Einer meiner neuen Nachbarn ist ein Flohmarkthändler. Auf dem Parkplatz steht ein großer Container, der bis unter die Decke mit allen möglichen Plunder Ramsch verkaufbaren Gerümpel gefüllt ist.
Unter anderem sind da auch einige Musikinstrumente dabei. Vieles müßte man sich in liebevoller Kleinarbeit herrichten, die Staubschicht mit archäologischer Präzisionsarbeit abkratzen und ziemlich viel Geld reinstecken. Irgendwann nach vielen Stunden Bastelarbeit hat man ein richtiges Schätzchen vor sich stehen.
Wenn da nicht die völlig überzogenen Preise wären.
Manchmal stand mir schon der Mund offen, was er für ein Instrument vonn anno dazumal haben will – ein Synthesizer aus den 70igern, zwei Manuale, Fußpedale und Alugehäuse, der auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 100 € und bestenfalls 200 € gehandelt wird, sollte seiner Meinung nach für deutlich über 500 € den Besitzer wechseln (und da war schon der Nachbarschaftsbonus dabei).
Zugegebenermaßen ein schönes Instrument und durchaus nicht uninteressant. Irgendwie hatte ich wohl dieses gewisse Leuchten in den Augen, als ich das Teil sah.
Nun habe ich ja eine Hammondorgel aus dieser zeit bei mir rumstehen (nein, leider nicht die B3) und diese Orgel hält der Flohmarktmensch für “Schrott” und versucht mich zu überreden, ihm den Synthesizer abzukaufen… schließlich sei meine Orgel aus Holz. Hä? Jede Hammondorgel ist aus Holz… aber nuja, Nichtmusiker eben.
Am Wochenende kam mir die Erleuchtung, als der Typ eine 60-Liter Teigknetmaschine verkaufen wollte. Für die hätte ich jemanden gewußt, der sie brauchen könnte und der hätte sie auch für höchstens nen Fuffi genommen. Die 200 € Verhandlungsbasis waren ihm aber (zurecht) zuviel.
Tja, Altmetallpreise…. deswegen ist eine Hammondorgel aus Holz Schrott, während ein Synthesizer mit Alugehäuse Gold wert ist.
Ich möchte nicht wissen, wieviele Instrumente auf diese Art schon völlig sinnloserweise vernichtet worden sind….








