in einem anderen Gebäudetrakt. Als ich zur Tür raus bin, sah ich aus dem Augenwinkel einen Schatten davonhuschen.
Diese Gestalt vermied auffällig auffallend das fahl-gelbe Licht der Natriumdampflampen. Eine gespenstische Szene, wenn man mutterseelenalleine irgendwo in einem Industriegebiet auf einem Hof steht.
Nur das Scharren von Füßen war zu hören, aber auch das ließ sich nicht genau orten. Ein scharrendes Geräusch hier, ein leises Scheppern irgendwo anders. Die Echos der alten Fabrikhallen lassen es einfach nicht zu, verstohlene Eindringlinge in der Dunkelheit aufgrund der Geräusche zu orten.
Ich reagiere äußerst allergisch, wenn sich irgendwelche unbekannten Gestalten in der Nähe meines Heiligtums rumtreiben. Und diese heiligen Hallen verteidige ich mit Zähnen und Klauen. Bis zur letzten Bierflasche!
Die eignen sich nämlich sowohl als Wurfgeschoß als auch im Nahkampf als Hieb- oder Stichwaffe. Für letzteres muß man nur mal eben den Boden der Bierflasche abschlagen und schon hat man ein wirkungsvolles Hilfsmittel zur Selbstverteidigung. Eilig trank ich die letzten Schlucke Bier. Erstens wäre alles andere Verschwendung und zweitens macht das ja auch mutig.
Ich wechselte den Standort – wer flüchten will kann dies nur Richtung Hofeinfahrt tun. Und diese liegt im gelblichen Halbschatten. Ich muß also nur möglichst geräuschlos hinterherschleichen.
Hinter einem Mauervorsprung bestätigt mir ein Blick auf mein Handy, was ich geahnt habe: der Akku ist leer. Ich habe mal wieder vergessen, das Scheiß-Ding aufzuladen. Hätte mir aber aller Wahrscheinlichkeit sowieso nichts genutzt: die Pozilei macht mittlerweile einen großen Bogen um dieses Stadtviertel. Wenn wider Erwarten doch mal eine Streife hier durchfährt, wird bestenfalls ein Fenster einen Spalt runtergkurbelt, um mit der pösen Welt
zu kommunizieren.
Lauschen.
Weiterschleichen.
Meinerseits Deckung im Schatten suchend.
Am Hoftor angekommen sehe ich gerade noch, wie der Fuchs vor mir flüchtet. Als er die Straße überquert, bin ich wieder einmal schon etwas erschüttert, wie ausgemergelt das Vieh mittlerweile ist. Am Schwanz kein einziges Haar mehr, und im gelben Licht auf der Straße sieht man deutlich die Rippen. Mit grüngelb leuchtenden Augen wirft er mir einen letzten panischen Blick zu und verschwindet im Unterholz auf der anderen Straßenseite.
Ich werde mich wohl beeilen müssen, wenn ich den Fuchs nochmal für das Blog fotografieren möchte.
Jeder Zaungast, der hier raublauscht, wird von mir nämlich gnadenlos an den Blogpranger gestellt.
Artikel, die mit ‘Nachtleben’ getaggt sind.
// Zaungast
Freitag, Juli 1st, 2011// Morgenstund ist ungesund
Montag, April 12th, 2010Wenn man nach seinem TageNachtwerk aus dem Proberaum rauskommt und es sieht so aus, dann lief irgendwas richtig gründlich schief.
Ich brauche ja sehr wenig Schlaf, aber 2 Stunden (im Optimalfall 3-4 Stunden – aber wann klappt das schon?
) sollten schon sein.
Das wird ein verdammt harter Tag heute.
Nicht zuletzt, weil einige Todfeinde eines Musikers wieder einmal erbarmunglos zuschlagen: Frischluft und das unerträglich laute Gebrüll der Vögel am frühen Morgen.
Jetzt gibt es erstmal einen richtig starken Kaffeemix – am besten intravenös.
// Eben mußte ich grinsen…
Samstag, Januar 30th, 2010…als ich diesen Artikel bei Rosenblut las.
Er schreibt:
Denn ich sitze in meinem dunklen Keller, der nur durch meinen Monitor erleuchtet wird neben Stapeln von leeren Pizza Kartons, meinem Kasten mit Cola und Schokoriegeln – ach ja und WoW läuft auf einen meiner zich Rechner sowieso die ganze Zeit.
Ok, man ersetze WoW durch Musikprogramme und den Kasten Cola durch einen Kasten Bier. Den Rest kann man so lassen. Schokoriegel habe ich einen ganzen Vorrat hier und wenn es etwas heller wäre, würde man auch den Pizzakarton sehen.
Irgendwie beruhigend, daß es nicht nur bei mir so auszusehen scheint. Und irgendwie beängstigend, daß ich jedes Klischee (mit kleinen Abweichungen) erfülle. Dabei bin ich gar kein “Geek”…?
Der Monitor oben rechts (also der mit den grünen Buchstaben) gehört zu dem Computer, den ich vor Urzeiten mal zum Musikinstrument für mein Yoktomusic-Projekt umfunktioniert habe. Es läuft demnach gerade QuickBasic
// IZDM-ZDMD (Teil3)
Mittwoch, Dezember 16th, 2009Thema heute: Nachtleben. Sollte ja einfach sein, da es ja früh dunkel wird
Und rausgepickt habe ich mir: Jeaniund Nine. FF, ihr zwei!


