// Museumsstücke
Ich habe ein Faible für antiquierte Technik – der Dauerblogleser hat es vielleicht schon bemerkt
Seit einigen wochen bastel ich immer wieder mal (sofern es meine derzeit etwas knapp bemessene Zeit zulässt) an meiner alten Analogkamera rum. Hauptsächlich wird entstaubt und die ganzen Einzelteile zusammengesucht, die in diversen Kisten verstaut waren. Das gibt eine ziemlich umfangreiche Sammlung an Objektiven, Filtern usw.
In letzter Zeit habe ich mir immer wieder mal die Frage gestellt, ob diese ganze neue Digitaltechnik nicht die Arbeitsweise verändert. Das betrifft sowohl die Fotografie als auch die Musik.
Bei letzter fällt es mir besonders auf, da dieser ganze virtuelle Synthesizerkram doch sehr zum Verzetteln einlädt. Besonders bewußt wurde mir dieses Phänomen beim Reaktor von Native Instruments. Ich hatte hier kürzlich die Demoversion, die auf 30 Tage begrenzt ist. Diese Software ist recht komplex und so haben die dreißig Tage auch überhaupt nicht ausgereicht, um mit dem Ding vernünftig arbeiten zu können. Allein für das Verstehen des Manuals braucht man einige Wochen. Mehr als mit den Presets rumspielen geht aus Zeitgründen nicht.
Da weiß ich doch gleich wieder, was ich an meinem EPS 16 Plus habe. Im Endeffekt kriege ich die gleichen oder mindestens ähnliche Klänge hin, wie mit dem ganzen VST-Zeugs. Und das mit deutlich weniger Schraubereien an den Reglern – obwohl ich sehr gerne noch ein Gitarrenmultieffektgerät zusätzlich zwischenschalte.
Das Zeitproblem fällt bei der Fotografie zunächstmal weg, analog läßt sich nicht mal eben schnell ein Foto fürs Blog machen – es dauert eben eine Weile, bis a) der Film voll ist und b) der volle Film zum Entwickeln gebracht und wieder abgeholt ist. Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, daß ich da sehr anfällig fürs Knipsen bin – anstatt ordentlich zu fotografieren.
Was das Zeitproblem auch wieder ab adsurdum führt, da ich eben sicherheitshalber mehrere Fotos mache und dann am Rechner das beste raussuche – und das ist ebenfalls mit nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden, gerade wenn etwas Nachbearbeitung nötig ist (z.B. im Falle eines HDR).
Ich bin sehr unschlüssig, ob die ganze Digitaltechnik nur Vorteile bringt. Gerade in der Musik möchte ich meinen ganzen “antiken” Technikfuhrpark nicht vermissen. Aber ich bin ja in erster Linie auch ein Bastler.
Und natürlich habe ich auch die aktuelle Technik da. Ich verwende beides gerne und ungefähr gleich häufig – auch wenn ich derzeit eher zu den alten Sachen tendiere.
Was auch daran liegt, daß ich bei einem Tonbandgerät, das ich aufschrauben kann, hinterher weiß (oder wenigstens ahne), wie es funktioniert; bei einer Software dessen Quellcode ein Buch mit sieben Siegeln ist, fällt das weg…
(und bevor jemand fragt: alle bisher aufgeschraubten Geräte funktionieren immer noch einwandfrei. Manche sogar besser als vorher, obwohl das ein oder andere Kleinteil bei solchen Bastelaktionen übrig bleibt….
)
Im Proberaum notiert am 14.01.2010 um 7:58 pm und mit Broken Spirits Broken Spirits - Fotografie Homerecording Musik getaggt.
(c) by Broken Spirits

Januar 15th, 2010 um 07:49
Stimmt, man knipst mehr Schrott, braucht mehr Zeit zum Auswählen, aber praktischer ist es schon mit der Digitalkamera. Leider entfällt damit die liebenswerte Tradition des Nach-dem-Urlaub-den-Film-noch-rasch-Vollknipsens, wobei meist Aufnahmen des eigenen PKWs entstanden. Und das noch völlig unnötigerweise, denn es war ja noch nie verboten, einen nicht vollen Film zurückzuspulen und abzugeben
brolen-spirits: LOL
Stimmt, diese Tradition fehlt- definitiv!
Ich bin allerdings meist nochmal extra auf Fototour (das war aber auch immer so eine krampfhafte Aktion) und habe doch noch das ein oder andere gute Foto gemacht. Könnte aber auch daran liegen, daß ich keinen PKW habe und mein Fahrrad nicht sonderlich fotogen war /bzw. ist
Januar 15th, 2010 um 09:03
Frag 10 Leute und du bekommst 12 Antworten.
Ich bin da sehr gespalten. Zum Beispiel, wenn ich an die Fotos auf meinem Handy denke, die ich nach drei Tagen IMMER noch nicht auf dem PC habe, weil die zwei sich nicht verstehen. Ich kann mir deswegen doch keinen 2. PC anschaffen. Also werde ich am Wochenende, wenn ich bei meiner Freundin bin, es bei ihrem NB probieren. Auf Papier hätte ich sie jetzt schon, müsste sie aber mühsam einscannen (Qualität?), um sie ins Netz zu stellen. Hmm?? Zeitersparnis? Ich denke nicht!
Da lobe ich mir doch das Kochen und Backen. Das geht nur analog.
PS: Mir wird schon ganz schlecht, wenn ich an diese Roxxxy denke. Cyber-Sex? Digitaler Sex? Bäähhh!
broken-spirits: mindestens 12 Antworten…
Die Qualität kann sich bei Scannern eigentlich sehen lassen – fürs Netz wird es ja meistens in JPG konvertiert, da fallen mehr Qualitätsverluste an, als bei einem guten Scanner… *find* Von der Zeit her… hm, ja, bestenfalls unwesentlich länger als gleich digital. Wobei ich jetzt davon ausgehe, daß einiges an Nachbearbeitung nötig ist. Als Beispiel mal das Silvesterfoto hier, das aus 17 Einzelfotos besteht. Mit ner Analogkamera (meine Digicam ist für sowas aber auch nicht geeignet – ist eben ein Knipsomat) wäre das einfacher gegangen
Roxxxxy ging an mir vorbei – dein “bääh” sagt mir aber, daß ich nichts verpaßt habe