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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Artikel, die mit ‘Proberaum’ getaggt sind.



Unter dem Schlagwort “Proberaum” ist alles zu finden, was im weitesten Sinne mit dem Proberaum zu tun hat: Nachbarn kommen darin ebenso vor, wie Vermieter oder Gastmusiker. Kurz: das alltägliche Leben im Proberaum.





// Artikel – Entwürfe

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Das Jahr 2011 werde ich wohl kaum in guter Erinnerung behalten – zuvieles ging bei mir drunter und drüber und dementsprechend wenig Zeit hatte ich auch zum Bloggen.

Nachdem es nun absehbar ist, daß sich spätestens im März die Wogen wieder glätten werden, ist es nun höchste Zeit, die liegengebliebenen Artikel-Entwürfe zu einem Abschluß zu bringen.

Einige sind mittlerweile überholt und die meisten habe ich heute auch ins Datennirvana befördert. Nebenbei bemerkt einige befreiende Mausklicks: bei dem frustrierten Geschreibsel habt Ihr nichts verpaßt und ich bin froh, dieses Kapitel “2011″ endgültig abschließen zu können.

Mindestens zwei Artikel-Entwürfe werde ich aber fertigstellen: diese betreffen nämlich zwei Fragen, die mir in den Kommentaren gestellt wurden:

Miki stellte letztes Jahr eine Frage zu den Grauzonen im Urheberrecht – bzw. der Unsicherheit unter den Bloggern, was man nun posten darf und was nicht. Diese Problematik ist ja gewissermaßen zeitlos – und auch nicht so einfach zu beantworten. Das zeigen schon die 1388 Worte, die ich in diesem Entwurf bereits geschrieben habe. Es werden zwar einige Worte weniger, dafür kommen wohl noch einige viele dazu. Dieser Entwurf bedarf noch einer gründlichen Überarbeitung…

Der zweite Artikel ist nicht weniger umfangreich: 2370 Worte benötigte die Antwort auf eine Frage von Blunah zu Gitarreneffekt – Geräten…
Dieser Entwurf ist prinzipiell fertig und wurde auch schon vor geraumer Zeit von Herrn Banane, der sich in der jüngeren Vergangenheit durch “musizieren in überdimensionaler Lautstärke” als Gitarrero einen Namen gemacht hat, korrekturgelesen und ergänzt bzw. für Laien verständlicher formuliert. Allerdings fehlt noch das abschließende Gitarrensolo. Für diese Aufnahme fehlte mir einfach die Zeit.

Mit diesem Artikel werde ich wohl auch anfangen: für mich ist das schließlich eine gute Gelegenheit, meine eingerosteten Finger wieder flott zu kriegen.

Bleibt an dieser Stelle nur noch die abschließende Frage: ist hier noch irgend etwas offen? (Mal abgesehen von ein oder zwei Gastbeiträgen in einem anderen Musikerblog, mit denen ich derzeit aber noch nicht mal angefangen habe – wenn man von einigen Fotos absieht).

Oder ist da sonst noch eine Frage, die Euch unter den Nägeln brennt bzw. die Ihr Euch bisher nicht getraut habt zu fragen? Ich denke, die Gelegenheit ist gerade günstig – wenn ich sowieso schon mal dabei bin – und das Jahr ist schließlich noch lang :mrgreen:



// Rangliste

Dienstag, Januar 3rd, 2012

Folgende Zahlen bekam ich zum Jahreswechsel im Zuge der Nebenkostenabrechnung zu sehen. Aufgelistet ist mein Stromverbrauch im Proberaum und der Stromverbrauch einiger Nachbarn über das gesamte vergangene Jahr:

  • 2000 kWh
  • 800 kWh
  • 90 kWh
  • 30 kWh
  • 20 kWh

Und nun ratet mal, welchen Platz ich belege :mrgreen:



// Ich hasse es, wenn ich recht habe

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

So ein Proberaum hat ja durchaus auch Vorteile, die so rein gar nichts mit der Musik zu tun haben: und zwar geht es heute um die Entwicklung des Strompreises. Im Proberaum habe ich Industriestrom, in meiner Wohnung den Strom für Privathaushalte mit nichtssagendem wohlklingenden Denglisch-Namen.

Ich habe also einen recht guten Vergleich über die Strompreisentwicklung über die letzten 12 Jahre.

Um es kurz zu fassen: gefühlt ging die Preisentwicklung stark auseinander. Der Stromverbrauch im Proberaum stieg mit jeder Neuanschaffung um ein paar Kilowattstunden – während in der Wohnung nur eines stieg: die monatlichen Abschläge während der Verbrauch gleichzeitig weniger wurde. Man muß ja sparen und wenn man einen großen Briefkasten hat, dann kann man die Butter und den Käse im Winter auch dort frischhalten, anstatt einen Kühlschrank zu nutzen ;-)

Im Endeffekt ist diese Entwicklung zwar schwer direkt zu vergleichen, da die Stromabrechnung im Proberaum nicht so transparent ist, wie es für eine verlässliche Aussage nötig wäre. Trotzdem: ich kann in etwa abschätzen, was ich verbrauche und sehe vor allem an meinem Kontoauszügen, wieviel ich bezahle bzw. wie hoch die Nachzahlung am Ende eines Jahres ist. Ich kann also zumindest recht gut Tendenzen feststellen.

Jetzt gibt es das auch schwarz auf weiß in diesem Artikel der Berliner Zeitung.

Nun bin ich zwar mit meinem kleinen Proberaum kein Großkunde, der regelmäßig mehr als zehn Gigawattstunden verbraucht und somit nicht von den Gebühren der Stromnetze befreit.

Trotzdem ist die Preisentwicklung für mich mehr als auffällig. Und das nicht erst seit die selbsternannten Energieexperten der Schwarz-Geld-Koalition das Energiepaket im Rahmen des Atomausstiegs verabschiedet haben. Diese ganze Mauschelei läuft m.E. schon viel länger und unabhängig von irgendwelchen Austiegen aus irgendwelchen anderen Ausstiegen.

Und wieder einmal haben die eingekauften Fachleute nichts bemerken wollen. Hätten die mal besser die Musiker, die je nach Proberaumlage mit schöner Regelmäßigkeit Industriestrom beziehen, gefragt. Diese Preisschere kann man nämlich gar nicht übersehen, wenn man beide Stromarten selber bezahlen muß.

Aber irgendwelche vermuteten Absprachen zwischen Stromerzeugen und Industrie fallen ja üblicherweise immer in das Reich der Verschwörungstheorien, oder?



// Wall Of Fame

Montag, Dezember 5th, 2011

In jeden Proberaum gehört auch eine Wall Of Fame – manchmal mehr, manchmal weniger ausgeprägt. Dort wird alles aufgehoben, was einer Band irgendwie aufhebenswert erscheint.

Proberaum | Wall Of Fame

Bei mir sind das teilweise rein praktische Dinge wie Biergläser oder das Pupsen-verboten-Schild, halbfertige, gelungene und mißlungene Songtexte oder eben auch andere Erinnerungen, wie z.B. Nummernschilder von Kraftfahrzeugen, die an meinem Fahrrad zerschellt sind, Geldscheine und auch eine Postkarte aus der Blog-O-Sphäre:

Proberaum | Wall Of Fame

Und davon gibt es hier ein Video ;-)

PS: die Spinnenweben gehören mittlerweile zur Deko dazu… *grmpf*



// Kreatives Chaos im Proberaum

Sonntag, November 13th, 2011

Kreatives Chaos im proberaum

Alle Versuche, den Proberaum gemütlich zu gestalten, sind wohl von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Das ist jedenfalls nach über einem Jahrzehnt aktiver Proberaum-Nutzung mein Fazit.

Andererseits: ich mag dieses kreative Chaos. All diese Kabel, Ersatzteile, Computerteile, ausgetauschte Gitarrensaiten, der Geruch von Gitarrenpolitur und abgestandenen Bier, die zerknüllten Zettel der mißlungenen Songtexte auf dem Boden, der überquellende Mülleimer, die notdürftig geweißten Wände, von denen stelenweise der Mörtel runterrieselt, wenn die Bässe zu laut sind. Die Kaffeemaschine, die völlig sinnlos in der Gegend rumsteht, bis sie irgendwann frühmorgens dringend gebraucht wird, um die letzten Energiereserven des Körpers zu mobilisieren.

Dazwischen die Instrumente. Mal hastig in die Ecke geworfen, weil ein anderes Instrument gerade für den Song wichtiger ist, ein anderes fast liebevoll in eine Ecke gestellt, um mit der jeweiligen Spur später weiterzumachen.

Manchmal eine Grünpflanze auf dem Fensterbrett. Diese ist von vorneherein zum Tode verurteilt und wird spätestens in ein paar Wochen für mehrere Monate fröhlich vor sich hin vertrocknen. Bisher habe ich es immer geschafft, mich mehr um die Instrumentenpflege zu kümmern, als um eine Topfpflanze. Die Entsorgung des Komposts wurde bisher auch immer wegen irgendwelcher Kleinigkeiten aufgeschoben.

Also kreatives Chaos vom Feinsten – ich kenne es nicht anders.

Und wie stellt Ihr Euch einen typischen Proberaum vor?



// Regennacht

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Es regnet. Der Herbstwind pfeift ums Haus und bringt das schwere Rolltor um die Ecke zum Schwingen. Jeder Windstoß wie ein schwermütiger Gongschlag.

Der perfekte Zeitpunkt für eine melancholische Saxophon-Line.

Die langgezogenen Töne harmonieren mit der Geräuschkulisse im Proberaum. Wenn nicht die Verspieler wären. Hier ein Timingfehler, weil ein Griffwechsel nicht richtig sitzt, dort falsch angeblasen.

Die Technik ist gnadenlos, sie gibt jeden Fehler unbarmherzig wider.

Mir wird wieder einmal klar, daß die gesamte Technik, die ich hier im Laufe der Zeit gesammelt habe, meine Unzulänglichkeiten nicht retten kann. Ohne eine astreine Handarbeit bleibt eine schlechtgespielte Saxophone-Line eben einfach schlecht.

Gefrustet aufgegeben und das Saxophon beseite gelegt. Die Monitore tauchen den Raum in ein fahles Licht.

Morgen ist ein neuer Tag…

Saxophon



// Manche Leute verstehen keinen Spaß

Samstag, September 24th, 2011

Ein kleines Problem im Proberaum ist die Müllentsorgung. Es ist jetzt nichts schwerwiegendes und nichts, was sich nicht leicht beheben lässt: Hier gibt es für mich keinen Restmülleimer.

Ich könnte mir so ein Ding von der städtischen Müllabfuhr natürlich auf das Gelände stellen lassen, aber 1) ist es zu meiner Wohnung nicht allzu weit, so daß ich den Müllsack zu Hause entsorgen kann und 2) fällt hier sowieso nicht viel Müll an. Die Beschäftigung der Müllabfuhr lohnt sich wegen ein paar Kronkorken, alten Gitarrensaiten und manchmal einer Brötchentüte nicht. Kuchen wird sowieso lange im Kühlschrank liegengelassen.

Heute war der Müllsack (nein, nicht die hier) also wieder einmal halbvoll und ich lief mit dem Müllsack nach Hause.

Unterwegs überholte mich eine Polizeistreife, bremste ab und – wie sollte es anders sein – verwickelte mich in ein eher unangenehmes Gespräch. Ich solle doch mal bitte erklären, was ich mit dem Müllsack vorhabe?

Nun, das war schnell erklärt und eigentlich dachte ich, daß das auch einigermaßen plausibel klingt. So ein Proberaum ohne Müllentsorgungsmöglichkeit scheint aber nicht in das Weltbild eines durchschnittlichen Polizeibeamten zu passen.

Mir wurde jedenfalls im gewohnt unfreundlichen Tonfall klar gemacht, daß man mir kein Wort glaube und illegale Müllentsorgung in der Stadt sei kein Kavaliersdelikt. Ich solle besser gleich gestehen und den Müll dahinbringen, wo ich ihn herhabe – letzteres kam natürlich überhaupt nicht in Frage und zu gestehen gab es auch nichts.

Fieberhaft suchte ich nach einer Erklärung, die zwar nicht den Tatsachen entspricht, aber dafür vielleicht besser in das Weltbild eines durchschnittlichen Polizeibeamten passt. Mir fiel auch sofort etwas ein:

“Ich gehe mit meinen Müllbeuteln vor der Entsorgung immer erstmal spazieren, damit die auch mal an die frische Luft kommen.”

Das… äh… war die falsche Antwort. Bei der Müllentsorgung verstehen manche Leute eben keinen Spaß. Absolut überhaupt keinen :shock: