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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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Artikel, die mit ‘Technik und Equipment’ getaggt sind.







// Abmischecke

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

Broken Spirits: beim Mixdown eines Songs

Die letzte und aufwendigste Phase des Songwritings: der Mixdown oder das Abmischen.

Hier gilt es, aus mehreren aufgenommen Spuren jedes Instrumentes den besten Take herauszusuchen oder (was häufiger vorkommt) aus mehreren Takes einen zu erstellen. Diese Vorgehensweise ist übrigens schon seit einigen Jahrzehnten üblich: das Overdubbing gibt es schon seit den 60igern. Schon die frühen Queen erstellten ihre “Guitar-Walls” über mehrere Aufnahmen.
Jennifer Batten wird nachgesagt, daß sie sich für mehrere Tage einschloß, um ein mit dieser Studiotechnik erzeugtes Gitarrensolo live spielen zu können (sie hat es übrigens geschafft). Solche Beispiele gibt es also viele und für alle Instrumente.

Die Schwierigkeit beim Abmischen besteht in erster Linie darin, die einzelnen Spuren auseinanderzuhalten. Wenn man einige Übung hat, kann man schon anhand der graphischen Darstellung erkennen, was in einigen Sekunden in dem ausgewählten Take passieren wird. Das Auge wird also eine wichtige Unterstützung für das Ohr.

Weitere Schwierigkeiten tauchen auf, wenn man sich einen Song “rundhört” – das heißt nichts anderes, als das etwaige Spielfehler nicht mehr falsch klingen. Da es durchaus vorkommt, daß man einige Passagen gut 100mal hört, um z.B. irgendwelche Feinheiten an den Effekten zu ändern, gewöhnt man sich sehr schnell an diese Fehler.

Auf dem Foto oben gehe ich gerade die einzelnen Spuren durch und verschaffe mir einen ersten Überblick über meine Takes. Die nächsten Tage wird es diesen Anblick noch öfters geben ;-)

PS: Extra für diesen Blogeintrag habe ich mich für ein Foto mal auf die Leiter gestellt:

Tonstudio / Broken Spirits



// Röhren für die Röhre

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

Röhrenverstärker - Gesangsanlage

Wir Musiker mögen Röhren. Damit ist nicht nur die scherzhafte Bezeichnung einer Sängerin (“Rockröhre”) gemeint, sondern auch die gute alte Röhrentechnologie aus Großvaters Zeiten.

Der Sound, der durch einen Röhrenverstärker erzeugt wird, ist nicht nur wärmer und “fetter”, sondern hat auch wesentlich mehr Klang-Gestaltungsmöglichkeiten als die moderne Transistortechnologie. So wird auch heute noch viel Geld in die Entwicklung neuer Röhren gesteckt – wenn auch fast ausschließlich für Musiker.

Dies gilt aber nicht nur für Gitarrenverstärker – auch wenn die Röhre dort am häufigsten verwendet wird.
Auch in Baßverstärken kommt die Röhre noch zum Einsatz und auch in Gesangsverstärkern.

Die Eigenschaften dieser Verstärker müssen natürlich den Einsatzmöglichkeiten angepaßt werden: die Gitarristen legen wert auf eine fette Röhrenverzerrung und bei den Baßverstärkern müssen die tiefen Frequenzen klar und knackig rüberkommen.

All das sind Eigenschaften, die von der Gesangsfraktion nicht benötigt werden oder wie im Beispiel der Verzerrung sogar kontraproduktiv sind. Gesangsanlagen sollen also den Gesang möglichst klar und naturgetreu widergeben. Ein Gitarrenverstärker läßt sich also nicht für den Gesang verwenden oder umgekehrt.

Zudem mögen wir Musiker alte Geräte, “Vintage” ist das Wort, das unsere Augen leuchten läßt.
Und manchmal wird auch “gemogelt” – wie zum Beispiel auf dem Foto oben, das einen Gesangsverstärker zeigt. Die Technik ist vergleichsweise neu (Baujahr 2002), die Optik ist jedoch ganz eindeutig im Retro-Design der 50iger Jahre.



// Kein grünes Hobby

Sonntag, Oktober 3rd, 2010

Gerade habe ich vom Vermieter den Stromverbrauch im Proberaum erfahren: 218 kwh im Monat September.

Ich habe hier Industriestrom. Die Kosten halten sich also in Grenzen (ca. 50 Euro).
Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Stromverbrauch mehr als verdoppelt – hier wird also geschafft :-)



// Technik hat mir zu Diensten zu stehen

Samstag, September 18th, 2010

Es macht mich ganz wuschig, wenn hier Equipment nicht so funktioniert, wie es tun sollte.

Ich möchte Keyboard spielen und habe bestenfalls sogar eine ganz konkrete Idee. Manche Melodielinien “fließen” geradezu in die Finger. Einfach laufen lassen, die Finger flitzen und es ist gut.

Gut? Nun, manchmal zickt die Technik.

Da kann es durchaus vorkommen, daß der Computer abstürzt, wenn man das Keyboard einschaltet.
Gerade bei dem Hersteller meines Master-Keyboards ist das Problem bekannt: der Einschaltknopf des Studiologic SL-880 ist ‘ne intrigante Drecksau. Manchmal macht dieses vermeintlich unbedeutende Bauteil, was es will.
Das Keyboard ordnungsgemäß unter Strom setzen gehört jedenfalls eindeutig nicht zu Lieblingstätigkeiten des Einschaltknopfes.
Diese Problem ist mittlerweile unter Musikern bekannt. Nicht wenige Auftritte wurden durch den sturköpfigen Einschaltknopf auf unbestimmte Zeit verschoben.

Prinzipiell ist das eine Schlamperei des Herstellers – der findige Musiker weiß dennoch, wie dieses Problem zu umgehen ist. Das Zauberwort (bzw. das Rundumglücklichutensil) heißt “Steckdosenleiste”.
Das Keyboard ist immer im eingeschalteten Zustand und die Ein/Aus – Funktion übernimmt eben die Steckdosenleiste. Geht doch. Man sollte nur nie, aber auch wirklich nie (auch nicht im größten Vollsuff) die Steckdosenleiste ignorieren und das Keyboard direkt ausschalten.

Spätestens beim nächsten Einschalten ist das Desaster vorprogrammiert und die Folgen können den betreffenden Musiker zur Weißglut treiben.

Wehe dem, der in der Nähe steht! Früher konnte man das Wetter anhand der Flughöhe der Schwalben vorhersagen – in Proberäumen kündigt sich das nahende Gewitter durch tieffliegende Bierflaschen oder Tastaturen an.



// Hast Du mal….?

Sonntag, Mai 2nd, 2010

Nein, in diesem Blogeintrag geht es nicht um den schnorrenden Hüpfhopser.

Es wird nicht einmal ein lustiger Blogeintrag sondern vielmehr ein sehr technischer. Es geht um Werkzeug.

Musikmachen besteht nicht nur aus Instrument umhängen, Verstärker einschalten und Krach machen, diesen Krach aufnehmen ggf. am Computer abmischen und das fertige Konstrukt dann “Song” nennen.

Es hängt ein nicht zu unterschätzender Rattenschwanz an Arbeit dran
– wenn man zwei Minuten drüber nachdenkt, ist das eigentlich auch völlig naheliegend.

Das Naheliegende zu erkennen gehört aber nicht zwingend zu den Stärken eines Musikers ;-)

So kommt es dann zu der im Titel angedeuteten Frage “Hast Du mal ein(en) $Werkzeug da und kannst Du es mir eben kurz ausleihen?”

Mach ich doch in den meisten Fällen gerne – ABER:

In jedem Haushalt fliegen Werkzeuge rum, die dort nie gebraucht werden und da wo diese Werkzeuge wirklich gebraucht werden, sind sie nicht vorhanden. Ich habe hier Kollegen, die zuhause eine hervorragend ausgestattete Werkstatt haben, die fröhlich vor sich hin verstaubt – und im Proberaum ist nichts da…

Hier kommt also für alle mitlesenden Musiker meine ultimative “Must Have” – Liste:

  • Lötkolben und Lötzinn: Heutzutage funktionieren eigentlich alle Instrumente mit Strom (auch die akustischen Instrumente müssen “unplugged” irgendwie abgenommen werden) und Strom wird über Kabel, Stecker, Buchsen usw. übertragen. Solange das nicht drahtlos funktioniert sind Wackelkontakte vorprogarmmiert. Absolutes “Must-have”!
  • Isolierband: ebenso wichtig wie Lötkolben und Lötzinn – ein absolutes “Must Have”. Ein “Nice To Have” ist Schrumpfschlauch. Das sieht eben einfach etwas professioneller aus… ;-)
  • Inbus-Schlüssel (bzw. Innensechskantschlüssel): hier sollte eine große Auswahl vorhanden sein. Ein Standardpack aus dem Baumarkt reicht nicht: Bei E-Gitarren und Baßgitarren lässt sich die Saitenhöhen einstellen, diese Inbus-Schlüssel sind in einem handelsüblichen Baumarktsatz nicht enthalten. Tip: mehrere kaufen, diese Minidinger gehen leicht verloren. Man kann diese kleinen Inbus-Schlüssel auch mit etwas Isolierband (siehe oben) umwickeln, dann findet man diese im dunklen Proberaum leichter, wenn sie runterfallen.


    Überhaupt ist bei E-Gitarren ein Saitenwechsel ohne Inbusschlüssel fast unmöglich: Saitenhöhe, Oktavreinheit, bei Floyd Rose Tremolos werden die Saiten am Sattel festgeklemmt – für all das braucht man Inbus-Schlüssel. Auch wenn vieles genormt ist: es gibt zuviele Normen.

    Um diese Problematik noch weiter zu vereinfachen, gibt es zu allem Überfluß auch noch deutsche (cm) und amerikanische (inch) Größen.
    Jeweils ein kompletter Satz ist also ein absolutes “Must Have” für die Saitenfraktion.
  • Schraubenzieher: auch hier braucht man eine große Auswahl. Sobald der Lötkolben angesetzt werden muß, muß das jeweilie Gehäuse aufgeschraubt werden.
    Gleiches gilt auch, wenn in einer E-Gitarre oder einem E-Baß ein Wackelkontakt auftreten sollte: die Schlagplatte der Gitarre muß dann entfernt werden: hierfür braucht man die kleinen Schraubenzieher. Ein Satz Schraubenzieher ist ein absolutes “Must Have”!
  • Lüsterklemmen: wer viel verkabelt (und das ist – Überraschung! – in einem Proberaum gar nicht so selten) steht auch häufiger mal vor dem Problem, sich einen Adapter basteln zu müssen. Sei es, weil ein Gastmusiker da ist, der verständlicherweise auf seinem Equipment besteht oder weil eine Neuanschaffung getätigt wurde und nicht auf die Stecker bzw. Buchsen geachtet wurde (und das bemerkt man immer erst nach Ladenschluß).
    Nicht selten ist das Equipment eben nicht kompatibel. Ein “Nice To Have” und gerade deshalb sollte auch hierfür ein passender Schraubenzieher vorhanden sein (siehe oben). Wer nicht weiß, wie man solche Adapter bastelt, findet evtl. hier eine Antwort (Linktip nicht nur für Musiker)
  • Nagelfeile: noch so ein wichtiges Utensil für die Saitenfraktion: bei E-Gitarren kommt es hin und wieder vor, daß der Sattel ausgenudelt ist. Die Saiten schnarren dann und oft läßt sich das provisorisch nach dem Zahnarztprinzip beheben: den Sattel ausfeilen (das Loch für die Füllung vergrößern) und mit etwas Alufolie (das wäre dann die Plombe) die Saite neu aufziehen. Das ist kein Dauerzustand, aber wie so oft: nichts hält länger als ein Provisorium ;-) Eine Nagelfeile braucht man (hoffentlich) selten, es ist aber trotzdem gut, wenn sie da ist: ein “Nice To Have”.
  • Zollstock: manchmal ist der Sound scheiße und im Proberaum sind Umräumarbeiten unumgänglich. Schön, wenn man weiß, wieviel Platz einem zur Verfügung steht. Auch dies kommt (hoffentlich) eher selten vor – also ein “Nice To Have”.
  • Seitenschneider: wie der Name schon vermuten läßt: der Seitenschneider wird hauptsächlich von der Saitenfraktion benötigt. Auch wenn es “cool” aussieht, wenn die fabrikmäßig etwas zu langen Saiten an der Kopfplatte aufgerollt rumbaumeln, so passiert es doch recht häufig, daß gerade bei den dicken Saiten eine nur halb reißt.
    Auch bei Kabelarbeiten ist so ein Seitenschneider unverzichtbar und somit ein “Must Have”.
  • Schraubenschlüssel: u.U. ist hier ein kompletter Satz sinnvoll – alles was kleiner ist als der 10er ist eigentlich unverzichtbar. Mit größeren Schraubenschlüsseln kann man auch mal ‘ne Flasche Bier öffnen. Schlagzeuger können damit die Felle stimmen (sofern kein Stimmschlüssel vorhanden ist) – auch manche Gehäuse lassen sich nur mithilfe eines Schraubenschlüssels öffnen. Je nach Equipment ein “Nice To Have” oder “Must Have”.
  • Kontaktspray: eigentlich selbsterklärend, oder? Sämtliche Potis (egal ob am Mischpult oder an der Gitarre) fangen irgendwann an, unschöne Geräusche von sich zu geben, wenn sie bewegt werden. Kontaktspray wird hoffentlich selten benötigt, trotzdem ein “Must Have”.
  • Eigentlich keine weltbewegende Auflistung, aber wenn ich mir überlege, wie oft hier jemand vorbeikommt und sich Werkzeug ausleiht dann ist diese Ansammlung wohl doch recht unbekannt – warum auch immer….

    Mittlerweile könnte ich über den Werkzeugverleih fast meinen Proberaum finanzieren…. sollte ich mir mal durch den Kopf gehen lassen ;-)



    // Es fliegt mal wieder die Kuh…

    Donnerstag, März 11th, 2010

    …eigentlich fliegt ja gerade alles, was nicht niet- und nagelfest ist:

    Mit 116,1 db kann man also eine fast volle Teeschachtel zum Tanzen bringen :-)

    und meine Ohren morgen zum Pfeifen….



    // Vernetzt und versagt

    Donnerstag, Februar 18th, 2010

    Jetzt war ich die letzten Tage so schön im Fluß…. in zwei Nächten elf Spuren aufgenommen, für ein paar andere Songs die Percussions abgemischt und nun raucht meine Technik ab.

    Ich hasse es, wenn ich an den Synchronisationseinstellungen rumspielen muß. Es ist bei meinen kleinen Computern (der älteste hat gerade mal einen 200 MHz-Prozessor und 64 GB RAM) ganz praktisch, die Spuren auf mehrere Computer zu verteilen. Leider macht diese Verdrahtung manchmal auch etwas Probleme.
    Und wenn die eine Hälfte des Songs schneller läuft, als die andere Hälfte hört sich das gar nicht gut an. :-(

    Das wird wieder eine lange Nacht heute. Hatte ich ja auch schon lange nicht mehr…

    Außerdem macht mein CPU-Lüfter Rülpsgeräusche….