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Lebenszeichen aus dem Proberaum

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// Koordinationsproblem


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Die meisten Leute sind es gewohnt, mit zwei Händen zwei verschieden Dinge zu tun und daß bei beiden Händen unterschiedliche Bewegungsabläufe stattfinden. Dies fängt bei ganz banalen Dingen an wie zum Beispiel ein Steak zerkleinern: mit der einen Hand wird die Gabel gehalten, die das Steak auf dem Teller fixiert, die andere Hand mit dem Messer zerkleinert das Steak in mundgerechte Stücke.

Soweit so gut – wenn man ein Instrument spielt, sollte ein weiterer Faktor hinzukommen: das Timing. Das heißt, genau in dem Moment, in dem ein Ton auf der Gitarre mit der linken Hand gegriffen wird, wird die entsprechende Saite mit der rechten Hand angeschlagen. Und in manchen Musikstilen der schnelleren Art passiert das mehrmals pro Sekunde. Bei 120 bpm (Beats per Minute) sind durchgehende 16tel-Noten 16 Anschläge in einer Sekunde. Bei Gitarrensoli sind solche Tempi und diese Notwenwerte zumindest phasenweise keine Seltenheit. Wenn in einem Gitarrensolo also mal etwas längere Töne vorkommen, hat dies oft einen ganz einfachen Grund: der Gitarrist muß sich mal kurzzeitig ausruhen und spielt ein paar Takte lang nur 8 Töne pro Sekunde, bevor er wieder Gas gibt. Solche Kniffe haben nicht nur die Funktion, innerhalb einer Melodie Spannung auf- oder abzubauen sondern haben also auch manchmal ganz einfache praktische Hintergründe (zum Beispiel einen Krampf in der Greifhand zu vermeiden ;-) ).

Richtig schwierig wird es, wenn sämtliche Extremitäten zum Einsatz kommen – also auch die Füße. Bei Schlagzeugern und Organisten ist dies der “Dauerzustand”.

Mit der Orgel komme ich gerade nicht klar. Die Baßlinie, die ich mit den Pedalen spielen möchte, klappt ums Verrecken nicht.
Irgendwie ist die Anordnung auch verkehrtrum: meine rechte Körperhälfte ist die “stärkere” Seite und mit dem rechten Fuß stelle ich nur die Lautstärke der Orgel ein. Der linke Fuß darf die ganze Arbeit machen und die Baßlinie spielen:

Orgel: Fußpedale

Dann habe ich ja noch die beiden Manuale, die ich mit den Händen spiele: das obere für die Melodie, das untere für die ergänzende Baßlinie:

Orgel: Manuale

Damit es nicht zu einfach ist, habe ich bei allen dreien unterschiedliche Notenwerte.

Da hilft nur noch eines: Schlaftabletten schlucken. In Folge dessen werde ich dann gaaaaanz langsam spielen. Wenn das klappt, wird das Tempo angezogen. Und irgendwann klingt es so, wie es soll.

Beschleunigen läßt sich das noch durch Weglassen der Schuhe – mit den schweren Tretern fehlt mir jegliches Gefühl in den Füßen.

Hören wollt ihr das übrigens nicht: ihr würdet dabei einschlafen. Das ist ein Vorteil des Proberaumes: keiner hört die ganze Scheiße, die nötig ist, um irgendwann mal etwas Vernünftigfes vom Stapel zu lassen.

Das ist auch gut so :mrgreen:


Im Proberaum notiert am 10.03.2011 um 11:57 pm und mit getaggt.

(c) by







 

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